Ein Wiedersehen mit dem Lindwurm Hildegunst

Auf dem Sterbebett vermacht der 888 Jahre alte Lindwurm Danzelot von Silbendrechsler seinem Dichtpatensohn Hildegunst von Mythenmetz einen ganz besonderen Text. Es sei dasย kostbarste Manuskript aller Zeiten und absolut einmalig. Leider erliegt Danzelot seiner Grippe und so bleibt dem jungen und noch unerfahrenen Hildegunst nur, sich selbst ein Bild von seinem Erbe zu machen. Als er den Text liest, ist er sich sicher: sein Lehrmeister hatte recht! Nur wer hat diese erfรผllenden Seiten verfasst? Ist der Autor ebenfalls ein Lindwurm? Wo lebt er?

Hildegunst sieht nur einen Weg, um dieses Rรคtsel zu lรถsen. Er muss nach Buchhaim! In die Stadt der Bรผcher unter dem das legendรคre Bรผcherlabyrinth liegt. Wenn jemand diese Worte geschrieben hat, dann MUSS er in Buchhaim zu finden sein. Wo sonst? …

(Nicht nur) fรผr Buchliebhaber

Vor ein paar Monaten las ich davon, dass es eine Comicadaption eines meiner Lieblingsbรผcher geben sollte: „Die Stadt der trรคumenden Bรผcher“ von Walter Moers. Sofort landete die Graphic Novel, die in zwei Teilen erscheinen sollte, auf meiner Wunschliste. Dass die Umsetzung dann aber so groรŸartig werden wรผrde, hatte ich nicht zu hoffen gewagt.

Wer bereits einmal auf den Seiten des 2007 erschienenen Romans nach Buchhaim gereist ist, wird in diesem Comic all die von Walter Moers erschaffenen Wesenheiten und Unwesenheiten wiedersehen. Mit dem Unterschied, dass es dieses Mal nicht bei den schwarz-weiรŸen und zweifelslos fantastischen Illustrationen des Autors bleibt. Buchhaim und all seine zamonischen Bewohner, seine Hรคuser, Labyrinthe und Lรคden liegen hier plรถtzlich in voller Farbpracht vor den Leserinnen und Lesern. Dass sie trotz allem noch immer zweidimensional sind, tritt fast in Vergessenheit. So lebensecht wirken die Zeichnungen, die in gemeinsamer Arbeit von Walter Moers und Florian Biege entstanden sind.

Alle Vorzeichnungen hat dabei der Zamonienschรถpfer Moers erstellt, Biege hat anschlieรŸend die Illustrationen ergรคnzt und vervollkommnet.

Zauberhaft lebendiges Zamonien

Comiccover sind hรคufig aufwรคndiger gestaltet und nicht selten unterscheidet sich der Zeichenstil im eigentlichen Erzรคhlteil stark von der ersten Seite. Aber hier stimmt diese These keineswegs. Der gesamte Band ist so zauberhaft gestaltet wie das Cover bereits verspricht. Wรคhrend des Lesens fรผhlte ich mich direkt zurรผckversetzt in mein geliebtes Buchhaim. Die Dialoge sind handgelettert, die Zeichnungen voller liebevoller Details. Und neben einem vierseitigen Ausklapppanel wird die eigentliche Story noch durch ein aufwรคndiges Glossar ergรคnzt. Zwar hatte ich beim Lesen desselben lange nicht so viel SpaรŸ wie beim Lesen des Comics, jedoch konnte ich so mein Zamonienwissen nochmal auffrischen, ohne den zugrunde liegenden Roman rauszukramen.

Wenn diese Graphic Novel-Umsetzung auch kein Ersatz fรผr den Roman ist, so ist sie doch eine ganz wunderschรถne Ergรคnzung und Wiederauffrischung. Und wer die Geschichte noch nicht kennt, wird nach der Comiclektรผre sicher Lust auf den Roman bekommen.

Extra: Unbedingt empfehlenswert ist das Special auf der Seite des Kรผnstlers Florian Biege:ย Portfolio: Die Stadt der trรคumenden Bรผcherย . Dort ist auch der tolle Buchtrailer zum Titel zu finden.

Die Stadt der trรคumenden Bรผcher. Teil 1: Buchhaim

Getextet und gezeichnet von

Walter Moers und Florian Biege

Genres und Leseprobe

Graphic Novel, Fantasy
Leseprobe:ย hier direkt reinlesen

Noch ein paar Details

Erschienen 07.11.2017 im Knaus Verlag, ISBN 978-3-8135-0501-6, 112 Seiten, Hardcover, Farbe

Cover der Graphic Novel

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