Ja, warum eigentlich?
Es ist Montagmorgen, gleich geht die Arbeitswoche los. Aber in mir brennt noch immer ein Gedanke, der mich das Wochenende รผber begleitet hat. Woher eigentlich kommt der Anspruch, dass jeglicher Content nichts kosten darf?
Ich muss erlรคutern. รber die Jahre, in denen ich blogge, Rezensionen schreibe, Social Media-Content erstelle, Podcasts produziere und das alles sowohl mit anderen als auch in Eigenregie, beobachte ich immer wieder, dass das Produzieren von Inhalten scheinbar keinen Wert hat. Zumindest keinen, der es auch wert wรคre, dass dafรผr gezahlt werden wรผrde. Es ist sogar verpรถnt, teils wird es als Bettelei empfunden, wenn irgendjemand auch nur ausspricht, dass man sie/ihn unterstรผtzen kรถnnte. Immer freiwillig natรผrlich.
Dabei meine ich ausdrรผcklich nicht, dass Inhalte IMMER bezahlt werden sollten. Podcasts und Beitrรคge hinter eine Paywall mรผssten – keineswegs! Es geht mir darum, dass es eine Haltung zu geben scheint, die Texte, Bilder, Audios und auch Videos, die in den Abendstunden, an den Wochenenden oder wann auch immer die Kreativen es erstellen, kostenlos sein mรผssen. Und zwar, weil es ja Spaร macht, weil es nicht der Job ist und man es sozusagen ja sowieso macht.
Warum mich das so sehr bewegt?
Frรผher habe ich viele Handarbeiten gemacht, viel gestrickt, gehรคkelt, gebastelt. Viele von euch werden das selbst kennen. Bewunderer der Ergebnisse gibt es viele und dann kommt auch immer mal:
Strick mir doch auch mal einen Pulli.
Klar – wรคren dann Eur 300, Freundschaftspreis, inklusive Material.
Hรค? Du machst das doch so gerne. Nee, lass mal.
Und? Schon mal erlebt? Nur weil ich in meiner Freizeit Pullis gestrickt habe, war das Ergebnis nichts wert. Ich wette, wenn ich das Angebot in einem hippen Wollgeschรคft gemacht hรคtte, wรคre es manchen vielleicht etwas teuer gewesen, aber es hรคtte sicher niemand daran gezweifelt, dass es eben GELD kostet, wenn die Stricker*in Zeit, Material und Kreativitรคt aufwendet.
Warum also ist es verpรถnt, wenn Menschen, die beim Erzeugen von Inhalten Spaร haben, die wiederum von anderen mit Freude konsumiert werden, mit (kleinen) finanziellen Gesten unterstรผtzt werden? Warum wird das von einigen konsequent ausgeschlossen? Warum wird kritisiert, dass manche Werbung in ihren Podcasts schalten oder Werbe-Pop-Ups auf ihren Webseiten haben?

Ich selbst mag keine Werbung, ich mag sie weder im TV, noch in Podcasts oder auf Blog-Seiten. Aber ich respektiere die Entscheidung, Werbung einzusetzen und verstehe den Hintergrund sehr gut.
Vor allem … was wรคre die Konsequenz, wenn Dinge, bei denen man Spaร hat, nichts kosten dรผrfen? Darf also niemand bei bezahlter Arbeit Spaร haben? Was fรผr ein dystopischer Gedanke, kรถnnte glatt ein Plot-Bunny sein. Aber hey, falls ich dies jetzt als Grundlage fรผr eine Kurzgeschichte hernehme, MUSS ich die natรผrlich kostenlos anbieten. Schlieรlich wird mir das Schreiben sicher Spaร machen. Ebenso wie dieser Beitrag und das stundenlange Planen des neuen Podcasts-Projekt am letzten Wochenende.
Fast vergessen – ich habe gerade auch noch einen bezahlten Auftrag, an dem ich in meiner Freizeit arbeite. Ich sollte dringend aufhรถren, dabei Spaร zu haben!
Das hier hรคtte deutlich lรคnger werden kรถnnen, aber so viel (unbezahlte) Zeit habe ich gerade nicht. Fรผhlt euch herzlich willkommen in den Kommentaren, freue mich auf eure Meinungen.
Spannender Artikel!
Ich habe kรผrzlich einen Artikel fรผr eine bekanntere Zeitschrift geschrieben, fรผr den ich ein ziemlich hohes Honorar bekommen habe. Der Artikel wurde im gedruckten Magazin verkauft und stand auch online hinter einer Paywall zur Verfรผgung. Wenig spรคter wurde der Artikel in einem Schwestermagazin zweitverwertet, wobei er diesmal dann parallel auch kostenlos auf der Internetseite des betreffenden Magazins zur Verfรผgung stand. Mann musste sich aber auf der Magazinseite registrieren, um ihn lesen zu kรถnnen.
Es kam dann Kritik bei interessierten Leser*innen auf, weil es ja wohl ein wenig viel verlangt sei, wegen eines Artikels, den man lesen mรถchte, seine E-Mail-Adresse irgendwo anzugeben.
Da dachte ich mir dann schon: Ich habe richtig viel Arbeit in den Artikel gesteckt und meine Auftraggeber*innen viel Geld. Ist es jetzt wirklich zu viel verlangt, sich wenigstens zu registrieren, um ihn „kostenlos“ lesen zu kรถnnen? Das fand ich schon bemerkenswert.
Hallo Michael
Danke, dass du deine Erfahrungen teilst. Diese Mentalitรคt, dass alles und immer kostenlos sein muss, ist wirklich anstrengend. Vieles wirkt auf Menschen auch nur gratis, obwohl es das gar nicht ist. Ich denke dabei nur an Abos fรผr Streamingdienste und Audioplattformen.
LG
Sandra
An deinem Beispiel, und auch aufgrund meiner eigenen Erfahrung, finde ich es eigentlich immer mit am traurigsten, dass (enge) Freunde und Personen die einem Nahestehen am wenigsten bereit sind fรผr etwas zu zahlen. Ja, ich verstehe das auch irgendwo. Wenn einem eine Freundschaft einen Vorteil bringen kann (auch wenn es „nur“ eine kleine selbstgemachte Sache ist) warum nicht auch hin und wieder mal nutzen? Aber die Erwartungshaltung ist in solchen Fรคllen meist eine ganz andere: Wir sind befreundet also MUSST du mir einen Vorteil verschaffen. Andersherum betrachtet sehe ich folgendes: ich habe endlich den Mut meinen Traum zu verwirklichen / nehme mir die Zeit etwas schรถnes zu schaffen und diese enge/nahestehende Person glaubt nicht genug an mich, um mich zu unterstรผtzen. Klar, 300,- fรผr einen Pulli hat nicht jeder, aber auch da findet man eine Lรถsung – wenn man fragt und sich nicht partout gegen Bezahlung wert.
Ich arbeite seit Jahren im Marketing und noch lรคnger bin ich (aktiv aber auch als stille Leserin) in der Blogger-Szene Unterwegs. Ich habe beobachtet, dass hier nochmal ein ganz anderer Anspruch an Content und dessen Bezahlung gesetzt wird, als noch vor ein paar Jahren. Bezahlung in der Blogger-Sphere war, bis auf ganz wenige ausnahmen, schon immer schlecht – 2010 noch, weil es so neu war, dass niemand so recht wusste, wer was verlangen darf. Dann kamen diverse Blogger-Events auf, sodass man wenigstens ein tolles Erlebniss fรผr seine Arbeit bekommen hat. Erinnerungen sammeln – auch nicht schlecht. Aber durch Social Media Marketing und anderen Plattformen hat sich das noch einmal deutlich gedreht. Auf Blogs gibt es nicht mehr den hohen Traffic wie auf Instagram und Co. Obwoh in der Erstellung und Planung von langem Content oft mehr Zeit investiert wird, sinkt die Bereitschaft sich das ganze anzuschauen (hallo TikTok) und damit auch die Bereitschaft der Firmen dafรผr angemessen zu zahlen. Die Firmen, die gar nichts zahlen wollen sind einfach nur dreist. Keine Frage. Mittlerweile wird man als Gegenzug nicht einmal mehr mit einem schรถnen Erlebnis „bezahlt“. Wenn man Glรผck hat bekommt man ein kostenloses Rezi-Exemplar und ist das mit seinem Beitrag noch an X Auflagen gebunden. Schade. Zu, Glรผck lieben wir was wir tun und nehmen uns die Zeit dafรผr gern, denn so schnell wird sich das nicht รคndern.
Hallo Charlie,
schรถn, dass du hergefunden hast :-) Ich kann gut verstehen, wovon du sprichst. Einfach mal fragen und drรผber reden wรผrde schon viel ausmachen. Ich gehe erst einmal nie davon aus, dass ich etwas kostenlos bekomme, egal von wem. Fรผr mein Logo, das Logo fรผr unseren Podcast und fรผr viele andere Dinge habe ich auch bezahlt und dabei war es egal, wie gut ich die Menschen kenne, die mir die Leistung oder Dinge gegeben haben.
Und danke dir auch fรผr deine Eindrรผcke zum Thema Social Media Marketing, ich bin da als „Micro-Influencer“ nicht so erfahren, wenn es um Bezahlung von Posts geht. Da mehr Einblick zu bekommen, finde ich spannend.
Deine Seite sieht รผbrigens richtig klasse aus, ich wรผnsche dir damit ganz viel Erfolg und habe deinen RSS-Feed direkt in meinen Reader mit aufgenommen.
Liebe Grรผรe
Sandra
Liebe Sandra,
ein interessantes Thema und unterhaltsam zu lesen. Am Ende kann man das sehen wie man mรถchte, es ist eine Frage des Marktes. Wenn man Inhalte bietet, die begehrt sind, dann kann man dafรผr auch etwas ausrufen. Und wenn man sich so umsieht, dann wird man mit Meinungen und Kommentaren ja komplett geflutet. Es gibt einfach ein รberangebot und auch wenn viel Zeit in den eigenen Blog oder den Social Media Accounts investiert wird, ist das Angebot insgesamt so groร, dass niemand dafรผr etwas zahlen wird und auch niemand die Wertschรคtzung aufbringen wird. Ich kenne auch ein paar YouTuber, die Patreon nutzen und darรผber zusรคtzliche Inhalte anbieten. Eine gute Nische bringt da schon eine zahlende Leserschaft. Aber es ist schwer und soweit ich das immer beobachte, nur dann erfolgreich, wenn ein wirklicher Mehrwert fรผr den Kunden geschaffen wird. Interessant wรคre es, ob das im Buchbloggerbereich mรถglich ist. Also via Patreon zusรคtzliche Inhalte anzubieten.
Ein sehr schรถner Beitrag!
Liebe Grรผรe
Tobi
Lieber Tobi,
danke fรผr das Lob und deine Gedanken zum Thema! Ja, Wertschรคtzung ist wirklich so eine Sache, die leider zu wenig stattfindet. Ich empfinde ja schon einen Kommentar, so wie deinen jetzt, als wertschรคtzend. Aber anscheinend sind die meisten es eben mittlerweile gewohnt, dass alles kostenlos ist und daher wird oft noch nicht einmal bewertet, kommentiert oder รคhnliches. Dennoch geben wir nicht auf โ da spreche ich vermutlich auch fรผr dich :-)
Liebe Grรผรe
Sandra
Leider kenne ich das als inzwischen freizeitlich und vorrangig hobbymรครig Kunstschaffende nur zu gut. Es will niemand bezahlen. Und deswegen habe ich einen anderen Job, von dem ich meinen Lebensunterhalt bezahlen kann.
Der macht mich nicht unglรผcklich. Aber die Einstellung zu „zeichne mir mal was“ schon.
Danke fรผr diesen Artikel, Sandra: ein spannendes Thema, das immer wieder Anlass fรผr kontroverse Diskussionen bietet. Ich empfehle den Beitrag unseren Leserinnen und Lesern gerne weiter.
Beste Grรผรe,
Eddy
Danke, Eddy, das freut mich sehr! Es ist ein so vielschichtiges Thema mit ganz unterschiedlichen Aspekten. Aus mir musste es vor allem erst einmal raus, es hat gut getan :-)
Liebe Grรผรe
Sandra
ich hatte das kรผrzlich in meiner story drin, da ich es sehr befremdlich finde, dass gerade von blogger*innen meistens (fast immer) erwartet wird, dass wir alles kostenlos machen. frรผher habe ich mich รผber viele kooperationen gefreut, da ich ja immerhin bรผcher bekomme oder ein schickes blogger-badge. die zeiten sind aber vorbei, ich bin mittlerweile selbststรคndig und kann weder von badges noch von rezensionsexemplaren leben.
ich frage mich generell, wieso es klar ist, dass man fรผr anderes handwerk geld verlangen darf, es aber verpรถhnt ist, als bloggerin zu sagen: jo werbung bei mir fรผr dein buch kostet aber geld.
wรผnschen wรผrde ich mir an dieser stelle, dass mehr menschen aus dem kreativen bereich, egal ob bloggende, freie journalist*innen, artists, podcaster*innen, influencer*innen etc. ihren wert erkennen. immerhin ist das alles arbeitszeit, die man investiert.
und ob man das angebot dann nutzen mรถchte, bleibt ja jedem selbst รผberlassen.
lg
nicci
Hi Nicci
Im Grunde ist das ja ein Teil eines Themas, das immer wieder mal hochkommt. Mir kam tatsรคchlich am meisten hoch, dass es anscheinend sogar verpรถnt ist, รผberhaupt die Mรถglichkeit anzubieten, dass man spenden/zahlen kann. Ich kann deinen Punkt auch sehr gut nachvollziehen und finde super, dass du es durchziehst und auch den Weg in die Selbststรคndigkeit gewรคhlt hast! Fรผr jede*n gibt es einen Weg und ich finde, das alle Aspekte absolut legitim sind, solange man sich selbst dafรผr entscheidet.
Liebe Grรผรe
Sandra
Komplexes Thema. Ich selbst entwickle Software und habe viele freischaffende Bekannte die da in รคhnliche Probleme laufen „das bisschen Software!“ – da stellt sich zwar nicht die Frage nach „kostenlos“ aber schon nach einem realistischen Preis (wie, Du machst das nicht fรผr (umgerechnet) 30 Cent /Stunde?) ^^ยฐ
Meine Meinung ist da eigentlich immer sehr pragmatisch: Jede*r darf machen was er*sie mรถchte.
Heiรt fรผr mich – Paywall fรผr Podcasts? Klar. Als Hรถrer habe ich ja die Wahl zu zahlen und zu hรถren oder eben nicht zu zahlen und nicht zu hรถren.
Natรผrlich ist mir da Werbung dann lieber ^^ Aber Prinzipiell – wer bin ich, da Ansprรผche zu stellen?
So รคhnlich sehe ich das auch beim Beispiel Pullover. Natรผrlich kann ich jemanden der strickt fragen, ob der*die mir einen Pullover strickt.
Natรผrlich darf der*die dafรผr auch einen Preis aufrufen.
Heiรt aber natรผrlich trotzdem, dass ich mich dann ggf. entscheiden darf, dass mir der Pullover das dann nicht wert ist. Nur weil ich gerne einen Pullover hรคtte heiรt das ja nicht, dass ich bereit bin jeden Preis zu zahlen – oder jeden Preis zahlen kann… -aber ja, quasi zu „erwarten“ das es mir „geschenkt“ wird ist natรผrlich auch sehr, sehr … dreist ^^ยฐ
Ich kenne das persรถnlich auch aus der Kunst-Bubble. Habe mir vor ein paar Jahren einen Avatar zeichnen lassen. Mir war klar, das wird was kosten. Hab dann gefragt und entschieden 1. ich kann mir den Avatar tatsรคchlich leisten und 2. er ist mir (ich benutzte den nur privat fรผr mich) das auch wert.
Kurzfazit: „Muss alles immer kostenlos sein?“. Meine Antwort ist: Nein. Aber ich muss auch nicht alles mitmachen.
Aber ja, das eigentliche Problem sehe ich da in der Anspruchshaltung einiger (sicher nicht aller, aber vermutlich der lauten) Nutzer, an den*die Schaffende*n Ansprรผche stellen zu kรถnnen.
Liebe Grรผรe,
Sahtep
Hi Sahtep
:-D Ich bin da echt ganz bei dir. 30 cent/Stunde hahaha – genau das. Und ja, jede* sollte immer selbst entscheiden kรถnnen, ob es einem den Preis wert ist. Ich finde es auch absolut ok zu fragen und in Hoffnung zu sein, dass es kostenlos ist. Genauso konsumiere ich ja auch haufenweise kostenfreies Material, jedoch zu erwarten, dass es grundsรคtzlich kostenlos sein muss, finde ich sehr schwierig.
Dein Avatar-Beispiel finde ich sehr gut. Wenn ich z. B. ein Logo o. รค. in Auftrag gebe, gehe ich nie davon aus, dass es gratis ist. Zwar habe ich eine Vorstellung, weil ich eben nicht unendlich Geldmittel habe und halt auch nicht erwรคhnenswert etwas einnehme, aber ich habe bisher immer nach dem Preis gefragt und zum Glรผck (fรผr mich) kam es immer auch zu einer Einigung :-) Auf den Gedanken, dass die Angefragten mir gratis etwas designen/zeichnen werden, weil es ihnen ja Spaร macht, bin ich nicht gekommen. Genau deshalb wirkt diese Anspruchshaltung auf mich befremdlich.
Liebe Grรผรe
Sandra
Hallo Sandra,
wir hatten uns ja in den letzten Tagen immer wieder รผber das Thema ausgetauscht. Dabei habe ich ja auch eine recht aufwendige Podcastproduktion, die zudem auch noch viel regelmรครiger erscheint, mit den Massen an Hobbykรผnstlern verglichen, die auf (Weihnachts)Mรคrkten ihre selbstgemachten Hobbywaren zum Verkauf anbieten.
Hobbys kosten nun mal Geld und manche Ergebnisse lassen sich verkaufen, vermarkten etc., damit das Geld wieder reinkommt oder gar Gewinn entsteht. Manchmal mรถchten wir aber einfach auch nur eine kleine Anerkennung von Zeit, Aufwand, Material etc. und damit, dass wir Leuten etwas zur Verfรผgung stellen, dass uns nun mal Geld kostet. Das geht halt gut mit Feedback, Bewertungen oder ein „paar Mark“ oder auch Werbung.
Ich denke da auch an die Leute, die wenig Geld haben und gerne Bloggen. Viele suchen sich einen kostenfreien Bloganbieter und nehmen damit bereits Werbung auf dem Blog in Kauf. Mรผssen Leute auf ihr Hobby verzichten, weil das Geld fehlt? Wenn es viele begeisterte Lesende und Hรถrende gibt, warum nicht unterstรผtzen, wenn ein Gerรคt kaputtgeht oder die nรคchste Rechnung die Kasse sprengt.
Darf mir mein Brotjob jetzt eigentlich auch kein Spaร mehr machen?
Viele Grรผรe
Ariane
Hi Ariane
Dein Job macht dir Spaร? :-o Auweia, da sollte dir gleich das Gehalt gekรผrzt werden :-D
Und JA – zu allem, was du sagst! Wir sitzen ja eh im gleichen Boot und dein Hinweis auf Kreative, die vielleicht nicht viel Geld fรผr ihr Hobby investieren kรถnnen, finde ich sehr gut. Es haben nicht alle das Glรผck, sich das alles leisten zu kรถnnen. Und den Hobbymarkt mรถchte ich sehen, auf dem Socken und Lesezeichen verschenkt werden. Aber da wird es vermutlich auch deutlicher und die meisten wรผrden zumindest etwas spenden, weil es ihnen unangenehm wรคre, physisch vorhandene Dinge einfach so anzunehmen.
Liebe Grรผรe
Sandra
An mein Herz! Ich kann in Dein Liedchen einstimmen …
Meine FF Seite wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Der gesamte Content – zwischenzeitlich mit Forum und Community – war immer kostenlos. Den Server habe ich immer selbst gezahlt, fรผr die Artikel nie Geld gesehen. Werbung wollte ich wie Du auch nie schalten, weil sie mich einfach stรถrt und es idR auch unmรถglich ist, genau zu reglementieren, fรผr WAS da im Endeffekt Werbung gemacht wird. Wรคhrend der Community-Zeit gab es ein paar Leute, die ab und an etwas gespendet haben. Aber ich glaube, insgesamt kam das in Summe der 25 Jahre nicht an eine einzige Jahresrechnung fรผr den Server heran. ^^‘
Seit ich wegen der Schriftstellerei bei der VG-Wort angemeldet bin und darรผber auch die Webseite abrechnen kann, kommt aus der Richtung ein bisschen Geld, da hรคtte ich mich vielleicht frรผher drum kรผmmern kรถnnen, habe aber immer den Aufwand und die Einarbeitung in dieses komplexe Gebilde gescheut …
Was die FF-Seite angeht – war es fรผr mich immer ok. Ich habe sie immer als Hobby gesehen und das wird sie bleiben. Und ich habe mich ja auch selbst aktiv gegen die Werbung entschieden, eine Entscheidung, die ich mit jedem neuen Angebot wieder treffe. Und meine Unterstรผtzungsanfrage ist auch – wie es sich gehรถrt – verschรคmt klein und unauffรคllig in den Tiefen der Webseite versteckt … ^^‘
Anders sieht es da mit dem Schreiben – respektive Deinem Strick-Pulli – aus. Sowas macht mich ehrlich wรผtend. Dass beim Autor nur der viel gerรผhmte Euro pro verkauftem Buch hรคngen bleibt und sich das bei unbekannten Autoren natรผrlich niemals rechnen kann, wenn man die vielen Arbeitsstunden sieht, die darin stecken – geschenkt.
Kotzig werd ich mittlerweile was Lesungsanfragen angeht … „Ein Honorar kรถnnen wir leider nicht zahlen“. Ja? Schade, und ich kann nicht 2-3 Stunden + Vorbereitungszeit & Fahrtkosten einfach verschenken, weil ich dabei soviel Spaร habe. Selbst, wenn ich am Ende ein Buch verkaufe, an dem ich 1-3โฌ verdiene …
Ich verstehe das nicht. Ich erwarte wirklich keine Unsummen, aber dass man nicht mal am Ende den Hut rumgehen lassen kann, um zumindest zu versuchen, den aufgetretenen Kรผnstlern eine minimale Aufwandsentschรคdigung anbieten zu kรถnnen … da schwillt mir der Kamm. Vor allem, wenn diese Anfrage nicht vom gemeinnรผtzigen Verein XY, sondern von der groรen Buchhandlungskette kommt …
Von den unzรคhligen „Du kannst mir ja mal Dein Buch schenken“ reden wir am besten gar nicht …
Woher diese Gratismentalitรคt kommt? Ich habe keine Ahnung. In Teilen kann ich mich davon aber nicht ausschlieรen. Ich habe EIN Zeitungsabo, lese aber online auch in 2-3 anderen gern, sofern ich die Mรถglichkeit habe. Ich unterstรผtze finanziell 1-2 Streamer oder Youtuber, die ich gern sehe. Nicht alle 10 … Wenn ich wirklich nur das konsumieren dรผrfte, was ich mir leisten kรถnnte, hรคtte ich plรถtzlich ziemlich viel Zeit รผbrig. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass es nicht selbstverstรคndlich ist, was ich so alles lesen/sehen/hรถren darf, ohne gezwungen zu sein, alles einzeln zu bezahlen. Daher unterstรผtze ich im Wechsel, was ich kann, und versuche anderes als Austausch zu sehen.
Hi Miri
Au man … das was du bez. der Lesungsanfragen sagst, ist wirklich hart – da geht mir der Hut hoch, den du eigentlich rumgehen lassen mรผsstest. Und ich halte es auch wie du, ich unterstรผtze mal hier, mal da, denn meines Erachtens macht auch Kleinvieh Mist – und wenn es „nur“ Wertschรคtzung ist. Davon abgesehen, erwarte ich aber auch keine solche Unterstรผtzung, mรถchte aber auch nicht lesen oder hรถren, dass Kreative, die keine Dinge produzieren, die man „anfassen“ kann, NICHTS fรผr ihre Dinge verlangen dรผrfen. Diese Erwartungshaltung finde ich sehr seltsam.
Vielleicht muss man aber auch selbst betroffen sein, um das nachvollziehen zu kรถnnen? Das kรถnnte ich mir tatsรคchlich auch gut vorstellen.
Ach – auch das noch. Meine liebe Miri – es wird allerhรถchste Zeit, dass du bald ganz viel Support und echtes Geld fรผr deine tollen Projekte bekommst. Ich freue mich schon, dass ich bald ein klitzekleines bisschen dazu beitragen kann *hugs*.
Liebe Grรผรe
Sandra
Liebe Sandra!
Interessanter Gedankengang, den ich absolut nachvollziehen kann. Mir ging es hรคufig so, als ich zB noch aktiv viel gezeichnet habe – in meiner Freizeit.
Andererseits ertappe ich mich andersherum bei รคhnlichen Gedanken. Einen Preis fรผr etwas festzulegen, an dem ich einfach Freude hatte es zu machen (und es doch sowieso gemacht habe), dad fรคllt mir unglaublich schwer und dann wรผrde ich gern alles einfach fรผr lau machen ๐
Seltsame Gedanken, die man so hat.
Alles Liebe!
Gabriela
Hi Gabriela
Oh, du zeichnest, wie schรถn! Warum habe ich davon noch nie etwas gesehen? ;-)
Zu deinem Punkt – ich kann auch deinen Aspekt gut nachvollziehen und du hast recht, seltsame Gedanken, die man so hat. Denn eigentlich ist alles, das wir als Kreative erschaffen etwas wert. Es muss ja nicht immer in Geld aufgewogen werden. Auch Wertschรคtzung ist eine sehr wohltuende „Bezahlung“ *hug*.
Liebe Grรผรe
Sandra