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Rubrik / Bloggerleben

Die Einsamkeit der Langstrecken-Bloggenden

Brille liegt auf einem kleinen Stapel Bücher

Gedanken. Thoughts.

Es hat sich so viel verändert in den letzten Jahren. Auf den Blogs rundherum wurde es ruhiger, es wurde nicht nur immer weniger gepostet, in den Kommentaren wurde es auch weniger. Immer stiller, Zug um Zug. Rückblickend auf die letzten zwei Jahre, nehme ich mich da nicht aus. Habe selbst wenig Blog-Content generiert. Wenig andere Blogs besucht, gelesen und deren Beiträge kommentiert.

Nach einem Hype Ende 2020 gingen Anfang des Folgejahres plötzlich die Aufrufe und Besucher*innenzahlen auch hier im Blog runter. Und das haben auch andere Bloggende beobachtet. War das die Folge der sich bereits abzeichnenden Ruhe? Sind wir wirklich alle müde geworden?

Ich bin nicht Blog-müde, war jedoch immer mal wieder gesundheitlich eingeschränkt und wenn sich dann die zu rezensierenden Titel stapelten, baute sich – auch wenn ich es nicht zulassen wollte – ein gewisser Druck im Hintergrund auf.

Ob es anderen auch so ging und ich damit nicht alleine war? So ganz sicher konnte ich mir da nicht sein, fehlten doch in den letzten Jahren auch die Begegnungen, das Austauschen der analogen Pappkärtchen, die trotz aufgedrucktem QR-Code noch immer eine gewisse analoge Sehnsucht symbolisierten. Ich habe es genossen, nach Messen durch die Visitenkarten zu blättern, die Stimmen und Eindrücke von Menschen, denen ich begegnet bin, mit ihren Social Media-Auftritten zu verknüpfen. Dann habe ich deren Blogs besucht, ihre Webseiten durchstöbert. Habe ihren Podcasts gelauscht und hing vor ihren YouTube-Videos.

Dieser Anreiz fehlt jetzt schon so lange, was das Bloggen ein weiteres Stück einsamer gemacht hat. Ich schreibe hier weiterhin, sehe auch, dass neben Spam-Bots, Menschen meine Beiträge lesen. Und dennoch fehlt das Menschliche, das was das Ganze echt macht. So wirkt es alles irgendwie künstlich und wüsste ich es nicht besser, hätte ich das Gefühl, dass dort draußen einfach niemand mehr ist. Nur noch digitale Existenzen, die, wenn ich Glück habe, auf meine Texte stoßen. In steter Abhängigkeit der Algorithmen der großen Plattformen.

Melancholisch. Pathetisch. Einsam. Ich weiß. Und dennoch – aufhören kommt für mich nicht infrage!

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24 Comments

  • Neyasha
    3. April 2022 at 19:47

    Ich kann deine Gedanken und die von allen, die den Beitrag kommentiert haben, sehr gut nachvollziehen! Mir geht es ganz ähnlich; oft habe ich den Eindruck, dass ich in einen luftleeren Raum hinein blogge. Dabei lese ich selbst ja auch sehr oft Beiträge nur still und kommentiere nicht.
    Vor ein paar Jahren fand einfach insgesamt mehr Austausch statt, finde ich. Vermutlich hängt es auch damit zusammen, was Melanie schreibt, nämlich dass sich der Austausch zu anderen Social Media-Kanälen hin verlagert. Das merke ich ganz stark auch bei gemeinsamen Aktionen wie z.B. Readathons, die für mich ursprünglich der Startpunkt zum Bloggen waren und die nun fast nur noch über Twitter oder andere Kanäle stattfinden.
    Nicht nur deshalb habe ich immer mehr das Gefühl, dass ich mich Instagram und Co nicht länger verweigern kann, aber irgendwie finde ich nicht den richtigen Anfang.
    Den Druck, wenn sich die zu rezensierenden Titel stapeln, kenne ich übrigens auch. Dazu kommt in meinem Fall auch noch ein Druck, dass ich mal meinen Blog überarbeiten oder über eine ganz neues Layout nachdenken sollte, da sich bei mir immer mehr hin zum Thema Wandern verlagert. Aber auch hier finde ich nicht den richtigen Anfang.
    Es hilft mir auf jeden Fall immer zu lesen, dass ich nicht die einzige bin, die zweifelt und nicht die einzige, die sich oft mehr Austausch wünscht.
    Lassen wir uns nicht entmutigen!
    LG Neyasha

    Reply
    • booknapping
      4. April 2022 at 08:13

      Liebe Neyasha,
      und danke, dass du deine Gedanken zum Thema geteilt hast. Ja, vieles läuft über Social Media, der Blog bleibt aber immer das Herzstück und ich finde es toll, dass auch du dich nicht entmutigen lässt! Stellen wir uns nur vor, die Social Media-Plattformen ändern ihre Richtlinien, löschen Accounts oder werden gar abgeschaltet. Unsere Blogs bleiben, denn es sind unsere EIGENEN Projekte.
      Dennoch macht mir z. B. Insta viel Spaß und ich mag die Interaktion. Ich kann es empfehlen, sich dort auszutauschen, aber es ist natürlich auch Aufwand, der nicht zu vernachlässigen ist.
      Viel Erfolg auch bei deiner Blogüberarbeitung, lass dich nicht stressen – ist ja dein eigenes Projekt :-)
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Anette
    31. März 2022 at 11:29

    Kann dich gut verstehen, mir geht es ähnlich, ich blogge seit 2011 und habe inzwischen manchmal das Gefühl, überwiegend für mich selbst zu bloggen. Dazu kommt, dass ich mich bestimmten Aspekten des Bloggens mittlerweile verweigere, ich nehme z. B. keine Rezensionsexemplare an. Aber selbst wenn es nur eine kleine Gruppe der Abonnenten ist, mit denen ich mich tatsächlich austausche, darauf möchte ich auch nicht verzichten. Bleibe daher am Ball :-)
    Liebe Grüße
    Anette

    Reply
    • booknapping
      3. April 2022 at 12:09

      Sehr gut, Anette :-)
      Immer schön dranbleiben, solange es Spaß macht. Und wenn es mal weniger ist, dann ist es halt so. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Soleil
    1. März 2022 at 18:13

    Ich schaue öfter mal rein, wenn ich auch selten kommentiere. Deine Gedanken habe ich getarnt als eigene Gedanken auch schon mehrmals bei mir thematisiert und ich lese ähnliches auf vielen Blogs (meist den älteren). Ob sich das Bloggen nun verschoben hat oder wir alle visueller geworden sind, kann ich nicht beurteilen. Aber wenn so viele ähnliche Gedanken hegen, liegt ein gewisser Schluss doch eigentlich nahe, oder nicht? ;-)

    Reply
    • booknapping
      2. März 2022 at 08:33

      Ich sehe, wie sich unsere Hände zu unseren eigenen Nasen bewegen :-D
      Und mir geht es wie dir, ich schaue immer mal wieder bei dir rein, möchte kommentieren – dann fehlt die Zeit oder die richtige Hardware oderoderoder. Und schon ist wieder ein Monat rum. Wie schön aber, dass wir alle trotzdem da sind. *hug*

      Reply
  • Hubert
    23. Februar 2022 at 10:14

    Hallo Sandra,
    ich sehe es bei meinen Teenie-Töchtern, den jung-erwachsenen Nichten und jungen KollegInnen: lange Texte ist nicht (mehr) deren Ding. Fürs Lernen in der Schule und Studium, da muss das sein, insofern wird es gemacht. Bücher lesen ebenfalls. Aber Blogs? Warum, es gibt Videos und Podcasts!
    Doch auch für mich ist das geschriebene Wort nach wie vor wichtiger als kurze oder lange Bild- und Wortbeiträge. Denn das Lustige an den Podcasts, Videos und den jungen Leuten: um sich etwas zu merken, schreiben sie es dann doch wieder auf…
    Das ist sicherlich nicht der einzige Grund für sinkende Aufrufe, es fiel mir nur auf bei den mir nahestehenden Menschen.
    Bleib tapfer!
    Hubert

    Reply
    • booknapping
      2. März 2022 at 08:37

      Hallo Hubert,
      danke fürs Mutmachen :-) Und ich denke, wir sind alle so lange dabei, da muss schon einiges passieren, dass wir aufgeben.
      Ich mache ja selbst auch Podcast(s), was mich nicht daran hindert, das geschriebene Wort zu zelebrieren. Und zum Glück wird auch weiterhin viel gelesen. Bleiben wir also am „Blog“ und lassen uns nicht demotivieren.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Vincisblog
    21. Februar 2022 at 09:15

    Kommentare? Außer irgendwelche Spam-Bots gibt es da bei mir auch nur wenig. Dafür bekommt man hin und wieder in den sozialen Medien mit, dass auch Menschen meinen Blog lesen. Schön ist das nicht und teilweise frustrierend.

    Solange es dir noch Spaß macht, machst du es ja mindestens für dich – das ist mein Ansatz. Sollte ich keinen Bock mehr haben, ist das dann halt so, bis dahin: mach weiter!

    Reply
    • booknapping
      21. Februar 2022 at 19:51

      Hi Vinci
      Guter Ansatz und ich lasse mich da auch nicht runterziehen. Ich weiß ja, dass so einige lesen, wenn die Zahlen auch weniger geworden sind. Gerade gehen sie wieder etwas hoch. Es schwankt also :-) Never give up, never surrender. So long.

      Ganz liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • Miss Booleana
    20. Februar 2022 at 18:44

    Gar nicht pathetisch! Obwohl so fühle ich mich gerade beim verfassen eines ähnlichen Artikels bei mir im Blog auch. Aber ich finde die Frage eben berechtigt. Ich kann nicht beantworten, ob es am Fehlen der Präsenztreffen liegt, ich sehe nur die Symptome und kann mir ach so viele Ursachen vorstellen.
    Ich sehe die Verschiebung der Diskussionen zu sozialen Netzen (und selbst da fühle ich mich eher unsichtbar), ich sehe die Mikro(blog)-Content-Generier (Instagram), ich sehe die Kommentiermüdigkeit – vielleicht als Ursache von Bildschirmmüdigkeit. Aber liegt es an der Pandemie? Oder liegt es daran, dass Blogs tot sind? Ich hoffe nicht! Ich finde mit dem geschriebenen und gesprochenen oder gefilmten Wort kann man ganz unterschiedliche Dinge machen, die nur in ihrem jeweiligen Medium Sinn machen. Gerade einen Austausch wie bei euren 3 Frauen n Comics will ich lieber als Podcast, während ich mir manche meiner Artikel nicht als Podcast vorstellen kann. (Um mal zwei Beispiele zu geben.)

    Aber manchmal fühle ich mich schon arg alleine in Situationen wie … „Mega aufwendiger Blogartikel – 0 Kommentare“ oder wenn ich einen Film empfehle, keiner redet darüber, zwei Wochen später kommt der Trailer raus, alle reden darüber. Da ist mir ehrlich manchmal ganz grau und grausig zumute und ich denke „Warum redet denn keiner mit mir?“
    Das empfinde ich aber wahrscheinlich so, weil ich selber schon noch auf Blogs unterwegs bin und versucht habe konstant zu bloggen. Kommentiermüdigkeit entdecke ich auch manchmal bei mir und schiebe es auf die Bildschirmmüdigkeit.

    Es ist frustrierend. An dem Punkt sage ich mir immer: vielleicht eine Phase. Und warte. Und trinke Tee dabei.
    Vielleicht wirkt es auch gerade durch die Absage der LBM gerade so vernichtend …

    So zum Teil denke ich ja, wir sollten uns mal irgendwo treffen, gebündelt, in Grüppchen, wenigstens was! ;)

    Liebe Grüße

    Reply
    • booknapping
      21. Februar 2022 at 19:49

      Liebe Steffi
      Danke für deine Gedanken zum Thema und ich bin schon ganz neugierig auf deinen Blogbeitrag! Nimm dir Zeit und irgendwann dann ploppt er ins Freie :-D
      Das von dir geschilderte „Warum redet denn keiner mit mir?“-Gefühl kenne ich gut. Es wirkt ein wenig so, als wäre man als früher Vogel eher diejenige, die bei Release dann niemand mehr hört. Hat denn wirklicht vorher niemand gesehen, dass (ich) drüber geschrieben habe? Mir ging das bei einigen Comics so, die ich bei Erscheinen auf dem US-Markt vorgestellt hatte und als sie dann in Deutschland ankamen, einschlugen und drüber geredet wurde, hat sich an meine Beiträge kaum jemand erinnert.
      Aber ich nehme es einfach hin und gebe nicht auf. Nein. Denn eins habe ich insbesondere durchs Podcasten gelernt: Man macht Sendung um Sendung, hat das Gefühl, es kennt einen niemand (denn bei Podcasts kommt noch weniger Feedback an als in Blogs) und dann kommen immer mal wieder Stimmen, die bezeugen, dass sie einen kennen, gerne hören usw. Vielleicht gibt es diese stummen Immer-Wieder-Blog-Lesenden ebenso, wir sehen und hören sie nur nicht ;-)

      Ganz liebe Grüße
      Sandra

      Reply
      • Miss Booleana
        27. Februar 2022 at 11:37

        Ach siehst du, gut, dass wir darüber mal reden. Ich habe mich immer gefragt, wieviel bei Podcasts ankommt. Denn meistens haben die Hörer*innen da ja nicht zwingend eine Möglichkeit direkt zu kommentieren und ich erlebe es als Konsumentin ja ähnlich. Ich bin auch oftmals zu bequem Twitter aufzumachen und zu sagen, dass ich eine Folge toll finde. Kenne ich die Caster*innen gar nicht, dann gehe ich den Weg meist auch nicht.
        Dafür hatte ich das Gefühl,das sich viel über Twitter und Soziale Netze transportiert und den Mangel des „Kommentarfelds“ aufhebt. Wie empfindest du das? Klingt so als wäre das nicht der Fall!?

        Ja, das Auf und Ab – da ist was dran. Es kommen mal bessere Zeiten. Und ich denke von einem harten Kern wird „der frühe Vogel“ nicht vergessen ;)

        Viele liebe Grüße

        Reply
        • booknapping
          4. März 2022 at 07:50

          Hi Steffi
          Die meisten Podcasts haben neben social media auch einen Blog, auf dem dann auch kommentiert werden könnte. Aber auch die Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten reicht nicht aus, um mehr als von einem sehr kleinen Prozentsatz Feedback zu bekommen. Eigentlich sollte E-Mail, Blog, twitter, Insta, faceb. ausreichen, ist aber nicht so. Da kommt sehr wenig. Selbst an Gewinnspielen in Podcasts nehmen nur sehr wenige Menschen teil (das weiß ich nicht nur aus eigener Erfahrung). Und die Bewertungsmöglichkeiten bei spotify, apple podcasts und in den Podcatchern nutzt auch kaum jemand. Warum ich das „weiß“? Weil bspw. der Comicklatsch wesentlich mehr Hörende auf den Plattformen hat als tatsächlich an Bewertungen hinterlassen wurde.
          Aber das hindert mich nicht dran weiterzumachen :-D
          LG
          Sandra

          Reply
      • Kathrin
        27. Februar 2022 at 14:10

        Ich versteh euch beide so gut, was das Bloggen über etwas angeht, dass anscheinenden niemanden interessiert – und kaum wird es von den großen Medien (und Personen mit großen Followerzahlen) thematisiert, finde es plötzlich klasse und tun so, als hätten sie den heiligen Gral selbst entdeckt. Mir geht das bspw. immer so bei Lacombes Büchern. Und wenn du dann noch siehst, dass andere, die nie was mit Autor*in, Filmgenre etc. Am Hut hatten, plötzlich Botschafter*in werden, zu Events eingeladen werden und zig Besprechungsexemplare ungefragt zugeschickt bekommen, während du – die schon seit Jahren leidenschaftlich darüber bloggt – nicht einmal ansatzweise wahrgenommen wirst, demotiviert das auch stark.
        Genau deshalb bin ich aber auch am liebsten auf den Blogs unterwegs, die (auch) Nischenthemen behandeln.

        Die Idee kleinerer Treffen finde ich toll. Da hätte man auch mehr Zeit füreinander, als in der Terminhektik von Messen.

        Reply
        • booknapping
          4. März 2022 at 07:44

          Wie exemplarisch es doch ist, dass ich gerade ewig brauche, um auf die Kommentare zu antworten :-/ Allerdings kann ich mich in der momentanen Lage eh schwer zu irgendwas motivieren.
          Kleinere Treffen – ja, eine schöne Idee. Von mir gibt es jedoch ein „aber“. Um mich mit allen zu treffen, die ich gerne sehen möchte, bräuchte ich viele solcher Treffen und das übersteigt bei weitem meine Möglichkeiten (zeitlich und auch mental). Mir wird das einfach zu viel und aussortieren, wen ich dann treffe und wen nicht, mag ich auch nicht. Daher sind große Events für mich einfacher.

          Aktionen: Fänd ich super, wenn wir da was auf die Beine stellen. Ich bin nur schlecht als Startpunkt geeignet, schließe mich jedoch gerne an, wenn ihr Vorschläge habt.
          Sorry, wenn ich selbst nicht sonderlich motivierend bin …

          Reply
  • Kathrin
    20. Februar 2022 at 11:42

    Liebe Sandra,
    das Thema ploppt ja immer wieder auf. Mich beruhigt, dass es eine allgemeine Entwicklung ist, die sich über alle Blogs und Websites zieht, es also nicht an der Arbeit von uns Bloggenden liegt. Die sozialen Netzwerke haben die Interaktion auf den Seiten leider nachlassen lassen. Ein Tweet oder Insta-Repost oder ein Kommentar auf einer Plattform, auf der man eh eingeloggt ist, ist schneller und bequemer. Und es hilft, andere Leute auf die Blogartikel aufmerksam zu machen. Aber es ist eben auch extrem schnelllebig und die Kommunikation nach 24h direkt wieder in der digitalen Wüste verloren.

    Umso mehr schätze ich aber, wenn dann ein Kommentar auf dem Blog auftaucht, weil es mir zeigt, dass sich die Person Zeit genommen hat und auch mehr darüber nachgedacht hat, was sie schreibt, also nicht nur einem spontanen Impuls folgt.

    Aber wie du muss auch ich mir an die eigene Nase fassen. Ich lese gern lange Blogartikel und habe oft dabei viele Gedanken. Aber da ich meist unterwegs lese oder morgens beim Frühstück, habe ich in diesen Momenten nicht mehr die Zeit oder den Kopf, meine Gedanken in Text zu fassen. Ich nehme mir dann oft vor, später in Ruhe zu kommentieren. Aber entweder vergesse ich es dann oder es ist seit dem Lesen des Artikels schon wieder so viel Zeit vergangen, dass ich nicht mehr weiß, was ich eigentlich dazu sagen wollte. XD Und dann lass ich es. Leider. Wenn mir so etwas bewusst wird, nehme ich mir vor, wieder mehr zu kommentieren. Das ziehe ich dann ein paar Wochen durch und dann versinkt dieses Vorhaben wieder im Alltagsstress.

    Liebe Grüße
    Kathrin

    Reply
    • Kathrin
      20. Februar 2022 at 12:40

      Und noch ein Nachtrag zu Anonymität / Begegnungen und Seitenaufrufe: Einerseits ist man immer mehr vernetzt, andererseits werden die Beiträge anscheinend weniger gelesen und wir fragen uns, wer da draußen uns liest. Vielleicht sind wir inzwischen einfach zu viele geworden. Als ich mit dem Bloggen begann, gab es vielleicht 20 andere Buchblogs. Da entstand auch ein ganz anderes Zugehörigkeitsgefühl – ganz ohne analoge Begegnungen. Jetzt mit 1.000 Blogs, Vlogs, Podcast etc. sind wir eine deutlich anonymere Gruppe, man streift einander mal, aber engere Kontakte gibt es meist nur eine Hand voll. Messen und Co haben geholfen, dass wir uns auch ein Gesicht geben konnten. Irgendwann wird das wieder möglich sein. Vielleicht können wir die Zeit bis dahin nutzen, uns einfach intensiver mit dem auseinanderzusetzen, was wir bei anderen lesen und hören, einander online mehr Zeit und Aufmerksamkeit schenken :)

      Reply
      • booknapping
        21. Februar 2022 at 19:42

        Liebe Kathrin
        Du hast die passenden Worte gefunden. Danke dir dafür! Deine Idee, dass wir uns wieder mehr Zeit nehmen sollten für die Beiträge der Mitbloggenden gefällt mir sehr. Ich habe mir kürzlich vorgenommen, immer mal wieder durch meine eigene Blogroll zu gehen und zumindest diese Blogs regelmäßiger zu lesen und ggf. dann auch zu kommentieren.
        Ein technisches Problem finde ich sehr hinderlich, nämlich dass ich meist nicht über nachfolgende Kommentare auf anderen Blogs benachrichtigt werde, obwohl ich die entsprechende Option beim Kommentarschreiben angewählt habe.

        Vielleicht sollten wir mal wieder die alte Idee eines Blogstöckchens ausgraben oder einer Blogparade. Solche Aktionen gibt es kaum noch oder bekomme ich sie nur nicht mit?

        Ganz liebe Grüße
        Sandra

        Reply
        • Kathrin
          27. Februar 2022 at 13:59

          Stimmt, so ein paar Blogparaden und ähnliches gibt es, aber das sind meist welche, die (zumindest für mich) wenig Mehrwert haben (a la „Zeige das Buch, das am längsten auf deinem SUB liegt, alle Bücher mit rotem Cover…“). Eine Aktion mit wirklich größerer inhaltlicher Eigenleistung (im Sinne von tiefere Auseinandersetzung als Bilder und Klappentexte posten) fände ich schön.
          Vielleicht kann man auch das Thema Unsichtbarkeit, Austausch als größere Gruppe thematisieren – das Problem besteht ja seit Jahren und verfestigt sich immer mehr, hier in den Kommentaren sehe ich so viele verschiedene mögliche Ursachen. Wahrscheinlich liegt es auch einfach genau daran: Es gibt so viele verschiedene Gründe, die in ihrer Summe die Interaktionsmüdigkeit auslösen. Vielleicht können wir alle uns gemeinsam mal überlegen, wie wir stärker interagieren können, zu Interaktion motivieren können. Steffis Vorschlag von kleineren Treffen abseits der Großevents finde ich zum Beispiel gut.

          Die fehlenden Benachrichtigungen bei Kommentaren / Antworten sind auch ein Problem. Das entstand für mich im Zuge der DSGVO, als viele Standarddienste bei WordPress nicht mehr genutzt werden konnten und es lange kaum Plugins gab, die funktionieren, guten Funktionsumfang bieten und DSGVO-konform sind. Ich muss gestehen, dass ich es seitdem auch vor mir herschiebe, mal ein Plugin zu installieren, dass das Abonnieren von Kommentaren ermöglicht. Andererseits geht es mir aber wie dir: Immer, wenn ich irgendwo Kommentare abonniere, ist das umsonst, weil es einfach nicht funktioniert. :(

          Reply
  • Melanie
    14. Februar 2022 at 09:27

    Mein Eindruck ist, dass der Auschtausch sich verlagert hat, mehr hin zu Instagram und Youtube.
    Nachdem in den letzten Tagen ja vermehrt die Schlagzeile zu sehen war, dass möglicherweise Insta und FB in Europa abgeschaltet werden wegen der Datenschutzbestimmungen, war mein erster Gedanke, dass dann vielleicht wieder mehr auf den Blogs passiert.
    Ich bin ehrlich, ich hab für mich noch nicht die richtige Postingstrategie gefunden (sowohl für den Blog als auch für Insta).

    Reply
    • booknapping
      14. Februar 2022 at 17:04

      Ja, Interaktion ist eher auf anderen Plattformen. Dennoch wären analoge Treffen mal wieder schön! :-)
      Von den Schlagzeilen habe ich nichts mitbekommen, kann mir auch gar nicht vorstellen, dass sie die Plattformen mal eben so abschalten.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply
  • mi
    14. Februar 2022 at 08:39

    Kleines Echo! ♥
    Ich bin hier :) Nur halt … still, wie fast immer. Aber hier. Lesen ist einfach. Antworten schwierig. Für mich persönlich kann ich sagen, dass mich die Masse an Bücherblogs und Autorenseiten einfach erschlägt. Es gibt nur noch eine handvoll Seiten, die ich immer wieder gern lese und besuche, von denen ich mich nicht bedrängt fühle. Und Deine gehört in jede Fall dazu. Auch wenn ich nicht jedesmal *piep* sage.
    Lieben Gruß
    mi

    Reply
    • booknapping
      14. Februar 2022 at 17:03

      Hallöchen und *piep*
      Mich erschlägt die Masse auch und wie gesagt, ich bin selbst recht inaktiv wenn es ums Kommentieren geht. Mir würde es schon reichen, mal wieder Buchmenschen treffen zu können. Nicht ein oder zwei, sondern viiiiele :-D
      Schön, dass du da bist, Mi, sehr schön.
      Liebe Grüße
      Sandra

      Reply

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