Alle Artikel in: Highlight

Hier findet ihr meine absoluten Highlights. Diese Bücher und Comics lege ich euch ans Herz. Sie haben mich erstklassig unterhalten, tief berührt, zum Lachen oder auch zum Weinen gebracht. Jedes Werk auf seine Art. Mehr findet ihr in den ausführlichen Rezensionen zu jedem der Titel. Schaut euch um.

Comic liegt auf einem Bett aus drei alten Superman-Heften von Ehapa

Joe Shuster. Vater der Superhelden von Voloj/Campi =Rezension=

“Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein. Es ist Superman!” Aber ohne Joe Shuster hätte es Superman wohl nie in der Form gegeben, wie wir ihn seit den 1930er Jahren kennen. Zusammen mit Jerry Siegel erschuf er Superman. Jerry war der schreibende Teil des Teams, Joe zeichnete. Zeichnen war seine Leidenschaft und als die beiden in Cleveland in der Redaktion einer Schülerzeitung aufeinander trafen, wurden sie schnell sehr gute Freunde. Joe war begeistert von Jerrys phantastischen Erzählungen und Jerry wiederum von Joes großem zeichnerischen Talent. Joe Shuster. Vater der Superhelden erzählt die Entstehungsgeschichte von Superman, der ziemlich lange in Jerrys und Joes “Autorenschublade” lag, bevor er letztendlich bei National Comics veröffentlicht wurde. In der Euphorie, endlich einen echten Vertrag für “ihren” Superman erhalten zu haben, unterzeichneten sie gutgläubig ein Papier, mit dem sie alle Rechte an ihrem Superhelden-Baby abgaben. Mit einer lächerlich geringen Summe abgespeist hatten die zwei Erfinder Supermans einen Goldesel verkauft. Sie hatten den Grundstein für alle modernen Superhelden gelegt, aber die Verdiener waren andere. Ihre Schöpfung erstürmte die ganze Welt. Der …

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Myre 1 - Comic auf einem Tisch, der einen dunklen leicht bewölkten Himmel spiegelt

Myre. Die Chroniken von Yria: Buch I von C. Schmidt und 2 Davis =Rezension=

Myre ist eine Reisende. Selbst scheint sie kaum noch zu wissen, wonach sie eigentlich sucht. Auf welcher Art Reise sie eigentlich ist, wenn sie Ihre Welt Yria auf dem Rücken ihres Reittiers Varug durchstreift. Die Fuchsfrau reitet auf ihrem weißen Drachen durch Himmel und Landschaften, scheint von einer legendären Sucht getrieben. Denn der Legende nach, wurde das Herz der Drachen von einst, den Ylducians, von deren eigenen Kindern gestohlen. Nach einer harmonischen Zeit – so heißt es – die beide Völker gemeinsam in Yria verbrachten, kam es zu einem verbitterten Krieg zwischen den ehemals Verbündeten. Bis heute ist ungeklärt, was aus dem Herzen der Ylducians geworden ist. Und so hält sich seit damals die Legende und Reisende wie Myre geben nicht auf, die Lande zu durchstreifen … Großzügig Achtung, ich gerate jetzt ins Schwärmen! Denn Myre hat so viel von dem, was mich beeindrucken kann. Erst einmal ist die Protagonistin überaus sympathisch in ihrer leicht ruppigen Selbstständigkeit. Ihr Reittier – der Drache Varug (ist übrigens auch weiblich) – ist von großer Faszination für mich und ebenfalls …

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Comic Odysseus neben einer Ausgabe der Illias und Odyssee auf Kieselsteinuntergrund

Comic-Reportage: Odysseus von Andreas Kiener =Rezension=

Beinahe 20 Jahre wartet Penelope auf die Rückkehr ihres Mannes Odysseus. Sein Weg führte den König von Ithaka nach Troja, um Agamemnon im Lager der Griechen gegen die Trojer als einer der Anführer zur Seite zu stehen. Doch selbst nach dem Fall Trojas kehrte er von diesem Einsatz nicht zurück. Da seine Königin nun gerne endlich wissen möchte, ob Odysseus denn überhaupt noch lebt – schließlich möchte sie sich neu verheiraten (!) – engagiert sie einen Gelehrten, der sich auf die Suche machen soll. Begleitet von seinem treuen Diener macht dieser sich auf den Weg, so reisen sie gemeinsam auf den Spuren Odysseus’ quer durch den Mittelmeerraum. Sie befragen Menschen, die Odysseus kannten, solche mit denen er Seite an Seite gekämpft hat. Menschen, die den großen “Helden” nie selbst getroffen haben, aber trotzdem jede Menge über ihn (glauben zu) wissen und zu sagen haben. Und begeben sich so selbst auf ihre ganz eigene Odyssee, die ihnen mehr über den vom Meister so verehrten Odysseus verrät als er wohl je wissen wollte … Auf den Spuren …

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Buch vor einem grauen Textilhintergrund

In Kalabrien von Peter S. Beagle =Rezension=

Claudio Bianchi gilt als Einzelgänger, als Sonderling. Vor langer Zeit soll dies einmal anders gewesen sein, erzählen sich die Dorfbewohner, aber das muss sehr lange her sein. Was sollen sie auch denken von diesem “alten” Kerl, der allein mit ein paar Tieren abgeschieden auf seinem Hof in den Bergen Süditaliens lebt? Ihm selbst ist das recht so. Zur Außenwelt hat er fast keinen Kontakt, einzig der Postzusteller kommt unermüdlich die zum Ende hin ungepflasterte Straße hochgefahren. Erträgt sogar seinen merkwürdigen Ziegenbock Cherubino, dessen Hörner zu einer echten Gefahr werden könnten. Dass Bianchi Gedichte verfasst, er in der Poesie aufgeht, sie neben den Tieren sein Lebensinhalt ist weiß so gut wie niemand. Und auch keiner kann ahnen, Bianchi eingeschlossen, was ihn erwartet. Ein Einhorn steht plötzlich auf seinem Weinberg, wirkt völlig surreal. Und dieses mystische Wesen kann ja auch unmöglich real sein. Doch es erscheint immer wieder. Bis es schließlich sogar bleibt. Wäre dies nicht schon Aufregung genug für Claudio, stiehlt sich auch noch eine junge Frau in sein Leben. Giovanna. Und schon steht sein Leben …

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Comic neben einem PixelArt-Bild, dass Hochhäuser zeigt

Das Hochhaus von Katharina Greve. 102 Etagen Begeisterung.

Schon mal in einem Hochhaus gewohnt? Selbst wenn die Antwort “Nein” ist, hat doch jede_r schon einmal darüber nachgedacht, was die Menschen in den einzelnen Wohnungen eigentlich so treiben. Was sie dort, hinter verschlossenen Türen tun. Wer sie sind. Vielleicht auch, wie sie eingerichtet sind, welche Farbe ihre Küche hat. Und – worüber sie sich unterhalten. Womit sie ihre Zeit verbringen. Katharina Greve erlaubt uns in ihrem Comic Das Hochhaus einen Blick in all die kleinen Wohneinheiten ihres Gebäudes. Hinein in die insgesamt 102 Etagen und damit mitten in den Alltag der Bewohner_innen. Womit vertreiben sich die drei in Etage 69 die Zeit und wo ist die fehlende Maja? Welche Bewohner besuchen andere häufig, welche meiden sich. Wer ist neidisch, wer mag Kitsch. Wie sind die politischen Ansichten von Herrn … im … OG? Liebevoller Blick in die Etagen Das Hochhaus ist in Etagen-Episoden als Webcomic entstanden und im Avant Verlag auch als Buchausgabe erschienen. Als ich den Band das erste Mal sah, wollte ich sofort den Wolkenkratzer erkunden. Die Voyeurin in mir war hellwach. Und da …

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Buch liegt neben einer schwarzen Brille und einem Tuch auf einem hellen Untergrund

“Der Reisende” von Ulrich Alexander Boschwitz. Eine Rezension.

The Man Who Took Trains Unter diesem Titel wurde Boschwitz’ Roman 1939 in England erstmals veröffentlicht. In einer vom Originalmanuskript ins Englische übertragenen Fassung erzählt der Autor die Geschichte von Otto Silbermann. Einem jüdischen Kaufmann, der im Zuge der Novemberpogrome seine Wohnung, sein eigenes Haus, seine Familie und damit im Grunde sein gesamtes Leben zurücklässt, um dasselbige zu retten. Um nicht deportiert zu werden. Und dann wahrscheinlich niemals zurückzukehren – ins Leben. Mit Der Reisende erscheint im Jahr 2018 die allererste deutschsprachige Fassung. “»Aber das kann doch nicht sein! Man holt doch keine unbescholtenen Bürger aus seinen Wohnungen heraus! Das kann man doch nicht!« Er schwieg. Doch, kann man, dachte er dann, man kann.” Der Reisende, S. 25 Silbermann macht sich notgedrungen auf den Weg seiner Flucht und bewegt sich in Zügen quer durch Deutschland. Dabei sind seine Aktentasche mitsamt eines fünfstelligen Betrags in Geldscheinen. Seine Angst. Seine Gedanken. Sein in den Grundfesten erschüttertes Vertrauen in Freunde, Bekannte, Geschäftspartner, sogar der Familie und in das Land, das seine Heimat ist. Das Land, dem er im ersten Weltkrieg …

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Comic auf einem grauen Kissen

“Der Traum von Olympia” von Reinhard Kleist

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking lief Samia Yusuf Omar als Letzte ins Ziel des 200-Meter-Laufs. Jedoch erhielt sie brandenden Applaus, denn trotz deutlichem Vorsprung ihrer Konkurentinnen hielt sie durch und gab nicht auf. Sie bewies es sich und allen anderen. Sie lief durchs Ziel bei den Olympischen Spielen! Für Somalia. Aufgewachsen in diesem Land, das einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg stand hält, hatte sie diesen Traum stets vor Augen, während sie in einem mit großen Schlaglöchern gesäumten Stadion trainierte und immerzu rannte, obwohl es sich nach Ansicht der islamistischen Bewegung Al-Shabaab nicht schickte, dass Frauen rannten. Mit jedem Herzschlag lebte sie für das Laufen, hoffte darauf als professionelle Leistungssportlerin so viel Geld zu verdienen, dass sie auch ihre Familie unterstützen könnte. Der Traum von Olympia erzählt von dieser willensstarken und von einem Traum getriebenen jungen Frau und ihrem unfassbaren Weg voller Gewalt, Greuel und Erniedrigungen nach Europa. Sie starb 2012 kurz vor Erreichen des italienischen Festlands im Alter von 21 Jahren. Gegen das Vergessen Reinhard Kleist erzählt in schwarz-weiß-grauen Bildern vom Leben in einer sogenannten …

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Buch vor einem Lavendelstrauch

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman, illustriert von Chris Riddell

Bereits 2008 erschien Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman im englischsprachigen Original. Die deutsche Übersetzung (Andreas Steinhöfel) folgte zwei Jahre danach und stand bisher in dieser Ausgabe auch in meinem Regal. Nun hat der Arena Verlag diese Sonderausgabe veröffentlicht, die passend zum Winter, der in Odds Heimat Midgard einfach nicht enden will, ausschließlich in schwarz, weiß und silber-metallic gehalten ist. Auf insgesamt 124 Seiten erzählen Neil Gaiman und der Illustrator Chris Riddell die Geschichte des gehbehinderten Jungen Odd. Als dieser nach dem Tod seines Vaters, Zeit in dessen alter Jagdhütte im Wald verbringt, um Spuren und Erinnerungen zu finden, finden sich ein Fuchs und ein Adler an seiner Tür ein. Offenbar benötigen sie Hilfe und Odd lässt sich von ihnen zu einer Stelle im tiefen Wald führen, an der ein großer Bär liegt. Der Bär ist von einem Baum eingeklemmt und so nimmt der kleine Odd allen Mut zusammen, in dem Wissen, dass er mit seinem lahmen Bein nicht weglaufen könnte, falls der Bär ihn nach dem Befreien angreifen sollte, und …

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