Alle Artikel in: Highlight

Hier findet ihr meine absoluten Highlights. Diese Bücher und Comics lege ich euch ans Herz. Sie haben mich erstklassig unterhalten, tief berührt, zum Lachen oder auch zum Weinen gebracht. Jedes Werk auf seine Art. Mehr findet ihr in den ausführlichen Rezensionen zu jedem der Titel. Schaut euch um.

Comicband vor einem grauen Hintergrund. Cover zeigt Läuferin vor rotem Hintergrund (Laufbahn) und bewaffneten Männern

„Der Traum von Olympia“ von Reinhard Kleist

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking lief Samia Yusuf Omar als Letzte ins Ziel des 200-Meter-Laufs. Jedoch erhielt sie brandenden Applaus, denn trotz deutlichem Vorsprung ihrer Konkurentinnen hielt sie durch und gab nicht auf. Sie bewies es sich und allen anderen. Sie lief durchs Ziel bei den Olympischen Spielen! Für Somalia. Aufgewachsen in diesem Land, das einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg stand hält, hatte sie diesen Traum stets vor Augen, während sie in einem mit großen Schlaglöchern gesäumten Stadion trainierte und immerzu rannte, obwohl es sich nach Ansicht der islamistischen Bewegung Al-Shabaab nicht schickte, dass Frauen rannten. Mit jedem Herzschlag lebte sie für das Laufen, hoffte darauf als professionelle Leistungssportlerin so viel Geld zu verdienen, dass sie auch ihre Familie unterstützen könnte. Der Traum von Olympia erzählt von dieser willensstarken und von einem Traum getriebenen jungen Frau und ihrem unfassbaren Weg voller Gewalt, Greuel und Erniedrigungen nach Europa. Sie starb 2012 kurz vor Erreichen des italienischen Festlands im Alter von 21 Jahren. Gegen das Vergessen Reinhard Kleist erzählt in schwarz-weiß-grauen Bildern vom Leben in einer sogenannten …

Buchcover vor einer Lavendelpflanze

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman, illustriert von Chris Riddell

Bereits 2008 erschien Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman im englischsprachigen Original. Die deutsche Übersetzung (Andreas Steinhöfel) folgte zwei Jahre danach und stand bisher in dieser Ausgabe auch in meinem Regal. Nun hat der Arena Verlag diese Sonderausgabe veröffentlicht, die passend zum Winter, der in Odds Heimat Midgard einfach nicht enden will, ausschließlich in schwarz, weiß und silber-metallic gehalten ist. Auf insgesamt 124 Seiten erzählen Neil Gaiman und der Illustrator Chris Riddell die Geschichte des gehbehinderten Jungen Odd. Als dieser nach dem Tod seines Vaters, Zeit in dessen alter Jagdhütte im Wald verbringt, um Spuren und Erinnerungen zu finden, finden sich ein Fuchs und ein Adler an seiner Tür ein. Offenbar benötigen sie Hilfe und Odd lässt sich von ihnen zu einer Stelle im tiefen Wald führen, an der ein großer Bär liegt. Der Bär ist von einem Baum eingeklemmt und so nimmt der kleine Odd allen Mut zusammen, in dem Wissen, dass er mit seinem lahmen Bein nicht weglaufen könnte, falls der Bär ihn nach dem Befreien angreifen sollte, und …

Comiccover mit einem vermummten Gesicht und darauf liegt eine Brille

Geschichte eines Martyriums. Kill or be Killed Band Eins.

Gewissensbisse Aus der Ich-Perspektive erzählt Dylan, 28 Jahre jung, seine ganz eigene Geschichte. Als sein Selbstmordversuch misslingt und er unerwarteterweise ohne größere Blessuren überlebt, beginnt sein wahres Martyrium. Offenbar hat ein Dämon sein Leben ungefragt „beschützt“ und verlangt nun für diese „gute“ Tat einen Mord pro Monat von Dylan. Dabei soll er sich die „schlechten“ Menschen vornehmen. Die, die Dreck am Stecken haben. Aber … wer hat das nicht? Wer sind denn DIE „schlechten“ Menschen eigentlich? Und wer sind die „Guten“? Was geschieht, wenn er die oder den falschen Menschen tötet? Und überhaupt – er soll jemanden töten?! Die Erinnerung an den nachts erschienenen Dämon verblasst langsam, bis der Monat sich dem Ende zuneigt und es Dylan Tag für Tag, Stunde für Stunde schlechter geht. Schließlich ist er sterbenskrank. So bleibt ihm keine Wahl, er sieht keinen Ausweg – er muss töten – zunächst sein Gewissen und dann einen Menschen … Kraftvoll Schon die erste Seite in diesem Hardcover-Band, der die ersten vier US-Ausgaben der Serie versammelt, hat es in sich. In diesen wenigen Bildern …

Graphic Novel vor dem Hintergrund eines grauen Sessels

Die Stadt der träumenden Bücher. Teil 1: Buchhaim

Ein Wiedersehen mit dem Lindwurm Hildegunst Auf dem Sterbebett vermacht der 888 Jahre alte Lindwurm Danzelot von Silbendrechsler seinem Dichtpatensohn Hildegunst von Mythenmetz einen ganz besonderen Text. Es sei das kostbarste Manuskript aller Zeiten und absolut einmalig. Leider erliegt Danzelot seiner Grippe und so bleibt dem jungen und noch unerfahrenen Hildegunst nur, sich selbst ein Bild von seinem Erbe zu machen. Als er den Text liest, ist er sich sicher: sein Lehrmeister hatte recht! Nur wer hat diese erfüllenden Seiten verfasst? Ist der Autor ebenfalls ein Lindwurm? Wo lebt er? Hildegunst sieht nur einen Weg, um dieses Rätsel zu lösen. Er muss nach Buchhaim! In die Stadt der Bücher unter dem das legendäre Bücherlabyrinth liegt. Wenn jemand diese Worte geschrieben hat, dann MUSS er in Buchhaim zu finden sein. Wo sonst? … (Nicht nur) für Buchliebhaber Vor ein paar Monaten las ich davon, dass es eine Comicadaption eines meiner Lieblingsbücher geben sollte: „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers. Sofort landete die Graphic Novel, die in zwei Teilen erscheinen sollte, auf meiner Wunschliste. Dass die …

Cover des Comics, daneben eine schwarze Lesebrille und ein Brillenetui in rot mit weißen Punkten. Alles auf rotem Hintergrund

Daytripper von Fábio Moon und Gabriel Bá

Es muss raus … Kennt ihr das, wenn eine Geschichte euch so beeindruckt, so viel in euch hinterlässt, dass ihr sofort und gleich etwas dazu schreiben müsst? Dass es raus muss, die Emotionen, die Leseerlebnisse und vielleicht auch das Gefühl, jetzt und gleich herausschrei(b)en zu müssen, wie tief berührt ihr seid? Ich habe gerade „Daytripper“ beendet. Und genau dieses „Es muss raus …“-Gefühl spüre ich tief in mir. Meine Erkältung und die damit verbundene benötigte Ruhe ist zugleich ein Luxus und erlaubt es mir diesen Text sofort zu schreiben. Berechtigt … ist jedes Lob, das ich bisher über diesen Comic gehört und gelesen habe. Auch jede Lobeshymne, die auf und im Vorwort des Buches abgedruckt ist, ist passend und mitnichten übertrieben. Mein erstes Wort nach dem Zuschlagen des Bandes war „Wow!“. Fábio Moon und Gabriel Bá haben mit „Daytripper“ ein Meisterwerk geschaffen, für dessen Beschreibung mir fast alle Worte fehlen. Ihre Kapitel, die das Leben (oder auch mögliche Leben?) des Brás de Oliva Domingos wiedergeben sind stets eine Ode an genau das: Das Leben. An die …

Buchcover vor einer Berglandschaft. Cover zeigt einen feuerspeienden Drachen.

Draconis Memoria 1 – „Das Erwachen des Feuers“ von Anthony Ryan

Einzig auf dem arradsianischen Kontinent leben sie – die blauen, grünen, roten und schwarzen Drachen. Aber für die Menschen zählt nur ihr Blut. Denn dieses erlaubt einigen wenigen Auserwählten unter ihnen ganz besondere Kräfte zu nutzen. Wenn diese Blutgesegneten das Blut der Drachen in verdünnter Form zu sich nehmen, können sie unter anderem für einen kurzen Zeitraum Wunden heilen, Feuer entfachen, telepathisch kommunizieren oder mit übermenschlicher Kraft kämpfen. Doch die Drachen werden immer weniger, drohen auszusterben. Der Legende nach soll es jedoch einen bisher noch unentdeckten Drachen geben: einen Weißen Drachen. Eine ehemals ausgesandte Expeditionsgruppe, die im Inneren des arradsianischen Kontinents auf die Suche ging, kehrte nie zurück. Doch nicht alle haben den Gedanken an den Weißen aufgegeben. Im Gegenteil, es soll eine neue Expedition geben. Hinein in das Gebiet der menschenzerfleischenden Drachen. In das Reich des sagenumwobenen Weißen! Blau für den Geist. Grün für den Körper. Rot für das Feuer. Schwarz für die Kraft.Mantra der Schülerinnen der Eisenboot-Akademie für Frauenbildung, aus Das Erwachen des Feuers, S. 19 von Anthony Ryan Dragonic Park Anthony Ryan, …

Comiccover vor einem blauen Himmel

Die Natur liegt im Sterben – Nils Band 1: Elementargeister (J. Hamon, A. Carrion)

Stürmisch ist das Meer an dessen Ufer Nils lebt. Der Himmel ist dunkel, das Wetter harsch und der Boden karg. Nur wenige Menschen leben in dem kleinen Dorf und trotzen der widerspenstigen und scheinbar mittlerweile lebensfeindlichen Natur. Es entsteht kein neues Leben mehr, kein Saatkorn keimt, keines der Tiere hat Nachkommen und keine der Frauen wird mehr schwanger. Die Situation ist unerträglich, das gesamte Dorf droht zu verhungern, auszusterben. Doch Jonah, Nils Vater, wird nicht müde, immer wieder Saatgut zu verteilen. Er gibt nicht auf und macht sich schließlich zusammen mit seinem Sohn und seinem Falken auf die Reise, um nach den letzten Zeichen wachsenden Lebens zu suchen. Sollte er keinen Erfolg haben, ist es unumgänglich, die Natur wird sterben. Und das Reich Cyan ist daran sicher nicht unschuldig.

Cover in schwarzweiß, Pyramide vor einem Himmel mit drei Sonnen

Die Menschheit und das All – Cixin Liu: Die drei Sonnen

Wo fange ich nur an. Am besten damit, wie ich auf das Buch gekommen bin. Ehrlich gesagt, hat mich zunächst das Äußere angesprochen. Das Cover verspricht einen interessanten Science Fiction-Roman, eventuell endlich mal wieder etwas Neues, Bahnbrechendes. Zudem haben mich die Auszeichnungen des Romans mit dem Hugo Award (Best Novel 2015) und dem chinesischen Galaxy Award (2006) neugierig gemacht. Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass dieser erste Teil der Trilogie nach Erscheinen der englischsprachigen Übersetzung im Jahr 2014 einschlug wie eine Bombe. Cixin Liu erhielt als erster chinesischer Autor den renommierten Hugo. Auch poppten überall positive und neugierige Posts in den sozialen Medien und in Blogs auf. Meine Neugier war immens, die Erwartungen entsprechend hoch.