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Comicrezension

Elecboy 1: Geburt – Jaouen Salaün

Comiccover auf Leseprobe der ersten Seite

Überleben. Es ist nicht viel übrig in dieser postapokalyptischen Welt. Wasser ist knapp, die menschliche Gesellschaft gebrochen und Gewalt ist vorherrschend in der kargen Wüstenlandschaft.

Suche. Alabasterfarben glänzt die Körperoberfläche der künstlichen Wesen im glühend heißen Sonnenlicht. Suchend bewegen sie sich in einer kleinen Gruppe über den Planeten.

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Die alte Welt ist dem Chaos gewichen.
Beginn des Klappentextes ELECBOY 1 – Geburt

KI Max

Elecboy 1 – Geburt © Jaouen Salaün/ Splitter Verlag

Das fast romantisch anmutende Cover vom ersten Band der Reihe Elecboy steht in hartem Kontrast mit dem Bild auf der Rückseite. Dort stehen glänzende künstliche Wesen mit Engelsflügeln auf einer Anhöhe und schauen suchend über die Wüste. Einen ähnlich starken Unterschied bildet der in Bildern actionreiche Einstieg in die Story gepaart mit einer poetisch klingenden Erzählstimme.

Elecboy fühlt sich nach einem Mix aus Mad Max-Atmosphäre, Western und KI-Science Fiction an. Jaouen Salaüens Welt ist komplex, das wird spätestens zum Ende des ersten Bandes sehr deutlich und es stellt sich die Frage, wo das Ganze noch hinführen wird.

Durchdacht bis in die Muskelfaser-ähnlichen Kabelstränge der Kunstwesen baut sich die Story langsam auf, geizt allerdings nicht mit Brutalität. Seine nach dem „Kollaps“ verbliebenen Menschen scheinen körperlich stärker als erwartet, was eine Anpassung an die harte Umgebung sein könnte, aber noch ungeklärt bleibt. Zwischendrin scheinen Handelsstränge nicht zueinander zu passen, zum Ende hin wird die Zusammengehörigkeit aber plötzlich klarer.

In den Zeichnungen erinnert Salaüens Arbeit stellenweise an Richard Corben, wechselt aber nie ganz in den Fotorealismus und switcht auch wieder in feinstrichige Bilder.

Elecboy ist abwechslungsreich, vielschichtig, in vielem voller Gegensätze und immer wieder poetisch. Ich war lange nicht so neugierig darauf, wie eine Story weitergeführt wird.

Elecboy Ausschnitt Seite 30
Elecboy 1 – Geburt, Ausschnitt S. 30 © Jaouen Salaün/ Splitter Verlag

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ELECBOY 1 – GEBURT von Jaouen Salaün, übersetzt von Harald Sachse
erschienen am 15.12.2021 im Splitter Verlag, 64 Seiten, Band 1 von 4, Hardcover, Euro 16, ISBN 978-3-96792-132-8 (LINK auch zur Leseprobe)

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2 Comments

  • Miss Booleana
    6. März 2022 at 11:39

    Ach auf den hab ich ja auch richtig Bock. Jetzt noch mehr. Ich habe tatsächlich auch eine Weile keine Comics mehr gelesen, deren Artwork sich so um Realismus bemüht hat. Das ist zwar längst nicht alles und nicht immer wünschenswert, aber ich mag das sehr. :D Danke für den Einblick.

    Reply
    • booknapping
      6. März 2022 at 12:07

      Bin sehr gespannt, was du sagst! Band 2 kommt im Juli und ich bin echt neugierig, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

      Reply

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