Gedanken. Thoughts.

Es hat sich so viel verändert in den letzten Jahren. Auf den Blogs rundherum wurde es ruhiger, es wurde nicht nur immer weniger gepostet, in den Kommentaren wurde es auch weniger. Immer stiller, Zug um Zug. Rückblickend auf die letzten zwei Jahre, nehme ich mich da nicht aus. Habe selbst wenig Blog-Content generiert. Wenig andere Blogs besucht, gelesen und deren Beiträge kommentiert.

Nach einem Hype Ende 2020 gingen Anfang des Folgejahres plötzlich die Aufrufe und Besucher*innenzahlen auch hier im Blog runter. Und das haben auch andere Bloggende beobachtet. War das die Folge der sich bereits abzeichnenden Ruhe? Sind wir wirklich alle müde geworden?

Ich bin nicht Blog-müde, war jedoch immer mal wieder gesundheitlich eingeschränkt und wenn sich dann die zu rezensierenden Titel stapelten, baute sich – auch wenn ich es nicht zulassen wollte – ein gewisser Druck im Hintergrund auf.

Ob es anderen auch so ging und ich damit nicht alleine war? So ganz sicher konnte ich mir da nicht sein, fehlten doch in den letzten Jahren auch die Begegnungen, das Austauschen der analogen Pappkärtchen, die trotz aufgedrucktem QR-Code noch immer eine gewisse analoge Sehnsucht symbolisierten. Ich habe es genossen, nach Messen durch die Visitenkarten zu blättern, die Stimmen und Eindrücke von Menschen, denen ich begegnet bin, mit ihren Social Media-Auftritten zu verknüpfen. Dann habe ich deren Blogs besucht, ihre Webseiten durchstöbert. Habe ihren Podcasts gelauscht und hing vor ihren YouTube-Videos.

Dieser Anreiz fehlt jetzt schon so lange, was das Bloggen ein weiteres Stück einsamer gemacht hat. Ich schreibe hier weiterhin, sehe auch, dass neben Spam-Bots, Menschen meine Beiträge lesen. Und dennoch fehlt das Menschliche, das was das Ganze echt macht. So wirkt es alles irgendwie künstlich und wüsste ich es nicht besser, hätte ich das Gefühl, dass dort draußen einfach niemand mehr ist. Nur noch digitale Existenzen, die, wenn ich Glück habe, auf meine Texte stoßen. In steter Abhängigkeit der Algorithmen der großen Plattformen.

Melancholisch. Pathetisch. Einsam. Ich weiß. Und dennoch – aufhören kommt für mich nicht infrage!

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