2016 oder Wie war das damals nochmal?

Als ich 2016 mit dem Bloggen anfing war alles einfach. Ok, das stimmt in der Einfachheit der Aussage nun auch nicht, aber es war einfacher. Zumindest wenn es darum ging, zu entscheiden, wohin eigentlich mit meiner Rezension, mit meiner Buch-/Comicvorstellung, wohin mit meinem Beitrag. Damals war mein Blog, diese Webseite hier, die einzige Stelle, auf der ich Beiträge veröffentlicht habe. Social Media gab es zwar auch damals schon, aber es hatte keinen großen Stellenwert. Das hat sich geändert.

In den Jahren ist viel Neues dazugekommen und Menschen, wir alle, haben unser Konsumverhalten angepasst. Wenn ich nur mal von mir ausgehe: Ich höre viele Podcasts, lese und kommentiere auf Social Media (vorwiegend Instagram) und lese weniger Blog-Beiträge als früher. Und wenn ich von Blog-Beiträgen spreche, meine ich keine Blogs auf sozialen Netzwerken, denn auch die Aktivitäten auf beispielsweise Instagram werden heute oft als „bloggen“ bezeichnet, sondern Textbeiträge auf Webseiten. Hin und wieder schaue ich auch mal YouTube-Videos, die kommen bei mir aber eher wenig vor.

Mein Output

Nicht nur mein Konsumverhalten hat sich verändert, auch mein Output hat sich verschoben. Vieles stelle ich auf Instagram vor, teasere in Stories, verteile (manchmal) auf facebook und häufig auch auch twitter. Außerdem bin ich mittlerweile an zwei Podcasts beteiligt und betreibe einen selbst.

Seit fünf Jahren spreche ich mit den Podcastkolleginnen monatlich über Comics in Der Comicklatsch. 3 Frauen. n Comics. Vor gut einem Jahr ist dann mein Podcastprojekt Wüste Texte. Podcast über Bücher und das Lesen mit Afantasie dazugekommen, in dem ich mit jeweils einer Person ein Buch lese und dann in einer Episode über unsere Sinneswahrnehmungen beim Lesen und natürlich auch das Buch spreche. Und gerade vorgestern startete das neue Projekt Der Thaumaturgische Lesekreis mit meinem Podcastkollegen Breedstorm – ein Podcast über phantastische Literatur, in dem wir uns über die zuletzt gelesenen Fantasy-, Science Fiction- und Horror-Romane austauschen wollen.

Die Blogbeiträge sind in den Jahren hier weniger geworden und werden auch ganz sicher nicht einschlafen. Viele haben ihre Webseiten aufgegeben, darüber nachgedacht habe ich auch, schließlich ist das alles ziemlich viel auf einmal, aber bin zu dem Schluss gekommen, dass ein Ende des Blogs kein Weg für mich ist.

Ich möchte alles. Nur wie?

Daher habe ich mich entschieden, nicht ständig den Druck aufzubauen, ich müsste jeden Titel auf all meinen Plattformen besprechen oder vorstellen, sondern einen Plan zu machen, was denn eigentlich wohin soll. Anfangs dachte ich nämlich noch, eine Rezension in einem Podcast wäre nicht so viel wert, wie eine hier im Blog. Aber den Zahn habe ich mir selbst gezogen. Der Aufwand über ein Medium in einem Podcast zu sprechen, wirkt vielleicht zunächst geringer, aber das ganze Drumherum, die Produktion etc. ist mindestens so aufwändig wie entsprechende Blogbeiträge, wenn nicht sogar noch arbeitsintensiver. Außerdem kostspieliger, aber das ist ein anderer Punkt, um den es mir hier heute nicht geht.

Also musste ich einen Weg finden, mich neu zu organisieren, meine Arbeit besser zu strukturieren. Ich wollte nicht mehr über jeden Titel fünf mal nachdenken.

„Schreibe ich eine Rezension im Blog? Oder spreche ich im Podcast drüber? Achja, Insta wollte ich auch noch machen. Achnee, das war ja ein Beitrag für ein Magazin. Schwere Entscheidung, vielleicht mache ich dann am besten doch alles? Aber ist das nötig?“

Und dann die Gedankenschleife wieder von vorne …

Es musste also eine Lösung her, die für mich passt. Ich habe es mit Kanban-Boards, wie Trello probiert, aber das hat nicht funktioniert. Klebezettelchen und analoge Liste konnten hier auch nicht mehr helfen. Meine letzte Idee war dann das Aufstellen einer Tabelle, die mir automatisch Entscheidungshilfen gibt.

Entscheidungsfreudige Tabelle

Zunächst habe ich alle Möglichkeiten aufgelistet und mir Gedanken gemacht, welche Art Beitrag ich auf welcher Plattform veröffentlichen möchte. Die Entscheidung, welche Plattform Prio hat, muss ich dabei immer am Anfang treffen.

Organisation als Bloggerin Darstellung einer Excel-Tabelle

Auf Basis dieser Übersicht, habe ich dann eine Tabelle erstellt, die für mich „rechnet“. Heißt, wenn ich einen Comic lese und mich entscheide diesen als Empfehlung im Comicklatsch vorzustellen, soll automatisch erscheinen, dass ich einen Teaser auf Instagram und eine Story auf facebook einplane, außerdem eventuelll auch eine Verarbeitung des Podcast-Transkripts im Blog oder Nennung des Comics in einem Rückblick im Blog. Gelb Markiertes ist immer optional, alles grüne möchte ich unbedingt machen. (Insta BN bedeutet übrigens Insta Booknapping)

Also habe ich mich für eine Tabelle mit einfachen „Wenn“-Verknüpfungen entschieden. Wähle ich vorne zum Beispiel „Comicklatsch-Lang“ aus, tauchen automatisch die Einträge in den Spalten H bis P auf. Die gelben Markierungen setze ich selbst und ändere sie auf grün für alle sobald ich sie erledigt habe.

Transparenz vor Perfektion

Im folgenden Beispiel habe ich mich jeweils für die gelb markierten Vorhaben entschieden, in der Zeile 3 seht ihr einen komplett erledigten Eintrag. Zeile 4 zeigt ein Vorhaben für einen Blog-Beitrag, der bereits geschrieben ist, aber hier fehlt noch Social Media und Zeile 5 ist ein Beitrag für ein Magazin, der zwar schon geschrieben, aber noch nicht veröffentlicht ist, daher sind hier alle Vorhaben noch gelb markiert. Die Zeilen 11 und 12 sind noch leer und werden gefüllt, sobald neue Rezensionsexemplare reinkommen.

Organisation als Bloggerin Darstellung einer Excel-Tabelle zur Planung

Ist eine Zeile komplett erledigt, so wie hier die Zeile 3, kopiere ich sie auf ein weiteres Tabellenblatt mit dem Namen „Erledigt“.

Bild zeigt einen Ausschnitt einer selbsterstellten Tabelle

Die Tabellen sind übrigens nicht perfekt, so könnten einige Zellen noch aufgrund von Bedingungen farbig formatiert werden usw. Aber mir ist es erst einmal wichtig, überhaupt etwas zu haben, daher habe ich keinerlei Anspruch an Perfektion :-)

Neugierig geworden?

Vielleicht geht ihr ebenfalls im Chaos unter oder möchtet eure Arbeit neu strukturieren. Mir hat es auch sehr dabei geholfen, meine Beiträge auf den vielen Kanälen besser wertzuschätzen. Also, falls ihr es probieren möchtet, könnt ihr meine Tabelle hier runterladen oder kopieren, es handelt sich um eine google-Tabelle, die ihr dann für eure eigenen Zwecke als Vorlage nutzen könnt. Fragen könnt ihr gerne jederzeit stellen!

Womöglich findet ihr aber auch einen ganz anderen Weg oder habt bereits einen. Dann erzählt mir davon, ich bin selbst sehr neugierig und lasse mich gerne von euch inspirieren.

Zumindest bin ich inzwischen in meiner Planung viel entspannter, falls nur eine*r von euch etwas mit dem hier anfangen kann, freue ich mich riesig und weiß, dass es nicht umsonst war diesen Beitrag am frühen Morgen zu verfassen :-)

FAQ

  • Wie organisiere ich mich als Bloggerin mit mehreren Kanälen?

    Bei mehreren Kanälen empfiehlt es sich, einen Plan anzulegen, was man wo machen möchte. Ohne diesen Plan kann man sich leicht verzetteln, macht sich unnötig viele Gedanken und verliert womöglich sogar die Übersicht, was schon erledigt ist. So entsteht Druck und dabei soll das Bloggen doch Spaß machen!

  • Bloggen: Warum lohnt sich ein Plan, auch wenn der Blog nur klein ist?

    Auch wenn du einen kleinen Blog hast und vielleicht nur einen weiteren Social Media-Kanal bespielst (z. B. Instagram) oder sogar ausschließlich auf zwei oder mehr Social Media-Kanälen bloggst, kann es sich lohnen, einen Plan anzulegen. So vermeidest du bei dir unnötigen Druck und Stress. Schnell ist vergessen, was eigentlich bereits erledigt ist oder was als nächstes gepostet werden soll.

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