In meinem BeitragΒ Booknapping BackstageΒ nahm ich euch mit hinter die Kulissen meines Blogs und berichtete davon, wie ich meine Blogarbeit organisiere. Welche Listen ich fΓΌhre, wie ich plane, was ich dafΓΌr nutze und einiges mehr. In den Beitrag passte allerdings nicht mehr, wie ich ans Rezensieren herangehe. Da ich auch davon gerne erzΓ€hlen mΓΆchte, ist es nun Zeit fΓΌr diesen zweiten Teil von Booknappings Backstage. Ok – wo fange ich am besten an?
Lesequeue und Rezensionsstapel
Neben der Liste, die ich fΓΌr Rezensionsexemplare fΓΌhre (s. Booknapping Backstage), haben auch die physikalischen Besprechungsexemplare einen festen Platz bei mir. In der NΓ€he meines Leseplatzes im Wohnzimmer steht ein kleines weiΓes Regal, in dem sich neben den Blog-Orgamaterialien, NotizbΓΌchern, MalbΓΌchern und einem KΓΆfferchen mit Kabelsalat auch meine Lesequeue und der Rezensionsstapel tummeln.
Die Lesequeue steht ordentlich aufgereiht und sortiert nach Comics und Romanen beziehungsweise SachbΓΌchern oben auf dem Regalsims. Der Rezensionsstapel mit den bereits gelesenen Titeln befindet sich ein Fach drunter.Β Die Fotos sind ΓΌbrigens authentisch, was soll ich extra aufrΓ€umen – ich mΓΆchte euch doch die RealitΓ€t zeigen und nichts fΓΌr den Artikel kΓΌnstlich Konstruiertes.
Geht es darum, auszuwΓ€hlen, was ich als nΓ€chstes lese, geht mein Blick immer erst zur Lesequeue. Dort stehen nicht ausschlieΓlich Rezensionsexemplare, sondern auch Titel, die jetzt ganz einfach dran sind. Beispielsweise, weil sie zu einer Aktion gehΓΆren oder weil wir sie in unserem Offline-Lesekreis lesen.
Den ein Fach tiefer lagernden Rezensionsstapel „arbeite“ ich ganz einfach nach und nach ab, dabei halte ich mich an keine Reihenfolge. Ich schaue einfach, worauf ich gerade Lust habe und berΓΌcksichtige dabei auch, wenn Rezensionen dringend sind oder einfach schon lΓ€nger warten. *rΓ€usper* – ja, auch das kommt mal vor. Ich lasse mich von der Lesequeue und dem Rezensionsstapel niemals stressen, beide „Institutionen“ ΓΌben keinerlei mentalen Druck auf mich aus. Ich halte auch nichts davon, Rezensionen und BeitrΓ€ge ΓΌbers Knie zu brechen. Meine Devise lautet QualitΓ€t vor QuantitΓ€t und da kann es schon mal passieren, dass eine Besprechung lΓ€nger braucht. Alle, die selbst schreiben, werden das vermutlich kennen. Es gibt ganz einfach Stunden, Tage, Zeiten in denen man nichts zustande bringt. Es wΓ€re unfair den Titeln gegenΓΌber und wΓΌrde sich fΓΌr mich unehrlich anfΓΌhlen, in solchen Momenten Besprechungen zu schreiben. Mir selbst wΓΌrde es auch nicht gut tun. Also lasse ich es dann lieber.
Vorbereitungen wΓ€hrend des Lesens
Ich liebe Page Marker, diese kleinen Klebezettelchen, die wΓ€hrend des Lesens fast immer in meiner NΓ€he sind. Denn damit markiere ich fΓΌr mich relevante Stellen in den BΓΌchern, die ich lese. Sehe ich ein Panel in einem Comic, das mich besonders beeindruckt, kommt ein Page Marker an die Seite. Bewirkt ein Text etwas in mir, darf ein Page Marker diese Stelle markieren. Muss ich weinen oder lachen, bin ich mitgerissen oder fasziniert, bin ich gelangweilt oder ekle ich mich – in allen FΓ€llen kann es sehr gut sein, dass ich zu meinen kleinen Post-its greife. So sieht eigentlich jeder Titel, den ich lese am Ende Γ€hnlich aus. Es gucken ein oder mehrere kleine bunten FΓ€hnchen an der Seite raus. Die Motive und Farben haben dabei keine besondere Bedeutung, sie markieren ganz einfach. Eine sΓΌΓe Eule sitzt auf ihrem Page Marker neben einer Stelle in der GedΓ€rme aus einem KΓΆrper drΓ€ngen. Ein feuerrotes Zettelchen markiert eine ruhige Szene in sanften FarbtΓΆnen, die sich ΓΌber zwei Comicseiten erstreckt. Ein Pinguin lugt aus einem Buch, das in der WΓΌste spielt. Ich bin da gnadenlos wie tolerant. Im Falle von E-Books muss ich auf digitale Markierungen oder separate Notizen ausweichen. Das gefΓ€llt mir nicht so gut.
Notizen. Spontan. Emotional. Direkt.
Selten mache ich mir Notizen wΓ€hrend des Lesens. Es kommt vor, dann klebe ich mir aber meist mit Washi-Tape einen Notizzettel vorne ins Buch oder ich nehme einen grΓΆΓeren Klebezettel (mit Katze oder Zombie – vΓΆllig egal) fΓΌr diesen Zweck. Immer aber mache ich mir direkt nach dem SchlieΓen des Buches Notizen. In diese flieΓen dann all die Emotionen, die ich nach dem Lesen loswerden muss. All die GefΓΌhle, Nachwirkungen, Begegnungen, Gedanken. Schwierig wird es, wenn ein Text mich gar nicht berΓΌhrt hat, weder positiv noch negativ. Wenn ich gar keine Empfindungen dem Gelesenen gegenΓΌber habe. Das kommt selten vor, aber in so einem Fall versuche ich dann eben genau dieses „GefΓΌhl“ der Leere zu beschreiben. Immer aber helfen mir meine gesetzten Zettelmarkierungen. Anhand dieser kann ich zu diesen Stellen zurΓΌckgehen und sie in meinen eigenen Text einflieΓen lassen.
Diese Notizen mache ich ausschlieΓlich handschriftlich. DafΓΌr nutze ich zwei NotizbΓΌcher, eines fΓΌr Comics, eines fΓΌr alle anderen BΓΌcher. Ich notiere Titel, Datum, Autor_innen und schreibe drauflos … Einfach so. Ich habe festgestellt, dass ich Texte vor allem emotional wahrnehme. Ich reagiere auf guten und auch auf schlechten Stil – natΓΌrlich ist das subjektiv. Ich reagiere auf Situationen, auf Farben, auf Szenen, auf Bilder. Wenn ich keinerlei emotionale Reaktionen spΓΌre, weiΓ ich, dass etwas nicht stimmt. Das beispielsweise das Buch nicht zu mir passt oder der Stil mir nicht liegt. Texte mit vielen Fehlern in Grammatik und Rechtschreibung verstΓΆren mich beispielsweise so sehr, dass ein flΓΌssiges Lesen fΓΌr mich nicht mΓΆglich ist. Dabei spreche ich nicht von einem Fehler hier und da, sondern von grΓΆberen Schnitzern, von vielen Fehlern. Ich habe dann das GefΓΌhl, die Autor_in hat sich die MΓΌhe nicht machen wollen. Geht halt nicht fΓΌr mich. Das gilt ΓΌbrigens fΓΌr Texte aller Art. Aber ich schweife ab.
Mein Text – switch: analog => digital
Den eigentlichen Blogbeitrag schreibe ich meist erst einige Zeit nach dem Lesen. Und somit auch mit einigem Abstand zu den handschriftlich verfassten Notizen, die in letzter Zeit immer hΓ€ufiger bereits vorgeschriebenen Rezensionen Γ€hneln. Zwischen der analogen und der digitalen Fassung kΓΆnnen schon mal Tage oder auch (seltener) Wochen vergehen. Mithilfe der Notizen und der vielen Klebezettelchen-Markierungen kann ich aber direkt wieder zu dem erlebten Text zurΓΌck kehren. Ich setze mich dann wahlweise an mein Notebook oder auch mal an mein Tablet, das ich fΓΌr diesen Zweck mit einer Bluetooth-Tastatur ausstatte, und schreibe die Rezension direkt im Blogbereich. AuΓerdem mache ich Fotos, bearbeite diese, suche Leseproben, Cover und die bibliografischen Daten heraus. HΓΌbsche alles ein wenig auf, sodass es mir gefΓ€llt. Dass dies nicht in einer halben Stunde getan ist, ist offensichtlich. Auch das Gegenlesen meines eigenen Textes gehΓΆrt noch dazu. Ich versuche dafΓΌr meinen Beitrag mit „fremden“ Augen zu lesen. Lese Wort fΓΌr Wort, Satz fΓΌr Satz – manchmal sogar Buchstabe fΓΌr Buchstabe. Ich finde ganz sicher nicht jeden Fehler, aber manch groben Unsinn stΓΆbere ich auf.
Ich schreibe nun seit ΓΌber zehn Jahren Rezensionen, habe auΓerdem lΓ€ngere Zeit in einem Rezensionsportal (und auch zwei Romane) „lektoriert“. Dadurch habe ich ganz sicher keine Expertise im Lektorieren oder Korrigieren, das was ich mache, ist alles auf „habe ich mir irgendwie selbst beigebracht“-Niveau. Aber mein Sinn fΓΌr Sprache begleitet mich seit meiner Kindheit. Oft kann ich gar nicht sagen, warum eine Stelle so oder so heiΓen muss. Ich spΓΌre dann ganz einfach, wie es sein muss. Ich spΓΌre, dass etwas komisch klingt, dass ich mich damit nicht wohlfΓΌhle. Welche Regeln dahinter stehen weiΓ ich nur selten. Besser kann ich das leider nicht erklΓ€ren, im besten Falle, versteht ihr vielleicht, was ich damit meine.
Ganz sicher weiΓ ich aber, dass …
… ich es liebe, zu schreiben.
… ich es liebe, zu lesen.
… ich es liebe, ΓΌbers Lesen und Schreiben zu sprechen.
Und das alles so, wie ich es mag. Ganz persΓΆnlich und authentisch.
AuΓerdem bin ich verrΓΌckt nach Feedback. ErzΓ€hlt ihr mir davon, wie ihr eure Rezensionsarbeit organisiert? Wie geht ihr vor? Habt ihr Rituale, besondere Macken oder Vorgehensweisen? Bitte verlinkt mir auch eure BeitrΓ€ge, sie mΓΌssen nicht brandaktuell sein, gerne auch aus eurer Blog-Backlist.
Und wie machen es die Blogkolleg*innen?
- Jill von Letterheart hat darΓΌber in ihrem BeitragΒ Bloggen – und was dahinter stecktΒ geschrieben.
- Nicci von Trallafittibooks hat einen Beitrag ΓΌbers Bloggen geschrieben, in dem es auch um die Themen Rezensieren und Organisieren geht:
Wie machst du das eigentlich alles? β Γber Zeitmanagement und Disziplin im Alltagschaos





Liebe Sandra,
danke fΓΌr Deine Antwort gestern auf Twitter. Ich habe mit groΓem Interesse Deine BeitrΓ€ge gelesen und konnte fΓΌr mich das ein oder andere festhalten, das ich ausprobieren mΓΆchte.
Besonders gefallen hat mich das Festhalten der gesamten Dinge rund um Deinen Blog in handschriftlicher Form. Ich bin nΓ€mlich auch so ein Handschreiber. Vor allem, wenn es um Organisatorisches geht oder um Erlebnisse und Lernprozesse mit meinen Pferden,
Insgesamt bin ich von Deinem Blog und auch Deiner Leseecke mehr als angetan! Ich kann so sehr spΓΌren, wie viel Hinganbe Du fΓΌr das alles hast! Ganz groΓes Kompliment.
Alles Liebe, Dir!
Barbara
Liebe Barbara,
klasse, dass du vorbeigekommen bist. Ich freue mich sehr darΓΌber und dass es dir auΓerdem gefΓ€llt, ist natΓΌrlich besonders schΓΆn. Ich war inzwischen auch schon ganz kurz bei dir und werde noch zu einem lΓ€ngeren Besuch vorbeikommen.
Das Schreiben mit der Hand hilft mir ungemein, da geht es mir genau wie dir.
Ganz lieben Dank fΓΌr dein tolles Feedback und bis ganz bald ;-)
Stay safe und liebe GrΓΌΓe
Sandra
Ich lese gern solche BeitrΓ€ge, merke dabei aber auch immer wieder, wie unstrukturiert das bei mir ablΓ€uft. Ich markiere mir beim Lesen nur selten Stellen und wenn, dann nur fΓΌr mich und nicht fΓΌr die Rezension. Notizen mache ich mir ΓΌberhaupt nicht, sondern meistens klappe ich ein Buch zu, fahre den PC hoch und schreibe die Rezension. SpΓ€ter lese ich dann noch mal drΓΌber und korrigiere ein bisschen, aber im Groben bleibt meine spontane Erstfassung stehen und wird auch so verΓΆffentlicht. Bei mir ist es oft also doch mit einer halben Stunde gut erledigt, aber man merkt dann auch einfach den Unterschied zwischen meinen BeitrΓ€gen und denen von Leuten, die da mehr Zeit und Arbeit reinstecken. Deinen Rezensionen merkt man das auf jeden Fall an. :)
Ja, ich lese solche BeitrΓ€ge auch gerne, daher freue ich mich auch sehr ΓΌber deinen Kommentar! Einen Beitrag in einer halben Stunde zu schreiben, schaffe ich auch mal, das ist aber sehr selten. Du solltest dich mit deinen BeitrΓ€gen deshalb aber nicht kleiner machen, denn jede_r hat doch einen ganz eigenen Weg! Deshalb steht auch „my way“ ΓΌber meinem Beitrag ;-)
Bis ganz bald und liebe GrΓΌΓe,
Sandra
Hey :)
Was fΓΌr ein interessanter Post und es ist doch immer interessant zu sehen, wie andere Blogger alles handhaben.
Ich gehΓΆre ja zu einen von denen, die gar keine Routine hat und alles ohne Plan macht. Das einzige, was ich priorisiere sind Rezensionsexemplare. Auch fΓΌr meine Rezensionen mache ich mir keine Notizen. Das einzige was ich mache, wenn ich dran denke, ist, Zitate zu markieren, die ich in meiner Rezension verwenden kann. Manchmal ist es dann aber ganz schΓΆn schwer sich an alles zu erinnern, wenn ich die Rezension erst Wochen spΓ€ter schreibe. Ich versuche aber immer, die Rezension innerhalb von einer Woche zu schreiben.
Liebe GrΓΌΓe
Isabell
Hi Isabell,
kann ich mir gut vorstellen, dass es schwierig wird, wenn die LektΓΌre lΓ€nger zurΓΌck liegt. Denn manchmal mache ich auch keine Notizen … und rezensiere erst Wochen spΓ€ter. Zum GlΓΌck helfen meistens Post-its, die mich dann emotional wieder an gewissen Stellen zurΓΌckfΓΌhren. Immer klappt das aber auch nicht. Vielen Dank fΓΌr deinen Weg, ist doch schΓΆn, dass wir alle unsere ganz eigenen Methoden haben :-)
Liebe GrΓΌΓe,
Sandra
HallΓΆchen,
sehr interessant zu sehen, wie andere Blogger_innen so an ihre Rezensionen herangehen. Ich mache einige Dinge anders, aber auch viel Γ€hnlich wie du.
Ich verwende beim Lesen selbst keine Post-Its, wobei ich bei e-books manchmal die Markierfunktion verwende. Manchmal schreibe ich mir Zitate in meinem Notizbuch auf, aber das passiert eher selten. Ich rezensiere nur die wenigsten BΓΌcher direkt nach dem Lesen, stattdessen fasse ich erstmal in einem Notizbuch meine Gedanken zu dem Buch in Stichworten. Bis die Rezension dann geschrieben wird vergehen hΓ€ufig ein paar Tage.
Die Rezension wird dann verfasst und bevor ich sie verΓΆffentliche lasse ich sie noch mal durch online Korrekturprogramme laufen und lese mehrmals Korrektur.
Was das auswΓ€hlen der BΓΌcher angeht, gehΓΆre ich auch zu den Leuten die nach Lust und Laune lesen und keinen Plan hat was als nΓ€chstes kommt.
LG
Elisa
Hi Elisa,
und lieben Dank fΓΌr deinen „Weg“ beim Rezensieren und der Auswahl des nΓ€chsten Lesestoffs. Ich finde es unheimlich spannend, sich ΓΌber diese Dinge auszutauschen, die fΓΌr uns selbst ja eigentlich alltΓ€glich sind. Mich inspiriert es auch zu neuen Ideen, wenn ich lese, wie andere damit umgehen, ob sie Rituale haben etc.
Gerade habe ich einen riesigen Rezi-Ex-Stapel und nachher geht es ΓΌbrigens mal wieder an die Auswahl, welcher Comic der nΓ€chste sein soll :-)
Liebe GrΓΌΓe,
Sandra
Interessanter Beitrag. Nicht nur du wirkst da sehr gut organisiert.
Ich selbst mache mir keine Markierungen, Notizen oder Post-Its. Der einzige Anhaltspunkt sind spΓ€ter meine spΓ€rlichen Status-Updates auf Goodreads. Aber ich habe auch schon lange aufgehΓΆrt, alles rezensieren zu wollen.
Liebe Elena,
vielen Dank fΓΌr deinen Kommentar. Und ich bin beeindruckt, dass du das ohne groΓes Trara hinbekommst – richtig klasse. Ich brauche dieses ganze Drumherum, wenn ich auch nicht wirklich diszipliniert bin. Ich mag das Chaos und das rΓ€cht sich auch immer mal wieder :-)
Liebe GrΓΌΓe,
Sandra
Liebe Sandra,
letztlich ist ja nur wichtig, dass du mit deinem Verfahren zufrieden bist und das scheinst du ja zu sein :) Ich war (und bin) teilweise so perfektionistisch, dass ich oftmals gelΓ€hmt war. Deshalb ist das jetzige Vorgehen fΓΌr mich ziemlich befreiend. Als System wΓΌrde ich es aber dennoch nicht weiterempfehlen *grins*
Liebe GrΓΌΓe
Elena
Achja, den Perfektionismus kenne ich auch zu gut. Seit einigen Jahren bin ich da um einiges entspannter. Ich musste jedoch erst tief fallen, bevor ich da Loslassen konnte.
Und ja – letztendlich muss jede_r mit seinem System zufrieden sein. Ich Γ€ndere meines z. B. hΓ€ufiger mal, wie auch meine PlΓ€ne *lach*.
Liebe GrΓΌΓe,
Sandra
Puh, so organisiert bin ich nicht. Ich habe eine feste Gliederung fΓΌr meine Reviews und innerhalb der verschiedenen bereiche idR auch eine feste vorgehensweise und Reihenfolge aber ich mache mir beispielsweise nie Notizen. Ich bin eher der Typ der immer alles im Kopf hat und es abrufen kann. Irgendwie funktioniert das so einfach. Ich mache mir beim Busfahren aber hΓ€ufiger mal mentale Notizen zu formulierungen oder punkten die ich im Review ansprchen mΓΆchte. Dabei ist bei mir allerdings entscheident, dass ich Reviews zeitnah nach dem schauen/lesen schreibe. Ich habe nur ganz ganz selten mehr als 2 beendete Werke die ich noch rezensieren mΓΆchte gleichzeitig. Ich mag auch beispielsweise keinen weiteren Comic anfangen wenn ich noch zwei ausgelesene zum rezensieren herumliegen habe. Einen Lesestapel und einen „muss ich noch rezensieren“-Stapel habe ich allerdings auch. Die sind aber in sich auch unsortiert.
Mittlerweile muss ich wΓ€hrend des Lesens dokumentieren. Das hat 2 GrΓΌnde:
1. Grund: Ich lese bis zu 4 Comics gleichzeitig
2. Grund: Beim lesen finde ich irgendwas, was ich unbedingt erwΓ€hnen mΓΆchte. FrΓΌher habe ich es dann in der Rezession nicht mehr prΓ€sent und somit fehlen dann mir wichtige Informationen.
Hey
Danke fΓΌr den Einblick in deine Gewohnheiten. Warum liest du 4 Comics parallel? Je eines pro Leseort? Ich lese ja auch mehrere Titel parallel, meist aber nur einen Comic.
Das mit den Notizen kann ich gut nachvollziehen.
LG,
Sandra
Hat sich irgendwann so ergeben. Digital ist eine Ausnahme, da ich dann tatsΓ€chlich woanders lese. Gerade bei dicken Comics (MegabΓ€nden) hat sich irgendwie so eingeschwungen. Wenn der Lesestapel so verlockend ist und ich dann immer nur den einen lesen „muss“ auf den ich Zweifel gerade keine Lust habe, ist es auch doof.
GrΓΆΓter Vorteil: fΓΌr die Blog Fotos kann ich immer direkt 2 Comics vor Linse ziehen, spart Aufbau/Abbau Zeiten bei der Kamera und dann Bildbearbeitung ist in einem Rutsch schneller.
Hi
Liest du fast ausschlieΓlich Comics oder auch andere Literatur?
Ich lese ebenfalls viel parallel, meist darunter aber nur ein Comic. Dann noch 1-2 Romane und oft ein Sachbuch.
LG,
Sandra
Hi Marco,
sehr spannend, wie unterschiedlich wir alle das Rezensieren und Bloggen betreiben. Vielen Dank fΓΌr den Einblick in dein „Treiben“. Ich merke mir sehr viel, allerdings bleibt so viel hΓ€ngen, dass ich mich mit dem Notieren von Dingen ganz einfach mental entlaste. Das klappt bei mir gut. SchΓΆn finde ich auΓerdem, dass es doch auch bei uns allen Parallelen gibt – beispielsweise die unsortierten Stapel.
LG,
Sandra
Hey Sandra,
das ist ja mal ein spannender Einblick. Ich mache viele Dinge Γ€hnlich wie Du, einige aber auch ganz anders. Γhnlichkeiten finden sich in der Auswahl des Buchs. Ich habe einen Γhnlichen „Bereich“ abgesteckt, entscheide aber auch zumeist spontan, was ich lesen mΓΆchte. Mit Klebezetteln arbeite ich nicht. Ich lese gern auch unterwegs und dann mΓΌsste ich die immer dabei haben. Ich bin ganz altmodisch: ich nehme mir einen Zettel und einen Kugelschreiber fΓΌr die Notizen mit. Zettel liegt irgendwo im Buch, Kugelschreiber hΓ€ngt am Cover. Manchmal (ok, meistens) wΓ€hle ich den Kuli passend zum Cover aus, meine persΓΆnliche Marotte.
Im eBook nutze ich die Kommentarfunktionen des Readers, das klappt genauso gut, wie mit dem Zettel.
Ich notiere wichtige HandlungsablΓ€ufe, schreibe aber auch Kommentare, oder notiere mir die Seiten mit bemerkenswerten Textstellen. FrΓΌher habe ich an solchen Stellen doch glatt Eselohren (ich weiss β pfui) geknickt, aber seitdem ich zunehmend BΓΌcher verlose, habe ich mir das abgewΓΆhnt.
Die Rezension schreibe ich eher zeitnah. Wenn ich das GefΓΌhl habe, etwas Abstand zu brauchen, fange ich einfach mit dem Inhaltlichen an und lasse sie zwischendurch liegen.
Ich schreibe klassisch auf dem Computer mit Word. Ich brauche einfach die Rechtschreibkorrektur, die in WordPress ist mir zu schlecht.
AuΓerdem brauche ich Funktionen in Word, z.B die Suchfunktion. Ich neige zu FΓΌllwΓΆrtern und kann dadurch mit einem Klick sehen, ob ich schon wieder x-mal βauchβ oder βdochβ geschrieben habe. Ein wichtiger Faktor ist bei mir die Textkorrektur. Ich nehme sie in zwei bis drei Zyklen vor. Erst mit der RechtschreibprΓΌfung, dann mit Tools wie βWortligaβ. Am Schluss β ganz ganz wichtig β lese ich mir den Text selber laut vor. Ist fΓΌr mich die beste Methode, stilistische UnzulΓ€nglichkeiten zu eliminieren. Ebenfalls wichtig, nachdem ich korrigiert habe, eine Nacht drΓΌber schlafen und am nΓ€chsten Tag nochmal durch den Text schauen. Oft erhΓ€lt er dann nochmal einen Feinschliff der mich glΓΌcklich und zufrieden mit dem Text macht.
DANN kommt der Text erst ins NotePad, um Formatierungsprobleme zu vermeiden, und dann in den WordPress Editor. Ab da geht es dann schnell: Γberschriften formatieren, Zitate kennzeichnen, Coverbild rein, Links einbauen, SEO fertig machen β fertig.
Ich merke gerade selbst, dass die Korrektur bei mir der aufwendigste Prozess ist, aber ich brauche das so. Nur dann bin ich mit meinem Text happy und lassen ihn guten Gewissens auf die Menschheit los.
Liebe GrΓΌΓe sendet Dir, Eva
Liebe Eva,
wow – das ist ein ausfΓΌhrlicher und toller Einblick in deine Rezensionsarbeit! Und das klingt alles sehr durchdacht, gut organisiert, allerdings auch nach viel Aufwand. Kennst du die Software Duden Korrektor? Ich habe sie frΓΌher beim Lektorieren genutzt und sie ist wirklich sehr hilfreich. Vielleicht kΓΆnnte sie dir den ein oder anderen Durchgang beim Korrekturlesen ersparen? Es sei denn, du brauchst es trotzdem fΓΌr dein Wohlbefinden, dann wΓΌrde ich es auch so belassen. Deine grΓΌndliche Vorgehensweise merkt man deinen Rezensionen auf jeden Fall an, sie sind immer perfekt.
Ich versuche nach dem Paretoprinzip (80% des Aufwands kΓΆnnen mit 20% der Arbeit erledigt werden, die restlichen 20% aber benΓΆtigen dann 80% Aufwand) vorzugehen und nicht alles zu 100% zu erledigen. Aber … da geht es eher einzelne kleine Dinge drumherum, wie SchlagwΓΆrter, EintrΓ€ge ins Register etc. Beim Text selbst bin ich schon ziemlich pingelig. Ich nutze meist keine Rechtschreibkorrektur, weil mich das kollossal nervt und gehe dabei aber auch bewusst das Risiko ein, dass etwas nicht perfekt ist. Pareto halt. Ich glaube aber, dass meine Texte trotzdem ganz ok sind – sonst wΓΌrde ich noch 1000 x draufschauen *AffedersichdieAugenzuhΓ€lt* :-D
Das mit dem „Laut vorlesen“ mache ich im Grund auch, nur halt ohne Ton. HΓΆrt sich komisch an, ich weiΓ, aber ich hΓΆre den Ton dann sozusagen in mir. Klingt komisch, kann ich aber nicht besser erklΓ€ren. Vielleicht verstehst du mich ja :-)
Die Post-its schleppe ich ΓΌbrigens immer mit mir rum, ich klebe z. B. einfach vorne welche ins Buch – dann sind sie immer zur Hand.
Liebe GrΓΌΓe,
Sandra
Sehr schΓΆne Vorstellung und ein interessanter Einblick in dein Lesen und Rezensieren! Immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich wir alle sind.
Ich z.B. muss aus ZeitgrΓΌnden meine Rezis ganz zeitnah schreiben, sonst gehen sie unter. Zumeist vergesse ich dann auch vieles, auch sowas, was mich sehr beeindruckt hat. Mein Kopf erfΓ€hrt tΓ€glich einen Overload und muss geleert werden. Ich habe NotizbΓΌcher, aber ich schaffe es kaum, dort was zum Buch zu notieren. Ich mache mir Post-ITs an fΓΌr mich wichtige und interessante Stellen und anhand von diesen mache ich meine Rezi. Wenn etwas ganz wichtig ist, schreibe ich es auf das Post-IT.
Zum schΓΆne Bilder machen oder Γ€hnliches habe ich auch keine Zeit. Deshalb sind meine Rezis formhalber eher schlicht. Ich finde die kΓΌnstlerisch bearbeiteten Fotos zu BΓΌchern zwar schΓΆn anzuschauen, jedoch stΓΆren sie mich meistens, wenn ich eine Rezi lesen will. Ein Bild zum Cover, ok, wenn es dann aber noch 2 bis 3 mehr werden, nerven sie mich eher, da sie den Beitrag so kΓΌntlich verlΓ€ngern. ;-)
Hab ne schΓΆne Woche,
glG vom monerl
Huhu monerl
Ha! Noch eine Post-its-Liebhaberin. Ich mag die kleinen Dinger einfach so gerne und manche BΓΌcher sehen wirklich lustig bunt „gespickt“ aus. Was ich gar nicht im Text oben geschrieben habe ist, dass ich sie nach dem Rezensieren aus den BΓΌchern/Comics entferne. Es sei denn, ich mΓΆchte spΓ€ter mit den Stellen noch „arbeiten“. Beispielsweise kommt das bei SachbΓΌchern oder wichtigen Stellen vor, an die ich mich immer und immer wieder erinnern mΓΆchte.
Und lieben Dank auch fΓΌr den Einblick in deinen Kopf ;-) Ich kenne das gut und muss Dinge auch aufschreiben, sonst „platzt der SchΓ€del“.
LG,
Sandra
Ja, ich mache die Post-Its nach dem Lesen auch wieder raus. Nur in SachbΓΌchern dΓΌrfen sie bleiben. Romane dΓΌrfen auch nur bleiben, wenn sie HerzensbΓΌcher geworden sind. Die anderen gehen zu TT oder BΓΌcherschrank oder oder. :-)
GlG und ein schΓΆnes WE fΓΌr dich,
monerl
Dann halten wir das ganz Γ€hnlich :-)
LG,
Sandra
Vor knapp einem Jahr hab ich meinen Prozess mal dokumentiert (unauffΓ€llig Link fallen gelassen: http://vincisblog.com/2017/07/25/how-to-comic-bloggen/).
Der Prozess hat aktuell wenig bis gar nichts mehr gemeinsam, mit dem wie er heute aussieht. Ich glaube ich sollte mal wieder ein Update schreiben :D
Danke fΓΌr deinen Link! Sobald du was Neueres hast, lass es gerne auch hier. Ich bin gespannt.
LG,
Sandra