Sonntag. Kurz nach 8 Uhr. Es gibt Tage, an denen wacht man auf und etwas schwirrt einem im Kopf herum. Etwas, das dringend raus muss, sozusagen zu „Papier“ gebracht, in die weite Welt heraus muss. Heute ist so ein Tag. Manchmal sind es Ideen für Geschichten oder sogar Romananfänge. Dann wiederum solche für neue Rubriken im Blog, für tolle Aktionen mit anderen. Ein anderes Mal ist plötzlich glasklar, wie ein Foto für eine Rezension aussehen soll und überhaupt, wie der nächste Blogbeitrag aussieht. Heute ist so ein Tag.

Aber in meinem Kopf dreht sich heute früh genau dieser Beitrag. In dem ich euch von dem schmalen Grat beim Bloggen erzählen möchte. Über den Grat auf dem ich mich bewege – inmitten meines bewegten und vollen Lebens.

Ich liebe Bücher, Comics und das Lesen. Das ist aber natürlich nicht alles. Und es kommt nicht an erster Stelle. Da steht mein Mann, sozusagen Herr Booknapping, der mich in allem unterstützt, was ich tue. Dazu gehört auch, mich zu kritisieren, wenn ich mal wieder über die Stränge schlage. Wenn ich Gefahr laufe, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Das kann schmerzen, aber nur so holt er mich zurück. Ich bin hochgradig begeisterungsfähig. Was erst einmal schön klingt, aber auch ein Fluch sein kann, wenn ich am Vormittag plötzlich Origami basteln möchte, drei Stunden später eine Idee zur kompletten Gartenumgestaltung habe und kurz danach einen Bericht über Philosophen sehe und dann bereits nach Möglichkeiten eines Philosophie-Fernstudiums google. Mein Kopf ist stets voller Ideen, ich weiß häufig nicht, wo anfangen, da es einfach so viel ist. Und eine weitere Frage ist das WANN? Ohne Zeitumkehrer fällt es schwer, da eine gewisse Ordnung reinzubringen. Glücklicherweise ist Herr Booknapping nie weit und meine engsten Freunde sind auch noch da.

Was. Wann. Und überhaupt.

Ja – wann eigentlich sollen all die Ideen umgesetzt werden? Nehmen wir den heutigen Tag. Der Urlaub ist in Sicht, ich sollte mir langsam mal über eine Liste der Dinge Gedanken machen, die ich mitnehmen möchte. Ok – wir haben eine Waschmaschine in unserer Ferienwohnung, aber trotzdem gibt es das ein oder andere, das mit muss. Was nicht da ist, kann schließlich auch nicht gewaschen werden. Weiterhin steht ein kleiner Ausflug heute an, ein paar Stunden raus, andere Leute sehen.

Dann wären da noch ein paar Blogbeiträge, die ich gerne schreiben möchte, einige haben sogar bereits einen festen Termin. Ein Gastbeitrag meiner lieben Freundin Ariane von „Nerd mit Nadel“ soll geteasert werden. Für eine Beitragsreihe zur Frankfurter Buchmesse sollte ich mir so langsam mal einen Titel für meinen Beitrag überlegen und ihn auch bis Ende nächster Woche schreiben. Dann wäre da noch ein Gewinnspiel, das nach dem Urlaub starten soll. Ebenso eine spannende Kooperation, die startet, sobald mein Partner für den ersten Beitrag (in einer neuen Rubrik übrigens!) Zeit hat. Dann noch zwei schon besprochene Ideen für Blogger-Aktionen zu den Themen Science Fiction und Comics. Hm … ich schaue mal kurz in meine Notizen … Achja, da wären dann noch der Beitrag zum Comiclesemonat August, ein nächster Beitrag in meiner Reihe „Universum der Comics“ (welchen nehme ich nur) und für einige dieser Beiträge wollte ich ja auch noch ein paar Blogger mobilisieren. Rezensionen stehen ebenso an, dafür müsste ich aber noch die ein oder andere Seite lesen. Nicht zu vergessen, ein paar Insta-Fotos und einige spannende Tweets. Das wäre das „Bloggerzeugs“. Und hier wäre dann auch Der schmale Grat.

Denn auf diesem bewege ich mich ständig mit all meinen Leidenschaften. Neben meiner größten, Herr Booknapping :-) , wäre da noch die Arbeit, die ich sehr mag (ich bin ca. 11 Stunden täglich unterwegs – davon kann ich 2 Stunden recht gut für Lesen, Bloggen etc. nutzen), der ganz normale Alltag (einkaufen, aufräumen etc.), meine anderen Hobbys (Garten, Basteln, Flohmärkte und was mir sonst gerade so einfällt), meine Freunde und bald … wohl auch noch ein Kurs an einer Fern-Uni (darüber habe ich jetzt ein halbes Jahr nachgedacht). Dann sehe ich Leserinnen und Leser, die ohne Weiteres mehrere Blogbeiträge wöchentlich raushauen. Die riesige Bücherstapel lesen in einem Zeitraum, in dem ich ein oder vielleicht zwei Bücher lese. Und obwohl ich weiß, dass mich das nicht stören soll – das ich meinem eigenen Rhythmus folgen sollte, bin ich manchmal erstaunt über die Geschwindigkeit anderer und sehe mich selbst langsam hinterherkrabbeln, wenn ich nach dem Job nur noch auf dem Sofa eine Doku oder Serie schauen kann oder faul mit Buch im Garten sitze.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich manchmal vergesse, dass ich gerade zu viel auf einmal vorhabe. Ich vergesse beim Schreiben eines Blogbeitrags, dass ich gerade schon den halben Sonntag damit verbringe. Wenn ich alles zusammenzähle können tatsächlich ein paar Stunden für einen guten Beitrag vergehen. Ich bin dann im Flow. Ich liebe halt das Schreiben ebenso wie die meisten der anderen Dinge, mit denen sich meine Tage füllen. Ich teile mich gerne mit, ich spreche gerne über Literatur, ich bin begeistert, wenn ich andere für etwas begeistern kann! Und – ich bin ehrlich – ich freue mich natürlich auch riesig, wenn jemand mag, was ich schreibe. Und wenn ich mich in dem Ganzen mal wieder verliere. In meinen Ideen, Träumen, dem Hang zum Perfektionismus und der ständigen Suche nach Neuem. Dann kommt Herr Booknapping und rettet mich aus der Misere. Das ist nicht immer einfach. Aber wichtig. Und wertvoll. Ich glaube, so muss das sein mit der Liebe seines Lebens. Nicht immer einfach, manchmal schmerzvoll, aber immer ehrlich.

Jetzt bin ich mit meinen Gedanken und somit auch dem Text an einer ganz anderen Stelle gelandet als ich eigentlich gedacht hatte. Aber heute werde ich diesen Text mal nicht gegenlesen. Ich werde ihn nicht mehr ändern und ihn so auf euch da draußen los lassen. Er soll unverändert und authentisch bleiben. So wie ich.

Und jetzt gibt es Frühstück und Kaffee. Ich bin gespannt, was danach kommt. Denn bei mir weiß ich das nie :-D

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