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Comicrezension

Ein Psychogramm. Batman: Kreatur der Nacht

Batman-Cover und in der Ecke oben der Kopf einer Plüschfledermaus

Wir alle kennen Bruce. Bruce Wayne. Aber in Batman. Kreatur der Nacht gibt es Batman und auch Bruce Wayne nur in Comics. In den Lieblingscomics des Protagonisten Bruce Wainwright. Und doch ereilt den kleinen Bruce ein ähnliches Schicksal wie seinem großen Vorbild. Seine Eltern werden vor den Augen des Jungen von Einbrechern ermordet. Bruce wächst in einem Internat auf, selbst der Kontakt zu seinem Onkel Alton Frederic, den er nur Alfred nennt, reißt ab. Ist es die Einsamkeit, die Zerrissenheit oder die Wut, die ihn im Traum eine riesige Fledermaus sehen lässt? Doch dann taucht sie auch auf offener Straße auf, scheint Jagd auf die Mörder der Wainwrights zu machen. Und Bruce ist dem schwarzen Wesen jedes Mal ganz nah – sieht durch dessen Augen. Was hat es auf sich, mit diesem jagenden Flügelwesen, das mit Bruce auf besondere Weise verbunden zu sein scheint? Die Polizei macht bereits Jagd auf die Fledermaus.

Comicleseprobe
BATMAN. KREATUR DER NACHT © KURT BUSIEK & JOHN PAUL LEON / PANINI COMICS

Alles anders und doch bekannt

Die Idee ist interessant, aber keineswegs frisch und neu. Kurt Busiek hatte mit Superman: Geheimidentität bereits 2004 den Grundstein gelegt und schrieb analog den Pitch für Batman: Kretaur der Nacht. Gute dreizehn Jahre später durfte auch die Story ans Licht der Welt, in der Batman keine reale Figur ist. Vieles in dieser Story wirkt bekannt, Namen sind so angelegt, dass sie an Figuren aus dem Batman-Universum erinnern (Bruce, Alfred, Gordon, sogar Man-Bat), selbst Geschehnisse ähneln sich. Trotzdem ist Busieks Szenario keineswegs langweilig oder gar wiederkäuend. Vielmehr liest es sich wie ein Psychogramm, eine psychologische Studie, ist eher ruhig erzählt und stark fokussiert auf Bruce Wainwright. Im Dunkeln bleibt, woher die riesige Fledermaus kommt, die nur mit ihm zu sprechen scheint und bei der Jagd nach Verbrechern alles andere als zimperlich vorgeht.

Comicleseprobe
BATMAN. KREATUR DER NACHT © KURT BUSIEK & JOHN PAUL LEON / PANINI COMICS

Trotz allem hatte ich Schwierigkeiten mit dieser Batman-Analogie. Sequenzen sind zu abgehackt erzählt, den Zeichnungen und zugehörigen Texten konnte ich schlecht folgen – geriet mehrmals in die Situation, mich in den Panels verlaufen zu haben. Hinzu kommen die teils wirklich schlecht lesbaren Schriften. Grundsätzlich eine geniale Idee, einzelnen Erzählern eigene Fonts zuzuordnen. Aber für mich waren sie stellenweise fast unlesbar. Da konnte auch John Paul Leons düster-stimmiges Artwork nicht mehr viel rausholen. Zum sprunghaft wirkenden Erzählstil passte dann auch das plötzliche Ende. Für mich fühlte es sich zu früh an, als würde ich aus der Story geworfen. Das war’s. Akzeptier es einfach.

Vielleicht hätten mehr Seiten und ein anderes Lettering mich zufriedener gestimmt, da die grundlegende Idee wirklich richtig gut ist! So bleibt es eine Lektüre mit Nachgeschmack für mich, die für viele andere gut zu funktionieren scheint. Weitere Rezensionen von Blogkolleg:innen habe ich unten verlinkt, sodass ihr mehrere Meinungen vergleichen könnt.

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BATMAN: KREATUR DER NACHT
Kurt Busiek
John Paul Leon
übersetzt von Josef Rother
erschienen am 28. Juni 2020 bei Panini Comics
220 Seiten, Farbe, Softcover
ISBN 9783741609794
23 Euro
Erhalten als Rezensionsexemplar

Weitere Rezensionen zum Comic findet ihr bei diesen Kolleg*innen:
Letterheart
Vincisblog

© KURT BUSIEK & JOHN PAUL LEON / PANINI COMICS

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