In meinem Beitragย Booknapping Backstageย nahm ich euch mit hinter die Kulissen meines Blogs und berichtete davon, wie ich meine Blogarbeit organisiere. Welche Listen ich fรผhre, wie ich plane, was ich dafรผr nutze und einiges mehr. In den Beitrag passte allerdings nicht mehr, wie ich ans Rezensieren herangehe. Da ich auch davon gerne erzรคhlen mรถchte, ist es nun Zeit fรผr diesen zweiten Teil von Booknappings Backstage. Ok – wo fange ich am besten an?
Lesequeue und Rezensionsstapel
Neben der Liste, die ich fรผr Rezensionsexemplare fรผhre (s. Booknapping Backstage), haben auch die physikalischen Besprechungsexemplare einen festen Platz bei mir. In der Nรคhe meines Leseplatzes im Wohnzimmer steht ein kleines weiรes Regal, in dem sich neben den Blog-Orgamaterialien, Notizbรผchern, Malbรผchern und einem Kรถfferchen mit Kabelsalat auch meine Lesequeue und der Rezensionsstapel tummeln.
Die Lesequeue steht ordentlich aufgereiht und sortiert nach Comics und Romanen beziehungsweise Sachbรผchern oben auf dem Regalsims. Der Rezensionsstapel mit den bereits gelesenen Titeln befindet sich ein Fach drunter.ย Die Fotos sind รผbrigens authentisch, was soll ich extra aufrรคumen – ich mรถchte euch doch die Realitรคt zeigen und nichts fรผr den Artikel kรผnstlich Konstruiertes.
Geht es darum, auszuwรคhlen, was ich als nรคchstes lese, geht mein Blick immer erst zur Lesequeue. Dort stehen nicht ausschlieรlich Rezensionsexemplare, sondern auch Titel, die jetzt ganz einfach dran sind. Beispielsweise, weil sie zu einer Aktion gehรถren oder weil wir sie in unserem Offline-Lesekreis lesen.
Den ein Fach tiefer lagernden Rezensionsstapel „arbeite“ ich ganz einfach nach und nach ab, dabei halte ich mich an keine Reihenfolge. Ich schaue einfach, worauf ich gerade Lust habe und berรผcksichtige dabei auch, wenn Rezensionen dringend sind oder einfach schon lรคnger warten. *rรคusper* – ja, auch das kommt mal vor. Ich lasse mich von der Lesequeue und dem Rezensionsstapel niemals stressen, beide „Institutionen“ รผben keinerlei mentalen Druck auf mich aus. Ich halte auch nichts davon, Rezensionen und Beitrรคge รผbers Knie zu brechen. Meine Devise lautet Qualitรคt vor Quantitรคt und da kann es schon mal passieren, dass eine Besprechung lรคnger braucht. Alle, die selbst schreiben, werden das vermutlich kennen. Es gibt ganz einfach Stunden, Tage, Zeiten in denen man nichts zustande bringt. Es wรคre unfair den Titeln gegenรผber und wรผrde sich fรผr mich unehrlich anfรผhlen, in solchen Momenten Besprechungen zu schreiben. Mir selbst wรผrde es auch nicht gut tun. Also lasse ich es dann lieber.
Vorbereitungen wรคhrend des Lesens
Ich liebe Page Marker, diese kleinen Klebezettelchen, die wรคhrend des Lesens fast immer in meiner Nรคhe sind. Denn damit markiere ich fรผr mich relevante Stellen in den Bรผchern, die ich lese. Sehe ich ein Panel in einem Comic, das mich besonders beeindruckt, kommt ein Page Marker an die Seite. Bewirkt ein Text etwas in mir, darf ein Page Marker diese Stelle markieren. Muss ich weinen oder lachen, bin ich mitgerissen oder fasziniert, bin ich gelangweilt oder ekle ich mich – in allen Fรคllen kann es sehr gut sein, dass ich zu meinen kleinen Post-its greife. So sieht eigentlich jeder Titel, den ich lese am Ende รคhnlich aus. Es gucken ein oder mehrere kleine bunten Fรคhnchen an der Seite raus. Die Motive und Farben haben dabei keine besondere Bedeutung, sie markieren ganz einfach. Eine sรผรe Eule sitzt auf ihrem Page Marker neben einer Stelle in der Gedรคrme aus einem Kรถrper drรคngen. Ein feuerrotes Zettelchen markiert eine ruhige Szene in sanften Farbtรถnen, die sich รผber zwei Comicseiten erstreckt. Ein Pinguin lugt aus einem Buch, das in der Wรผste spielt. Ich bin da gnadenlos wie tolerant. Im Falle von E-Books muss ich auf digitale Markierungen oder separate Notizen ausweichen. Das gefรคllt mir nicht so gut.
Notizen. Spontan. Emotional. Direkt.
Selten mache ich mir Notizen wรคhrend des Lesens. Es kommt vor, dann klebe ich mir aber meist mit Washi-Tape einen Notizzettel vorne ins Buch oder ich nehme einen grรถรeren Klebezettel (mit Katze oder Zombie – vรถllig egal) fรผr diesen Zweck. Immer aber mache ich mir direkt nach dem Schlieรen des Buches Notizen. In diese flieรen dann all die Emotionen, die ich nach dem Lesen loswerden muss. All die Gefรผhle, Nachwirkungen, Begegnungen, Gedanken. Schwierig wird es, wenn ein Text mich gar nicht berรผhrt hat, weder positiv noch negativ. Wenn ich gar keine Empfindungen dem Gelesenen gegenรผber habe. Das kommt selten vor, aber in so einem Fall versuche ich dann eben genau dieses „Gefรผhl“ der Leere zu beschreiben. Immer aber helfen mir meine gesetzten Zettelmarkierungen. Anhand dieser kann ich zu diesen Stellen zurรผckgehen und sie in meinen eigenen Text einflieรen lassen.
Diese Notizen mache ich ausschlieรlich handschriftlich. Dafรผr nutze ich zwei Notizbรผcher, eines fรผr Comics, eines fรผr alle anderen Bรผcher. Ich notiere Titel, Datum, Autor_innen und schreibe drauflos … Einfach so. Ich habe festgestellt, dass ich Texte vor allem emotional wahrnehme. Ich reagiere auf guten und auch auf schlechten Stil – natรผrlich ist das subjektiv. Ich reagiere auf Situationen, auf Farben, auf Szenen, auf Bilder. Wenn ich keinerlei emotionale Reaktionen spรผre, weiร ich, dass etwas nicht stimmt. Das beispielsweise das Buch nicht zu mir passt oder der Stil mir nicht liegt. Texte mit vielen Fehlern in Grammatik und Rechtschreibung verstรถren mich beispielsweise so sehr, dass ein flรผssiges Lesen fรผr mich nicht mรถglich ist. Dabei spreche ich nicht von einem Fehler hier und da, sondern von grรถberen Schnitzern, von vielen Fehlern. Ich habe dann das Gefรผhl, die Autor_in hat sich die Mรผhe nicht machen wollen. Geht halt nicht fรผr mich. Das gilt รผbrigens fรผr Texte aller Art. Aber ich schweife ab.
Mein Text – switch: analog => digital
Den eigentlichen Blogbeitrag schreibe ich meist erst einige Zeit nach dem Lesen. Und somit auch mit einigem Abstand zu den handschriftlich verfassten Notizen, die in letzter Zeit immer hรคufiger bereits vorgeschriebenen Rezensionen รคhneln. Zwischen der analogen und der digitalen Fassung kรถnnen schon mal Tage oder auch (seltener) Wochen vergehen. Mithilfe der Notizen und der vielen Klebezettelchen-Markierungen kann ich aber direkt wieder zu dem erlebten Text zurรผck kehren. Ich setze mich dann wahlweise an mein Notebook oder auch mal an mein Tablet, das ich fรผr diesen Zweck mit einer Bluetooth-Tastatur ausstatte, und schreibe die Rezension direkt im Blogbereich. Auรerdem mache ich Fotos, bearbeite diese, suche Leseproben, Cover und die bibliografischen Daten heraus. Hรผbsche alles ein wenig auf, sodass es mir gefรคllt. Dass dies nicht in einer halben Stunde getan ist, ist offensichtlich. Auch das Gegenlesen meines eigenen Textes gehรถrt noch dazu. Ich versuche dafรผr meinen Beitrag mit „fremden“ Augen zu lesen. Lese Wort fรผr Wort, Satz fรผr Satz – manchmal sogar Buchstabe fรผr Buchstabe. Ich finde ganz sicher nicht jeden Fehler, aber manch groben Unsinn stรถbere ich auf.
Ich schreibe nun seit รผber zehn Jahren Rezensionen, habe auรerdem lรคngere Zeit in einem Rezensionsportal (und auch zwei Romane) „lektoriert“. Dadurch habe ich ganz sicher keine Expertise im Lektorieren oder Korrigieren, das was ich mache, ist alles auf „habe ich mir irgendwie selbst beigebracht“-Niveau. Aber mein Sinn fรผr Sprache begleitet mich seit meiner Kindheit. Oft kann ich gar nicht sagen, warum eine Stelle so oder so heiรen muss. Ich spรผre dann ganz einfach, wie es sein muss. Ich spรผre, dass etwas komisch klingt, dass ich mich damit nicht wohlfรผhle. Welche Regeln dahinter stehen weiร ich nur selten. Besser kann ich das leider nicht erklรคren, im besten Falle, versteht ihr vielleicht, was ich damit meine.
Ganz sicher weiร ich aber, dass …
… ich es liebe, zu schreiben.
… ich es liebe, zu lesen.
… ich es liebe, รผbers Lesen und Schreiben zu sprechen.
Und das alles so, wie ich es mag. Ganz persรถnlich und authentisch.
Auรerdem bin ich verrรผckt nach Feedback. Erzรคhlt ihr mir davon, wie ihr eure Rezensionsarbeit organisiert? Wie geht ihr vor? Habt ihr Rituale, besondere Macken oder Vorgehensweisen? Bitte verlinkt mir auch eure Beitrรคge, sie mรผssen nicht brandaktuell sein, gerne auch aus eurer Blog-Backlist.
Und wie machen es die Blogkolleg*innen?
- Jill von Letterheart hat darรผber in ihrem Beitragย Bloggen – und was dahinter stecktย geschrieben.
- Nicci von Trallafittibooks hat einen Beitrag รผbers Bloggen geschrieben, in dem es auch um die Themen Rezensieren und Organisieren geht:
Wie machst du das eigentlich alles? โ รber Zeitmanagement und Disziplin im Alltagschaos





Liebe Sandra,
danke fรผr Deine Antwort gestern auf Twitter. Ich habe mit groรem Interesse Deine Beitrรคge gelesen und konnte fรผr mich das ein oder andere festhalten, das ich ausprobieren mรถchte.
Besonders gefallen hat mich das Festhalten der gesamten Dinge rund um Deinen Blog in handschriftlicher Form. Ich bin nรคmlich auch so ein Handschreiber. Vor allem, wenn es um Organisatorisches geht oder um Erlebnisse und Lernprozesse mit meinen Pferden,
Insgesamt bin ich von Deinem Blog und auch Deiner Leseecke mehr als angetan! Ich kann so sehr spรผren, wie viel Hinganbe Du fรผr das alles hast! Ganz groรes Kompliment.
Alles Liebe, Dir!
Barbara
Liebe Barbara,
klasse, dass du vorbeigekommen bist. Ich freue mich sehr darรผber und dass es dir auรerdem gefรคllt, ist natรผrlich besonders schรถn. Ich war inzwischen auch schon ganz kurz bei dir und werde noch zu einem lรคngeren Besuch vorbeikommen.
Das Schreiben mit der Hand hilft mir ungemein, da geht es mir genau wie dir.
Ganz lieben Dank fรผr dein tolles Feedback und bis ganz bald ;-)
Stay safe und liebe Grรผรe
Sandra
Ich lese gern solche Beitrรคge, merke dabei aber auch immer wieder, wie unstrukturiert das bei mir ablรคuft. Ich markiere mir beim Lesen nur selten Stellen und wenn, dann nur fรผr mich und nicht fรผr die Rezension. Notizen mache ich mir รผberhaupt nicht, sondern meistens klappe ich ein Buch zu, fahre den PC hoch und schreibe die Rezension. Spรคter lese ich dann noch mal drรผber und korrigiere ein bisschen, aber im Groben bleibt meine spontane Erstfassung stehen und wird auch so verรถffentlicht. Bei mir ist es oft also doch mit einer halben Stunde gut erledigt, aber man merkt dann auch einfach den Unterschied zwischen meinen Beitrรคgen und denen von Leuten, die da mehr Zeit und Arbeit reinstecken. Deinen Rezensionen merkt man das auf jeden Fall an. :)
Ja, ich lese solche Beitrรคge auch gerne, daher freue ich mich auch sehr รผber deinen Kommentar! Einen Beitrag in einer halben Stunde zu schreiben, schaffe ich auch mal, das ist aber sehr selten. Du solltest dich mit deinen Beitrรคgen deshalb aber nicht kleiner machen, denn jede_r hat doch einen ganz eigenen Weg! Deshalb steht auch „my way“ รผber meinem Beitrag ;-)
Bis ganz bald und liebe Grรผรe,
Sandra
Hey :)
Was fรผr ein interessanter Post und es ist doch immer interessant zu sehen, wie andere Blogger alles handhaben.
Ich gehรถre ja zu einen von denen, die gar keine Routine hat und alles ohne Plan macht. Das einzige, was ich priorisiere sind Rezensionsexemplare. Auch fรผr meine Rezensionen mache ich mir keine Notizen. Das einzige was ich mache, wenn ich dran denke, ist, Zitate zu markieren, die ich in meiner Rezension verwenden kann. Manchmal ist es dann aber ganz schรถn schwer sich an alles zu erinnern, wenn ich die Rezension erst Wochen spรคter schreibe. Ich versuche aber immer, die Rezension innerhalb von einer Woche zu schreiben.
Liebe Grรผรe
Isabell
Hi Isabell,
kann ich mir gut vorstellen, dass es schwierig wird, wenn die Lektรผre lรคnger zurรผck liegt. Denn manchmal mache ich auch keine Notizen … und rezensiere erst Wochen spรคter. Zum Glรผck helfen meistens Post-its, die mich dann emotional wieder an gewissen Stellen zurรผckfรผhren. Immer klappt das aber auch nicht. Vielen Dank fรผr deinen Weg, ist doch schรถn, dass wir alle unsere ganz eigenen Methoden haben :-)
Liebe Grรผรe,
Sandra
Hallรถchen,
sehr interessant zu sehen, wie andere Blogger_innen so an ihre Rezensionen herangehen. Ich mache einige Dinge anders, aber auch viel รคhnlich wie du.
Ich verwende beim Lesen selbst keine Post-Its, wobei ich bei e-books manchmal die Markierfunktion verwende. Manchmal schreibe ich mir Zitate in meinem Notizbuch auf, aber das passiert eher selten. Ich rezensiere nur die wenigsten Bรผcher direkt nach dem Lesen, stattdessen fasse ich erstmal in einem Notizbuch meine Gedanken zu dem Buch in Stichworten. Bis die Rezension dann geschrieben wird vergehen hรคufig ein paar Tage.
Die Rezension wird dann verfasst und bevor ich sie verรถffentliche lasse ich sie noch mal durch online Korrekturprogramme laufen und lese mehrmals Korrektur.
Was das auswรคhlen der Bรผcher angeht, gehรถre ich auch zu den Leuten die nach Lust und Laune lesen und keinen Plan hat was als nรคchstes kommt.
LG
Elisa
Hi Elisa,
und lieben Dank fรผr deinen „Weg“ beim Rezensieren und der Auswahl des nรคchsten Lesestoffs. Ich finde es unheimlich spannend, sich รผber diese Dinge auszutauschen, die fรผr uns selbst ja eigentlich alltรคglich sind. Mich inspiriert es auch zu neuen Ideen, wenn ich lese, wie andere damit umgehen, ob sie Rituale haben etc.
Gerade habe ich einen riesigen Rezi-Ex-Stapel und nachher geht es รผbrigens mal wieder an die Auswahl, welcher Comic der nรคchste sein soll :-)
Liebe Grรผรe,
Sandra
Interessanter Beitrag. Nicht nur du wirkst da sehr gut organisiert.
Ich selbst mache mir keine Markierungen, Notizen oder Post-Its. Der einzige Anhaltspunkt sind spรคter meine spรคrlichen Status-Updates auf Goodreads. Aber ich habe auch schon lange aufgehรถrt, alles rezensieren zu wollen.
Liebe Elena,
vielen Dank fรผr deinen Kommentar. Und ich bin beeindruckt, dass du das ohne groรes Trara hinbekommst – richtig klasse. Ich brauche dieses ganze Drumherum, wenn ich auch nicht wirklich diszipliniert bin. Ich mag das Chaos und das rรคcht sich auch immer mal wieder :-)
Liebe Grรผรe,
Sandra
Liebe Sandra,
letztlich ist ja nur wichtig, dass du mit deinem Verfahren zufrieden bist und das scheinst du ja zu sein :) Ich war (und bin) teilweise so perfektionistisch, dass ich oftmals gelรคhmt war. Deshalb ist das jetzige Vorgehen fรผr mich ziemlich befreiend. Als System wรผrde ich es aber dennoch nicht weiterempfehlen *grins*
Liebe Grรผรe
Elena
Achja, den Perfektionismus kenne ich auch zu gut. Seit einigen Jahren bin ich da um einiges entspannter. Ich musste jedoch erst tief fallen, bevor ich da Loslassen konnte.
Und ja – letztendlich muss jede_r mit seinem System zufrieden sein. Ich รคndere meines z. B. hรคufiger mal, wie auch meine Plรคne *lach*.
Liebe Grรผรe,
Sandra
Puh, so organisiert bin ich nicht. Ich habe eine feste Gliederung fรผr meine Reviews und innerhalb der verschiedenen bereiche idR auch eine feste vorgehensweise und Reihenfolge aber ich mache mir beispielsweise nie Notizen. Ich bin eher der Typ der immer alles im Kopf hat und es abrufen kann. Irgendwie funktioniert das so einfach. Ich mache mir beim Busfahren aber hรคufiger mal mentale Notizen zu formulierungen oder punkten die ich im Review ansprchen mรถchte. Dabei ist bei mir allerdings entscheident, dass ich Reviews zeitnah nach dem schauen/lesen schreibe. Ich habe nur ganz ganz selten mehr als 2 beendete Werke die ich noch rezensieren mรถchte gleichzeitig. Ich mag auch beispielsweise keinen weiteren Comic anfangen wenn ich noch zwei ausgelesene zum rezensieren herumliegen habe. Einen Lesestapel und einen „muss ich noch rezensieren“-Stapel habe ich allerdings auch. Die sind aber in sich auch unsortiert.
Mittlerweile muss ich wรคhrend des Lesens dokumentieren. Das hat 2 Grรผnde:
1. Grund: Ich lese bis zu 4 Comics gleichzeitig
2. Grund: Beim lesen finde ich irgendwas, was ich unbedingt erwรคhnen mรถchte. Frรผher habe ich es dann in der Rezession nicht mehr prรคsent und somit fehlen dann mir wichtige Informationen.
Hey
Danke fรผr den Einblick in deine Gewohnheiten. Warum liest du 4 Comics parallel? Je eines pro Leseort? Ich lese ja auch mehrere Titel parallel, meist aber nur einen Comic.
Das mit den Notizen kann ich gut nachvollziehen.
LG,
Sandra
Hat sich irgendwann so ergeben. Digital ist eine Ausnahme, da ich dann tatsรคchlich woanders lese. Gerade bei dicken Comics (Megabรคnden) hat sich irgendwie so eingeschwungen. Wenn der Lesestapel so verlockend ist und ich dann immer nur den einen lesen „muss“ auf den ich Zweifel gerade keine Lust habe, ist es auch doof.
Grรถรter Vorteil: fรผr die Blog Fotos kann ich immer direkt 2 Comics vor Linse ziehen, spart Aufbau/Abbau Zeiten bei der Kamera und dann Bildbearbeitung ist in einem Rutsch schneller.
Hi
Liest du fast ausschlieรlich Comics oder auch andere Literatur?
Ich lese ebenfalls viel parallel, meist darunter aber nur ein Comic. Dann noch 1-2 Romane und oft ein Sachbuch.
LG,
Sandra
Hi Marco,
sehr spannend, wie unterschiedlich wir alle das Rezensieren und Bloggen betreiben. Vielen Dank fรผr den Einblick in dein „Treiben“. Ich merke mir sehr viel, allerdings bleibt so viel hรคngen, dass ich mich mit dem Notieren von Dingen ganz einfach mental entlaste. Das klappt bei mir gut. Schรถn finde ich auรerdem, dass es doch auch bei uns allen Parallelen gibt – beispielsweise die unsortierten Stapel.
LG,
Sandra
Hey Sandra,
das ist ja mal ein spannender Einblick. Ich mache viele Dinge รคhnlich wie Du, einige aber auch ganz anders. รhnlichkeiten finden sich in der Auswahl des Buchs. Ich habe einen รhnlichen „Bereich“ abgesteckt, entscheide aber auch zumeist spontan, was ich lesen mรถchte. Mit Klebezetteln arbeite ich nicht. Ich lese gern auch unterwegs und dann mรผsste ich die immer dabei haben. Ich bin ganz altmodisch: ich nehme mir einen Zettel und einen Kugelschreiber fรผr die Notizen mit. Zettel liegt irgendwo im Buch, Kugelschreiber hรคngt am Cover. Manchmal (ok, meistens) wรคhle ich den Kuli passend zum Cover aus, meine persรถnliche Marotte.
Im eBook nutze ich die Kommentarfunktionen des Readers, das klappt genauso gut, wie mit dem Zettel.
Ich notiere wichtige Handlungsablรคufe, schreibe aber auch Kommentare, oder notiere mir die Seiten mit bemerkenswerten Textstellen. Frรผher habe ich an solchen Stellen doch glatt Eselohren (ich weiss โ pfui) geknickt, aber seitdem ich zunehmend Bรผcher verlose, habe ich mir das abgewรถhnt.
Die Rezension schreibe ich eher zeitnah. Wenn ich das Gefรผhl habe, etwas Abstand zu brauchen, fange ich einfach mit dem Inhaltlichen an und lasse sie zwischendurch liegen.
Ich schreibe klassisch auf dem Computer mit Word. Ich brauche einfach die Rechtschreibkorrektur, die in WordPress ist mir zu schlecht.
Auรerdem brauche ich Funktionen in Word, z.B die Suchfunktion. Ich neige zu Fรผllwรถrtern und kann dadurch mit einem Klick sehen, ob ich schon wieder x-mal โauchโ oder โdochโ geschrieben habe. Ein wichtiger Faktor ist bei mir die Textkorrektur. Ich nehme sie in zwei bis drei Zyklen vor. Erst mit der Rechtschreibprรผfung, dann mit Tools wie โWortligaโ. Am Schluss โ ganz ganz wichtig โ lese ich mir den Text selber laut vor. Ist fรผr mich die beste Methode, stilistische Unzulรคnglichkeiten zu eliminieren. Ebenfalls wichtig, nachdem ich korrigiert habe, eine Nacht drรผber schlafen und am nรคchsten Tag nochmal durch den Text schauen. Oft erhรคlt er dann nochmal einen Feinschliff der mich glรผcklich und zufrieden mit dem Text macht.
DANN kommt der Text erst ins NotePad, um Formatierungsprobleme zu vermeiden, und dann in den WordPress Editor. Ab da geht es dann schnell: รberschriften formatieren, Zitate kennzeichnen, Coverbild rein, Links einbauen, SEO fertig machen โ fertig.
Ich merke gerade selbst, dass die Korrektur bei mir der aufwendigste Prozess ist, aber ich brauche das so. Nur dann bin ich mit meinem Text happy und lassen ihn guten Gewissens auf die Menschheit los.
Liebe Grรผรe sendet Dir, Eva
Liebe Eva,
wow – das ist ein ausfรผhrlicher und toller Einblick in deine Rezensionsarbeit! Und das klingt alles sehr durchdacht, gut organisiert, allerdings auch nach viel Aufwand. Kennst du die Software Duden Korrektor? Ich habe sie frรผher beim Lektorieren genutzt und sie ist wirklich sehr hilfreich. Vielleicht kรถnnte sie dir den ein oder anderen Durchgang beim Korrekturlesen ersparen? Es sei denn, du brauchst es trotzdem fรผr dein Wohlbefinden, dann wรผrde ich es auch so belassen. Deine grรผndliche Vorgehensweise merkt man deinen Rezensionen auf jeden Fall an, sie sind immer perfekt.
Ich versuche nach dem Paretoprinzip (80% des Aufwands kรถnnen mit 20% der Arbeit erledigt werden, die restlichen 20% aber benรถtigen dann 80% Aufwand) vorzugehen und nicht alles zu 100% zu erledigen. Aber … da geht es eher einzelne kleine Dinge drumherum, wie Schlagwรถrter, Eintrรคge ins Register etc. Beim Text selbst bin ich schon ziemlich pingelig. Ich nutze meist keine Rechtschreibkorrektur, weil mich das kollossal nervt und gehe dabei aber auch bewusst das Risiko ein, dass etwas nicht perfekt ist. Pareto halt. Ich glaube aber, dass meine Texte trotzdem ganz ok sind – sonst wรผrde ich noch 1000 x draufschauen *AffedersichdieAugenzuhรคlt* :-D
Das mit dem „Laut vorlesen“ mache ich im Grund auch, nur halt ohne Ton. Hรถrt sich komisch an, ich weiร, aber ich hรถre den Ton dann sozusagen in mir. Klingt komisch, kann ich aber nicht besser erklรคren. Vielleicht verstehst du mich ja :-)
Die Post-its schleppe ich รผbrigens immer mit mir rum, ich klebe z. B. einfach vorne welche ins Buch – dann sind sie immer zur Hand.
Liebe Grรผรe,
Sandra
Sehr schรถne Vorstellung und ein interessanter Einblick in dein Lesen und Rezensieren! Immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich wir alle sind.
Ich z.B. muss aus Zeitgrรผnden meine Rezis ganz zeitnah schreiben, sonst gehen sie unter. Zumeist vergesse ich dann auch vieles, auch sowas, was mich sehr beeindruckt hat. Mein Kopf erfรคhrt tรคglich einen Overload und muss geleert werden. Ich habe Notizbรผcher, aber ich schaffe es kaum, dort was zum Buch zu notieren. Ich mache mir Post-ITs an fรผr mich wichtige und interessante Stellen und anhand von diesen mache ich meine Rezi. Wenn etwas ganz wichtig ist, schreibe ich es auf das Post-IT.
Zum schรถne Bilder machen oder รคhnliches habe ich auch keine Zeit. Deshalb sind meine Rezis formhalber eher schlicht. Ich finde die kรผnstlerisch bearbeiteten Fotos zu Bรผchern zwar schรถn anzuschauen, jedoch stรถren sie mich meistens, wenn ich eine Rezi lesen will. Ein Bild zum Cover, ok, wenn es dann aber noch 2 bis 3 mehr werden, nerven sie mich eher, da sie den Beitrag so kรผntlich verlรคngern. ;-)
Hab ne schรถne Woche,
glG vom monerl
Huhu monerl
Ha! Noch eine Post-its-Liebhaberin. Ich mag die kleinen Dinger einfach so gerne und manche Bรผcher sehen wirklich lustig bunt „gespickt“ aus. Was ich gar nicht im Text oben geschrieben habe ist, dass ich sie nach dem Rezensieren aus den Bรผchern/Comics entferne. Es sei denn, ich mรถchte spรคter mit den Stellen noch „arbeiten“. Beispielsweise kommt das bei Sachbรผchern oder wichtigen Stellen vor, an die ich mich immer und immer wieder erinnern mรถchte.
Und lieben Dank auch fรผr den Einblick in deinen Kopf ;-) Ich kenne das gut und muss Dinge auch aufschreiben, sonst „platzt der Schรคdel“.
LG,
Sandra
Ja, ich mache die Post-Its nach dem Lesen auch wieder raus. Nur in Sachbรผchern dรผrfen sie bleiben. Romane dรผrfen auch nur bleiben, wenn sie Herzensbรผcher geworden sind. Die anderen gehen zu TT oder Bรผcherschrank oder oder. :-)
GlG und ein schรถnes WE fรผr dich,
monerl
Dann halten wir das ganz รคhnlich :-)
LG,
Sandra
Vor knapp einem Jahr hab ich meinen Prozess mal dokumentiert (unauffรคllig Link fallen gelassen: http://vincisblog.com/2017/07/25/how-to-comic-bloggen/).
Der Prozess hat aktuell wenig bis gar nichts mehr gemeinsam, mit dem wie er heute aussieht. Ich glaube ich sollte mal wieder ein Update schreiben :D
Danke fรผr deinen Link! Sobald du was Neueres hast, lass es gerne auch hier. Ich bin gespannt.
LG,
Sandra