Alle Artikel in: Comicrezension

Hier findet ihr ausführliche Rezensionen zu Büchern, Heften, Taschenbüchern, Sammelbänden und was es sonst noch alles so gibt – immer aus dem Bereich der Comics.

Cover und einiges Herbstlaub

Irokesen … von Patrick Prugne

Kein Italo-Western Meine erste Begegnung mit Patrick Prugne machte ich mit „Die Herberge am Ende der Welt„. Mit diesem Band begeisterte der Künstler mich so sehr, dass ich keine Bedenken hatte, als ich den ersten Band in die Hand bekam, bei dem er sich mit der Kolonisierung Kanadas durch die Franzosen auseinandersetzte. Und „Pawnee“ war da schon der zweite Ausflug in dieser losen Reihe, die mit „Frenchman“ ihren Anfang nahm. Ich hätte mich an diese Thematik nie herangetraut, wenn ich nicht schon so gute Erfahrungen mit dem Autor und Zeichner gemacht hätte. In „Irokesen“ beschäftigt sich Patrick Prugne erneut mit den französischen Eroberern, die hier im Jahre 1603 die Kolonisierung vorantreiben. Basierend auf historischen Begebenheiten, macht sich Samuel Champlain mit einer kleinen Delegation auf den Weg, neues Land zu entdecken. Unterstützt wird er dabei vom Stamm der Huronen, die auf die Völker der Irokesen nicht gut zu sprechen sind. Ihr Weg führt genau dorthin, ins Irokesenland. Und sie haben wertvolle Fracht – eine junge Irokesin, die sie in Gefangenschaft halten. Ihr Name ist Kleiner Otter …

Comiccover S.A.M 1 neben einem Pixelartbild, dass Hochhäuser zeigt

S.A.M 1 – Nach dem Menschen … von Marazano und Shang

Allein in der Großstadt Als ich den Splitter-Katalog fürs Frühjahr-/Sommerprogramm 2017 in die Hände bekam, fiel mir S.A.M auf. Das Cover und die Leseprobe hatten mich sofort, ich wollte wissen, was diese Stadt zu Fall gebracht hat, warum die Kids von einem riesigen Roboter verfolgt wurden und mir gefiel das Artwork auf den ersten Blick. Nur eine kleine Gruppe von Teenagern hat ein vor rund acht Jahren stattgefundenes Massenmorden überlebt. Bis auf dieses Grüppchen von damals noch Kleinkindern scheinen sich keine Menschen mehr in der riesigen City aufzuhalten. Sie sind allein. Wären da nicht noch die Mega-Kampfroboter, die Jagd auf alles machen, das eine Wärmesignatur hinterlässt. In einem Versteck in der Kanalisation überdauern die wenigen Überlebenden standhaft, ernähren sich von Flechten und Pilzen. Zum Überleben aber ist mehr nötig, so geht eine kleine Gruppe immer wieder auf Expedition, um Medikamente und Vitamine ausfindig zu machen. Etwas anderes als Flechten wäre außerdem auch mal eine schöne Abwechslung. Als es bei einer dieser Expeditionen wieder einmal brenzlig wird und ihnen ein patrouillierender Kampfroboter auf die Spur kommt, …

Zwei Comics auf Steinboden, auf den Covern Außerirdische, die wie große Hummer aussehen und einige Menschen

Bye-bye Mr. Step! Leo/Icar – Ferne Welten: Episode 4 + 5

Die Rückkehr von Mr. Step Schmerzlich habe ich in Episode 3 meinen Lieblingscharakter dieser Leo-Serie vermisst: den außerirdischen Hummerzentauren Mr. Step, wie er liebevoll von Paul Clauden genannt wird. Ich war zuversichtlich, dass er in den letzten zwei Bänden der Science Fiction-Comicreihe wieder auftaucht und die Cover haben mich nicht getäuscht! Der coolste aller Stepaneks (ok, ich als Leserin kenne nur diesen einen, die anderen blieben anonym) ist zurück.

Plüschassel neben zwei Manga-Bänden Ice Age Chronicle of the Earth von Jiro Taniguchi

Jiro Taniguchi – Ice Age Chronicle of the Earth Teil 1 + 2

Die Eiszeit ist laut Ich kaufte den ersten Teil dieses Manga-Zweiteilers am 11. Februar 2017. Science Fiction von Jiro Taniguchi, das war neu, ungewöhnlich. Es machte mich sofort neugierig und ich nahm ein Exemplar aus dem Regal im Comicladen. Am selben Abend erfuhr ich, dass der Autor an diesem Tag verstorben war. Mit nur 69 Jahren. Mit der Lektüre ließ ich mir dann Zeit bis zum Erscheinen des abschließenden Teil 2. Diesen Zusammenhang werde ich wohl nie vergessen, er wird mich immer wieder an diesen ganz besonderen Mangaka erinnern.

Comic inmitten von Pflanzen. Auf dem Cover eine Dschungellandschaft, eine Frau durchquert sie auf einem Boot

Kathy Austin in Südamerika – Amazonia: Episode 1 (Rodolphe/Leo)

1949 Brasilien. Ein toter Mann wird vom Amazonas in einem kleinen Dorf angespült. Er war Fotograf und fremd hier. Um der Todesursache auf den Grund zu gehen, macht sich der im Dorf lebende Reverend mit der Kamera des Toten auf nach Manaus. Eine ganze Tagesreise liegt die Großstadt entfernt, doch ist dies der am schnellsten erreichbare Ort, um den Film des Fotografen entwickeln zu lassen.

Comiccover vor einem blauen Himmel

Die Natur liegt im Sterben – Nils Band 1: Elementargeister (J. Hamon, A. Carrion)

Stürmisch ist das Meer an dessen Ufer Nils lebt. Der Himmel ist dunkel, das Wetter harsch und der Boden karg. Nur wenige Menschen leben in dem kleinen Dorf und trotzen der widerspenstigen und scheinbar mittlerweile lebensfeindlichen Natur. Es entsteht kein neues Leben mehr, kein Saatkorn keimt, keines der Tiere hat Nachkommen und keine der Frauen wird mehr schwanger. Die Situation ist unerträglich, das gesamte Dorf droht zu verhungern, auszusterben. Doch Jonah, Nils Vater, wird nicht müde, immer wieder Saatgut zu verteilen. Er gibt nicht auf und macht sich schließlich zusammen mit seinem Sohn und seinem Falken auf die Reise, um nach den letzten Zeichen wachsenden Lebens zu suchen. Sollte er keinen Erfolg haben, ist es unumgänglich, die Natur wird sterben. Und das Reich Cyan ist daran sicher nicht unschuldig.

Comic zeigt eine schwarzhaarige Frau in Lederjacke auf rotem Hintergrund. Daneben ein Schälchen mit Räucherwerk und eine schwarze Eule

Hexen allerfeinster Güte – Black Magick Buch 1: Das Erwachen (Greg Rucka/Nicola Scott)

Es gibt Zutaten, die mein Interesse an einer Story sofort wecken. Dazu gehören Hexen. Und Drachen. Und Hexen. Drachen gibt es in Black Magick keine, dafür aber Hexen der allerfeinsten Güte. Weiße Magie in Black Magick „Buch 1: Das Erwachen“ beinhaltet die ersten fünf Hefte der US-Serie und entspricht damit der Tradepaperback-Ausgabe, die im Original 2016 bei Image Comics erschienen ist. Der deutsche Splitter Verlag würdigt diese exzellente Serie mit einer schmucken und umfangreichen Hardcover-Ausgabe. 136 Seiten, die größtenteils in schwarzweiß gehalten sind, füllen Autor Greg Rucka und Zeichnerin Nicola Scott mit ihrer neuen Schöpfung. Zu nennen ist hier unbedingt auch Chiara Arena, die für die „Farbassistenz“ zuständig war und hervorragende Arbeit geleistet hat.

Ausschnitt vom Cover zeigt Samurai und Titelschriftzug

Senseï Band 1: Die Schule der einsamen Wölfe (Di Giorgio/Vax )

Eine halbnackte Frauenleiche wird von einem alten Fischer in seinem Schuppen gefunden. Dass sie geschändet wurde, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Sie hieß Mondfisch und war so bildhübsch, wie ihr Name wohlklingend war. Von der Dame Jia Hua wurde sie aus Lingtao geholt, um die Kostüme für das nahende Laternenfest entwerfen. Dazu wird Mondfisch jetzt nicht leider mehr kommen.