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Graphic Novels / Illustriertes

Heinrich Heine – Eine Lebensfahrt von Gaby von Borstel & Peter Eickmeyer

Comic vor einer gelben großen Asterblüte. Auf dem Cover ein Mann mit einem Blumenkranz auf dem Kopf

Meine letzte Begegnung mit Heinrich Heine bevor ich dieses Buch las, war ein Wanderweg im Harz, auf dem er selbst unterwegs gewesen ist. Ein Schild am Rand des Wegs hatte mich darauf hingewiesen. Damals habe ich nicht gewusst, wie umtriebig der Künstler war, was für ein bewegtes Leben er hatte. Dank der illustrierten Biografie in Form einer Graphic Novel habe ich diese ungeahnte Wissenslücke endlich schließen können.

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Titel: HEINRICH HEINE – EINE LEBENSFAHRT
Szenario: Gaby von Borstel & Peter Eickmeyer
Illustriert von: Peter Eickmeyer
Erschienen: Februar 2023
Verlag: Splitter
Ausgabe: Hardcover, 64 Seiten, 18 Euro, ISBN: 978-3-95839-452-0
Link zum Buch und zur Leseprobe beim Verlag

Heinrich Heine - Eine Lebensfahrt Cover des Comics in blau-lila
Heinrich Heine – Eine Lebensfahrt © 2023 / Gaby von Borstel & Peter Eickmeyer/ Splitter Verlag

Für Der ComicTalk habe ich den folgenden Text für eine Video-Review geschrieben. Wer ihn mich sprechen hören und dabei in den Bildern schwelgen möchte, kann einfach das Video unten anklicken.

Eine biografische Reise

Als Sohn des jüdischen Ehepaars Samson und Betty Heine kommt Hery, der später Heinrich heißen wird, 1797 zur Welt. Nichtahnend, welch großer Kritiker, Satiriker und Dichter hier heranwächst, wird er von seinen Mitschülern gemobbt. Zurückgezogen findet Heine Vorbilder in Büchern, wie Don Quixote, der den Grundstein für seinen Weg als gegen die Zensur anschreibender Ironiker legt.

Ein weiteres, seine Entwicklung prägendes Role Model, ist ein freigeistiger Großonkel. Dessen Tagebuch zeigt dem Jungen die Möglichkeit eines Lebens gegen geltende Konventionen. Ein Meilenstein für Hery! Sowohl Autoren, Musiker und Politiker als auch Frauen, bei denen er die Liebe sucht, prägen sein Fortkommen, das dauerhafte Suchen nach dem “richtigen” Weg.

Heine wirkt unter anderem als Journalist, Dichter und erreicht den Titel Dr. juris, wofür er sich jedoch taufen lassen muss. Fortan als Johann Christian Heinrich Heine bekannt, bleibt er bei einer religions-kritischen Haltung. 1848 kommt Heines von Kopfschmerzen und Depressionen begleitete Lebensfahrt in Paris zum Halt, wo er die letzten acht Jahre seines Daseins bewegungsunfähig im Bett verbringt – der Matratzengruft.

Die biografische Reise berichtet Stück für Stück von den Hintergründen in Heines Leben, die in seinem Wintermä(h)rchen den Höhepunkt finden. Dabei verhalten sich die Originalzitate Heines mit dem Text von Gaby von Borstel und den Bildern Peter Eickmeyers in harmonisch vollendeter Symbiose. Eickmeyer illustriert in Gemälden, kleinen Plaketten und mit Profil-Portraits Heines Pfad, wechselt sich mit seiner Kollegin in den Prioritäten auf den Seiten ab.

Anfangs voller Lebensfreude und Inbrunst, voller Kampfkraft gegen Diskriminierungen und für Emanzipation, wird nach Heines Wechsel ins Exil Frankreich und dem damit verbundenem Siechtum, auch das Buch Seite um Seite schwermütiger, dumpfer, düsterer.

“Heinrich Heine. Eine Lebensfahrt” öffnet die Türen zu einem interessanten und visionären Menschen, dessen literarisches und journalistisches Wirken auch immer ein Ausdruck seines widerstandsgeprägten Charakters war. Und auch heute für alle ein Vorbild sein kann.

© 2023 Der ComicTalk

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2 Comments

  • Michael Kleu
    14. September 2023 at 15:57

    Das macht einen spannenden Eindruck! Heine hat mir schon in der Schule gut gefallen.

    Reply
    • booknapping
      20. September 2023 at 06:46

      Für mich war es ja der Erstkontakt, sicher aber nicht der letzte.

      Reply

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