Weltenzerstörer von Cixin Liu. Novelle.

Weltenzerstörer Titelbild zeigt das Buch auf dem zweiten Trisolaris-Band stehend
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Zunächst war es nur ein Kristall, der auf die Erde zuschoss. Nachdem die Menschheit seit zwanzig Jahren kein einziges Objekt gesichtet hatte, das eine Gefahr für den Planeten darstellen könnte, war da nun dieser kleine gerade mal drei Meter lange Kristall. Als der Kommandant der diensthabenden Patrouille diesen mit seinen Raumanzug-behandschuhten Händen berührte, erschien das Bild eines kleinen Mädchens in seinem Inneren.

“Woher kommst du?”, fragte der Kommandant.
“Von Epsilon Eridani – so nennt ihr anscheinend unser Sonnensystem. Gemessen in eurer Zeit, bin ich schon sechzigtausend Jahre unterwegs.” Erneut schrie sie: “Der Weltenzerstörer kommt! Der Weltenzerstörer kommt!”
“Bist du lebendig?”
“Natürlich nicht. Ich bin bloß eine Botschaft. – Der Weltenzerstörer kommt! Der Weltenzerstörer kommt!”
Weltenzerstörer von Cixin Liu, S. 11

Dem Kristall folgte eine Vorhut des Weltenzerstörers: Ein Raumschiff mit einem Botschafter, den sich die Menschen sicher in anderer Gestalt gewünscht hätten. Beißer maß an die zehn Meter und war eine gewaltige Echse. Und bei der ersten Kontaktaufnahme nahm er spontan einen Imbiss: ein Mitglied des menschlichen Empfangskomitees.

Kurz

Cixin Lius Trisolaris-Trilogie hat sich in meiner persönlichen Hall of Fame der besten Science Fiction-Romane verewigt. Und da die Bücher auch bei anderen Entzücken hervorgerufen haben, werden nun nach und nach weitere Werke des chinesischen Autors ins Deutsche übersetzt. Was für ein Glück.

Weltenzerstörer ist eine gut 70-seitige Novelle, die damit nur zwei Drittel des Taschenbuchs füllt. Alleine zwanzig Seiten sind einer Vorausschau auf den dritten Trisolaris-Band vorbehalten, der erst im April 2019 erscheint. Weiterhin ist ein Essay enthalten, der sich damit beschäftigt, was chinesische Science Fiction eigentlich chinesisch macht (von Xia Jia).

Ehrlich gesagt, hätte mir die Novelle gereicht – vielleicht noch die Anmerkungen, aber dann wäre es genug gewesen. Die Form der Novelle ist in Deutschland eher wenig vertreten, Kurzgeschichten werden ebenfalls wenig beachtet, weshalb ein solcher Band dann wohl eher mit Zusatzmaterialien “aufgefüllt” wird.

Parallelen

Weltenzerstörer (2002) ist einige Jahre vor Trisolaris (2007) entstanden und zwei Jahre vor Spiegel. Besonders auf den ersten Seiten fühlte ich mich doch an einigen Stellen an Der dunkle Wald (Trisolaris 2) erinnert. So ähnelt der alarmschlagende Kristall den Sonden in dem berühmten “Vorbild”. Ein außerirdisches Volk bedroht die Erde und Ameisen auf Grabsteinen (?)… das habe ich doch anderswo schon einmal gelesen. Es scheint offensichtlich, dass der Autor Elemente, die er damals in dieser Novelle präsentierte, später in seinem großen Werk wieder aufnahm. Womöglich war es seine Inspiration? Nachdem Weltenzerstörer dann doch noch einen eigenen Weg ging und mir nicht einfach den bekannten Trisolaris-Spannungsbogen in vereinfachter Form auftischte, war ich aber versöhnt und habe die 70 Seiten genießen können.

Insgesamt fehlt Weltenzerstörer aber die philosophische Tiefe und der geschickte Aufbau. Auch an die im ebenfalls im Taschenbuch erschienene Novelle Spiegel reicht es nicht heran. Nichtsdestotrotz ist es eine spannende Erfahrung dieses frühere Werk des Autors zu lesen und damit einen Einblick in seinen schriftstellerischen Werdegang werfen zu dürfen. Kein Muss, aber ein Kann. Ich empfehle die Lektüre direkt nach Der dunkle Wald (Trisolaris 2).

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Weltenzerstörer

Geschrieben von

Cixin Liu
Essay: Xia Jia

Übersetzt

aus dem Chinesischen von Marc Hermann

Genre und Leseprobe

Science Fiction.
Eine Leseprobe finden sich auf der Verlagswebseite: Leseprobe beim Verlag

Noch ein paar Details

Erschienen am 13. August 2018 im Heyne Verlag (Taschenbuch, ISBN 978-3-453-31925-7, 128 Seiten)

Gelesen …

… im Zug auf dem Arbeitsweg

Weitere

… Rezensionen zu Büchern von Cixin Liu sind hier im Beitrag verlinkt und finden sich in meinem Rezensionsindex

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Das Buch habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten.
Meine Meinung ist davon völlig unbeeinflusst.

Weltenzerstörer Cover zeigt ein Raumschiff über einer Großstadt

Weltenzerstörer von Cixin Liu – Cover

Myre (2). Die Chroniken von Yria Buch II von Claudya Schmidt

Myre Buch 2 Titelbild - Comic auf einem Kissen auf einem Sessel
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Kennt ihr das? Nach Minuten merkt ihr, dass ihr gar nicht mehr entspannt an eurem Leseplatz sitzt, sondern vornübergebeugt, mit offenem Mund und die Augen weit aufgerissen? Vielleicht habt ihr gerade sogar Töne von euch gegeben, wie “Boah”, “Wow” oder “Wie geil ist das bitte”? Das Ganze während ihr einen Comic lest oder ein Buch. Oder auch beim Anschauen eines Films, einer Serie, die euch visuell einfach umhaut? Dann kann ich euch sagen, dass ihr damit nicht alleine seid! Oh nein, ganz sicher nicht. Denn ich habe all das vor Jahren erlebt, als ich den ersten Teil von Peter Jacksons “Herr der Ringe”-Verfilmung gesehen habe. Und jetzt – gerade vor zwei Wochen – beim Lesen von

Myre. Die Chroniken von Yria Buch II

Schon der erste Band (Myre Buch I) hat es in meine Highlights geschafft und gehört für mich zu den besten Comics des Jahres. Aber Buch 2 (!) … ich bin immer noch sprachlos.

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2, Seite 15

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2, Seite 15

Wie schon im ersten Buch erzählt Claudya Schmidt auch in dieser Fortsetzung in einem langsamen Tempo. Aber ihr solltet nicht denken, dass langsam = langweilig bedeutet. Nein, die Welt von Yria gewinnt weiter an Detail, es gibt den ersten Blick auf die “Reisenden” (wow, sage ich euch!) und auch, wenn es zu Beginn um den Transport eines Päckchens für Boozer geht und das zunächst mäßig spannend klingt, ändert sich das bald. Myres Reise wird geheimnisvoller, wenn sie selbst auch davon wenig zu spüren scheint. Der Klappentext gibt einen tollen Überblick über den Inhalt:

Die harsche Welt von Yria ist voller Geheimnisse. Es gibt Anzeichen, dass Yria nicht immer die zerklüftete Wüste war, die sie heute ist, aber kaum einer ihrer tierähnlichen Bewohner kann sich an diese Vorzeit erinnern. Die Wanderin Myre interessiert sich nicht für Sagen und Geschichten. Begleitet von ihrem Drachen Varug lebt sie von einem Tag zum nächsten, immer auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit und dem nächsten Schlafplatz. Aber seinem Schicksal kann man nun mal nicht entkommen, und so befindet sich Myre ehe sie sich versieht auf einer Reise, in deren Verlauf sie in die tiefsten Mysterien Yrias eintauchen wird.

Freundinnen. Gefährtinnen. Und der Schöpferin feines Gespür

Abgesehen von den atemberaubenden Bildern, bin ich weiterhin schwer begeistert von Claudya Schmidts Gespür für das Verhalten ihrer Charaktere. Von ihrem Sinn die richtigen Stellen zu identifizieren, die richtigen emotionalen “Bilder” zu erschaffen, wenn beispielsweise Myres Begleiterin, die Drachenfrau Varug, zickig und beleidigt ist. Die beiden sich dann wieder zusammenraufen und ihre Freundschaft wegen Kleinigkeiten niemals aufgeben würden. Als Myre Varug schließlich in einer Stadt zurücklassen muss, um sich selbst in Sicherheit zu bringen, bricht es ihr geradezu das Herz. Was sich die toughe Myre allerdings nicht anmerken lassen will und daher mit Wut reagiert. Auch das ist etwas, was sicher einige von euch kennen. So kann sich Hilflosigkeit Luft machen, ohne selbst echte Schwäche zeigen zu müssen. Hach – die Protagonistin ist schon eine liebenswerte und lebensechte Person in ihrer Schroffheit. Varug ist mir ebenso ans Herz gewachsen. Wie sollte es auch anders sein – schließlich gehören die beiden untrennbar zusammen.

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2, Seite 10

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2, Seite 10

ARTWORK! Word!

Was ist hier los bitte? So etwas habe ich noch nicht gesehen. Das Artwork ist ATEMBERAUBEND! Ich beruhige mich wieder, auch wenn es schwer ist. Comics leben nicht ausschließlich von den Zeichnungen, dem Inking und den Farben. Im Gegenteil, das Zusammenspiel von Zeichnungen, Koloration und der Story macht die Wirkung aus. In Myre aber, ist der visuelle Teil, der Detailreichtum der Zeichnungen, die Farben, die Art der gesamten bildhaften Kunst dermaßen überragend, dass das Szenario sich erlauben könnte unterirdisch zu sein und trotzdem würde der Band von mir noch als Highlight angesehen werden. Das “Problem” ist jedoch, dass die Story ebenfalls groß ist. Der Weltenbau, Claudya Schmidts Yria ist faszinierend und immens vielversprechend. Im Grunde müsste ich eine neue Kategorie einführen, um dieses Highlight entsprechend zu würdigen. Highlight unter den Highlights. Da das natürlich Unsinn ist, darf sich Myre 2 jetzt einfach an die Spitze der Comics 2018 stellen Ich glaube, ich habe mein Jahreshighlight gefunden.

Cineastisch erzählt Schmidt alias Alector Fencer in unfassbar schönen Bildern, die die Seiten vollends einnehmen, keinen Platz aussparen und auch kein Detail – sei es noch so klein. Die Hingabe der Autorin ihrem Werk gegenüber, an deren einzelnen Seiten sie eigenen Aussagen nach je 40 bis 50 Stunden gearbeitet hat, ist in jeder Linie, jedem Panel spürbar. Voller Leidenschaft, die sich auf uns Leser_innen ganz einfach nur übertragen kann. Ich kann mich nicht wehren und … warum sollte ich auch :-)

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2, Seite 18

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2, Seite 18

Jedes Panel ein Kunstwerk. Ganz- und doppelseitige Illustrationen zum Niederknien. Spiegelungen, Licht- und Schattenspiele. Charaktere mit Ecken und Kanten. Eine Welt, die Stück für Stück entdeckt werden will. Ein Hin und Her zwischen Staunen, Träumen und dem Wunsch schnell weiterzulesen, um zu erfahren, was auch Myre noch verborgen ist. Welcher Weg liegt vor ihr? Welche Gefahren, welche Personen, welche “Monstren”?

Und das war noch immer nicht alles. Denn dem Comic, schließen sich 23 Seiten Zusatzmaterial an, in Form eines ausführlichen Making-ofs, einer Vorstellung der Charaktere und einem Ausblick auf das nächste Projekt, das die Serie Myre kurzzeitig unterbrechen wird. Mit der Graphic Novel Haunter of Dreams möchte die Künstlerin sich den Geschichten und Legenden Yrias widmen.

“Für den nächsten Teil der fortlaufenden “Chroniken von Yria” habe ich eine weitere Crowdfunding-Kampagne geplant, die es mir erlauben wird, all meine Energie und Zeit auf nichts anderes zu konzentrieren, als den Figuren Leben einzuhauchen. Währenddessen werdet ihr aber mehr über eine der bedeutendsten Legenden erfahren, die sich Yrianer einander erzählen.”
Myre. Die Legenden von Yria Buch II, Seite 89

Und was soll ich jetzt noch mehr sagen als “Lest Myre!”?

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Myre. Die Chroniken von Yria Buch II

Geschrieben und gezeichnet von

Claudya Schmidt (Alector Fencer)
Matt W. Davis

Genre und Leseprobe

Comic. Tierfantasy. Fantasy.
Eine Leseprobe gibt es hier beim Splitter Verlag
Dort ist auch ein empfehlenswertes Interview verlinkt, dass Dein Antiheld (Link) mit Claudya Schmidt geführt hat.

Noch ein paar Details

Am 18. September 2018 erschienen im Splitter Verlag, ISBN 978-3-96219-106-1, 96 Seiten, Hardcover, Euro 19,80

Gelesen …

… zu Hause mit offenem Mund in meiner Leseecke

Weitere Rezensionen unter anderem bei

Nerd mit Nadel (Link)
Letterheart (Link)

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Den Comic habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten.
Meine Meinung ist davon völlig unbeeinflusst.

Cover des Comics zeigt Wolken, die Drachen ähneln und die Protagonistin reitend auf ihrem Drachen

Myre. Die Chroniken von Yria Buch 2 Cover

Kill or be Killed Band Zwei von Brubaker/Phillips/Breitweiser

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Dylan steckt so ziemlich in der Scheiße. Der Dämon fordert weiterhin monatlich sein Mordopfer. Und Dylan verstrickt sich immer weiter in seinen zwei Identitäten – die des mit Kapuze verhüllten Rächers und die des harmlosen End-Zwanzigers, der so unauffällig und gewöhnlich ist, dass er mühelos in der Menge untergeht. Aber sein vermummtes Alter Ego erweckt immer mehr Aufmerksamkeit. Er wird selbst zum Gejagten und legt sich ungewollt mit einigen “Größen” der Unterwelt an. Wie lange kann das noch gut gehen? Wenn hier überhaupt noch von “gut” gesprochen werden kann …

Wer Band Eins noch nicht gelesen hat und partout nichts über den Inhalt wissen möchte, kann sich zunächst über den ersten Teil hier im Blog informieren (Kill or be Killed Band Eins). Und diesen dann unbedingt auch lesen – Highlight-Empfehlung!

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 10 - Leseprobe

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 10

Der stete Verfall

Dylan “zerfällt” zuhends seelisch und auch körperlich, der dämonische Fluch zehrt ihn regelrecht aus. Phillips stellt dies zeichnerisch gekonnt in dessen Gesichtszügen dar, die mit der Zeit immer härter werden. Er wirkt verhärmt, verfolgt und gehetzt. Es lohnt sich hier ein Rückblick in den ersten Band, um diese Veränderung nicht nur zu ahnen, sondern sich darin bestätigt zu sehen.

Überragend gut ist erneut die Kolorationsarbeit von Elizabeth Breitweiser. Wow! Die Art ihrer Farbgebung ist wirklich grandios und einzigartig. Ihr New York zieht mich trotz des in diesem Buch fehlenden Schnees vollends in den Bann. Gerde die unnatürlichen Farbvariationen scheinen das gewisse Etwas auszumachen. Für mich die beste Koloration des Jahres 2018, die mit den Farben und der leicht an expressionistische Malerei erinnernde Art genau meinen Nerv trifft!

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 11 Leseprobe

Kill or be Killed Band Zwei, Seite 11

Brubakers Szenario ist auch stark, ich liebe besonders die Art in rückblickender Perspektive zu erzählen. Er spricht uns Leser_innen stets direkt an, was eine fast intime Atmosphäre entstehen lässt. Zusammen mit der starken Ambivalenz des Protagonisten war diese Lektüre dann doch eine recht heftige emotionale Berg- und Talfahrt. Aber zurück zur Story, auch wenn ich nicht zu viel auf den eigentlichen Inhalt eingehen möchte, um nicht zu viel zu verraten … Dylan spürt, wie er weiter versinkt. Während sein eigentliches Leben immer mehr verblasst, immer mehr zu einer Lüge wird, gewinnt die geheime Identität an Macht. Über Dylan. Über sein Leben. Niemand darf von seinen tatsächlichen Taten wissen. Er versteckt sich in dem Gespinst, gibt sich dabei selbst immer mehr auf. Welchen Sinn soll das alles noch haben. Währenddessen findet seine Ex heraus, dass mit seinen Medikamenten etwas nicht stimmt …

Hin und wieder gibt es Wiederholungen, die aber entschuldbar sind und den Lesefluss nicht groß stören. Fantastisch sind auch die Seiten auf denen in Prosa erzählt wird während die Bilder nebenan stehen und das Gelesene illustrieren. Zwischendrin stockt die Handlung etwas, hat nicht mehr ganz so viel Drive wie in Band Eins. Holt dann aber im letzten Drittel wieder auf und endet mit einem Cliffhanger – bäng! Ich frage mich ernsthaft, wie Dyland DA wieder raus kommen will. Ich ahne nichts Gutes.

Kill or be Killed bleibt im zweiten Band stark, bewegt sich dabei in eine neue Richtung und überzeugt für mich durch das Zusammenspiel der Story, Illustrationen, Erzählweise und der bombastischen Koloration von Breitweiser.

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Kill or be Killed Band Zwei

Geschrieben – Gezeichnet – Koloriert

Greg Rucka – Sean Phillips – Elizabeth Breitweiser

Genre, Reihe und Leseprobe

Comic. Thriller.
Band 2 von 4
Eine Leseprobe gibt es hier beim Splitter Verlag.

Noch ein paar Details

Am 22. Juli 2018 erschienen bei Splitter, ISBN 978-3-96219-034-7, 176 farbige Seiten, Hardcover, EUR 24,80

Meine Rezension zu Band Eins findet ihr auf hier: Kill or be Killed Band Eins

Dieser Band wurde auch rezensiert von
Bizarroworldcomics (Link)
Nerd mit Nadel (Link)

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Den Comic habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung und damit diese Rezension ist davon natürlich unbeeinflusst.

Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne von V. Mehnert/C. Lieb

Alexander von Humboldt - Buchcover im Fokus
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Alexander von Humboldts erste große Forschungsreise dauerte fünf Jahre (1799-1804) und führte den Baron und seine Reisebegleitung Aimé Boupland von Spanien aus nach Amerika. Denn nach einer kleinen Reise, die den jungen Alexander einige Jahre zuvor an der Seite des berühmten Forschers Georg Forsters unter anderem in die Niederlande, England und Frankreich brachte, war sein Entdeckerdrang umso mehr angefacht. Ganz anders als seinen Bruder Wilhelm zog es ihn von klein auf in die Natur, versuchte er die Welt durch aktives Erleben zu verstehen. Nur seiner Mutter zuliebe führte er sein Studium zu Ende. Als diese jedoch 1796 starb und den Kindern ein großes finannzielles Erbe hinterließ, ergriff er die Initiative. Seinen Beruf als Bergbauinspektor legte er nieder, um – endlich – in die Welt hinauszuziehen.

Die Reise der zwei Männer führte sie zunächst über Teneriffa nach Südamerika und auch Mittelamerika lag auf ihrer Reiseroute.Nach einem Aufenthalt im Norden des amerikanischen Kontinents in den Städten Philadelphia und Washington reisten sie schließlich zurück nach Europa, wo sie in Bordeaux anlandeten. Getrieben wurde Alexander von seiner Liebe zur Natur und einer immensen Neugier. So erlebte er die Welt auf dieser Tour so intensiv, wie es nur möglich war. Er ging an seine Grenzen (und an Aimés), wenn es darum ging Vulkane zu erklimmen und ihr heißes Magmaherz aus nächster Nähe zu bestaunen und zu erforschen. Er sammelte Pflanzen, Tiere und Eindrücke, wo er nur konnte und das stets mit voller Fahrt. Seine eigene Gesundheit und Sicherheit stand eher im Hintergrund.

“Man wird vertraut mit der Vorstellung einer Welt, die nur Pflanzen und Tiere nährt und worin menschliche Freuden und Leiden ihre Jubel- und Klagetöne nie hören ließen”
Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne, S. 33 (Zitat Alexander von Humboldt)

Volker Mehnert nimmt uns mit auf diese spannende und so vielfältig bunte Reise, die uns nicht nur an den fremden Ländern, deren Kulturen, den aufregenden Tier- und Pflanzenwelten und den Landschaften teilhaben lässt. Vor allem dürfen wir auf dieser zu Papier gebrachten Reise Alexander von Humboldt und seine brennende Leidenschaft für das, was er tat kennenlernen. Seine Hingabe ist ansteckend, es gelingt dem Autor uns Humboldts Leben mit all seiner Begeisterung für die Welt, die ihn umgab, nahezubringen.

Blick auf die Seiten 38-39, links Text und rechts eine Illustration von Claudia Lieb. Eine Karte des Orinocogebiets und der Reiseroute

Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne, Seite 38-39

Claudia Lieb hat den Band illustriert und ihre farbenfrohen Zeichnungen setzen immer die jeweiligen Protagonisten in Szene. Seien es die Tiere im Dschungel Südamerikas, die Drachenbäume Teneriffas, die Landschaft der Anden in Ecuador oder auch Humboldt selbst, wie er klein und nahezu unbedeutend durch eine riesig anmutende grüne Dschungelkulisse läuft. Wunderschön! Lieb ergänzt das “Reisegepäck” von uns Leser_innen außerdem mit Landkarten und erklärenden Skizzen.

Zusammen erlauben der stets kurzweilige Text und die traumhaft schönen Illustrationen eine ganz besondere Reise auf den Spuren und durch das Leben Alexander von Humboldts. Voller Entdeckungen und Wissenswertem fasziniert dieses illustrierte Kinder-Sachbuch. Moment? Für Kinder? Ganz sicher nicht nur, auch wenn Kinder ihre Freude daran haben werden, ist Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne an kein Lesealter gebunden. Mich wird dieses Buch immer wieder faszinieren können.

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Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne

Geschrieben / Illustriert

Volker Mehnert / Claudia Lieb

Genre und Leseprobe

Kinder-Sachbuch. Illustriertes Buch. Natur. Forscher.
Titel beim Verlag

Noch ein paar Details

2018 erschienen im Gerstenberg Verlag, ISBN 978-3-8369-5999-5, 112 Seiten, Hardcover Halbleinen, laut Verlag ab 10 Jahren, 22 x 27 cm, Eur 25

Gelesen …

… zu Hause gemütlich im Garten und im Lesesessel

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Das Buch habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten.
Meine Meinung ist davon völlig unbeeinflusst.

Cover des Buches zeigt eine Zeichnung von Alexander von Humboldt im Dschungel umringt von einem Affen und Vögeln

Der Henker Band 2: Maskeraden von Gabella und Carette

Comic auf einem roten Kissen
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Schauplatz: Paris. In “seiner” Stadt ist ein Konkurrent aufgetaucht. Eine weitere Gestalt, die für Gerechtigkeit sorgen will, dem Henker sogar ganz bewusst in die Quere kommt. Während dieser weiterhin seiner Bestimmung nachgeht und Mörder, Verräter und weitere Übeltäter sich an sein Messer ausliefern, ist Der Gaukler darauf aus, das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich aufzulösen. Dieser “Neue” scheint ebenfalls die Gabe zu haben. Aber wie kann das sein? Es gibt immer nur einen Henker. Es darf immer nur einen Henker geben! Nur einen, der mit der besonderen Macht der Kirche beseelt ist und dank Gabe und mit Schwertgewalt für Gerechtigkeit sorgt. Und noch etwas ist merkwürdig am dem neuen selbsternannten Kämpfer für die Armen. Warum stiehlt er erst Gold und lässt dann aber einen ganzen Beutel davon achtlos in einer Gasse zurück, als er ein weiteres Mal plötzlich und spurlos verschwindet? Was sind seine Motive?

Der Henker 2 Auszug Seite 9 mit Bildern vom GauklerDer Henker 2 Auszug Seite 9

Verwirrspiel

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4 x jährlich WHOA! COMICS. Indie-Comic-Anthologie

Whoa Comics 14 Titelbild - Comic auf meinem Tablet
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Schon mal was von den Plem Plem Productions gehört? Ich kannte den Verlag vor allem durch seinen Tracht Man, der mich, wenn ich ehrlich bin – und das bin ich immer -, nie wirklich gereizt hat. Superhelden stehen nicht so häufig auf meinem Lesespeisezettel und dann auch noch einer in Tracht? Dabei habe ich aber übersehen, dass in dem schicken kleinen Verlag, der jetzt schon seit 2008 sein Unwesen treibt, noch so einiges abseits von dem blauweißen Herren erscheint. Unter anderem die Comic-Anthologie WHOA! COMICS, die schon bei der ersten Sichtung mein Comicleserinnenherz höher schlagen ließ.

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Bärige Cartoons. Mächtig Spaß haben und ein Projekt unterstützen

Cartoonheft und eine Plüschassel, die es liest
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Fünfzehn Künster_innen füllen 39 Seiten mit Cartoons. Über Bären. Ein Cartoon pro Seite. Klingt erst einmal unspektakulär? Ein Blick auf den Cover-Cartoon zeigt schon, dass es das nicht ist. Oliver Ottitsch bietet mit seinem “Böses Erwachen nach dem Winterschlaf”-Bären-Cartoon einen super Einstieg in dieses rundum gelungene kleine Heftchen.

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Mermaid Project. Episode 2 von Leo/Jamar/Simon

Cover des Comics vor einem roten Hintergrund
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Spannend! Aber ich sollte mit einem Teaser zum Inhalt beginnen:
Romane Pennac ist mit ihrem Kollegen El Malik und dem Kapitän Lamont vor der Küste Kanadas unterwegs. Ihr gemeinsamer Plan sieht vor bei ALGAPOWER einzudringen, weshalb die junge Europäerin jetzt mit Delph – dem geretteten Delphin, der dank eines Spezialgeräts sprechen kann, hart trainiert. Da Romane ungewöhnlich lange die Luft anhalten kann, ist sie für weite Tauchgänge wie geschaffen. Eine sehr wichtige Eigenschaft, wie sich noch zeigen wird.

ALGAPOWER treibt weit mehr hinter den Kulissen, als die Firma nach außen hin preisgibt. Romanes Bruder, der für den undurchsichtigen Konzernriesen arbeitet, wird indes ungewollterweise in die illegalen Machenschaften verstrickt, gelangt dabei sogar an streng geheime Informationen über genmanipulierende Experimente seines Arbeitgebers.

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