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Comicrezension

Kill or be Killed Band Zwei von Brubaker/Phillips/Breitweiser

Dylan steckt so ziemlich in der Scheiße. Der Dämon fordert weiterhin monatlich sein Mordopfer. Und Dylan verstrickt sich immer weiter in seinen zwei Identitäten – die des mit Kapuze verhüllten Rächers und die des harmlosen End-Zwanzigers, der so unauffällig und gewöhnlich ist, dass er mühelos in der Menge untergeht. Aber sein vermummtes Alter Ego erweckt immer mehr Aufmerksamkeit. Er wird selbst zum Gejagten und legt sich ungewollt mit einigen „Größen“ der Unterwelt an. Wie lange kann das noch gut gehen? Wenn hier überhaupt noch von „gut“ gesprochen werden kann …

Wer Band Eins noch nicht gelesen hat und partout nichts über den Inhalt wissen möchte, kann sich zunächst über den ersten Teil hier im Blog informieren (Kill or be Killed Band Eins). Und diesen dann unbedingt auch lesen – Highlight-Empfehlung!

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 10 - Leseprobe

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 10

Der stete Verfall

Dylan „zerfällt“ zuhends seelisch und auch körperlich, der dämonische Fluch zehrt ihn regelrecht aus. Phillips stellt dies zeichnerisch gekonnt in dessen Gesichtszügen dar, die mit der Zeit immer härter werden. Er wirkt verhärmt, verfolgt und gehetzt. Es lohnt sich hier ein Rückblick in den ersten Band, um diese Veränderung nicht nur zu ahnen, sondern sich darin bestätigt zu sehen.

Überragend gut ist erneut die Kolorationsarbeit von Elizabeth Breitweiser. Wow! Die Art ihrer Farbgebung ist wirklich grandios und einzigartig. Ihr New York zieht mich trotz des in diesem Buch fehlenden Schnees vollends in den Bann. Gerde die unnatürlichen Farbvariationen scheinen das gewisse Etwas auszumachen. Für mich die beste Koloration des Jahres 2018, die mit den Farben und der leicht an expressionistische Malerei erinnernde Art genau meinen Nerv trifft!

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 11 Leseprobe

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 11

Brubakers Szenario ist auch stark, ich liebe besonders die Art in rückblickender Perspektive zu erzählen. Er spricht uns Leser_innen stets direkt an, was eine fast intime Atmosphäre entstehen lässt. Zusammen mit der starken Ambivalenz des Protagonisten war diese Lektüre dann doch eine recht heftige emotionale Berg- und Talfahrt. Aber zurück zur Story, auch wenn ich nicht zu viel auf den eigentlichen Inhalt eingehen möchte, um nicht zu viel zu verraten … Dylan spürt, wie er weiter versinkt. Während sein eigentliches Leben immer mehr verblasst, immer mehr zu einer Lüge wird, gewinnt die geheime Identität an Macht. Über Dylan. Über sein Leben. Niemand darf von seinen tatsächlichen Taten wissen. Er versteckt sich in dem Gespinst, gibt sich dabei selbst immer mehr auf. Welchen Sinn soll das alles noch haben. Währenddessen findet seine Ex heraus, dass mit seinen Medikamenten etwas nicht stimmt …

Hin und wieder gibt es Wiederholungen, die aber entschuldbar sind und den Lesefluss nicht groß stören. Fantastisch sind auch die Seiten auf denen in Prosa erzählt wird während die Bilder nebenan stehen und das Gelesene illustrieren. Zwischendrin stockt die Handlung etwas, hat nicht mehr ganz so viel Drive wie in Band Eins. Holt dann aber im letzten Drittel wieder auf und endet mit einem Cliffhanger – bäng! Ich frage mich ernsthaft, wie Dyland DA wieder raus kommen will. Ich ahne nichts Gutes.

Kill or be Killed bleibt im zweiten Band stark, bewegt sich dabei in eine neue Richtung und überzeugt für mich durch das Zusammenspiel der Story, Illustrationen, Erzählweise und der bombastischen Koloration von Breitweiser.

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Kill or be Killed Band Zwei

Geschrieben – Gezeichnet – Koloriert

Greg Rucka – Sean Phillips – Elizabeth Breitweiser

Genre, Reihe und Leseprobe

Comic. Thriller.
Band 2 von 4
Eine Leseprobe gibt es hier beim Splitter Verlag.

Noch ein paar Details

Am 22. Juli 2018 erschienen bei Splitter, ISBN 978-3-96219-034-7, 176 farbige Seiten, Hardcover, EUR 24,80

Meine Rezension zu Band Eins findet ihr auf hier: Kill or be Killed Band Eins

Dieser Band wurde auch rezensiert von
Bizarroworldcomics (Link)
Nerd mit Nadel (Link)

Den Comic habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung und damit diese Rezension ist davon natürlich unbeeinflusst.

 

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