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Buch mit grünem Buchschnitt neben einem Kerzenhalter in grün auf hölzernem Untergrund

Die Chroniken von Amber 1: Die neun Prinzen von Amber – von Roger Zelazny

Corwin findet sich in einem New Yorker Krankenhausbett wieder. An die vorherigen Geschehnisse kann er sich nicht erinnern. Kann er sich überhaupt an irgendetwas erinnern? Wie ist sein Name? Wer ist er überhaupt? Er weiß es nicht. Kann sich nicht erinnern, dass sein Name Corwin und er einer der Nachkommen Oberons, des Herrschers von Amber ist. Dass er einige Schwestern und Brüder hat und alle, auch er selbst, auf der Jagd nach dem von Oberon verlassenen Thron sind. Über Umwege findet er eine seiner Schwestern, die ebenfalls hier in den Schatten lebt. Sie scheint finanziell gut gestellt zu sein, lebt in einem großen Anwesen. Als er ein Kartenspiel findet, auf dem nicht nur seine Schwester, sondern auch er selbst abgebildet ist, ahnt er so langsam, dass hier etwas nicht stimmt. Aber niemand darf ahnen, dass er sein Gedächtnis verloren hat. So meint er sich in Sicherheit zu fühlen. Seine Täuschung funktioniert, selbst sein plötzlich eintreffender Bruder Random ahnt nichts. Nimmt ihn sogar mit auf die Reise den Weg zurück nach Amber zu finden. Durch die Schatten. Durch viele auf der Reise erschaffenen Welten …

Klassiker der Phantastik

Wer sich bereits seit längerem im Bereich der Phantastik herumtreibt, hat sicher schon von Roger Zelazny und so auch von seinen Chroniken von Amber gehört. Ich habe noch den dicken Sammelband aus dem Heyne Verlag von 1986 in meinem SUB. Aber wo? Ich gebe zu, ich weiß es nicht. Allerdings gehört er zu den Büchern, die ich bei all den vielen Aussortieraktionen doch immer behalten habe, denn ich wollte ihn lesen, da war ich sicher! Aber genau das hatte ich bisher nicht getan. Ich habe die Chronik nie gelesen, auch nie einen anderen Zelazny. Und wie so oft, kann ich nicht sagen, warum ich es nicht getan habe. Vermutlich war es wie immer, es kam mir etwas Neueres unter die Nase und das Interesse an dem „alt“ wirkenden Fantasy-Schmöker verblasste.

Gegen das Verblassen hat jetzt aber der Klett-Cotta Verlag eine wunderbare Idee gehabt. In der Hobbit Presse erscheinen seit Oktober 2017 alle fünf Bände der Chroniken von Amber in überarbeiteter Ausgabe. Und – mit unterschiedlich farbigem Buchschnitt. Da war es vorbei mit dem Verblassen. Ich las den ersten Band, um den es in dieser Rezension gehen soll und wurde überrascht. Überrascht von der überhaupt nicht angestaubten und gänzlich ungewöhnlichen Fantasystory. Erwartet hatte ich High Fantasy im eher klassischen 70er-Jahre-Gewand – schließlich ist der Originalzyklus in den Jahren 1970 bis 1978 erschienen. Bekommen habe ich eine ungewöhnliche Phantastikstory, die sich nicht so recht in das Fantasygewand stecken lässt. Die Genres vermischen sich und haben mich mitgenommen auf eine wortwörtlich phantastische Reise durch verschiedene Welten und Dimensionen. Diese entstehen teilweise unter den „Händen“ der reisenden Prinzen, die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Man mische „Matrix“ und Magie

Durch den ersten Band zieht sich eine Verfolgungsjagd, die mich in ihrer Intensität und Geschwindigkeit an den Film „Matrix“ erinnert hat. Das passt nun gar nicht zu klassischer Fantasy? Richtig. Und so geht es weiter auf Corwins Reise nach Amber und seinem späteren Aufenthalt in der königlichen Stadt. Einerseits wird mit Stich- und Hiebwaffen gekämpft, andererseits werden Strecken in irdischen Fortbewegungsmitteln wie Autos und Flugzeugen zurückgelegt, dann wiederum geht es auf Pferden in eine Unterwasserstadt, die aber „nur“ ein Abbild des realen Ambers darstellt. Verwirrend? Ja. Und genau deshalb hat es mir so gut gefallen. Zelaznys Stil ist nicht einfach, teils klingt der Text geradezu distanziert, dann wieder wird die Leser*in direkt angesprochen. Dies passt zum wortwörtlich zu nehmenden sprunghaften Verhalten des Protagonisten, der zwischen den Schauplätzen in der Zeitspanne eines Augenzwinkers wechselt. Hierhin, dorthin. Mal aus der Ferne erzählt, dann wieder ganz nah am Lesenden. Hinzu kommt ein interessantes Magiesystem, das nicht offensichtlich ist und auch nicht im Detail erklärt wird.

Eine Besonderheit ist mir aufgefallen, die womöglich sehr individuell ist. Dazu muss ich sagen, dass ich beim Lesen fast nie Bilder vor mir sehe, sondern eher den Text höre (ich werde dazu noch in einem anderen Beitrag mehr erzählen). Und beim Lesen dieses Buches ist mir eine seltsame, durch eine sich immer wiederholende, manchmal ermüdende und sogar meditativ klingende Satzmelodie aufgefallen. Dies kenne ich sonst nur von Lyrik und ist das erste Mal, dass ich es beim Lesen eines Romans wahrnehme. Das mag abgehoben und esoterisch klingen, habe ich aber exakt so erlebt.

Ideen-Explosion

Mit Die Neun Prinzen von Amber beginnt ein Zyklus, der sich nicht recht einordnen lässt. Der Roman steckt voller Ideen, es wirkt als hätte sich der Autor vor diesen nicht „retten“ können und somit sehr viele direkt in diesen Text gesteckt. Ohne Rücksicht auf Verluste und Wirkung. Ein sehr besonderes Buch, das sicher nicht jedem gefällt, aber es absolut wert war, nun in dieser Neuausgabe zu erscheinen. Keine Fantasy von der Stange. Ein ungewöhnliches Stück Phantastik, was hervorragend in das Portfolio der Hobbit Presse passt. Meine Empfehlung lautet: einfach mal ausprobieren. Ich bin froh, es endlich gelesen zu haben und werde dran bleiben.

Die Chroniken von Amber 1: Die neun Prinzen von Amber

Geschrieben von

Roger Zelazny

Genre und Link zum Buch beim Verlag

Fantasy, Phantastik
Leseprobe auf der Verlagswebseite von Klett-Cotta: Die neun Prinzen von Amber

Übersetzung

Thomas Schlück (aus dem Englischen)

Noch ein paar Details

Im Oktober 2017 erschienen in der Hobbit Presse im Klett-Cotta Verlag, ISBN 978-3-608-98127-8
268 Seiten, Broschur mit grünem Farbschnitt (Taschenbuch)

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Cover des Romans zeigt einen Mann mit längerem dunklen Haar in einem langen Umhang mit Säbel am Gürtel

Comicband vor einem grauen Hintergrund. Cover zeigt Läuferin vor rotem Hintergrund (Laufbahn) und bewaffneten Männern

„Der Traum von Olympia“ von Reinhard Kleist

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking lief Samia Yusuf Omar als Letzte ins Ziel des 200-Meter-Laufs. Jedoch erhielt sie brandenden Applaus, denn trotz deutlichem Vorsprung ihrer Konkurentinnen hielt sie durch und gab nicht auf. Sie bewies es sich und allen anderen. Sie lief durchs Ziel bei den Olympischen Spielen! Für Somalia. Aufgewachsen in diesem Land, das einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg stand hält, hatte sie diesen Traum stets vor Augen, während sie in einem mit großen Schlaglöchern gesäumten Stadion trainierte und immerzu rannte, obwohl es sich nach Ansicht der islamistischen Bewegung Al-Shabaab nicht schickte, dass Frauen rannten. Mit jedem Herzschlag lebte sie für das Laufen, hoffte darauf als professionelle Leistungssportlerin so viel Geld zu verdienen, dass sie auch ihre Familie unterstützen könnte.

Der Traum von Olympia erzählt von dieser willensstarken und von einem Traum getriebenen jungen Frau und ihrem unfassbaren Weg voller Gewalt, Greuel und Erniedrigungen nach Europa. Sie starb 2012 kurz vor Erreichen des italienischen Festlands im Alter von 21 Jahren.

Karte Nordost-Afrikas, die die Reiseroute Samias zeigt

Gegen das Vergessen

Reinhard Kleist erzählt in schwarz-weiß-grauen Bildern vom Leben in einer sogenannten „Krisenregion“, von dem ich nur schwer überhaupt als Leben sprechen kann, wenn ich die geschilderte Situation betrachte. Frauen dürfen keinen Sport treiben, alle Bewohner sind stets sind bedroht vom Bürgerkrieg, der gewaltsame Tod ist alltäglich. Die militanten muslimischen Fundamentalisten haben große Teile Somalias im Griff und gehen bekanntlich über Leichen. Er berichtet von der kräftezehrenden lebensgefährlichen Reise per krimineller „Schlepper“ bis hin zum Boot, dass sie und viele andere nach Italien bringen soll, nach Europa.

Die übertragene Stimmung ist bedrückend, ich bin froh, dass der Autor in klaren detailarmen Bildern berichtet, alles andere wäre sicherlich zu viel. Samias Biographie erschüttert schon so stark. Sehr stark. Und das soll sie auch.

Kleists Gesichter, Gesten und Szenen sprechen eine deutliche Sprache von Angst, Not, Verzweiflung, Unglauben, aufkeimender und wieder in sich zusammenfallender Hoffnung und vom Tod. Viel Text ist hier nicht nötig. Und doch geben im Besonderen die eingeschobenen nachempfundenen und so nüchtern wirkenden Facebook-Posts, die Samia in die Welt sendet dieser Erzählung ein hohes Maß an Authentizität und erklären die Umstände der so zurückhaltenden und auf ihrer Reise durch die Hölle gehenden Frau.

Eingerahmt wird diese Biographie von einem Vorwort Reinhard Kleists und einem Nachwort Elias Bierdels (Ende einer Rettungsfahrt).

Wichtig und brilliant erzählt. Die vielen Opfer, die auf ihrem Weg nach Europa gestorben sind, sollen niemals vergessen werden.

Wenn doch die Geschehnisse nur nicht wahr wären.
Wenn Samia Yusuf Omar doch nur 2012 bei den Olympischen Spielen in London hätte laufen können.
Sich ihren Traum hätte erfüllen können.
Ihren Traum von Olympia.
Hätte sie doch nur können.
Mehr kann ich hier nicht sagen. Wenn. Hätte. All das hilft niemandem.
Sie ist nur ein Mensch von viel zu vielen.

Lest. Dieses. Buch!

Der Traum von Olympia. Die Geschichte von Samia Yusuf Omar

Geschrieben und gezeichnet von

Reinhard Kleist

Genres und Leseprobe

Graphic Novel, Biographie, Gesellschaft, Politik
Eine Leseprobe kann direkt hier abgerufen werden und findet sich auch auf der Seite zur Graphic Novel beim Carlsen Verlag: Der Traum von Olympia

Noch ein paar Details

Im November 2017 erschienen im Carlsen Verlag in der Reihe Graphic Novel Paperbacks, ISBN 978-3-551-71386-5
160 Seiten, Softcover
Geeignet ab 14 Jahren

Unterrichtsmaterialien

Auf der Webseite des Carlsen Verlags steht passendes Unterrichtsmaterial zum Download bereit: Mini-Unterrichtsmodell zu den Themen Flucht und Graphic Novels

Geeignet auch für Comic-Einsteiger!

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Junge Sportlerin läuft in Olympiadress vor einem roten Laufbahnhintergrund und im Schatten stehen bewaffnete Islamisten

Buchcover vor einer Lavendelpflanze

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman, illustriert von Chris Riddell

Bereits 2008 erschien Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman im englischsprachigen Original. Die deutsche Übersetzung (Andreas Steinhöfel) folgte zwei Jahre danach und stand bisher in dieser Ausgabe auch in meinem Regal.

Nun hat der Arena Verlag diese Sonderausgabe veröffentlicht, die passend zum Winter, der in Odds Heimat Midgard einfach nicht enden will, ausschließlich in schwarz, weiß und silber-metallic gehalten ist. Auf insgesamt 124 Seiten erzählen Neil Gaiman und der Illustrator Chris Riddell die Geschichte des gehbehinderten Jungen Odd. Als dieser nach dem Tod seines Vaters, Zeit in dessen alter Jagdhütte im Wald verbringt, um Spuren und Erinnerungen zu finden, finden sich ein Fuchs und ein Adler an seiner Tür ein. Offenbar benötigen sie Hilfe und Odd lässt sich von ihnen zu einer Stelle im tiefen Wald führen, an der ein großer Bär liegt. Der Bär ist von einem Baum eingeklemmt und so nimmt der kleine Odd allen Mut zusammen, in dem Wissen, dass er mit seinem lahmen Bein nicht weglaufen könnte, falls der Bär ihn nach dem Befreien angreifen sollte, und hilft ihm aus der Misere.

Aber glücklicherweise hat der Bär ganz andere Ambitionen als den Jungen zu fressen und trägt ihn stattdessen auf seinem Rücken in die alte Jagdhütte zurück. Odd scheint neue Freunde gefunden zu haben, lädt diese kurzerhand ein, mit ihm in der Behausung zu übernachten, ohne nach diesem aufregenden Tag auch nur zu ahnen, dass die Tiere zu sprechen beginnen, als sie denken er würde tief schlafen …

Ausschnitt des Covers

Wundervolles Midgard, märchenhaftes Asgard

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard war bereits eine zauberhafte und wundervolle Geschichte, bevor diese Sonderausgabe erschienen ist. Mit dieser Neuausgabe aber kann sie noch deutlicher glänzen und das im wahrsten Sinne. Chris Riddells Illustrationen schmücken den gesamten Band. Manche Seiten sind in Ornamenten mit Trollgesichtern eingefasst, andere mit Bildern von Frauen, die an majestätische Galionsfiguren erinnern. Jede Seitenzahl ist von zwei kleinen Zeichnungen eingefasst und außerdem zieren Illustrationen der Geschehnisse das gesamte Buch. Manche füllen gar Doppelseiten. Hinzu kommt, dass die Ornamente und Rahmen stets in glänzendem silber leuchten und auch in den weiteren Illustrationen immer mal wieder Highlights in silber gesetzt sind. Ganz einfach wunderschön!

Neil Gaimans Story indes ist märchenhaft und voller liebevoller Details und hinreißendem Humor. Ich bin ein großer Fan seiner Texte und kann seinen ganz besonderen Stil, seine Begabung für außergewöhnliche phantastische Geschichten auch in diesem Kinderbuch fühlen. Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard ist spürbar mit Liebe zum Buch, mit Liebe zum Erzählen geschrieben und illustriert. Es erzählt von Mut und Freundschaft, Vorurteile und Äußerlichkeiten schaffen es gar nicht erst auf die Seiten. Dieses Buch spricht in seiner Gesamtheit Herz und Hirn an und dabei ist das Alter dieser Körperteile völlig gleichgültig. Es dürfte es zu einem Klassiker schaffen, der noch in 100 Jahren gelesen wird.

Diese prächtige Ausgabe kann ich wärmstens jedem auch als Geschenk für lesende und buchliebende Menschen jeder Altersgruppe ans Herz legen. Ich empfehle einen Gang in den nächsten Buchladen und selbst einmal in das Buch zu schauen. Aber Vorsicht, denn mit echtem Licht auf den Hochglanzseiten kann dann wirklich niemand mehr widerstehen.

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard

Geschrieben und illustriert von

Neil Gaiman und Chris Riddell

Genre und Link zum Buch beim Verlag

Fantasy, Phantastik, Kinderbuch
Buchvorstellung beim Arena Verlag

Übersetzung

Andreas Steinhöfel (aus dem Englischen)

Noch ein paar Details

Im September 2017 erschienen im Arena Verlag, ISBN 978-3-401-60362-9
124 Seiten, gebundenes Hardcover mit Stanzung im Cover
Laut Verlag geeignet für Kinder ab 10 Jahren

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Coverabbildung vom Verlag

Buchcover auf einem roten Kissenhintergrund.

An mir vorbei – Nevernight: Die Prüfung von Jay Kristoff

Willkommen in der Assassinenschule

Ich habe mich im Vorfeld nur wenig über das Buch informiert, bevor ich mich dazu entschieden habe, es lesen zu wollen. Ich lasse mich gerne überraschen und wenn mir etwas empfohlen wird, nehme ich die Empfehlung auch gerne an und versuche es. Ob mir das Buch dann tatsächlich gefällt oder eben nicht, stellt sich natürlich erst beim Lesen heraus.

Dieser Roman hat mir nur auf den letzten 100 Seiten gut gefallen, die anderen 600 waren nicht wirklich nach meinem Geschmack. Warum? Ok, ich fange vorne an.

Mia ist vierzehn Jahre alt, als sie sich auf den langen Weg macht, um in die Rote Kirche aufgenommen zu werden. Sie ist in Gottesgrab (eine Stadt, die auf den Knochen eines gefallenen Titanen gebaut wurde) aufgewachsen und war nachdem ihre Familie ermordet wurde, auf sich gestellt. Sie will Rache üben, das steht über allem und ein Mitglied der Roten Kirche zu werden, würde sie ihrem Ziel, die Mörder ihres Vaters selbst zu richten, wesentlich näher bringen. Denn dort werden Mörder ausgebildet – Assassinen. Mias Vorbereitung begann bereits in Gottesgrab durch Mercurio, der sie unter seine Fittiche nahm und ihr Lehrmeister wurde.

Wenn das Mädchen scheinbar allein über die Dächer läuft und durch die Straßen streift, ist sie doch nie ganz allein, denn sie wird von einer Nicht-Katze begleitet – einem Schattentier, das ihre Ängste absorbiert. Tag für Tag und besonders Nacht für Nacht. Und das ist noch nicht alles, denn Mia Corvere hat Macht über die Schatten, kann sie weben und nutzen. Ihre Fähigkeit erlaubt es ihr sich nahezu unsichtbar in ihnen zu bewegen. Aber wird all das ihr von Nutzen sein, wenn sie erst in der Ausbildungsstätte der Roten Kirche angekommen ist?

Merkwürdiger Mix

Das klingt doch alles erst einmal ganz gut? Ja, das dachte ich auch. Und kaum hatte ich mit dem Buch begonnen, mich erst einmal eingelesen, erfreute ich mich auch an der Welt, die Jay Kristoff hier geschaffen hatte. In (anfangs vielen, später wenigen) Fußnoten spricht er uns Leser*innen an und versorgt uns mit Hintergründen aus der Geschichte, Politik und Gesellschaft seiner Welt. Diese Fußnoten können den Lesefluss stören, ich mochte diese informativen Unterbrechungen allerdings sehr. Auch die Idee einer Stadt, die sich auf und zwischen den Knochen eines gefallenen Titanen erhebt, ist großartig und habe ich so noch nicht „gesehen“.

Mein Problem mit diesem Roman liegt an anderer Stelle. Die Protagonistin ist vierzehn Jahre alt und der Roman begleitet sie zwei Jahre lang. Zusätzlich gibt es einige Rückblenden. Nichtsdestotrotz entsprach mein „Bild“ von ihr immer einem kleinen schmächtigen Mädchen, das mit dem auf dem Cover nichts gemein hatte und auch stets sehr kindlich auf mich wirkte. Ebenso übrigens auch einige andere Charaktere, die mir auf den Seiten begegnet sind. Da war also dieses kleine Mädchen, das zur Assassini ausgebildet wurde und zeitgleich herrschte auf den Seiten eine Brutalität, die ganz und gar nicht zu diesem Bild passte. Nicht nur spritzte eimerweise Blut, es wurde auch teils sehr brutal gekämpft, getötet und auch der enthaltene Sex war sehr explizit und – ich sage mal – erwachsen. Das passte für meinen Geschmack alles überhaupt nicht zusammen. Junge Assassinen, die zugleich total naiv handelten, konnten mich nicht überzeugen. Sämtliche Figuren blieben mir gleichgültig, ich hätte beziehungsweise habe bei keinem Opfer Tränen in den Augen gehabt und dass obwohl ich eigentlich schnell Trauer auch über den Verlust von ausschließlich literarischen Figuren empfinde. Obwohl, es gab eine Ausnahme. Die verrate ich aber nur denen, die das Buch selbst schon gelesen haben 😉

Wenn doch das ganze Buch nur so wäre, wie die letzten 100 Seiten …

Vielleicht bin ich mit meinen Ende 40 einfach nicht die richtige Zielgruppe? Wobei … ich lese gerade ein Kinderbuch und bin hoffnungslos verzaubert und begeistert. Ich kann etliche Jugendromane aufzählen, die ich sehr gerne gelesen habe. Das kann es also nicht sein. Warum nur wollte es nicht klappen mit Mia, der Nicht-Katze und mir? Dafür hätte der Autor seine Figuren wohl etwas erwachsener wirken lassen müssen. Ich habe es so sehr gewollt und habe durchgehalten – bis zur letzten Seite. Auf den letzten gut 100 von den insgesamt 700 Seiten ist mir das noch nicht einmal mehr schwer gefallen. Denn hier dreht der Autor nochmal richtig auf, hat mich mitgenommen auf eine spannende Reise. Eigentlich … möchte ich nun doch gerne wissen, wie es weitergeht. Es waren schließlich auch einige gute Ideen in diesem Roman. Vielleicht greife ich zum Hörbuch, wenn der zweite Band (Das Spiel), der für Ende April 2018 angekündigt ist, in Deutschland erscheint. Mal sehen, ich bin noch unschlüssig.

Nevernight: Die Prüfung von Jay Kristoff

Genre und Leseprobe

Fantasy, Phantastik, New Adult
Leseprobe steht auf der Verlags-Webseite von Fischer Tor zur Verfügung

Übersetzung

Kirsten Borchardt (aus dem Englischen)

Noch ein paar Details

2017 erschienen bei Fischer Tor, ISBN 978-3-596-29757-3, 704 Seiten, gebundenes Hardcover mit Schutzumschlag

Weitere Meinungen

Nur weil mir der Roman nicht so gut gefallen hat, heißt das nicht, dass andere Leser*innen nicht davon begeistert werden konnten. Ganz im Gegenteil, denn Nevernight. Die Prüfung stand im November 2017 auf Platz 2 der Phantastik-Bestenliste (und die wissen, was sie tun!).
Außerdem möchte ich auf Niccis Rezension des Buches in ihrem Blog hinweisen, die Nevernight mit Haut und Haaren liebt: REZENSION: JAY KRISTOFF – NEVERNIGHT (Trallafittibooks).

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Buchcover, zeigt eine junge Frau in schwarz mit weißroter Gesichtsbemalung und Schattenflügeln sowie einer Schattenkatze unten

Comic steht versteckt hinter Palmenblättern, im Hintergrund Bücherstapel

Rückkehr nach Belzagor Episode 1|2

Sternenkolonie-SF von Robert Silverberg

Ich hätte „einerseits – andererseits“ in den Titel schreiben können, denn:

Einerseits enthält diese Story, die auf einem Roman aus dem Jahre 1969 von Robert Silverberg basiert, alles, was ich in der Science Fiction am liebsten mag. Sie erzählt von einem Planeten, der von den Menschen kolonisiert werden sollte. Es ist ökologische SF, die sich mit der Auseinandersetzung der eindringenden Menschen und der bereits bestehenden Kultur der auf dem Planeten lebenden intelligenten Spezies und der fremdartigen Flora und Fauna beschäftigt. Ich mag diese Konflikte sehr und sie sind typisch für die Zeit Ende der 60er bis 70er Jahre. Zwei Völker, die Nildoror und die Silodoror leben in friedlicher Gemeinschaft in einer Art Utopia miteinander, das durch den Menschen gestört wird. Wer sich hier an „Avatar“ erinnert fühlt, irrt nicht, denn auch dieser große Filmerfolg fällt genau in dieses Schema – und damit ebenfalls in die Art Science Fiction-Storys, die ich unheimlich gerne mag.

Ausschnitt der Seite 8 zeigt ein Raumschiff und einen Dialog

Aber warum mag mir die Geschichte in der ersten Episode von Rückkehr nach Belzagor in der Comicadaption von Autor Philippe Thirault nicht so recht gefallen? Sie wirkt auf mich lückenhaft, ist sprunghaft und holperig erzählt. Ich kenne den Roman nicht, vielleicht aber hätten hier mehr Panels, mehr Seiten geholfen? Ab der Hälfte fängt sie sich und deutet an, dass mehr hinter den Geschehnissen auf dem Planeten stecken. Sicher wird die immer wieder thematisierte „Wiedergeburt“ im zweiten Band aufgedeckt. Und ich ahne bereits wie.

Aber die Zeichnungen!

Andererseits blüht Belzagor unter dem Zeichenstift Laura Zuccheris geradezu auf. Gleich das erste Panel in diesem Comic sollte nicht nur einen kleinen Abschnitt oben füllen, sondern am besten gleich eine ganze Doppelseite, so überbordend schön und detailreich ist Zuccheris Kunst. Sie gibt dem Comic das, was er braucht – Lebendigkeit. Ihre fantasievollen Darstellungen der Natur können das nicht überzeugende und vermutlich auch sehr vorhersehbare Szenario wett machen, zu dem gar nicht mehr gesagt werden kann. Aber alleine ihrer Kunst wegen, lohnt sich ein Blick nach Belzagor. Am besten in die unten verlinkte Leseprobe beim Splitter Verlag. Der im Übrigen gut daran getan hat, am Ende dieses Comics einen Hinweis auf weitere Arbeiten der Künstlerin beim Verlag zu geben (Die gläsernen Schwerter).

Ausschnitt von Seite 4, das erste Panel zeigt einen Dschungel

Rückkehr nach Belzagor Episode 1|2

Getextet und gezeichnet von

Philippe Thiraut und Laura Zuccheri

Genres und Leseprobe

Comic, Science Fiction
Leseprobe auf der Webseite des Splitter Verlags: Rückkehr nach Belzagor Episode 1|2

Übersetzung

Aus dem Französischen von Resel Rebiersch

Noch ein paar Details

Erschienen 11.12.2017 im Splitter Verlag, ISBN 978-3-96219-015-6, 56 Seiten, Hardcover, Farbe

Label für die Aktion "Auch für Comic-Einsteiger". Text in Sprechblase: Auch für Comic-Einsteiger. In einer kleinen Sprechblase innen dann: Eine Initiative von Booknapping.deGeeignet auch für Comic-Einsteiger!

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Cover zeigt wie zwei Menschen auf Elefantenähnlichen Wesen durch einen Dschungel reiten

Comiccover mit einem vermummten Gesicht und darauf liegt eine Brille

Geschichte eines Martyriums. Kill or be Killed Band Eins.

Gewissensbisse

Aus der Ich-Perspektive erzählt Dylan, 28 Jahre jung, seine ganz eigene Geschichte. Als sein Selbstmordversuch misslingt und er unerwarteterweise ohne größere Blessuren überlebt, beginnt sein wahres Martyrium. Offenbar hat ein Dämon sein Leben ungefragt „beschützt“ und verlangt nun für diese „gute“ Tat einen Mord pro Monat von Dylan. Dabei soll er sich die „schlechten“ Menschen vornehmen. Die, die Dreck am Stecken haben. Aber … wer hat das nicht? Wer sind denn DIE „schlechten“ Menschen eigentlich? Und wer sind die „Guten“? Was geschieht, wenn er die oder den falschen Menschen tötet? Und überhaupt – er soll jemanden töten?! Die Erinnerung an den nachts erschienenen Dämon verblasst langsam, bis der Monat sich dem Ende zuneigt und es Dylan Tag für Tag, Stunde für Stunde schlechter geht. Schließlich ist er sterbenskrank. So bleibt ihm keine Wahl, er sieht keinen Ausweg – er muss töten – zunächst sein Gewissen und dann einen Menschen …

Ausschnitt - drei Panels von Seite 6

Kraftvoll

Schon die erste Seite in diesem Hardcover-Band, der die ersten vier US-Ausgaben der Serie versammelt, hat es in sich. In diesen wenigen Bildern und Worten schafft es das Team einen Eindruck von der zu erwartenden Stimmung und Story zu übermitteln, sodass ich gleich wusste, hier richtig zu sein. Das Szenario ist nicht in allen Punkten neu. Dämonen, die Opfer verlangen und Protagonisten, die in einem moralischen Zwiespalt stecken, sowie die Frage, was bedeutet es eigentlich „schlecht“ oder „gut“ zu sein, sind bekannter Stoff schon aus klassischen Texten. Somit stützt sich Ed Brubaker hier eher auf diese Grundlagen und baut darauf seine Story auf. Und das kann er verdammt gut.

Ausschnitt von Seite 12, zeigt wie ein Mann auf einem Hochhaus steht - im Schnee

Poetisch

Wer den Comic zum ersten Mal sieht, wird wohl kaum etwas Poetisches zwischen den Buchdeckeln vermuten. Der Eindruck täuscht jedoch, denn wenn der Begriff der Poesie für das „Schöne“ steht, dann begegnet sie einem hier in jeder Kulisse, in jedem Detail. In jeder Pfütze, in der sich Lichtreflexe sammeln. In jeder von Schneeflocken umtosten Häuserzeile und jedem Eingang zur U-Bahnstation. Überhaupt in allen Außenkulissen, die einem auf den Seiten dieses Buchs begegnen. Sean Phillips‘ Zeichnungen und Elizabeth Breitweisers Kolorierungen sind in ihrer Kombination unvergleichlich. Sie zeichnen ein Bild eines verschneiten New Yorks, das verzaubert. Schon wieder so ein Wort – verzaubert -, das nicht so recht zu einem Comic passen will, der, kurz gefasst, vom Überleben durch Töten erzählt. Aber es passt.

Das Szenario ist groß, das Artwork sogar noch größer. Ich würde mir wünschen, die gesamte Handlung würde draußen spielen. Im Regen. Oder bei Schneefall. Sodass ich mich immer wieder verlieren kann – nicht nur in einer guten Story, sondern auch in den Spiegelungen in den Pfützen New York Citys.

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, bin ich begeistert! Weiter geht es mit dem zweiten Sammelband im Juli 2018 und der dritte kommt im darauffolgenden Oktober. Das wird ein tolles Jahr.

Kill or be Killed Band Eins

Getextet und gezeichnet von

Ed Brubaker, Sean Phillips, Elizabeth Breitweiser

Genres und Leseprobe

Comic, Thriller
Leseprobe auf der Webseite des Splitter Verlags: Kill or be Killed Band Eins

Noch ein paar Details

Erschienen 16.11.2017 im Splitter Verlag, ISBN 978-3-96219-033-0, 128 Seiten, Hardcover, Farbe

Label für die Aktion "Auch für Comic-Einsteiger". Text in Sprechblase: Auch für Comic-Einsteiger. In einer kleinen Sprechblase innen dann: Eine Initiative von Booknapping.deGeeignet auch für Comic-Einsteiger!

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Originalcover - zeigt einen vermummten Menschen

Stapel Comics

Booknappings Picklist: Comic-Neuerscheinungen Januar/Februar 2018

Neue Comics?!

Die „Namenlosen Tage“ zwischen den Jahren verbringe ich gerne mit Stöbern. Ich stöbere nach Neuerscheinungen. Schaue Wunschlisten durch und aktualisiere sie. Und wühle mich auch gerne durch Backlists. Ein neues Lesejahr wartet auf mich und ich bin einfach irre neugierig, was mich erwartet, auf was ich mich freuen kann. Natürlich habe ich genug Lesestoff im Haus, aber der Reiz des Neuen ist doch immer da und so sehr ich Überfluss auch versuche zu vermeiden, mindestens bei Büchern und Comics bin ich wohl unbelehrbar.

Regelmäßig alle zwei Monate möchte ich euch daran teilhaben lassen, welche auf dem deutschsprachigen Markt erscheinenden Comics mich interessieren und welche ich darüber hinaus empfehlen kann, da ich sie beispielsweise bereits im Original oder in anderen Ausgaben gelesen habe. Hier geht es also nur um Comics!

Für die Auswahl habe ich mich durch die Seiten von circa 20 Comic-Verlagen geklickt. Einige wenige haben keine sehr benutzerfreundliche und gut strukturierte Seite, sodass ich nicht immer sagen, ob sie keine Neuerscheinungen haben oder sie gut versteckt sind. Ganz sicher fehlen auch noch Verlage und bei solchen, die nur hin und wieder mal einen Comic im Programm haben, habe ich nicht gezielt geschaut. Wer noch Tipps für mich hat, meldet sich am besten bei mir oder kommentiert einfach hier. Ich werde noch eine Liste von Seiten hinzufügen, die ich durchgesehen habe, nachdem dieser Artikel online gegangen ist.

Meine Auswahl ist zudem rein subjektiv und schließt meine Vorliebe für Phantastik ein, diese Leidenschaft kann ich gar nicht unterdrücken und dann wäre es ja nicht mehr meine Auswahl.

Die folgenden in den ersten zwei Monaten des Jahres 2018 erscheinenden Titel, habe ich rausgepickt. Verlage und Vorstellungsseiten der Titel sind jeweils direkt verlinkt und damit eine Leseprobe nur einen Klick entfernt. Viel Spaß!

Picklist Comics: Neuerscheinungen Januar 2018

Batman Graphic Novel Collection (diverse Künstler)

Comiccover. Batman in schwarzweiß auf den Leser "zufliegend"  Comiccover, Motorradfahrer auf Hochhaus    Comiccover

Im Januar startet eine neue Hardcover-Comic-Collection (Eaglemoss) bei Panini Comics und stellt damit einen meiner liebsten Superhelden in den Vordergrund: Batman! Zwar lese ich Batman schon lange nicht mehr regelmäßig, aber diese Collection sieht vielversprechend aus. Die ersten drei Bände sind für den Januar angekündigt. Mehr Infos gibt es unter anderem hier auf der Seite zur Serie und direkt bei Panini Comics.

Update! Am 02.01.2018 vermeldete Panini eine Verschiebung der Batman Graphic Novel Collection auf den Sommer. Die Meldung erschien unter anderem auf Twitter.

Zeigt eine Maske in braun vor beigem Grund

Gilgamesch von Jens Harder beschäftigt sich mit dem Epos des Königs Gilgamesch und seines Freundes Endiku. Vor vielen Jahren habe ich einen faszinierenden und zugleich verwirrenden Roman zum Thema gelesen (von Thomas R. P. Mielke) und bin gespannt auf die Umsetzung der Geschichte dieser zwei Männer als Graphic Novel. Erscheint im Carlsen Verlag.

 

 

 

Comiccover. Die Fliegerin January Jones mit Fliegerbrille im VordergrundJanuary Jones Sammelband 2 von Martin Lodewijk und Eric Heuvel erscheint ebenfalls im Januar 2018 und zwar bei Kult Comics. Mir ist die Fliegerin bisher nur im Comicladenregal begegnet, aber bei meinen Streifzügen durch die Verlage ist sie mir gleich positiv aufgefallen. Ich bin sehr neugierig drauf und werde mir erst einmal den ersten Sammelband anschauen, der bereits 2017 erschienen ist und drei Abenteuer enthält. Seit den 80er Jahren fliegt January Jones und die Gesamtausgabe erscheint nun in drei Ausgaben bei Kult Comics.

Comiccover,

Jupiter’s Legacy 2 von Mark Millar und Frank Quitely wartet im Januar unter den Neuerscheinungen von Panini Comics auf mich. Auf diesen Softcover-Sammelband freue ich mich schon sehr, nachdem ich vom ersten bereits begeistert war (Rezension Jupiter’s Legacy 1: hier im Blog). Superhelden abseits vom Mainstream, hoffentlich geht es ebenso gut weiter. Mit Reborn hat Mark Millar mich böse enttäuscht, mit Jupiter’s Legacy hoffe ich, dass er bei mir wieder Pluspunkte sammeln kann.

 

ComiccoverDie Stadt der träumenden Bücher Teil 2: Die Katakomben von Walter Moers und Florian Biege wird mich wieder nach Buchhaim bringen. Wenn ihr meine Rezension zum ersten Teil (Die Stadt der träumenden Buch Teil 1: Buchhaim) gelesen habt, könnt ihr euch vermutlich vorstellen, wie sehr ich mich auf diese Fortsetzung freue. Zamonien in Comicform ist grandios. Die Graphic Novel erscheint im Knaus Verlag.

 

Die Helden in einem Weltraumkampf, Veronique vorne.Valerian & Veronique Spezial Band 2 von Mathieu Lauffray

Die Gesamtausgabe der zwei Zeitagenten hat einen Ehrenplatz in meinem Comiczimmer und so begleite ich sie selbstverständlich auch bei ihren „neuen“ Abenteuern. Das Softcover-Album erscheint im Januar ’18 bei Carlsen Comics.

 

Picklist Comics: Neuerscheinungen Februar 2018

Batman Graphic Novel Collection (Band 4 und 5) erscheint im Februar bei Panini ComicsWieder zwei Batsy-Klassiker, von denen ich einen schon in anderer Ausgabe in der Sammlung habe, aber diese Hardcoverreihe sieht einfach genial aus! Ich überlege ein Abo abzuschließen, da damit einige Goodies auf mich warten würden … Die Entscheidung ist noch zu fällen.

Update! Am 02.01.2018 vermeldete Panini eine Verschiebung der Batman Graphic Novel Collection auf den Sommer. Die Meldung erschien unter anderem auf Twitter.

Comiccover mit Batman im Mittelpunkt und Villains wie Joker und Twoface um ihn herum  Comiccover - Batman sitzt auf einer Stromleitung

Comiccover. Schnitter (Elf mit Zopf und hellem Haar) im Vordergrund mit seinem WolfElfquest. Das letzte Abenteuer Band 3 von Wendy und Richard Pini erscheint im Februar bei POPCOM und findet mit 100%iger Sicherheit den Weg in mein Comiczimmer! Ich liebe die Elfquest-Reihe seit Jahrzehnten und habe mit diesem letzten Zyklus noch nicht mal mit dem Lesen begonnen, da ich ihn gerne am Stück komplett lesen möchte. Schließlich ist es „Das letzte Abenteuer“. Es gibt noch keine Coverabbildung, daher habe ich das Coverbild der zweiten Ausgabe verwendet.

 

Cover auf der eine Frau vor idyllischem Hintergrund je einen Kopf in ihren Händen hältSchatten der Shinobi von Sylvain Runberg und Xu Zhifeng ist der erste Band aus dem Splitter Verlag auf meiner Picklist, was aber nicht an schlechten Januartiteln liegt, sondern daran, dass die Januarneuerscheinungen schon auf den späten Dezember vorgezogen wurden. Daher dieses Mal „nur“ ein Band und zwar dieser vielversprechende in sich abgeschlossene Doppelband über die gefürchteten Shinobi im mittelalterlichen Japan. Klingt sehr spannend!

 

Comiccover in pink Farbe mit Yoko TsunoYoko Tsuno Sammelband 9: Geheimnisse und böser Zauber von Roger Leloup ist für den Anfang des Jahres der letzte Titel auf meiner Comic-Picklist. Die ersten Bände stehen bereits bei mir und ich hoffe sie bald mit diesem Sammelband ergänzen zu können, der die Abenteuer 25 bis 27 enthält. Yoko Tsuno ist einfach cool! Erscheint bei Carlsen Comics im Februar 2018.

 

 

Das war’s mit meiner ersten Ausgabe der Comic-Picklist. Vielleicht waren Neuerscheinungen und Empfehlungen dabei, die ihr ebenfalls bereits auf euren „Listen“ gespeichert hattet oder ihr seid neugierig auf Neues geworden. Wenn ihr Lust habt, lasst uns in den Kommentaren drüber quatschen. Und vergesst nicht, mir ebenfalls Tipps zu geben, wenn ich etwas Wichtiges übersehen habe! 😀

So long, habt Spaß, lest Comics, Romane und meinetwegen auch Beipackzettel – was immer euch Freude macht – aber lest.

Listet die Stationen der Blogtour auf

Superheldinnen im Wandel der Zeiten

Blogtour zu „Karriere: Superheldin“

Update! Das Gewinnspiel endete am 21.12.2017 und die Gewinner*innen wurden ausgelost. Mehr dazu beim Verlag Feder & Schwert.

Im Rahmen der vom Verlag Feder & Schwert organisierten Blogtour zum ersten Band der Romanreihe „Karriere: Superheldin“ („Wearing the Cape“) von Marion G. Harmon, der am 22.12.2017 erscheint, möchte ich euch heute vier Superheldinnen vorstellen. Aber nicht nur das, es gibt ordentlich was zu gewinnen und  … wenn ich ehrlich bin, würde ich den ersten Preis selbst gerne gewinnen 😀 Doch die Preise sind für euch reserviert, welche es sind findet ihr ganz unten hier im Beitrag. Alle Infos zum Gewinnspiel aber dann nach den Superheldinnen. Denn hier wird jetzt erst einmal Platz gemacht für

Vier Superheldinnen aus den vier großen Ären der Geschichte der US-amerikanischen Superhelden-Comics!

Golden, Silver, Bronze und Modern Age

Kennt ihr alles? Dann könnt ihr diese kurze Einführung überspringen. Ansonsten lest weiter, um zu erfahren, was es denn mit dem goldenen, silbernen, bronzenen und modernen Zeitalter auf sich hat.

Die Geschichte der US-amerikanischen Superhelden-Comics gliedert sich grob in vier große Ären. Der Beginn liegt dabei in den späten 1930er Jahren und endet in etwa 1950. Dies ist das sogenannte Golden Age. Comics aus dieser Zeit sind meist sehr kostspielig und bei Sammler*innen besonders in Top-Zuständen heiß begehrt.

Das Silver Age folgt allerdings nicht direkt darauf, sondern erst gegen 1956. Dazwischen lag eine Lücke, die keiner der Ären so recht zugeordnet wird. 1970 endet die silberne Ära und das Bronze Age folgt mit einer Fülle an Superhelden-Comics von 1970 bis 1985. Direkt daran schließt sich das mit 1986 beginnende Modern Age an, das bis heute Bestand hat.

Schauen wir uns doch mal vier Frauen aus den großen Zeitaltern genauer an.

Phantom Lady (Golden Age)

Sandra Knight war die erste Phantom Lady und feierte ihr Debut in den vierziger Jahren. Von einer toughen, selbstständigen Superheldin, wie wir sie heute kennen, war sie noch um einiges entfernt, jedoch kämpfte sie als eine der ersten Frauen gegen das Verbrechen. Sie konnte sich unsichtbar machen und dank eines geheimnisvollen Geräts ihre Gegner blenden. In dieser ersten Version war ihr Kostüm noch recht zurückhaltend. Mit ihrem gelben „Badeanzug“ und einem grünen Cape war sie zwar schon anstößig, jedoch erst mit der neuen Fassung von „Matt Baker“ machte sie so richtig von sich reden. Von nun an trug sie nur mehr einen sehr knappen Bikini-Dress mit tiefem Dekolletéausschnitt und zeigte deutlich mehr Haut als Stoff. Die Phantom Lady war eher ein Pin-Up-Girl und erfüllte so zeitgleich einen anderen Zweck denn als bloße Comiclektüre.

Frau in knappem blauem Bikini mit rotem Cape - Comiccover mit Aufschrift Phantom Lady

Coverabbildung von Heft 1 vom CCH (Comic Club Hannover)

Der CCH (Comic Club Hannover) hat Matt Bakers „Phantom Lady“ in acht Ausgaben in deutscher Sprache herausgegeben: hier entlang zur Nummer 1.

Invisible Girl (Silver Age)

Später bekannt als Invisible Woman war Susan „Sue“ Storm Richards 1961 die erste weibliche Superheldin des neu benannten Labels „Marvel Comics“. Entgegen einiger anderer Superheldinnen und -helden ist ihr Alter ego stets „Sue“ Storm Richards geblieben und kämpfte von Beginn an als eine der Fantastic Four. Nachdem sie einem kosmischen Sturm ausgesetzt war, erhielt sie ihre Superkräfte und konnte seitdem sich und andere unsichtbar machen. Mit der Zeit lernte sie ihre Fähigkeiten immer weiter zu entwickeln, die nämlich weitaus mehr boten als bloßes Verschwindenlassen. War sie in den ersten Jahren aber eher das weibliche Opfer, das von Männern aus gefährlichen Situationen gerettet werden musste, wurde sie immer mehr zur Leitfigur des Teams. Im Silver Age war davon aber noch nicht viel zu spüren.

Cover des Reprints des ersten Fantastic Four-Heftes.

Marvel Klassiker: Fantastic Four 1 limitiert von Panini Comics

2015 brachte Panini Comics diese auf 222 Exemplare limitierte Hardcover-Ausgabe des ersten Hefts der Fantastic Four heraus. Diese Ausgabe ist mittlerweile verlagsvergriffen.

Storm (Bronze Age)

Mit Ororo Munroe alias Storm bekamen die Comicleser*innen 1975 die erste schwarze Superheldin der US-Comicgeschichte in einer echten „Hauptrolle“ präsentiert. Das hat es zuvor nicht gegeben – eine woman of colour in einem US-amerikanischen Superhelden-Team – den X-Men! Ororos Mutter N’Dare war eine afrikanische Prinzessin, die nachdem die zwei sich verliebt hatten, den US-Fotojournalisten David Munroe heiratete. Sie zogen nach Harlem (New York), wo schließlich ihre Tochter Ororo geboren wurde. Als Mitglied der X-Men kämpft die Mutantin Storm bis heute unter anderem für die Rechte der Mutanten. Mit ihrer Superkraft, das Wetter zu kontrollieren, gehört sie zu den mächtigsten Mutanten der Erde.

Cover des Comics, dass die gesamten X-Men-Truppe zeigt

Marvel Klassiker: X-Men von Panini Comics

2016 erschien diese Klassik-Ausgabe im Softcover bei Panini Comics.

Faith (Modern Age)

Faith Herbert alias Zephyr hatte ihren ersten Auftritt 1992 in der Serie Harbinger des Labels Valiant. 2016 strampelte sie sich frei und bekam ihre eigene Comicserie, die ihren Namen trug: Faith. Sie ist ein sogenannter Psiot, von denen es einige auf der Erde gibt, deren Fähigkeiten aber zunächst „geweckt“ werden müssen. Als Summer Smith arbeitet sie tagsüber als Reporterin für ein Onlinemagazin und berichtet in dieser Funktion auch immer wieder über Faith. Außerdem ist sie ein Geek, ein Nerd, liebt Comics, TV-Serien, geht auf Conventions und … entspricht nicht gerade den üblichen körperlichen Maßen einer Superheldin. Eine Superheldin wie du und ich – zum Liebhaben und mit Vorbildfunktion als toughe Frau. Bisher sind ihre Abenteuer leider noch nicht auf deutsch erschienen.

Cover zeigt eine Faith in normaler Kleidung, die durch eine Tür springt und sich in die Superheldin Faith verwandelt

Faith #3 von Valiant Comics (2016)

Heft #3 der US-Serie Faith, die bei Valiant Comics erscheint. Natürlich gibt es auch Sammelband-Ausgaben (Trade-Paperbacks). Faith ist außerdem auch bei „Harbinger: Renegade“ dabei, die neueste Harbinger-Serie.

Das war meine Auswahl aus einer großen Gruppe von Superheldinnen, die die Comiclandschaften bevölkerten und das heute noch tun. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und vielleicht habt ihr neue Gesichter kennengelernt. Ich freue mich, wenn ihr mir einen Kommentar hier lasst (oder auf facebook unter meinem Beitrag) und damit kommen wir auch gleich zum

GEWINNSPIEL!

Update! Das Gewinnspiel endete am 21.12.2017 und die Gewinner*innen wurden ausgelost. Mehr dazu beim Verlag Feder & Schwert.

*Trommelwirbel*

Ich wünsche euch ganz viel Glück und drücke kräftig die Daumen, dass ihr einen der tollen Preise ergattert!

Im Rahmen der Blogtour gibt es vom 14.12. bis zum 21.12.2017 Beiträge auf unterschiedlichen Seiten. Für jeden dieser Beiträge könnt ihr ein Los sammeln, alle Lose kommen dann am Ende in den Lostopf, aus dem fünf Gewinner*innen gezogen werden.

Zu gewinnen gibt es:

1. Preis: Entwerft euren eigenen Superhelden-Charakter! Der Hauptgewinn ist ein handgezeichneter Charakter nach euren Vorgaben von der Künstlerin Melanie Philippi (Phantagrafie). Dazu gibt es natürlich auch ein Print-Exemplar von Karriere: Superheldin.

2.-3. Preis: Je ein Print-Exemplar von Karriere: Superheldin plus Goodies (Lesezeichen und Button)

4.-5. Preis: Je ein E-Book von Karriere: Superheldin

Teilnehmen könnt ihr folgendermaßen:

Jeder Blog legt fest, auf welche Weise ihr dort ein Gewinnlos erspielen könnt – bei diesem Beitrag zum Beispiel könnt ihr entweder diesen Beitrag kommentieren ODER meinen facebook-Beitrag zu diesem Post liken und dort einen Kommentar hinterlassen.

Bei jedem neuen Blogbeitrag könnt ihr auf diese Weise ein Los erspielen (es sind also bis zu 6 Stück möglich). Jedes dieser Lose wandert dann in den großen Lostopf, aus dem wir am Ende die Gewinner ziehen.

Die Teilnahme ist bis zum 21.12.2017 23:59 Uhr möglich.

Teilnahmebedingungen:
Das Gewinnspiel startet am 14.12. mit dem ersten Blogpost und endet am 21.12. 23:59 Uhr.

Die Gewinner werden am 22.12. per Losverfahren bestimmt und bekanntgegeben. Je mehr Lose ein Teilnehmer gesammelt hat, desto mehr Gewinnchancen landen für ihn im Lostopf.

Alle Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, im Falle eines Gewinns namentlich genannt zu werden.

Teilnahmeberechtigt sind alle, die nach den Vorgaben in den jeweiligen Blogbeiträgen kommentiert haben.

Die Gewinne werden, wenn entsprechende Adressangaben vorliegen, per Post oder E-Mail noch am 22.12. verschickt. Ausnahme ist die Charakterzeichnung, für welche der Gewinner innerhalb von drei Wochen eine Beschreibung einreicht, die von der Künstlerin anschließend umgesetzt und verschickt wird.

Persönliche Angaben wie Namen, E-Mail- und Postadressen der Teilnehmer werden von Feder & Schwert nicht gespeichert und ausschließlich dazu verwendet, die Gewinne zuzustellen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Listet die Stationen der Blogtour auf

Dies sind die Stationen der Blogtour noch einmal in Textform und mit Verlinkung zu den einzelnen Blogs:

  • 15.12.: Kurzinterview mit Marion G. Harmon bei Neue Abenteuer
  • 16.12.: Vorstellung der Sentinels bei Powerschnute
  • 18.12.: Interview mit Kathrin von F&S bei Nerds gegen Stephan
  • 19.12.: Warum mögen wir Superhelden? bei Neue Abenteuer
  • 20.12.: Superheldinnen im Wandel der Zeiten bei Booknapping
  • 21.12.: Karriere: Superheldin erscheint!
  • 22.12.: Auslosung und Bekanntgabe der Gewinner