Es ist der letzte Tag im April 2020. Diese Jahreszahl wird uns alle auf immer in Erinnerung bleiben. Und vielleicht werde ich mich auch daran erinnern, wie sich mein Leseverhalten in dieser Zeit verรคndert hat. Vielleicht aber auch nicht und damit ich spรคter aber vergleichen kann, habe ich mich entschieden mal eine Bestandsaufnahme zu machen.

Bevor das alles los ging und vor allem bevor ich mit dem Job fรผr die gesamte Arbeitswoche ins Homeoffice gewechselt bin, bin ich an vier Tagen die Woche ins Bรผro gependelt. Ich bin eine sogenannte Langstreckenpendlerin, mit fast 4,5 Stunden Fahrtzeit an jedem Pendeltag. Vor einiger Zeit hatte ich รผber „Die Vorteile des Pendelns“ geschrieben. Jetzt aber ist es ganz anders. Mein Arbeitsplatz ist, wenn ich ehrlich bin, nur noch wenige Meter entfernt. Was das fรผr den Alltag bedeutet, ist auch ein spannendes Thema, so habe ich mir beispielweise ein Ritual angewรถhnt, morgens eine Runde in der StraรŸe zu drehen, und erst danach die Arbeit zu beginnen. So als wรผrde ich „zum Bus“ gehen. Aber in diesem Beitrag mรถchte ich mich auf den Einfluss auf mein Medienkonsumverhalten konzentrieren.

Mehr von allem, weniger oder einfach anders?

Rรผckblickend auf รผber einen Monat ohne Pendeln und mit verรคndertem Alltag, ist eben doch alles einfach anders. Ich lese nicht mehr oder weniger, sondern ich lese anders. Habe ich sonst ein Unterwegsbuch, das ich meist ausschlieรŸlich im Zug auf der 1-Stunden-Strecke lese, ein Zuhausebuch, das ich รผberwiegend im Garten oder im Lesesessel lese und einen Comic, der ebenfalls eher zu Hause gelesen wird, hat sich das jetzt verรคndert. Das Unterwegsbuch ist gestrichen, ich lese nur noch in unserem Zuhause und nehme auch beispielsweise zu Arztterminen kein Buch mehr mit. Alle meine Bรผcher und Comics bleiben hier und gehen, wie auch wir alle momentan, nicht mehr auf Reisen. Ach, ich habe meinen Nachttischcomic unterschlagen. Den gibt es heute wie auch vor der Krise, daran hat sich nichts geรคndert.

Ich lese auch nicht mehr als sonst, nur etwas weniger parallel. Die ersten Wochen im Lockdown ist mir das Lesen von Romanen รผbrigens sehr schwer gefallen. Ich konnte mich nicht konzentrieren, zu sehr hat mich die ร„nderung aller Umstรคnde beschรคftigt. Den Punkt habe ich mittlerweile รผberschritten, auch das Lesen von Texten ohne Bilder klappt wieder hervorragend ohne Stรถrung durch meine รผberlauten Gedanken. Ich traue mich inzwischen sogar wieder an Katastrophenszenarien

Podcasts hรถren

Meine regulรคre Pendelstrecke beinhaltet auch Wartezeiten an Haltestellen und Bahnhรถfen, sowie Fahrten mit dem ร–PNV. In diesen Zeiten lese ich nicht, sondern hรถre Podcasts. Und ich liebe diese Unterhaltung, am liebsten sind mir lรคngere Folgen >= 1 Stunde, gerne kรถnnen es auch drei Stunden am Stรผck sein. Nach den ersten zwei Wochen ohne Pendeln merkte ich, wie sehr mir das fehlt, denn – ich hรถre seitdem fast gar keine Podcasts mehr. Auch wenn ich es selbst sehr schade finde und auch vermisse, finde ich dafรผr in meinem „neuen“ Alltag kaum noch Zeit dafรผr. Zwar habe ich inzwischen Slots gefunden, die ich gerne mit Podcasthรถren verbringe, aber so viel Wรคsche kann ich gar nicht waschen und in den Schrank rรคumen, um die vielen Stunden aufzuholen, die ich sonst in einer normalen Arbeitswoche gehรถrt habe.

Wie ist das bei euch?

In einer kleinen Umfrage auf twitter hat die Mehrzahl der Teilnehmenden geantwortet, dass sie weniger Podcasts hรถrt als vorher. Hรถrt ihr mehr Hรถrbรผcher, Podcasts, Hรถrspiele als vor der Corona-Krise, weniger oder genau so viel? Hat sich euer Leseverhalten verรคndert? Habt ihr neue Leseslots fรผr euch gefunden, neue Plรคtze und hat sich vielleicht sogar die Vorliebe fรผr bestimmte Themen geรคndert?

Erzรคhlt davon in einem Kommentar hier im Blog oder schreibt selbst รผber das Thema. Sehr gerne verlinke ich hier eure Beitrรคge.

Achtet auf euch und auf eure Mitmenschen. Stay safe.

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