Alle Artikel in: Auch für Comic-Einsteiger

Seid ihr selbst noch neu in der Welt der Comics? Oder möchtet ihr einen Comic empfehlen oder verschenken, der sich auch für jemanden eignet, der noch nicht viele Comics gelesen hat? Dann seid ihr hier richtig.

In dieser Kategorie finden sich alle Comicrezensionen und Beiträge in denen Comics vorgestellt werden, die sich auch für Einsteiger in die Welt der Comics eignen.

Yoko Tsuno Sammelband 9 hat einen rosa-lila Hintergrund und zeigt Yoko und Khany auf dem Cover

Yoko Tsuno Sammelband 9: Geheimnisse und böser Zauber von Roger Leloup =Rezension=

Jemand hier, der Yoko Tsuno noch nicht kennt? Ich beginne einfach mal mit ein paar Informationen zu der aus Japan stammenden Elektronikexpertin. Anfang der 1970er Jahre erschienen die ersten Abenteuer der Technikerin. Stets war sie eigenständig unterwegs und es stand nie zur Diskussion, dass sie mit ihren Fähigkeiten hinter Männern zurückbleiben könnte. Diskriminierung kennt sie nicht, setzt sich stets für Menschen ein, die Hilfe benötigen – besser noch für Lebewesen, denn nicht immer sind die Hilfesuchenden menschlich – und nicht selten gerät dabei ihr eigenes Leben in Gefahr. Sie kämpft und fliegt, egal ob Flugzeug oder Raumschiff. Sie tüftelt und repariert. Yoko Tsuno ist ein ganz wundervolles Vorbild für alle Generationen. Jeder Comicband kann übrigens auch für sich alleine gelesen werden, es handelt sich stets um abgeschlossene Geschichten. Die einzelnen Bände nehmen zwar Geschehnisse aus vorangegangenen Storys wieder auf, eine Kenntnis dieser ist aber nicht zwingend nötig. Das Bonusmaterial zuerst?! Carlsen bringt neben den neu erscheinenden Alben der Reihe seit 2007 auch die Sammelbände zur Yoko Tsuno-Reihe heraus. In einem Hardcoverband sind jeweils drei Alben …

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Comic auf einem antiken grünen Lehnstuhl

Geistreich! Professor Bell Bd. 1: Der Mexikaner mit den zwei Köpfen von Joann Sfar

Wie der Klappentext verrät, war Joseph Bell nicht nur Chirurg, Kinder- und Militärarzt, sondern auch der Lehrer und Mentor Arthur Conan Doyles. Dieser wiederum durch den Professor zu seinem Sherlock Holmes inspiriert wurde. Autor Joann Sfar erzählt uns von der Begegnung dieser historischen Person mit einem Klienten namens Pascual Pinon. Pinon leitet ein Irrenhaus, in dem ausschließlich weibliche “Insassen” aufgenommen werden und hat selbst ein dunkles Geheimnis. Ein zweiter kleiner Kopf wächst aus seiner Stirn, weshalb er befürchtet von seiner Angebeteten abgewiesen zu werden, wenn er ihr diese Monstrosität zeigt. Mit dem Wunsch, den Kopf entfernen zu lassen, wendet er sich an Professor Bell. Befreit von dem Parasiten könnte er endlich heiraten. Und glücklich werden. Als Bell nicht gleich zusagt, wendet Pinon Gewalt an und opfert einen Unschuldigen … Geistreiche Schauerliteratur Joann Sfar hat einen unverkennbaren Stil, wer einmal etwas von dem Autor gesehen hat, wird es immer wieder erkennen. Behaupte ich jetzt einfach mal. Ein (auch in der deutschen Übersetzung) stellenweise kritzeliges Lettering, das in anderen seiner Comics auch schon mal nahezu unlesbar sein …

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Comic in einem Weidenkorb, daneben eine kleine weiße Orchidee

Schatten der Shinobi von Runberg und Zhifeng. Dämonisch und überraschend.

Der als Splitter Double erschienene Zweiteiler Schatten der Shinobi nimmt seine Leser_innen mit ins mittelalterliche Japan. Beherrscht wird das Land von der skrupellosen Kaiserin Hiroyo, deren Gegner mit den legendären Shinobi zusammenarbeiten. Diese gelten als starke Kämpfer und heimtückische Mörder. Assassinen. Unermüdlich ist der Trupp auf dem langen Weg zum kaiserlichen Palast. Doch nicht nur die mitreisenden Shinobi scheinen von Geheimnissen umgeben zu sein. Auch die Kaiserin hat deutlich mehr zu bieten als auf den ersten Blick erkennbar ist. Selbst ihre engsten Vertrauten wissen nicht wieviel … Sex und rollende Köpfe Nach den ersten zwanzig Seiten wurde mir klar, dass bis dahin zwar schon viele Personen ihre Köpfe verloren hatten, dies aber bei weitem nicht alle gewesen sein würden. Und ich behielt Recht. Sylvain Runberg hat sich in seinem Szenario nicht zurückgehalten, die Story ist deutlich brutaler und mit mehr Sex gespickt als ich es erwartet hatte. Ein Blick aufs Cover zu dem Zeitpunkt sagte mir, dass ich es allerdings hätte ahnen können, schließlich hält die Kriegerin auf dem Cover bereits zwei abgeschlagene Schädel in ihren Händen. …

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Comic neben einem roten Plüschdrachen

Der erste Spielleiter von D. Kushner/K. Shadmi. Comic-Biographie.

Gary Gygax! In Rollenspielerkreisen ist dieser Name ebenso bekannt wie der Ulrich Kiesows (Schöpfer von “Das Schwarze Auge” kurz DSA, dem ersten “echten” deutschsprachigen Rollenspielsystem). Als Erfinder des Pen & Paper-Rollenspiels Dungeons & Dragons ist Gary Gygax in die Geschichte eingegangen.  Ich selbst habe über zwei Jahrzehnte Pen & Paper gespielt, größtenteils DSA, viele Jahre davon mit einem einzigen Charakter, in einer festen Gruppe. Im Dungeons & Dragons-Universum habe ich mich nie inmitten einer Rollenspielgruppe bewegt, trotzdem trat sofort (gelbes) Leuchten in meine Augen, als ich von der Gygax-Biographie in Comicform erfuhr. Einmal Rollenspielerin, immer Rollenspielerin. David Kushner lieferte das Szenario für Der erste Spielleiter. Gary Gygax und die Erschaffung von D&D, Koren Shadmi durfte es illustrieren. Über ein Kickstarter-Projekt, initiert vom Verlag Feder & Schwert, fand die Übersetzung ins Deutsche seinen Weg zu uns. Produziert wurde dann ein sehr hochwertiges Hardcover mit Lesebändchen und 144 Hochglanzcomicseiten. In ausschließlich schwarz-weißen Panels erzählen die Autoren Gary Gygax’ ganz persönliche Geschichte, begleiten ihn von der Geburt an. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung seiner Spielsysteme, den zugrunde liegenden …

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Comic neben einem PixelArt-Bild, dass Hochhäuser zeigt

Das Hochhaus von Katharina Greve. 102 Etagen Begeisterung.

Schon mal in einem Hochhaus gewohnt? Selbst wenn die Antwort “Nein” ist, hat doch jede_r schon einmal darüber nachgedacht, was die Menschen in den einzelnen Wohnungen eigentlich so treiben. Was sie dort, hinter verschlossenen Türen tun. Wer sie sind. Vielleicht auch, wie sie eingerichtet sind, welche Farbe ihre Küche hat. Und – worüber sie sich unterhalten. Womit sie ihre Zeit verbringen. Katharina Greve erlaubt uns in ihrem Comic Das Hochhaus einen Blick in all die kleinen Wohneinheiten ihres Gebäudes. Hinein in die insgesamt 102 Etagen und damit mitten in den Alltag der Bewohner_innen. Womit vertreiben sich die drei in Etage 69 die Zeit und wo ist die fehlende Maja? Welche Bewohner besuchen andere häufig, welche meiden sich. Wer ist neidisch, wer mag Kitsch. Wie sind die politischen Ansichten von Herrn … im … OG? Liebevoller Blick in die Etagen Das Hochhaus ist in Etagen-Episoden als Webcomic entstanden und im Avant Verlag auch als Buchausgabe erschienen. Als ich den Band das erste Mal sah, wollte ich sofort den Wolkenkratzer erkunden. Die Voyeurin in mir war hellwach. Und da …

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Comic auf einem grauen Kissen

“Der Traum von Olympia” von Reinhard Kleist

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking lief Samia Yusuf Omar als Letzte ins Ziel des 200-Meter-Laufs. Jedoch erhielt sie brandenden Applaus, denn trotz deutlichem Vorsprung ihrer Konkurentinnen hielt sie durch und gab nicht auf. Sie bewies es sich und allen anderen. Sie lief durchs Ziel bei den Olympischen Spielen! Für Somalia. Aufgewachsen in diesem Land, das einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg stand hält, hatte sie diesen Traum stets vor Augen, während sie in einem mit großen Schlaglöchern gesäumten Stadion trainierte und immerzu rannte, obwohl es sich nach Ansicht der islamistischen Bewegung Al-Shabaab nicht schickte, dass Frauen rannten. Mit jedem Herzschlag lebte sie für das Laufen, hoffte darauf als professionelle Leistungssportlerin so viel Geld zu verdienen, dass sie auch ihre Familie unterstützen könnte. Der Traum von Olympia erzählt von dieser willensstarken und von einem Traum getriebenen jungen Frau und ihrem unfassbaren Weg voller Gewalt, Greuel und Erniedrigungen nach Europa. Sie starb 2012 kurz vor Erreichen des italienischen Festlands im Alter von 21 Jahren. Gegen das Vergessen Reinhard Kleist erzählt in schwarz-weiß-grauen Bildern vom Leben in einer sogenannten …

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Comic steht versteckt hinter Palmenblättern, im Hintergrund Bücherstapel

Rückkehr nach Belzagor Episode 1|2

Sternenkolonie-SF von Robert Silverberg Ich hätte “einerseits – andererseits” in den Titel schreiben können, denn: Einerseits enthält diese Story, die auf einem Roman aus dem Jahre 1969 von Robert Silverberg basiert, alles, was ich in der Science Fiction am liebsten mag. Sie erzählt von einem Planeten, der von den Menschen kolonisiert werden sollte. Es ist ökologische SF, die sich mit der Auseinandersetzung der eindringenden Menschen und der bereits bestehenden Kultur der auf dem Planeten lebenden intelligenten Spezies und der fremdartigen Flora und Fauna beschäftigt. Ich mag diese Konflikte sehr und sie sind typisch für die Zeit Ende der 60er bis 70er Jahre. Zwei Völker, die Nildoror und die Silodoror leben in friedlicher Gemeinschaft in einer Art Utopia miteinander, das durch den Menschen gestört wird. Wer sich hier an “Avatar” erinnert fühlt, irrt nicht, denn auch dieser große Filmerfolg fällt genau in dieses Schema – und damit ebenfalls in die Art Science Fiction-Storys, die ich unheimlich gerne mag. Aber warum mag mir die Geschichte in der ersten Episode von Rückkehr nach Belzagor in der Comicadaption von Autor …

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Comiccover mit einem vermummten Gesicht und darauf liegt eine Brille

Geschichte eines Martyriums. Kill or be Killed Band Eins.

Gewissensbisse Aus der Ich-Perspektive erzählt Dylan, 28 Jahre jung, seine ganz eigene Geschichte. Als sein Selbstmordversuch misslingt und er unerwarteterweise ohne größere Blessuren überlebt, beginnt sein wahres Martyrium. Offenbar hat ein Dämon sein Leben ungefragt “beschützt” und verlangt nun für diese “gute” Tat einen Mord pro Monat von Dylan. Dabei soll er sich die “schlechten” Menschen vornehmen. Die, die Dreck am Stecken haben. Aber … wer hat das nicht? Wer sind denn DIE “schlechten” Menschen eigentlich? Und wer sind die “Guten”? Was geschieht, wenn er die oder den falschen Menschen tötet? Und überhaupt – er soll jemanden töten?! Die Erinnerung an den nachts erschienenen Dämon verblasst langsam, bis der Monat sich dem Ende zuneigt und es Dylan Tag für Tag, Stunde für Stunde schlechter geht. Schließlich ist er sterbenskrank. So bleibt ihm keine Wahl, er sieht keinen Ausweg – er muss töten – zunächst sein Gewissen und dann einen Menschen … Kraftvoll Schon die erste Seite in diesem Hardcover-Band, der die ersten vier US-Ausgaben der Serie versammelt, hat es in sich. In diesen wenigen Bildern …

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