Vor gut einem Jahr hatte ich mir viel vorgenommen. In 2025 wollte ich Dinge anders machen, manches neu beginnen und einiges auch so lassen wie bisher. Meine Liste war ambitioniert und ich war enthusiastisch. Aber ganz ehrlich – es waren Pläne und diese können und dürfen sich jederzeit ändern.
Es ist Wochenende und gerade heute, jetzt, morgens um halb 7 tickt in mir der Gedanke, auf die Pläne zurückzuschauen und auch neue zu machen, denn da schwirren wieder einige in meinem Kopf herum.
Zeit für ein Recap der Pläne für das letzte Jahr
Dafür nehme ich mir die Liste aus dem damaligen Beitrag Long Live the Blog vor und gehe sie Step für Step durch. Ich bin selbst gespannt … denn wer erinnert sich noch exakt an die vor einem gemachten Pläne? Seid ehrlich zu euch ;-)

1) Den Blog für Beiträge priorisieren – Blog first, Social Media second
Tja – gleich beim ersten Punkt eine Niederlage. Denn ich habe mich nicht dran gehalten. Warum eigentlich? Wenn ich jetzt drüber nachdenke und zurückschaue liegt es wohl hauptsächlich daran, dass SoMe so viel leichter zugänglich ist. Und nicht nur für uns alle als Konsument*innen, sondern auch für diejenigen, die Content produzieren. Schnell ein Foto, ein bisschen Text. Mal ein Video, ein Eindruck in den Stories oder auch ein Reel. Haha tralala.
Aber stimmt das überhaupt? Ist es wirklich einfacher und vor allem: kostet es weniger Zeit als einen Beitrag für den Blog zu schreiben?
Es ist ein Trugschluss. Ich denke, ich habe mich da selbst belogen. Denn wer schon mal ein Reel erstellt hat, mit Effekten, Übergängen, Text, Audio, weiß wovon ich spreche. Das kann auch locker mal eine Stunde oder auch länger dauern. Oder auch Karussel-Beiträge, die zusammen eine große Leinwand ergeben. Für meine monatlichen Comic Picks beispielsweise kommen gleich mehrere Stunden zusammen inklusive Recherche, Gestaltung und Text. Dazu kommt die tägliche Arbeit „für“ den Algorithmus. Damit man nicht in der Flut der Beiträge untergeht, ist es wichtig selbst aktiv bei anderen zu sein. Vor und nach seinen eigenen Posts zu kommentieren, Beiträge zu speichern, zu teilen, bei Challenges mitzumachen undundund. Und das alles „nur“ auf einer Plattform, auf der ich die Regeln gar nicht mache. Why?
Oder macht es einfach mehr Spaß und ist daher der Weg einen Post auf Social Media zu veröffentlichen immer wieder mein erster Impuls gewesen?
Was ganz klar mehr Spaß macht, ist die Interaktion mit anderen. Denn die fehlt hier im Blog fast vollständig. Und wenn sie stattfindet, ist sie langsamer, viel asynchroner und auch anonymer.
Ein weiterer Aspekt ist ganz sicher auch die Zusammenarbeit mit Verlagen und Autor*innen. Denn auch für diese ist die Präsenz auf Social Media wichtig. Stellt sich die Frage – geht ein Blog heutzutage sogar eher unter in den KI-Antworten der Suchmaschinenergebnisse als ein gut designter Beitrag in Social Media? Vielleicht ja.
Vorhaben für 2026
Aber womöglich gibt es auch andere Wege. Mir schwebt die Idee eines Newsletters vor. Ich muss da noch einiges an Gedanken reinstecken. Aber ein monatlicher Newsletter, der den direkten Weg in die Mailer der interessierten Leser*innen findet. Der meine Aktivitäten eines Monats zusammenfasst, auf meine Blogbeiträge und Podcastfolgen verlinkt. Teaser beinhaltet, Hinweise auf Beiträge, Video, Casts anderer und vielleicht auch Gedanken, die für einen Beitrag zu kurz und für einen Newsletter aber spannend wären. Hin und wieder noch eine Verlosung – ich muss mir ganz klar noch Gedanken über die Rubriken machen, aber das Vorhaben ist gesteckt.
Und ich werde versuchen, mich nicht weiter dem Trugschluss hinzugeben, Social Media wäre immer leichter, einfacher, zumal ich weiß, dass dies ein Irrglaube ist. Also erneut: Blog first, SoMe second, für alles, das etwas längere Texte bedarf. Dann ist der SoMe-Beitrag anschließend ein guter Teaser für den Blog.
2) Ideen fürs Blog umsetzen (davon habe ich 100e, wie beispielsweise …
in Buchrezensionen, meine Eindrücke als Mensch mit Afantasie einfließen lassen)
Tja, das hat auch nicht geklappt. Ich habe nur wenige Rezensionen im Blog geschrieben und bin dabei auch nicht strukturiert auf meine Lesewahrnehmungen eingegangen. Auch meinen Podcast Wüste Texte zum Thema Lesen mit Afantasie habe ich inzwischen auf Eis gelegt. Es war ein Projekt zu viel, alles geht leider nicht, auch wenn ich gerne immer alles und noch viel mehr machen würde.
Beitragsideen habe ich weiterhin, ich werde mich einfach treiben lassen und schauen, worauf ich Lust habe. Meine monatlichen Comic Picks aus den Neuerscheinungen und etwas ähnliches für illustrierte Bücher stehen ganz vorne auf meiner Liste.
3) Podcasten und den Blog zur Unterstützung nutzen
Mal ein Punkt, den ich genau so umgesetzt habe :-) Zwar habe ich meinen Podcast Wüste Texte eingestellt, aber unser Comicpodcast Comicklatsch ist überaus lebendig und erscheint (circa) monatlich. Auch der mit Breedstorm gemeinsam produzierte Thaumaturgische Lesekreis über phantastische Literatur ist in 2025 um ein paar Folgen gewachsen.
Im Blog hatte ich Quartalsrückblicke gepostet und darin gegebenfalls auf die einzelnen Podcastfolgen verlinkt. Das werde ich so aber nicht weiterführen, weil es sehr viel Arbeit macht und dann doch nur wenige zu interessieren scheint.
4) Lesen (natürlich) und das möglichst vielseitig
Den Punkt habe ich geschafft! :-)
5) Projekte mit Freund*innen umsetzen, wie z. B. Videos mit Ariane
Das hat auch geklappt, wenn auch da aber noch Luft nach oben ist.
6) Weiter Sport treiben, wieder mehr schwimmen + wandern (nicht bis Polaris, aber fast!)
Zwar bin ich in Kilometern nicht bis Polaris geschwommen, aber zumindest dieser Sport ist zu einer Gewohnheit geworden. Ein paar Handicaps haben für einige Auszeiten gesorgt, aber ich bin weiterhin dran. Fürs Wandern müssen die Knie sich noch etwas besser dabei (an)fühlen, aber auch da bin ich dran. Kommt also auch auf die Liste für 2026.
7) Stetig weiter aussortieren – Dinge abgeben, es soll nie zu voll werden (dafür muss es aber erstmal deutlich leerer werden)
Hmmm, mäßiger Erfolg, sage ich mal. Ich habe zwar im letzten Jahr immer wieder aussortiert, jedoch bin ich da nicht so gut vorangekommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Seit Anfang dieses Jahres aber, verfolge ich ein neues Konzept beim Aufräumen. Ich nehme mir Raum für Raum vor (habe im Keller angefangen) und widme mich täglich 30 Minuten dem jeweiligen Aufräumprojekt. So komme ich Stück für Stück voran und ich kann schon erste Erfolge verzeichnen! Ich halte mich nicht dran, wirklich jeden Tag die 30 Minuten zu investieren, aber insgesamt klappt es super und ich verzettele mich nicht mehr so oft.
8) Mich wohl fühlen, glücklich sein, Stress vermeiden
Mit dem Jobwechsel Mitte 2024 habe ich da einen großen Schritt hin zu weniger Stress und viel mehr Wohlfühlen gemacht. Perfekte Entscheidung und lasst euch bloß nicht einreden, auch nicht von euch selbst, dass ihr für irgendwas zu alt seid. Punkt 8) bleibt im Plan für 2026 und darf niemals aus den Augen verloren werden.
9) Und vielleicht doch mal was vom SuB lesen :-D
Äh, hab‘ das wirklich ich geschrieben? Das hat fast gar nicht geklappt … Für dieses Jahr habe ich ein Flowchart angelegt, das mir bei der Auswahl meiner Lektüre hilft. Allen voran, die Rezensionsexemplare gerecht verteilt zu lesen, viel Abwechslung zu haben und auch mal was vom Stapel ungelesener Bücher einzustreuen. Bisher läuft es damit sehr gut. Das Flowchart ist übrigens Teil meines neuen Reading Journals, das ich unbedingt auch mal in einem Blogbeitrag zeigen möchte. Gleich wieder eine Idee, s. Punkt 2).
10) Und ganz ganz vielleicht auch neue Kurzgeschichten schreiben oder sogar was Größeres anfangen
Noch ein Fail. Ich habe nicht an Storys oder gar einem Roman geschrieben. Dafür habe ich viel Zeit auf Social Media verplempert. Doom Scrolling, ihr wisst schon …
Ich nehme mir nicht fest vor, dieses Jahr an Projekten weiterzuarbeiten. Aber vielleicht tue ich es trotzdem, ich lasse mich überraschen.
11) Blog-Frühjahrsputz wäre auch mal was …
In 2025 habe ich es nicht geschafft, aber tatsächlich habe ich mit dem Aufräumen im Blog schon angefangen, in diesem Jahr. Da ist noch etliches mehr zu tun und ganz klar im Plan für 2026!
12) Ach, und eine Liste mit all meinen Comics würde ich auch gerne noch anlegen
Auf was für verrückte Ideen ich Anfang 2025 doch gekommen bin :-D Natürlich habe ich keine Liste angelegt. Und ich werde mir das auch nicht nochmal vornehmen. Zumindest nicht für 2026.
Ein neuer Punkt für 2026
Gerade hadere ich damit, diesen Beitrag ohne zusätzliche Bilder zu veröffentlichen. Dieses Gefühl, dass da noch was fehlt, es nicht „schick“ genug aussieht und so doch nicht raus kann, habe ich immer, wenn ich Beiträge für den Blog erstelle. Und das ist auch einer der Punkte, weshalb ich oft sehr lange an den Posts sitze. Daher: Ich nehme mir vor, da flexibler zu sein. Auch mal Bildchen wegzulassen. Und einfach so ohne Tütü zu veröffentlichen.
Daher sieht dieser Beitrag so aus wie er aussieht. Erster Schritt ist getan. Habt ihr trotzdem bis hierher gelesen? Ich lasse es auf mich zukommen …
Stark, dass du den Rückblick gewagt hast. Man reflektiert ja nicht so gern, wenn was vielleicht anders lief als erwartet oder angekündigt. Umso cooler, dass du offen sagst „belüge ich mich da selbst?“ Von wegen Social Media vs Blog. Das fiese ist ja, dass Social Media so gemacht ist, dass wir uns quasi nur selber anlügen können bzw. ist es die Täuschung per se. Man nehme die Algorithmen alleine, die einen auf der Plattform halten, aber eigentlich nur 50% Profile nicht gefolgter und Werbung einspielen. Ich bin dort kaum noch. Vielleicht mal, wenn ich krank bin oder auf jemanden warte und eh Zeit vergeude … . Man muss schon sehr aktiv in einer bestimmten Bubble sein, damit man konsequent in SoMe Aufmerksamkeit bekommt. Du bist das (vermute ich), ich bin es nicht. Wenn ich mal ein, zwei Tage mehr Mütter-Content suche oder Film-Krams lese und like, zeigt es mir Bücher- und Comic-bezogene Profile wie deinen schon wieder nicht mehr an, es sei denn, wenn ich explizit danach suche. (Gefolgt-Feed und Für dich-Feed hin oder her …) Aber du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass SoMe Auftritte eben gutes Marketing sind und die reaktionen ad hoc kommen, nicht so wie beim Blog. Sieht man ja an mir gerade …
Allein dafür, dass du das selber so zusammenfasst und trotzdem auf den Blog pochst und dranbleibst, feiere ich dich sehr. Blogs haben eben andere Stärken. Dass sie mehr in den KI-Antworten auftauchen ist ein Argument, dass ich bisher noch gar nicht gehört habe. Aber jetzt, wo du es sagst: so ist es tatsächlich. Es sei mal dahingestellt, ob das gut oder schlecht ist. Ich finde das ja eher schlecht, aber für andere ist das wichtig.
Vermutlich ist der Inhalt auf SoMe 1. zuviel für die LLMs und 2. zu schwer durchsuchbar und kategorisierbar. Die hashtags sollten eigentlich hilfreich sein, aber bei Bildern müsste wahrscheinlich immer Bilderkennung gemacht werden, wohingegen Text auswerten im Vergleich „billiger“ ist. Nun ja. Sehr spannend.
Aber wie du siehst: ich lese weiter mit. :D
Und: Respekt für die Anzahl deiner Ziele und die vielen abgehakten.
Danke dir! Ich bin sicher, du weißt, wie gut es tut, einen Kommentar im Blog zu erhalten. Ich versuche mir eine Routine anzugewöhnen und regelmäßig Blogs zu lesen, denen ich folge. So ganz klappt das noch nicht, es gibt zu viele Dinge, die ich gerade versuche, in Routinen unterzubringen, aber ich bin zuversichtlich.
Und ja, auf SoMe muss man aktiv sein und ich mag es auch dort sehr. Der Austausch ist wertvoll und bereichert mich. Wenn ich dann aber das dort Festhängen noch ändern könnte wäre es ein echtes Enhancement.
Zurückzublicken und einzusortieren, wie meine Pläne so gelaufen sind, sehe ich als eine Art Realitätscheck für mich. Finde das sogar angenehm und gibt mir Energie für die nächsten Vorhaben. Bezüglich der KI-Antworten habe ich nicht gemeint, dass Blogs häufiger in diesen auftauchen, sondern, dass sie gar nicht erst in diesen einbezogen werden und nur weiter unten in den Suchergebnissen erscheinen. Allerdings – mag ich das :-)
Danke fürs Lesen und ich nehme mir jetzt erstmal vor, überhaupt hier wieder was zu schreiben, im Blog. Gerade war ich nämlich mit den Gedanken schon wieder beim nächsten SoMe-Post …
Apropos freuen über Kommentare: schönes neues Theme! Ich hab kurz geschwitzt, ob unser gemeinsam erarbeitetes Logo es nochmal reingeschafft hat, haha. :D Schön, dass es noch da ist! (Es ist natürlich klar, dass das deine Sache ist, ob du es mal eines Tages nicht mehr mit deinen Wünschen vereinbaren kannst. Aber man freut sich eben.)
Haha – danke! Ich war allerdings mal wieder zu ungeduldig und deshalb ist alles nur halb fertig. Aber mir gefällt der neue Look auch sehr. Und natürlich ist unsere gemeinsam erarbeitete Assel noch da :-)
Liebe Grüße
Sandra