Empfehlungen empfinde ich als etwas Individuelles. Sie sind (meist) subjektiv. Und sie sprießen überall aus dem Boden, mehr und mehr. Wie oft lese ich, dass ich etwas unbedingt lesen muss, es eine klare Leseempfehlung gibt oder ich womöglich das Buch des Jahres verpasse, wenn ich nicht zugreife. Bei mir bewirken solche Aussagen aber, wenn sie nicht weiter unterfüttert werden, manchmal Neugier, oft aber Skepsis. Ich habe mir also ein paar Gedanken gemacht …

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Eine generelle Empfehlung, die keine Anhaltspunkte darüber enthält, warum diese denn ausgesprochen wird, ist für mich häufig erst einmal nutzlos. Ein „Tipp des Monats“ oder ähnliches ist immer gut gemeint, aber mir stellt sich oft die Frage, ob der Titel denn überhaupt zu mir und meinen Vorlieben passt.

Wie sortiere ich bei der Fülle an Tipps und Must-Reads dann für mich aus? Natürlich kann niemand alles lesen, was empfohlen wird. Selbst wer sich auf wenige Tippgebende konzentriert, hat Schwierigkeiten, alles zu konsumieren, was unbedingt gelesen werden sollte. Manch eine*r erstellt sich eigene Listen, andere folgen vorgegebenen Aufstellungen, wie beispielsweise den Lieblingsbüchern einer berühmten Persönlichkeit oder nehmen sich vor die „100 beliebtesten Bücher der …“ zu lesen.

Immer flexibel bleiben und doch das Passende für sich herausfischen

Woher nehme ich jetzt meine Tipps, wo lasse ich mich inspirieren, wem folge ich hinsichtlich Lesevorschlägen blind und wo bin ich vorsichtig?

Zunächst einmal lese ich so gut wie nie Klappentexte, sondern überfliege diese meist nur (sie spoilern mir zu oft oder sagen gleich mal gar nichts über den Inhalt aus – alles schon erlebt). Es kommt vor, dass in Rezensionen Klappentexte verwendet werden, diese überspringe ich in aller Regel. Viel hilfreicher ist eine Zusammenfassung aus Perspektive der schreibenden Person. Zusammen mit der Meinung zum Buch, erfahre ich so nicht nur etwas darüber, was mich inhaltlich erwartet, sondern auch, wie beispielsweise die Blogger*in einen Text empfunden hat. Welche Aspekte waren für sie wichtig, welche Themen haben sie gestört, was hat Freude bereitet und womöglich sogar, was dieses Buch für die Person so empfehlenswert gemacht hat.

Dieses Zusammenspiel erlaubt mir dann, für mich selbst zu entscheiden, ob ich dieser Empfehlung folgen möchte. Denn nun habe ich einen kleinen Einblick in das Leseerlebnis der Tippgebenden und kann abschätzen, ob dies Aspekte sind, die auch zu mir passen. Fehlen diese Anhaltspunkte aber, ziehe ich ratlos und uninspiriert weiter.

Besonders schwierig wird es bei ganz kurzen Tipps – wie beispielsweise in Magazinen oder manchmal auch auf Social Media. Solche wirken bei mir meist nur als Teaser, machen eventuell Lust mehr über einen Roman zu erfahren, aber nicht generell. Nur weil ein Buch gefühlt 100 Mal in meiner Timeline auftaucht, ist es noch lange nicht interessant für mich.

Aber auch ich greife in einigen Fällen ohne Überlegen zu. Und zwar genau dann, wenn ich durch Erfahrung weiß, dass genau diese Freundin meinen Geschmack in Sachen Comics teilt, wenn ich bei einem Blogger einfach sicher bin, dass seine Tipps meine Lesevorlieben treffen oder wenn die Ratschläge voller Leidenschaft von jemandem ausgesprochen werden, der dabei meine Lesewünsche zugrunde legt und nicht zwingend seine eigenen. Meine liebsten Buchhändler*innen (gilt natürlich auch für Comicbuchhändlerinnen!) sind nur einige, die in diese Kategorie gehören.

Denn das machen Tipps für mich aus. Besonders wertvoll werden sie, umso mehr Schnörkel und Drumherum sie enthalten, sodass ich mir ein möglichst gutes Bild von dem machen kann, was mich erwartet. Und das klappt bei mir nun mal gut, wenn ich den Menschen hinter der Empfehlung ein wenig kennenlernen darf.

Wie geht es euch damit? Bloggt drüber, kommentiert, erzählt auf Social Media davon. Freue mich über eure Eindrücke. Wenn ihr mich verlinkt, bekomme ich es auch mit ;-)

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