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Buchrezension / Fantasy / Phantastik

Susanne Gerdom – Für König und Vaterland: Der Wechselbalg

Die Lektüre liegt nun schon einige Monate zurück, aber die Rezension zum Auftakt einer neuen phantastischen Romanreihe aus den Tasten von Susanne Gerdom ließ auf sich warten. Heute war ein ruhiger Tag mit etwas Zeit für das Blog, so habe ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen. Und eines vorweg: Dem Buch habe ich deutlich angemerkt, dass Susanne “so durfte, wie sie wollte” :-) .

Inhalt

Im Dienste für den König und das Vaterland sind die vier gestandenen Männer Cavanaugh, Hathaway, Raventhorne und Wymond. Ihre Tätigkeit als Agenten für den britischen Innenminister Sidmouth bleibt dabei aber immer im Geheimen, ihr öffentliches Leben davon unberührt. So kommt es schließlich dazu, dass Idris Hathaway, der Marquess Auden, des Mordes an seiner Mätresse bezichtigt wird. Seine Dienste für das Land zählen jetzt nicht, seine Reputation bringt ihm keinerlei Vorteile.

Und nicht nur, dass er mit seiner unsteten Art hinsichtlich Beziehungen zu Frauen – denn derer hat er viele, so sagt man – stadtbekannt ist. Auch wird ihm nachgesagt, er sei ein Wechselbalg. Der echte Marquess Auden wäre demnach von den Feen kurz nach der Geburt durch ein Wesen aus dem Feenreich ausgetauscht worden. So erklärt sich auch die besondere Ausstrahlung des jungen Mannes, die nicht natürlich sein kann. Wer kann einem solchen “Feenwesen” schon trauen?

Meine Meinung zum Roman

Angesiedelt im London des frühen 19. Jahrhunderts, zur Zeit Napoleon Bonapartes Verbannung auf Elba, beginnt Susanne Gerdoms Fünfteiler “Für König und Vaterland”. Vor dieser historischen Kulisse lässt sie ihre phantastische Gesellschaft entstehen. Werwölfe, Elfen und Vampire gehören zu ihrer Welt, wie auch das Feenreich und die Magie. Dabei schafft sie es wie gewohnt mit den Genres zu spielen und ihre ganz eigenen Definitionen festzulegen. Sowohl für ihre Welt, ihr London, als auch für die unterschiedlichen phantastischen Wesen. Und das ist ganz klar eine ihrer Stärken. Denn Vampire, Werwölfe oder Feen, die sich an dem ihnen in Literatur und Film angedachten klassischen Rollenverhalten orientieren, gibt es schließlich zuhauf. Wer paranormale Kuschelwesen sucht, wird im “Wechselbalg” ebenfalls nicht fündig. Alle anderen aber werden sich sehr gut unterhalten fühlen mit diesem ersten Teil, auch wenn es zugegeben etwas dauern kann, bis das Namenswirrwarr sich aufgelöst hat. Da besonders die häufig vorkommenden Personen mit unterschiedlichen Namen und Titeln angesprochen und erwähnt werden, ist es fast bis zum Ende des Romans schwierig, stets nachvollziehen zu können, wer gerade gemeint oder am Zuge ist.

Dieser kleine Wermutstropfen mindert das Lesevergnügen jedoch nur wenig. Zu versiert ist Susanne Gerdoms Verwendung der Sprache. Zu kreativ ersonnen ist ihre Welt. Zu hinreißend und manchmal abschreckend sind ihre Charaktere, als dass es irgendjemanden davon abhalten könnte mit diesem erwachsenen Roman den Grundstein für eine fünfteilige Reise ins phantastische und auf der Autorinnen Art schillernde London zu legen. Chapeau!

Erschienen sind E-Book und Softcover im Dezember 2015 beim Drachenmond Verlag, ISBN (978-3959910514)

Hier geht es zum Buch auf der Webseite des Drachenmond Verlags

 

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