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Bloggerleben

Content MUSS kostenlos sein

Kaffeetasse unten rechts, darüber eine braune Müslischale mit Heidelbeeren und links sind eine Computermaus und ein Notebook im Ausschnitt zu sehen

Ja, warum eigentlich?

Es ist Montagmorgen, gleich geht die Arbeitswoche los. Aber in mir brennt noch immer ein Gedanke, der mich das Wochenende über begleitet hat. Woher eigentlich kommt der Anspruch, dass jeglicher Content nichts kosten darf?

Ich muss erläutern. Über die Jahre, in denen ich blogge, Rezensionen schreibe, Social Media-Content erstelle, Podcasts produziere und das alles sowohl mit anderen als auch in Eigenregie, beobachte ich immer wieder, dass das Produzieren von Inhalten scheinbar keinen Wert hat. Zumindest keinen, der es auch wert wäre, dass dafür gezahlt werden würde. Es ist sogar verpönt, teils wird es als Bettelei empfunden, wenn irgendjemand auch nur ausspricht, dass man sie/ihn unterstützen könnte. Immer freiwillig natürlich.

Dabei meine ich ausdrücklich nicht, dass Inhalte IMMER bezahlt werden sollten. Podcasts und Beiträge hinter eine Paywall müssten – keineswegs! Es geht mir darum, dass es eine Haltung zu geben scheint, die Texte, Bilder, Audios und auch Videos, die in den Abendstunden, an den Wochenenden oder wann auch immer die Kreativen es erstellen, kostenlos sein müssen. Und zwar, weil es ja Spaß macht, weil es nicht der Job ist und man es sozusagen ja sowieso macht.

Warum mich das so sehr bewegt?

Früher habe ich viele Handarbeiten gemacht, viel gestrickt, gehäkelt, gebastelt. Viele von euch werden das selbst kennen. Bewunderer der Ergebnisse gibt es viele und dann kommt auch immer mal:

Strick mir doch auch mal einen Pulli.

Klar – wären dann Eur 300, Freundschaftspreis, inklusive Material.

Hä? Du machst das doch so gerne. Nee, lass mal.

Und? Schon mal erlebt? Nur weil ich in meiner Freizeit Pullis gestrickt habe, war das Ergebnis nichts wert. Ich wette, wenn ich das Angebot in einem hippen Wollgeschäft gemacht hätte, wäre es manchen vielleicht etwas teuer gewesen, aber es hätte sicher niemand daran gezweifelt, dass es eben GELD kostet, wenn die Stricker*in Zeit, Material und Kreativität aufwendet.

Warum also ist es verpönt, wenn Menschen, die beim Erzeugen von Inhalten Spaß haben, die wiederum von anderen mit Freude konsumiert werden, mit (kleinen) finanziellen Gesten unterstützt werden? Warum wird das von einigen konsequent ausgeschlossen? Warum wird kritisiert, dass manche Werbung in ihren Podcasts schalten oder Werbe-Pop-Ups auf ihren Webseiten haben?

Foto Frau mit Brille vor Bücherregal

Ich selbst mag keine Werbung, ich mag sie weder im TV, noch in Podcasts oder auf Blog-Seiten. Aber ich respektiere die Entscheidung, Werbung einzusetzen und verstehe den Hintergrund sehr gut.

Vor allem … was wäre die Konsequenz, wenn Dinge, bei denen man Spaß hat, nichts kosten dürfen? Darf also niemand bei bezahlter Arbeit Spaß haben? Was für ein dystopischer Gedanke, könnte glatt ein Plot-Bunny sein. Aber hey, falls ich dies jetzt als Grundlage für eine Kurzgeschichte hernehme, MUSS ich die natürlich kostenlos anbieten. Schließlich wird mir das Schreiben sicher Spaß machen. Ebenso wie dieser Beitrag und das stundenlange Planen des neuen Podcasts-Projekt am letzten Wochenende.

Fast vergessen – ich habe gerade auch noch einen bezahlten Auftrag, an dem ich in meiner Freizeit arbeite. Ich sollte dringend aufhören, dabei Spaß zu haben!

Das hier hätte deutlich länger werden können, aber so viel (unbezahlte) Zeit habe ich gerade nicht. Fühlt euch herzlich willkommen in den Kommentaren, freue mich auf eure Meinungen.

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19 Comments

  • Michael Kleu
    14. September 2023 at 15:29

    Spannender Artikel!

    Ich habe kürzlich einen Artikel für eine bekanntere Zeitschrift geschrieben, für den ich ein ziemlich hohes Honorar bekommen habe. Der Artikel wurde im gedruckten Magazin verkauft und stand auch online hinter einer Paywall zur Verfügung. Wenig später wurde der Artikel in einem Schwestermagazin zweitverwertet, wobei er diesmal dann parallel auch kostenlos auf der Internetseite des betreffenden Magazins zur Verfügung stand. Mann musste sich aber auf der Magazinseite registrieren, um ihn lesen zu können.

    Es kam dann Kritik bei interessierten Leser*innen auf, weil es ja wohl ein wenig viel verlangt sei, wegen eines Artikels, den man lesen möchte, seine E-Mail-Adresse irgendwo anzugeben.

    Da dachte ich mir dann schon: Ich habe richtig viel Arbeit in den Artikel gesteckt und meine Auftraggeber*innen viel Geld. Ist es jetzt wirklich zu viel verlangt, sich wenigstens zu registrieren, um ihn „kostenlos“ lesen zu können? Das fand ich schon bemerkenswert.

    Reply
    • booknapping
      20. September 2023 at 06:45

      Hallo Michael
      Danke, dass du deine Erfahrungen teilst. Diese Mentalität, dass alles und immer kostenlos sein muss, ist wirklich anstrengend. Vieles wirkt auf Menschen auch nur gratis, obwohl es das gar nicht ist. Ich denke dabei nur an Abos für Streamingdienste und Audioplattformen.
      LG
      Sandra

      Reply
  • Charlie von Buchtrunken
    3. August 2023 at 08:24

    An deinem Beispiel, und auch aufgrund meiner eigenen Erfahrung, finde ich es eigentlich immer mit am traurigsten, dass (enge) Freunde und Personen die einem Nahestehen am wenigsten bereit sind für etwas zu zahlen. Ja, ich verstehe das auch irgendwo. Wenn einem eine Freundschaft einen Vorteil bringen kann (auch wenn es „nur“ eine kleine selbstgemachte Sache ist) warum nicht auch hin und wieder mal nutzen? Aber die Erwartungshaltung ist in solchen Fällen meist eine ganz andere: Wir sind befreundet also MUSST du mir einen Vorteil verschaffen. Andersherum betrachtet sehe ich folgendes: ich habe endlich den Mut meinen Traum zu verwirklichen / nehme mir die Zeit etwas schönes zu schaffen und diese enge/nahestehende Person glaubt nicht genug an mich, um mich zu unterstützen. Klar, 300,- für einen Pulli hat nicht jeder, aber auch da findet man eine Lösung – wenn man fragt und sich nicht partout gegen Bezahlung wert.

    Ich arbeite seit Jahren im Marketing und noch länger bin ich (aktiv aber auch als stille Leserin) in der Blogger-Szene Unterwegs. Ich habe beobachtet, dass hier nochmal ein ganz anderer Anspruch an Content und dessen Bezahlung gesetzt wird, als noch vor ein paar Jahren. Bezahlung in der Blogger-Sphere war, bis auf ganz wenige ausnahmen, schon immer schlecht – 2010 noch, weil es so neu war, dass niemand so recht wusste, wer was verlangen darf. Dann kamen diverse Blogger-Events auf, sodass man wenigstens ein tolles Erlebniss für seine Arbeit bekommen hat. Erinnerungen sammeln – auch nicht schlecht. Aber durch Social Media Marketing und anderen Plattformen hat sich das noch einmal deutlich gedreht. Auf Blogs gibt es nicht mehr den hohen Traffic wie auf Instagram und Co. Obwoh in der Erstellung und Planung von langem Content oft mehr Zeit investiert wird, sinkt die Bereitschaft sich das ganze anzuschauen (hallo TikTok) und damit auch die Bereitschaft der Firmen dafür angemessen zu zahlen. Die Firmen, die gar nichts zahlen wollen sind einfach nur dreist. Keine Frage. Mittlerweile wird man als Gegenzug nicht einmal mehr mit einem schönen Erlebnis „bezahlt“. Wenn man Glück hat bekommt man ein kostenloses Rezi-Exemplar und ist das mit seinem Beitrag noch an X Auflagen gebunden. Schade. Zu, Glück lieben wir was wir tun und nehmen uns die Zeit dafür gern, denn so schnell wird sich das nicht ändern.

    Reply
    • booknapping
      3. August 2023 at 09:52

      Hallo Charlie,
      schön, dass du hergefunden hast :-) Ich kann gut verstehen, wovon du sprichst. Einfach mal fragen und drüber reden würde schon viel ausmachen. Ich gehe erst einmal nie davon aus, dass ich etwas kostenlos bekomme, egal von wem. Für mein Logo, das Logo für unseren Podcast und für viele andere Dinge habe ich auch bezahlt und dabei war es egal, wie gut ich die Menschen kenne, die mir die Leistung oder Dinge gegeben haben.

      Und danke dir auch für deine Eindrücke zum Thema Social Media Marketing, ich bin da als „Micro-Influencer“ nicht so erfahren, wenn es um Bezahlung von Posts geht. Da mehr Einblick zu bekommen, finde ich spannend.

      Deine Seite sieht übrigens richtig klasse aus, ich wünsche dir damit ganz viel Erfolg und habe deinen RSS-Feed direkt in meinen Reader mit aufgenommen.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Tobi
    2. April 2023 at 17:04

    Liebe Sandra,

    ein interessantes Thema und unterhaltsam zu lesen. Am Ende kann man das sehen wie man möchte, es ist eine Frage des Marktes. Wenn man Inhalte bietet, die begehrt sind, dann kann man dafür auch etwas ausrufen. Und wenn man sich so umsieht, dann wird man mit Meinungen und Kommentaren ja komplett geflutet. Es gibt einfach ein Überangebot und auch wenn viel Zeit in den eigenen Blog oder den Social Media Accounts investiert wird, ist das Angebot insgesamt so groß, dass niemand dafür etwas zahlen wird und auch niemand die Wertschätzung aufbringen wird. Ich kenne auch ein paar YouTuber, die Patreon nutzen und darüber zusätzliche Inhalte anbieten. Eine gute Nische bringt da schon eine zahlende Leserschaft. Aber es ist schwer und soweit ich das immer beobachte, nur dann erfolgreich, wenn ein wirklicher Mehrwert für den Kunden geschaffen wird. Interessant wäre es, ob das im Buchbloggerbereich möglich ist. Also via Patreon zusätzliche Inhalte anzubieten.

    Ein sehr schöner Beitrag!

    Liebe Grüße
    Tobi

    Reply
    • booknapping
      2. April 2023 at 19:44

      Lieber Tobi,
      danke für das Lob und deine Gedanken zum Thema! Ja, Wertschätzung ist wirklich so eine Sache, die leider zu wenig stattfindet. Ich empfinde ja schon einen Kommentar, so wie deinen jetzt, als wertschätzend. Aber anscheinend sind die meisten es eben mittlerweile gewohnt, dass alles kostenlos ist und daher wird oft noch nicht einmal bewertet, kommentiert oder ähnliches. Dennoch geben wir nicht auf – da spreche ich vermutlich auch für dich :-)
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Miss Booleana
    2. April 2023 at 12:22

    Leider kenne ich das als inzwischen freizeitlich und vorrangig hobbymäßig Kunstschaffende nur zu gut. Es will niemand bezahlen. Und deswegen habe ich einen anderen Job, von dem ich meinen Lebensunterhalt bezahlen kann.
    Der macht mich nicht unglücklich. Aber die Einstellung zu „zeichne mir mal was“ schon.

    Reply
  • Eddy
    15. März 2023 at 07:24

    Danke für diesen Artikel, Sandra: ein spannendes Thema, das immer wieder Anlass für kontroverse Diskussionen bietet. Ich empfehle den Beitrag unseren Leserinnen und Lesern gerne weiter.

    Beste Grüße,
    Eddy

    Reply
    • booknapping
      15. März 2023 at 19:02

      Danke, Eddy, das freut mich sehr! Es ist ein so vielschichtiges Thema mit ganz unterschiedlichen Aspekten. Aus mir musste es vor allem erst einmal raus, es hat gut getan :-)
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • nicci trallafitti
    14. März 2023 at 00:03

    ich hatte das kürzlich in meiner story drin, da ich es sehr befremdlich finde, dass gerade von blogger*innen meistens (fast immer) erwartet wird, dass wir alles kostenlos machen. früher habe ich mich über viele kooperationen gefreut, da ich ja immerhin bücher bekomme oder ein schickes blogger-badge. die zeiten sind aber vorbei, ich bin mittlerweile selbstständig und kann weder von badges noch von rezensionsexemplaren leben.
    ich frage mich generell, wieso es klar ist, dass man für anderes handwerk geld verlangen darf, es aber verpöhnt ist, als bloggerin zu sagen: jo werbung bei mir für dein buch kostet aber geld.
    wünschen würde ich mir an dieser stelle, dass mehr menschen aus dem kreativen bereich, egal ob bloggende, freie journalist*innen, artists, podcaster*innen, influencer*innen etc. ihren wert erkennen. immerhin ist das alles arbeitszeit, die man investiert.
    und ob man das angebot dann nutzen möchte, bleibt ja jedem selbst überlassen.

    lg
    nicci

    Reply
    • booknapping
      15. März 2023 at 19:08

      Hi Nicci
      Im Grunde ist das ja ein Teil eines Themas, das immer wieder mal hochkommt. Mir kam tatsächlich am meisten hoch, dass es anscheinend sogar verpönt ist, überhaupt die Möglichkeit anzubieten, dass man spenden/zahlen kann. Ich kann deinen Punkt auch sehr gut nachvollziehen und finde super, dass du es durchziehst und auch den Weg in die Selbstständigkeit gewählt hast! Für jede*n gibt es einen Weg und ich finde, das alle Aspekte absolut legitim sind, solange man sich selbst dafür entscheidet.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Sahtep
    13. März 2023 at 11:40

    Komplexes Thema. Ich selbst entwickle Software und habe viele freischaffende Bekannte die da in ähnliche Probleme laufen „das bisschen Software!“ – da stellt sich zwar nicht die Frage nach „kostenlos“ aber schon nach einem realistischen Preis (wie, Du machst das nicht für (umgerechnet) 30 Cent /Stunde?) ^^°

    Meine Meinung ist da eigentlich immer sehr pragmatisch: Jede*r darf machen was er*sie möchte.
    Heißt für mich – Paywall für Podcasts? Klar. Als Hörer habe ich ja die Wahl zu zahlen und zu hören oder eben nicht zu zahlen und nicht zu hören.
    Natürlich ist mir da Werbung dann lieber ^^ Aber Prinzipiell – wer bin ich, da Ansprüche zu stellen?

    So ähnlich sehe ich das auch beim Beispiel Pullover. Natürlich kann ich jemanden der strickt fragen, ob der*die mir einen Pullover strickt.
    Natürlich darf der*die dafür auch einen Preis aufrufen.
    Heißt aber natürlich trotzdem, dass ich mich dann ggf. entscheiden darf, dass mir der Pullover das dann nicht wert ist. Nur weil ich gerne einen Pullover hätte heißt das ja nicht, dass ich bereit bin jeden Preis zu zahlen – oder jeden Preis zahlen kann… -aber ja, quasi zu „erwarten“ das es mir „geschenkt“ wird ist natürlich auch sehr, sehr … dreist ^^°

    Ich kenne das persönlich auch aus der Kunst-Bubble. Habe mir vor ein paar Jahren einen Avatar zeichnen lassen. Mir war klar, das wird was kosten. Hab dann gefragt und entschieden 1. ich kann mir den Avatar tatsächlich leisten und 2. er ist mir (ich benutzte den nur privat für mich) das auch wert.

    Kurzfazit: „Muss alles immer kostenlos sein?“. Meine Antwort ist: Nein. Aber ich muss auch nicht alles mitmachen.
    Aber ja, das eigentliche Problem sehe ich da in der Anspruchshaltung einiger (sicher nicht aller, aber vermutlich der lauten) Nutzer, an den*die Schaffende*n Ansprüche stellen zu können.

    Liebe Grüße,
    Sahtep

    Reply
    • booknapping
      15. März 2023 at 19:19

      Hi Sahtep
      :-D Ich bin da echt ganz bei dir. 30 cent/Stunde hahaha – genau das. Und ja, jede* sollte immer selbst entscheiden können, ob es einem den Preis wert ist. Ich finde es auch absolut ok zu fragen und in Hoffnung zu sein, dass es kostenlos ist. Genauso konsumiere ich ja auch haufenweise kostenfreies Material, jedoch zu erwarten, dass es grundsätzlich kostenlos sein muss, finde ich sehr schwierig.

      Dein Avatar-Beispiel finde ich sehr gut. Wenn ich z. B. ein Logo o. ä. in Auftrag gebe, gehe ich nie davon aus, dass es gratis ist. Zwar habe ich eine Vorstellung, weil ich eben nicht unendlich Geldmittel habe und halt auch nicht erwähnenswert etwas einnehme, aber ich habe bisher immer nach dem Preis gefragt und zum Glück (für mich) kam es immer auch zu einer Einigung :-) Auf den Gedanken, dass die Angefragten mir gratis etwas designen/zeichnen werden, weil es ihnen ja Spaß macht, bin ich nicht gekommen. Genau deshalb wirkt diese Anspruchshaltung auf mich befremdlich.

      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Ariane
    13. März 2023 at 10:34

    Hallo Sandra,

    wir hatten uns ja in den letzten Tagen immer wieder über das Thema ausgetauscht. Dabei habe ich ja auch eine recht aufwendige Podcastproduktion, die zudem auch noch viel regelmäßiger erscheint, mit den Massen an Hobbykünstlern verglichen, die auf (Weihnachts)Märkten ihre selbstgemachten Hobbywaren zum Verkauf anbieten.
    Hobbys kosten nun mal Geld und manche Ergebnisse lassen sich verkaufen, vermarkten etc., damit das Geld wieder reinkommt oder gar Gewinn entsteht. Manchmal möchten wir aber einfach auch nur eine kleine Anerkennung von Zeit, Aufwand, Material etc. und damit, dass wir Leuten etwas zur Verfügung stellen, dass uns nun mal Geld kostet. Das geht halt gut mit Feedback, Bewertungen oder ein „paar Mark“ oder auch Werbung.
    Ich denke da auch an die Leute, die wenig Geld haben und gerne Bloggen. Viele suchen sich einen kostenfreien Bloganbieter und nehmen damit bereits Werbung auf dem Blog in Kauf. Müssen Leute auf ihr Hobby verzichten, weil das Geld fehlt? Wenn es viele begeisterte Lesende und Hörende gibt, warum nicht unterstützen, wenn ein Gerät kaputtgeht oder die nächste Rechnung die Kasse sprengt.
    Darf mir mein Brotjob jetzt eigentlich auch kein Spaß mehr machen?

    Viele Grüße
    Ariane

    Reply
    • booknapping
      15. März 2023 at 19:25

      Hi Ariane
      Dein Job macht dir Spaß? :-o Auweia, da sollte dir gleich das Gehalt gekürzt werden :-D
      Und JA – zu allem, was du sagst! Wir sitzen ja eh im gleichen Boot und dein Hinweis auf Kreative, die vielleicht nicht viel Geld für ihr Hobby investieren können, finde ich sehr gut. Es haben nicht alle das Glück, sich das alles leisten zu können. Und den Hobbymarkt möchte ich sehen, auf dem Socken und Lesezeichen verschenkt werden. Aber da wird es vermutlich auch deutlicher und die meisten würden zumindest etwas spenden, weil es ihnen unangenehm wäre, physisch vorhandene Dinge einfach so anzunehmen.

      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Mi
    13. März 2023 at 10:07

    An mein Herz! Ich kann in Dein Liedchen einstimmen …
    Meine FF Seite wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Der gesamte Content – zwischenzeitlich mit Forum und Community – war immer kostenlos. Den Server habe ich immer selbst gezahlt, für die Artikel nie Geld gesehen. Werbung wollte ich wie Du auch nie schalten, weil sie mich einfach stört und es idR auch unmöglich ist, genau zu reglementieren, für WAS da im Endeffekt Werbung gemacht wird. Während der Community-Zeit gab es ein paar Leute, die ab und an etwas gespendet haben. Aber ich glaube, insgesamt kam das in Summe der 25 Jahre nicht an eine einzige Jahresrechnung für den Server heran. ^^‘
    Seit ich wegen der Schriftstellerei bei der VG-Wort angemeldet bin und darüber auch die Webseite abrechnen kann, kommt aus der Richtung ein bisschen Geld, da hätte ich mich vielleicht früher drum kümmern können, habe aber immer den Aufwand und die Einarbeitung in dieses komplexe Gebilde gescheut …
    Was die FF-Seite angeht – war es für mich immer ok. Ich habe sie immer als Hobby gesehen und das wird sie bleiben. Und ich habe mich ja auch selbst aktiv gegen die Werbung entschieden, eine Entscheidung, die ich mit jedem neuen Angebot wieder treffe. Und meine Unterstützungsanfrage ist auch – wie es sich gehört – verschämt klein und unauffällig in den Tiefen der Webseite versteckt … ^^‘

    Anders sieht es da mit dem Schreiben – respektive Deinem Strick-Pulli – aus. Sowas macht mich ehrlich wütend. Dass beim Autor nur der viel gerühmte Euro pro verkauftem Buch hängen bleibt und sich das bei unbekannten Autoren natürlich niemals rechnen kann, wenn man die vielen Arbeitsstunden sieht, die darin stecken – geschenkt.
    Kotzig werd ich mittlerweile was Lesungsanfragen angeht … „Ein Honorar können wir leider nicht zahlen“. Ja? Schade, und ich kann nicht 2-3 Stunden + Vorbereitungszeit & Fahrtkosten einfach verschenken, weil ich dabei soviel Spaß habe. Selbst, wenn ich am Ende ein Buch verkaufe, an dem ich 1-3€ verdiene …
    Ich verstehe das nicht. Ich erwarte wirklich keine Unsummen, aber dass man nicht mal am Ende den Hut rumgehen lassen kann, um zumindest zu versuchen, den aufgetretenen Künstlern eine minimale Aufwandsentschädigung anbieten zu können … da schwillt mir der Kamm. Vor allem, wenn diese Anfrage nicht vom gemeinnützigen Verein XY, sondern von der großen Buchhandlungskette kommt …
    Von den unzähligen „Du kannst mir ja mal Dein Buch schenken“ reden wir am besten gar nicht …

    Woher diese Gratismentalität kommt? Ich habe keine Ahnung. In Teilen kann ich mich davon aber nicht ausschließen. Ich habe EIN Zeitungsabo, lese aber online auch in 2-3 anderen gern, sofern ich die Möglichkeit habe. Ich unterstütze finanziell 1-2 Streamer oder Youtuber, die ich gern sehe. Nicht alle 10 … Wenn ich wirklich nur das konsumieren dürfte, was ich mir leisten könnte, hätte ich plötzlich ziemlich viel Zeit übrig. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, was ich so alles lesen/sehen/hören darf, ohne gezwungen zu sein, alles einzeln zu bezahlen. Daher unterstütze ich im Wechsel, was ich kann, und versuche anderes als Austausch zu sehen.

    Reply
    • booknapping
      15. März 2023 at 19:33

      Hi Miri
      Au man … das was du bez. der Lesungsanfragen sagst, ist wirklich hart – da geht mir der Hut hoch, den du eigentlich rumgehen lassen müsstest. Und ich halte es auch wie du, ich unterstütze mal hier, mal da, denn meines Erachtens macht auch Kleinvieh Mist – und wenn es „nur“ Wertschätzung ist. Davon abgesehen, erwarte ich aber auch keine solche Unterstützung, möchte aber auch nicht lesen oder hören, dass Kreative, die keine Dinge produzieren, die man „anfassen“ kann, NICHTS für ihre Dinge verlangen dürfen. Diese Erwartungshaltung finde ich sehr seltsam.
      Vielleicht muss man aber auch selbst betroffen sein, um das nachvollziehen zu können? Das könnte ich mir tatsächlich auch gut vorstellen.

      Und meine Unterstützungsanfrage ist auch – wie es sich gehört – verschämt klein und unauffällig in den Tiefen der Webseite versteckt … ^^‘

      Ach – auch das noch. Meine liebe Miri – es wird allerhöchste Zeit, dass du bald ganz viel Support und echtes Geld für deine tollen Projekte bekommst. Ich freue mich schon, dass ich bald ein klitzekleines bisschen dazu beitragen kann *hugs*.

      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Buchperlenblog
    13. März 2023 at 09:46

    Liebe Sandra!
    Interessanter Gedankengang, den ich absolut nachvollziehen kann. Mir ging es häufig so, als ich zB noch aktiv viel gezeichnet habe – in meiner Freizeit.
    Andererseits ertappe ich mich andersherum bei ähnlichen Gedanken. Einen Preis für etwas festzulegen, an dem ich einfach Freude hatte es zu machen (und es doch sowieso gemacht habe), dad fällt mir unglaublich schwer und dann würde ich gern alles einfach für lau machen 😅
    Seltsame Gedanken, die man so hat.

    Alles Liebe!
    Gabriela

    Reply
    • booknapping
      15. März 2023 at 19:35

      Hi Gabriela
      Oh, du zeichnest, wie schön! Warum habe ich davon noch nie etwas gesehen? ;-)
      Zu deinem Punkt – ich kann auch deinen Aspekt gut nachvollziehen und du hast recht, seltsame Gedanken, die man so hat. Denn eigentlich ist alles, das wir als Kreative erschaffen etwas wert. Es muss ja nicht immer in Geld aufgewogen werden. Auch Wertschätzung ist eine sehr wohltuende „Bezahlung“ *hug*.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply

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