Von und nach Hobbingen

Nach dem Schmuckbandย Die Kunst des Hobbit, der 2012 in der Hobbit Presse erschien, folgt nun endlich auch ein prachtvoller Band, der sich dem Herr der Ringe widmet. Tolkien hat unzรคhlige Zeichnungen, Skizzen, kunstvolle Alphabete und Karten geschaffen. Die Kunst des Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien versammelt nun alle Illustrationen in einer im wรถrtlichen Sinne „schweren“ Schuber-Ausgabe mit insgesamt 240 Seiten. รœber fรผnfzig Prozent der enthaltenen 180 Abbildungen wurden hiermit erstmals verรถffentlicht.

Geschmรผckt mit Tolkiens endgรผltigem Umschlagentwurf fรผrย Die Rรผckkehr des Kรถnigs zieht der Schuber Aufmerksamkeit auf sich. Das in seinem Inneren beschรผtzte Buch hรคlt sich mit Schmuck auf seinen Buchdeckeln eher zurรผck und zeigt sich kontrastierend schlicht.

Eine Reise

Die Kunst des Herr der Ringe erlaubt eine Reise in den Schaffensprozess Tolkiens, der einzelne Szenen und Begegnungen bevorzugt anhand von Zeichnungen und Illustrationen entworfen und auch durchdacht hat. So finden sich in diesem Band die verschiedensten Zeugnisse seiner zu Papier gebrachten Notizen und Skizzen. Und erlauben damit einen kleinen Einblick in seine Gedankenwelt beim Schreiben des Herr der Ringe. Mit vielen Zitaten aus dem Roman (entnommen aus der รœbersetzung von Wolfgang Krege) und Sekundรคrtexten gespickt, liest sich dieser Band stellenweise wie ein spannender Roman. Biographische Elemente und Informationen รผber die Kommunikation mit dem Verlag Allen & Unwin machen ihn abwechslungsreich.

Abgedruckt sind Briefe, Coverentwรผrfe, Karten, Handschriften, Alphabete und dies alles hรคufig in unterschiedlichen Stadien. Es ist faszinierend mitzuerleben wie beispielsweise die Ringinschrift entstand, wie die jeweiligen Entwรผrfe aussahen und das am Ende verรถffentlichte Ergebnis sich davon unterscheidet. Auch ganz Mittelerde entstand mit all seinen heute bekannten geographischen Begebenheiten Stรผck fรผr Stรผck und wurde hรคufig geรคndert und neu „gedacht“.

J.R.R. Tolkien malte und zeichnete gern in seiner Freizeit und setzte seine Geschicklichkeit im Umgang mit Bleistift, Tinte, Wasserfarben und Farbstiften hรคufig in Verbindung mit seinen Texten ein.Zitat aus dem Vorwort 'Die Kunst des Herr der Ringe'

Auf einigen der abgedruckten Originalskizzen fรคllt es schwer die leichten und auch willkรผrlich wirkenden Bleistiftstriche รผberhaupt zu erkennen, dank des begleitenden Textes schรคlt sich bei erneuter Betrachtung dann aber die OststraรŸe รถstlich von Bree (S. 49) oder das Westtor von Moria (S. 63) aus dem gilbigen Untergrund der gealterten abgebildeten Papierdokumente.

Fรผr mich war รผbrigens die spannende Entstehungsgeschichte der Abbildungen auf den Schutzumschlรคgen der drei Bรคnde das Highlight in diesem Band.

Das gesamte Werk gibt einen tiefen, sachlichen und umfassenden Einblick in die Entstehungsgeschichte des Herr der Ringe und somit auch dem groรŸen Enthusiasmus, den J.R.R. Tolkien bei der Erschaffung seines Romans und ganz Mittelerdes an den Tag legte.

DIE KUNST DES HERR DER RINGE VON J.R.R. TOLKIEN

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Wayne G. Hammond & Christina Scull
รœbersetzung aus dem Englischen: Susanne Held
Details: erschienen 2018 in der Hobbit Presse im Klett Cotta-Verlag โ€ข ISBN 978-3-608-98102-5 โ€ข 240 Seiten โ€ข durchgรคngig vierfarbig โ€ข groรŸformatiges Hardcover in bezogenem Schuber โ€ข Euro 30

Das Buch habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst.

Wer mรถchte, kann sich diesen Beitrag auch anhรถren, ich habe ihn fรผr euch eingelesen.

Cover des Buches / Schubers

Die Kunst des Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien

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