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Comicrezension

Invincible Band 2 – Kirkman / Ottley / Crabtree

Comic vor einem Wolkenhimmelhintergrund auf dem Cover ein fliegender Superheld

Spoilerwarnung: In dieser Comicrezension werden Details aus dem ersten Band der Reihe verraten. Wer diesen noch nicht kennt und sich nicht den Spaß verderben lassen möchte, sollte jetzt mit dem Lesen aufhören. Bei Bedarf findet sich hier meine Review zum ersten Band.

Dass Invincible der Sohn des sich als Verräter herausgestellten Omega Man ist, wissen jetzt ALLE! Marks Gespräch mit seinem Vater und auch der schonungslose Kampf wurden in den öffentlichen Medien übertragen. Glücklicherweise ist aber seine Geheimidentität nicht aufgedeckt worden. Wobei … mittlerweile wissen einige Bescheid und im Freund*innenkreis werden es auch immer mehr. Keine gute Idee. Aber Mark Grayson ist erst 18 und zwar mit Superkräften ausgestattet, aber dennoch recht leichtgläubig.

Viel wichtiger aber ist, dass Grayson jetzt auch nicht gerade angenehme Verpflichtungen auf sich nehmen muss, wie beispielsweise die Heirat mit einer Fischfrau. Sie ist die Witwe des von Marks Vater ermordeten Aquarius und das Gesetz des Unterwasservolkes sieht vor, dass der Mörder diese Witwe heiratet. Und das alles nachdem gerade der Kampf gegen die Aliens überstanden ist. Allerdings … ist die Aussicht auf die Unterwasserhochzeit im Vergleich mit dem, was auf Invincible noch zukommt, eindeutig das kleinere Übel.

Leseprobe
© Invincible 2 / Robert Kirkman, Ryan Ottley, Bill Crabtree / Verlag Cross Cult

Vielfältig, parallele Erzählstränge, lustig, aber …

Ich mag die Reihe Invincible und ich werde auch weiterlesen, freue mich auf die Fortsetzungen, jedoch gibt es ein Aber.

Ich fange daher mit dem an, das mir direkt zu Anfang sauer aufgestoßen ist. Zwar gibt es ähnliche Szenen bereits im ersten Band, jedoch ist es mir da nicht direkt ins Gesicht gesprungen. Invincible Band 2 kommt leider nicht ohne überholte klischeehafte Rollenbilder aus und hat sogar ein paar Stellen, die als homophob gelesen werden können. Und das passt so überhaupt nicht zu dem eigentlich sehr klugen und vielfältigen Szenario. Bereits im Vorwort von Damon Lindelof (Produktionsleiter und Chefautor der TV-Serie LOST) wunderte ich mich über eine seiner Aussagen, dass das Gelb von Marks Outfit diesen eigentlich schwul aussehen lassen sollte. Ich wollte an einen Ausrutscher glauben, stieß dann aber im weiteren Verlauf auf zwei weitere Stellen im Comic, an denen Homosexualität als Abwertung formuliert wird. Zwar war es (leider) zu der Zeit, in der der Comic entstand, unter Jugendlichen noch oft normal, Personen und Handlungen als schwul zu bezeichnen und damit herabzusetzen, aber auch damals war es schon eine Diskriminierung. Wenn ein Comic dann heutzutage übersetzt wird, hätten diese Stellen einfach mit Fingerspitzengefühl vermieden werden können. Sehr schade, aber vielleicht eine Chance falls eine neue Auflage gibt? Es handelt sich übrigens um die Panels in denen eine Figur von einer anderen fliegend getragen wird.

… und jetzt endlich zu den vielen positiven Punkten!

Leseprobe
© Invincible 2 / Robert Kirkman, Ryan Ottley, Bill Crabtree / Verlag Cross Cult

Machen wir mit den positiven Aspekten weiter, denn davon gibt es auch im zweiten Invincible-Band eine ganze Menge. Zuallererst hat mir das Artwork besser gefallen als im ersten Band, der leicht altbackene Touch ist weg es gibt mehr Details und es ist irgendwie frischer. Weiter geht es mit der Story. Zwar erzählen die hier enthaltenen Hefte (Invincible 14-24, 0, Image Comics Summer Special 1) eher in Episoden als die ersten dreizehn Ausgaben es taten, jedoch geht es dieses Mal mit mehr Humor zur Sache und die gesamte Welt wird mit mehr Leben gefüllt, alles wird komplexer. Parallele Erzählstränge fordern mich als Leserin und das ist exakt nach meinem Geschmack. Es gibt kaum etwas langweiligeres, als eine Story, die mir alles immer und immer wieder erklärt und vorkaut.

In dieser Ausgabe bekommt übrigens nicht nur Mark Grayson endlich seinen Erzfeind, sondern ich auch zwei Lieblingsfiguren: die Mauler-Zwillinge! Diese Klone sind die Comedians der Serie, einfach großartig.

Überrascht hat mich die stellenweise heftige Brutalität in der Story, die einen zwischen dem Humor und den naiven Teenagerhandlungen Marks ganz plötzlich erwischt. Kirkman hat einige sehr interessante Figuren geschaffen, gegen die der unbedarfte Mark eher blass aussieht. Ich war noch nie ein großer Fan von Teenager-Superhelden-Comics (ja … ich mag Spider-Man nur auf dem Bildschirm) und daher hatte auch der junge Grayson es schwer bei mir. Jedoch ist das ganze Drumherum so gut konzipiert, dass mir Invincible richtig Spaß macht!

Weiter geht’s

Abgesehen davon, dass teils noch veraltete Rollenbilder zum Zuge kommen (warum muss beim Zoom auf Marks Freundin alles unbedingt ROSA sein?), ist Invincible Band 2 eine super Fortsetzung der Reihe. Dieses Mal ohne eine solche Mega-Überraschung wie im ersten Volume, dafür aber mit vielen neuen spannenden Figuren, einem guten Gespür für Humor, der Aussicht auf eine stets vielschichtiger werdende Story und – den Mauler-Zwillingen! :-D

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INVINCIBLE BAND 2
Robert Kirkman
Ryan Ottley / Bill Crabtree (Farben)
übersetzt von Frank Neubauer
erschienen 11. März 2020 bei Cross Cult
320 Seiten, farbig, Softcover
ISBN 978-3-959813-83-9
30 Euro
Erhalten als kostenfreies Rezensionsexemplar
Meine Meinung ist davon unbeeinflusst, was sonst.
© Invincible 2 / Robert Kirkman, Ryan Ottley, Bill Crabtree / Verlag Cross Cult

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