Alle Artikel in: Graphic Novels

Comic liegt auf einem Bett aus drei alten Superman-Heften von Ehapa

Joe Shuster. Vater der Superhelden von Voloj/Campi =Rezension=

“Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein. Es ist Superman!” Aber ohne Joe Shuster hätte es Superman wohl nie in der Form gegeben, wie wir ihn seit den 1930er Jahren kennen. Zusammen mit Jerry Siegel erschuf er Superman. Jerry war der schreibende Teil des Teams, Joe zeichnete. Zeichnen war seine Leidenschaft und als die beiden in Cleveland in der Redaktion einer Schülerzeitung aufeinander trafen, wurden sie schnell sehr gute Freunde. Joe war begeistert von Jerrys phantastischen Erzählungen und Jerry wiederum von Joes großem zeichnerischen Talent. Joe Shuster. Vater der Superhelden erzählt die Entstehungsgeschichte von Superman, der ziemlich lange in Jerrys und Joes “Autorenschublade” lag, bevor er letztendlich bei National Comics veröffentlicht wurde. In der Euphorie, endlich einen echten Vertrag für “ihren” Superman erhalten zu haben, unterzeichneten sie gutgläubig ein Papier, mit dem sie alle Rechte an ihrem Superhelden-Baby abgaben. Mit einer lächerlich geringen Summe abgespeist hatten die zwei Erfinder Supermans einen Goldesel verkauft. Sie hatten den Grundstein für alle modernen Superhelden gelegt, aber die Verdiener waren andere. Ihre Schöpfung erstürmte die ganze Welt. Der …

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Comic Odysseus neben einer Ausgabe der Illias und Odyssee auf Kieselsteinuntergrund

Comic-Reportage: Odysseus von Andreas Kiener =Rezension=

Beinahe 20 Jahre wartet Penelope auf die Rückkehr ihres Mannes Odysseus. Sein Weg führte den König von Ithaka nach Troja, um Agamemnon im Lager der Griechen gegen die Trojer als einer der Anführer zur Seite zu stehen. Doch selbst nach dem Fall Trojas kehrte er von diesem Einsatz nicht zurück. Da seine Königin nun gerne endlich wissen möchte, ob Odysseus denn überhaupt noch lebt – schließlich möchte sie sich neu verheiraten (!) – engagiert sie einen Gelehrten, der sich auf die Suche machen soll. Begleitet von seinem treuen Diener macht dieser sich auf den Weg, so reisen sie gemeinsam auf den Spuren Odysseus’ quer durch den Mittelmeerraum. Sie befragen Menschen, die Odysseus kannten, solche mit denen er Seite an Seite gekämpft hat. Menschen, die den großen “Helden” nie selbst getroffen haben, aber trotzdem jede Menge über ihn (glauben zu) wissen und zu sagen haben. Und begeben sich so selbst auf ihre ganz eigene Odyssee, die ihnen mehr über den vom Meister so verehrten Odysseus verrät als er wohl je wissen wollte … Auf den Spuren …

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Teil des Covers zeigt den Dichter Hildegunst Mythenmetz

Die Stadt der träumenden Bücher 2: Die Katakomben =Rezension=

Im ersten Teil der Comicadaption der Stadt der träumenden Bücher konnten mich die Autoren Walter Moers und Florian Biege komplett mitreißen. Ich war wieder in Buchhaim, in der Stadt, in der ich vor Jahren bei Lektüre des Romans so gerne lustwandelte. Deren Katakomben ich liebte und gleiches galt für all die verschrobenen und phantasievollen Wesen, die Walter Moers erschaffen hatte. Galt das nun auch für Teil 2? Der erste Band der Graphic Novel endete gnadenlos in der Mitte, was eigentlich dazu hätte führen müssen, dass ich mir die bunte Fortsetzung sofort hätte schnappen müssen. Jedoch … hatte ich zunächst nicht so recht Lust nach Zamonien zurückzukehren. Ich liebe Abwechslung, weshalb ich mich scheute, eine Adaption zu lesen, dessen Vorlage ich schon kannte. Ich wartete also etwas mit der Lektüre. Als ich das Buch schließlich zur Hand nahm ging es aber ganz schnell: Bäng – und wieder in der Ledernden Grotte Schon nach den ersten Panels war ich wieder mit Herz und Kopf in Zamonien. Bei den Buchlingen, den Bücherjägern, bei Hildegunst und – inmitten des phantastischen …

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IKON Titel

IKON von Simon Schwartz =Rezension=

Anastasia Romanowa war eines der fünf Kinder des Zaren und lebte Anfang des 20. Jahrhunderts in einer zunächst aristokratischen Idylle. IKON erzählt vom Leben dieser jungen Zarentochter, das im Jahr 1918 ein gewaltsames und sehr frühes Ende nahm. Ebenso widmet sich IKON dem Lebensweg ihres Jugendfreunds, Gleb Botkin, dem Sohn des Leibarztes der Zarenfamilie. Gleb verehrte die Zarenprinzessin geradezu, schien süchtig nach ihrem “Bild” zu sein. Eine ungleiche Freundschaft, die von Anbetung auf der einen Seite und eher unterhaltendem Wert auf der anderen geprägt war. Nach Hinrichtung der Zarenfamilie und auch seines Vaters im Jahr 1918 verblieb Gleb als einziger Überlebender und übersiedelte in die USA. Dort suchte er sich eine neue “Ikone”, die Göttin Aphrodite und gründete zu deren Ehren eine eigene Kirche, seine eigene Religion. Eines Tages aber taucht Anastasia wieder auf. Eine Pflegerin in einer deutschen “Irrenanstalt” glaubt sie in einer jungen Frau zu erkennen, die nach einem misslungenen Suizid aus dem Wasser gefischt und in die Klinik eingeliefert wurde. Es handelt sich um Franziska Czenstkowski, die fortan als wiedergefundene Zarentochter Anastasia gilt. Etliche Zeit …

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Alle Comics nebeneinander und übereinander geschichtet

Comics im Januar und Februar 2018 =Gelesen=

Während ein großer Teil der Buchwelt noch in Leipzig auf der Buchmesse ist, sitze ich seit gestern Nachmittag wieder zu Hause und bin heilfroh, dass wir so gut durch den Schnee gekommen sind. Um ein wenig Abstand von all den neuen Eindrücken zu bekommen, widme ich mich heute einem Rückblick auf die Comics, die ich in den ersten zwei Monaten des Jahres gelesen habe. Insgesamt waren es 5 US-Hefte plus ein Trade, außerdem ein deutschsprachiges Soft- und drei Hardcover. Hier kommt mein Rückblick auf die bunte Mischung in alphabetischer Reihenfolge. Der erste Spielleiter – Kushner / Shadmi Feder & Schwert startete die deutsche Fassung dieser Comic-Biographie über einen der D&D-Erfinder Gary Gygax auf Kickstarter, was offensichtlich ausreichend Unterstützer_innen fand. Der kleine Hardcoverband ist aufwändig ausgestattet mit Spiegellackeffekten auf dem Cover und einem Lesebändchen. Obwohl Koren Shadmi zeichnerisch eher eintönig bleibt, ist die in Solo-Abenteuermanier erzählte Story spannend und auch stellenweise überraschend. Eine ausführliche Rezension findet sich hier im Blog: Der erste Spielleiter von D. Kushner/K.Shadmi. Comic-Biographie. Feder & Schwert, 2018, HC, 144 Seiten, deutsch, schwarz-weiß. Gilgamesch – …

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Comic neben einem roten Plüschdrachen

Der erste Spielleiter von D. Kushner/K. Shadmi. Comic-Biographie.

Gary Gygax! In Rollenspielerkreisen ist dieser Name ebenso bekannt wie der Ulrich Kiesows (Schöpfer von “Das Schwarze Auge” kurz DSA, dem ersten “echten” deutschsprachigen Rollenspielsystem). Als Erfinder des Pen & Paper-Rollenspiels Dungeons & Dragons ist Gary Gygax in die Geschichte eingegangen.  Ich selbst habe über zwei Jahrzehnte Pen & Paper gespielt, größtenteils DSA, viele Jahre davon mit einem einzigen Charakter, in einer festen Gruppe. Im Dungeons & Dragons-Universum habe ich mich nie inmitten einer Rollenspielgruppe bewegt, trotzdem trat sofort (gelbes) Leuchten in meine Augen, als ich von der Gygax-Biographie in Comicform erfuhr. Einmal Rollenspielerin, immer Rollenspielerin. David Kushner lieferte das Szenario für Der erste Spielleiter. Gary Gygax und die Erschaffung von D&D, Koren Shadmi durfte es illustrieren. Über ein Kickstarter-Projekt, initiert vom Verlag Feder & Schwert, fand die Übersetzung ins Deutsche seinen Weg zu uns. Produziert wurde dann ein sehr hochwertiges Hardcover mit Lesebändchen und 144 Hochglanzcomicseiten. In ausschließlich schwarz-weißen Panels erzählen die Autoren Gary Gygax’ ganz persönliche Geschichte, begleiten ihn von der Geburt an. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung seiner Spielsysteme, den zugrunde liegenden …

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Comic neben einem PixelArt-Bild, dass Hochhäuser zeigt

Das Hochhaus von Katharina Greve. 102 Etagen Begeisterung.

Schon mal in einem Hochhaus gewohnt? Selbst wenn die Antwort “Nein” ist, hat doch jede_r schon einmal darüber nachgedacht, was die Menschen in den einzelnen Wohnungen eigentlich so treiben. Was sie dort, hinter verschlossenen Türen tun. Wer sie sind. Vielleicht auch, wie sie eingerichtet sind, welche Farbe ihre Küche hat. Und – worüber sie sich unterhalten. Womit sie ihre Zeit verbringen. Katharina Greve erlaubt uns in ihrem Comic Das Hochhaus einen Blick in all die kleinen Wohneinheiten ihres Gebäudes. Hinein in die insgesamt 102 Etagen und damit mitten in den Alltag der Bewohner_innen. Womit vertreiben sich die drei in Etage 69 die Zeit und wo ist die fehlende Maja? Welche Bewohner besuchen andere häufig, welche meiden sich. Wer ist neidisch, wer mag Kitsch. Wie sind die politischen Ansichten von Herrn … im … OG? Liebevoller Blick in die Etagen Das Hochhaus ist in Etagen-Episoden als Webcomic entstanden und im Avant Verlag auch als Buchausgabe erschienen. Als ich den Band das erste Mal sah, wollte ich sofort den Wolkenkratzer erkunden. Die Voyeurin in mir war hellwach. Und da …

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Comic liegt in einem großen geflochtenen Korb

Gilgamesch von Jens Harder. Eine Rezension.

Das Gilgamesch-Epos gilt als eine der ältesten niedergeschriebenen Geschichten und bildet somit quasi den Grundstein auch für die heutige Literatur. Auf elf Steintafeln erzählt es vom König Gilgamesch, dem despotischen Herrscher Uruks, eine zwölfte Tafel scheint eine losgelöste Geschichte zu beinhalten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zunächst Fragmente, später dann auch weitere Teile der Tafeln gefunden. Uruk galt als eine der größten Städte in der Zeit Gilgameschs, fast 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Unweit von Babylon lag die mit 50.000 bis 80.000 Einwohnern für die damalige Zeit riesige “Machtzentrale” und trägt heute den Namen Warka (Irak). Seit Studienzeiten hegte Autor Jens Harder eine Faszination für das Epos des Gilgamesch und nahm sich vor eine Comicadaption der Odyssee des Despoten umzusetzen. Ende 2017 war es soweit und nun liegt sie in Form dieses 144 Seiten starken Hardcovers vor. Dem 127 Seiten umfassenden Comicteil des Buches, schließen sich ausführliche und überaus spannende Nachbemerkungen des Autors an, in denen er über die Entstehungsgeschichte des Buches berichtet. Auch davon, wie verstörend es sein kann, in der antiken Welt der Sumerer unterwegs …

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