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Hier findet ihr meine absoluten Highlights. Diese Bücher und Comics lege ich euch ans Herz. Sie haben mich erstklassig unterhalten, tief berührt, zum Lachen oder auch zum Weinen gebracht. Jedes Werk auf seine Art. Mehr findet ihr in den ausführlichen Rezensionen zu jedem der Titel. Schaut euch um.

Comiccover vor einem blauen Himmel

Die Natur liegt im Sterben – Nils Band 1: Elementargeister (J. Hamon, A. Carrion)

Stürmisch ist das Meer an dessen Ufer Nils lebt. Der Himmel ist dunkel, das Wetter harsch und der Boden karg. Nur wenige Menschen leben in dem kleinen Dorf und trotzen der widerspenstigen und scheinbar mittlerweile lebensfeindlichen Natur. Es entsteht kein neues Leben mehr, kein Saatkorn keimt, keines der Tiere hat Nachkommen und keine der Frauen wird mehr schwanger. Die Situation ist unerträglich, das gesamte Dorf droht zu verhungern, auszusterben. Doch Jonah, Nils Vater, wird nicht müde, immer wieder Saatgut zu verteilen. Er gibt nicht auf und macht sich schließlich zusammen mit seinem Sohn und seinem Falken auf die Reise, um nach den letzten Zeichen wachsenden Lebens zu suchen. Sollte er keinen Erfolg haben, ist es unumgänglich, die Natur wird sterben. Und das Reich Cyan ist daran sicher nicht unschuldig.

Cover in schwarzweiß, Pyramide vor einem Himmel mit drei Sonnen

Die Menschheit und das All – Cixin Liu: Die drei Sonnen

Wo fange ich nur an. Am besten damit, wie ich auf das Buch gekommen bin. Ehrlich gesagt, hat mich zunächst das Äußere angesprochen. Das Cover verspricht einen interessanten Science Fiction-Roman, eventuell endlich mal wieder etwas Neues, Bahnbrechendes. Zudem haben mich die Auszeichnungen des Romans mit dem Hugo Award (Best Novel 2015) und dem chinesischen Galaxy Award (2006) neugierig gemacht. Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass dieser erste Teil der Trilogie nach Erscheinen der englischsprachigen Übersetzung im Jahr 2014 einschlug wie eine Bombe. Cixin Liu erhielt als erster chinesischer Autor den renommierten Hugo. Auch poppten überall positive und neugierige Posts in den sozialen Medien und in Blogs auf. Meine Neugier war immens, die Erwartungen entsprechend hoch.

Comic zeigt eine schwarzhaarige Frau in Lederjacke auf rotem Hintergrund. Daneben ein Schälchen mit Räucherwerk und eine schwarze Eule

Hexen allerfeinster Güte – Black Magick Buch 1: Das Erwachen (Greg Rucka/Nicola Scott)

Es gibt Zutaten, die mein Interesse an einer Story sofort wecken. Dazu gehören Hexen. Und Drachen. Und Hexen. Drachen gibt es in Black Magick keine, dafür aber Hexen der allerfeinsten Güte. Weiße Magie in Black Magick „Buch 1: Das Erwachen“ beinhaltet die ersten fünf Hefte der US-Serie und entspricht damit der Tradepaperback-Ausgabe, die im Original 2016 bei Image Comics erschienen ist. Der deutsche Splitter Verlag würdigt diese exzellente Serie mit einer schmucken und umfangreichen Hardcover-Ausgabe. 136 Seiten, die größtenteils in schwarzweiß gehalten sind, füllen Autor Greg Rucka und Zeichnerin Nicola Scott mit ihrer neuen Schöpfung. Zu nennen ist hier unbedingt auch Chiara Arena, die für die „Farbassistenz“ zuständig war und hervorragende Arbeit geleistet hat.

Ein Denkmal für Widerständler – „kleiner vogel rot“ von Veronika Mischitz und Christopher Bünte

Gestern, am 25. März 2017, bin ich von der Leipziger Buchmesse zurückgekehrt und saß abends erschöpft und in trauter Zweisamkeit vor dem TV. In der Tagesschau wurden Bilder über polizeiliche Festnahmen von friedlich demonstrierenden Menschen in Minsk gezeigt. Der 25. März ist „Der Tag der Freiheit“ im diktatorisch regierten Weißrussland und, so lautete die Meldung, die Behörden die Demonstrationen nicht genehmigt hatte, schritt die Polizei ein. Menschen wurden mit Schlagstöcken zu Boden geknüppelt. Ältere Menschen wurden in gepanzerte Transporter gezogen. Es war gruselig anzusehen und bereitete uns eine Gänsehaut. Doch die Bilder zeigten auch, dass die Demonstranten sich nicht einschüchtern ließen. Beispielsweise waren Frauen zu sehen, die das Abführen von (womöglich ihren) Männern mit bloßen Händen zu verhindern suchten.

Verzerrtes Bild, das Geschwindigkeit andeutet zeigt Gibsons Buch Peripherie

Ist unsere Realität bereits die Dystopie? – „Peripherie“ von William Gibson

Die nahe Zukunft Ende des 21. Jahrhunderts. Die 70 Jahre vorausliegende Zukunft. Ein Game. Ein Mord im Game. Das Game ist kein Game. Der Jackpot. London. Hefty Mart als Monopolist aller Einzelhändler. 3D-Kopiershops. Cosplay-Zonen. Mentale Reisen zwischen den verschiedenen Zeitpunkten. Übertragung des Geistes in Peripherals. Egal in welcher Zeit. Politik. Kollaps. Das Ende. Der Anfang. Gibson. Stichpunkte, die immer wieder Neues ergeben Dies sind nur Stichpunkte. Wie ein Aufflackern der Handlung beschreiben sie für mich Momente dieses aktuellen Romans von William Gibson.

Melvile – Die Geschichte von Samuel Beauclair

Der Mai ist rum und der Garten und das Drumherum haben viel Zeit in Anspruch genommen. Gelesen habe ich natürlich auch, nur noch nicht hier drüber geschrieben. Ein echtes Highlight war Romain Renards „Melvile“, erschienen im Splitter Verlag. Der Comic erzählt die Geschichte eines Autors mit einer Schreibblockade, den es in das Haus seines Vaters zieht. Mehr in meiner Rezension, aber nicht so viel, dass ich zuviel von der Story verraten würde. Melvile ist übrigens ein multimediales Erlebnis!