Buchrezension, Fantasy, Highlight, Illustriertes, Kinderbuch, Phantastik
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Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman, illustriert von Chris Riddell

Buch vor einem Lavendelstrauch

Bereits 2008 erschien Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard von Neil Gaiman im englischsprachigen Original. Die deutsche Übersetzung (Andreas Steinhöfel) folgte zwei Jahre danach und stand bisher in dieser Ausgabe auch in meinem Regal.

Nun hat der Arena Verlag diese Sonderausgabe veröffentlicht, die passend zum Winter, der in Odds Heimat Midgard einfach nicht enden will, ausschließlich in schwarz, weiß und silber-metallic gehalten ist. Auf insgesamt 124 Seiten erzählen Neil Gaiman und der Illustrator Chris Riddell die Geschichte des gehbehinderten Jungen Odd. Als dieser nach dem Tod seines Vaters, Zeit in dessen alter Jagdhütte im Wald verbringt, um Spuren und Erinnerungen zu finden, finden sich ein Fuchs und ein Adler an seiner Tür ein. Offenbar benötigen sie Hilfe und Odd lässt sich von ihnen zu einer Stelle im tiefen Wald führen, an der ein großer Bär liegt. Der Bär ist von einem Baum eingeklemmt und so nimmt der kleine Odd allen Mut zusammen, in dem Wissen, dass er mit seinem lahmen Bein nicht weglaufen könnte, falls der Bär ihn nach dem Befreien angreifen sollte, und hilft ihm aus der Misere.

Aber glücklicherweise hat der Bär ganz andere Ambitionen als den Jungen zu fressen und trägt ihn stattdessen auf seinem Rücken in die alte Jagdhütte zurück. Odd scheint neue Freunde gefunden zu haben, lädt diese kurzerhand ein, mit ihm in der Behausung zu übernachten, ohne nach diesem aufregenden Tag auch nur zu ahnen, dass die Tiere zu sprechen beginnen, als sie denken er würde tief schlafen …

Ausschnitt des Covers

Wundervolles Midgard, märchenhaftes Asgard

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard war bereits eine zauberhafte und wundervolle Geschichte, bevor diese Sonderausgabe erschienen ist. Mit dieser Neuausgabe aber kann sie noch deutlicher glänzen und das im wahrsten Sinne. Chris Riddells Illustrationen schmücken den gesamten Band. Manche Seiten sind in Ornamenten mit Trollgesichtern eingefasst, andere mit Bildern von Frauen, die an majestätische Galionsfiguren erinnern. Jede Seitenzahl ist von zwei kleinen Zeichnungen eingefasst und außerdem zieren Illustrationen der Geschehnisse das gesamte Buch. Manche füllen gar Doppelseiten. Hinzu kommt, dass die Ornamente und Rahmen stets in glänzendem silber leuchten und auch in den weiteren Illustrationen immer mal wieder Highlights in silber gesetzt sind. Ganz einfach wunderschön!

Neil Gaimans Story indes ist märchenhaft und voller liebevoller Details und hinreißendem Humor. Ich bin ein großer Fan seiner Texte und kann seinen ganz besonderen Stil, seine Begabung für außergewöhnliche phantastische Geschichten auch in diesem Kinderbuch fühlen. Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard ist spürbar mit Liebe zum Buch, mit Liebe zum Erzählen geschrieben und illustriert. Es erzählt von Mut und Freundschaft, Vorurteile und Äußerlichkeiten schaffen es gar nicht erst auf die Seiten. Dieses Buch spricht in seiner Gesamtheit Herz und Hirn an und dabei ist das Alter dieser Körperteile völlig gleichgültig. Es dürfte es zu einem Klassiker schaffen, der noch in 100 Jahren gelesen wird.

Diese prächtige Ausgabe kann ich wärmstens jedem auch als Geschenk für lesende und buchliebende Menschen jeder Altersgruppe ans Herz legen. Ich empfehle einen Gang in den nächsten Buchladen und selbst einmal in das Buch zu schauen. Aber Vorsicht, denn mit echtem Licht auf den Hochglanzseiten kann dann wirklich niemand mehr widerstehen.

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard

Geschrieben und illustriert von

Neil Gaiman und Chris Riddell

Genre und Link zum Buch beim Verlag

Fantasy, Phantastik, Kinderbuch
Buchvorstellung beim Arena Verlag

Übersetzung

Andreas Steinhöfel (aus dem Englischen)

Noch ein paar Details

Im September 2017 erschienen im Arena Verlag, ISBN 978-3-401-60362-9
124 Seiten, gebundenes Hardcover mit Stanzung im Cover
Laut Verlag geeignet für Kinder ab 10 Jahren

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Coverabbildung vom Verlag

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2 Kommentare

  1. Hört sich sehr gut an! Ich habe bisher nur American Gods gelesen und sollte wohl auch mal in die anderen Bücher von ihm schauen.

    • booknapping

      Hallo Michael,
      ja – das kann ich dir absolut empfehlen. Neil Gaiman ist besonders ein Meister der Kurzgeschichten. Für den Anfang vielleicht “Zerbrechliche Dinge”, erschienen in der Hobbit Presse bei Klett-Cotta. Viele der Storys wurden auch als Comic umgesetzt.

      Liebe Grüße,
      Sandra

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