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Nebel. Eine Kurzgeschichte von mir. Science Fiction.

Aufgeschlagenes Buch, davor ein Flyer

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass ich meine Kurzgeschichte Nebel im Rahmen einer Ausschreibung des Verlags Aeternica eingereicht habe. Und sie wurde veröffentlicht, in der Anthologie “Tanz des Lebens”. Bisher ist sie meine einzige Veröffentlichung geblieben, ich habe seitdem aber auch nie wieder etwas eingereicht. Alles, was ich begonnen habe ist unvollendet geblieben und auch wenn ich mir wenig Zeit für das Schreiben genommen habe, habe ich es doch nie ganz aufgegeben. Heute möchte ich meine Kurzgeschichte hier im Blog zur Verfügung stellen. Ich lasse euch als kleinen Teaser den Anfang hier, die gesamte Story könnt ihr weiter unten im epub-Format herunterladen.

Viel Freude nun beim Lesen meiner Sci-Fi-Story 🙂

Leseprobe aus “Nebel”

··· ~ ···

Nebel.
Schwer und dick legte er sich auf die Weite des Landes. Kaum konnte ich weiter sehen als bis zu meiner Hand, die verkrampft neben mir lag. Ich konnte den Kopf kaum drehen, um mehr zu sehen. Um ihn nur wenige Zentimeter anzuheben, brauchte ich bereits eine immense Menge an Kraft. Ich hatte den Eindruck, etwas in der Hand zu halten. Es war … etwas Metallisches? Unsicher darüber, was ich hier überhaupt tat, was da Metallisches in meiner Hand lag, wollte ich …

… Ihre Haut ist ohne jeglichen Makel, ihr Gesicht so wunderschön anzusehen, dass mir fast die Tränen in die Augen schießen, und nun ist sie mein. Meine Sophie. Seit wenigen Minuten ist sie … mein, ich fühle es. Nun so richtig, ehrlich, echt – denn sie hat »Ja!« gesagt. »Ja!« auf meine Frage, ob sie mit mir zu den Sternen ziehen möchte.
Lange habe ich gewartet, bis ich ihr diese Frage stellte, kennen wir uns doch nun schon einige Jahre und unser Zusammensein ist stets sehr intensiv. Nun sitzen wir hier an einem unserer liebsten Plätze – mitten im Wald, auf einer durch einen heftigen Sturm gefällten Buche, an einem kleinen Weiher, und genießen den ausklingenden Herbst in seiner vollen Pracht.
Schon sind sehr viele Blätter von den Bäumen gefallen, mit unseren Füßen stecken wir in der dicken Laubschicht. Es ist bereits kühl. Wie wir hier so sitzen, weht ein frischer Wind, dunkle Wolken ziehen in der Ferne auf.
Sophie schaut mich mit ihren sternenklaren Augen an, öffnet den Mund …

… Nebel. Wie ein schwacher Nebelhauch wirkte eine Erinnerung nach. Was wollte ich doch gleich tun? Ach ja, ich erinnerte mich an einen Gegenstand in meiner rechten Hand. Gerade hatte ich doch noch vor, ihn mir genauer anzusehen, doch warum tat ich es nicht?
Ich versuchte es erneut. Drehte zunächst meinen Kopf in die Richtung der Hand, konnte wie zuvor vor lauter dichtem Nebel kaum etwas sehen. Ich musste die Hand also näher an mich heranbringen, den Arm anwinkeln, die verkrampfte Faust öffnen. Aber es gelang mir nicht. Zumindest nicht auf Anhieb.
Ich strengte mich an, versuchte als Erstes den Arm anzuwinkeln, um so die Hand näher an meinen Körper zu ziehen. Aber es bewegte sich nichts. Es geschah nur eines: Ein dumpfer Schmerz machte sich auf, krabbelte an meinem Arm entlang und erreichte in Sekundenschnelle meinen Kopf …

… Wir stehen in der Trainingshalle. Wir sind nicht viele, nur fünfzig. Insgesamt 25 Pärchen, die in der Lage sind, sich zu reproduzieren.
Die Meisten haben sich schon bis auf die Unterwäsche entblättert, einige sind noch dabei. Ein gewisser Grad an Individualität ist erlaubt, so trägt Marc grünblau gemusterte Boxershorts, seine Gefährtin aber ein orangefarbenes Dessous-Set – nichts Verspieltes, aber trotzdem hübsch anzuschauen. In den Cryo-Röhren wird das aber eh niemanden interessieren.
So wundert es auch niemanden, dass Agatha ein bequemes, hautfarbenes Miederhöschen trägt und den BH gleich ganz weggelassen hat. Schließlich muss sie nicht hübsch aussehen oder auf irgendjemandes Taktgefühl Rücksicht nehmen. Niemand wird wach sein während der Reise. Niemand wird uns sehen können in unseren Tiefkühlröhren. Also warum nicht beigefarbene Schlüpfer tragen?
Ich trage Spiderman-Pantys, endlich mal eine Gelegenheit, zu der ich sie tragen kann, ohne mich in Grund und Boden zu schämen.
»Testphase drei: Bitte begeben Sie sich in die Cryo-Röhren. Legen Sie sich bequem in Rücken- oder Seitenlage auf die Bank im Inneren. Für die Teilnehmer Bill, Agatha, Ystopher, Kai, Marya und Fin’Ra liegen neue Kissen in den Cryo-Röhren, ganz wie gewünscht. Bitte beachten Sie, dass Bauchlage nicht zugelassen ist«, schallt es aus den Lautsprechern.
Die Anweisungen kommen wie immer von Fred, der wie ein altmodischer DJ in einer Ecke des Trainingsraums sitzt und in ein kleines Funkmikro spricht. So hat er alles im Blick und wird außerdem sehr gut gehört. Eigentlich völliger Unsinn, könnte man ihn doch auch ohne Mikro im gesamten Raum hören. Jedoch könnte niemand – oder besser gesagt, fast niemand – ihn verstehen. Fred ist menschlich, hat aber die Sprache seiner Heimatwelt angenommen. Ich kann noch nicht einmal sagen, welcher Dialekt es genau ist.
»Spidey, nun leg dich schon endlich in deine Röhre!«, ruft Fred mir durch die Lautsprecher zu.
Die Klappe meiner kleinen Cryokammer ist schon offen, ich steige hinein und genieße die Stille, die eintritt, nachdem sich die Scheibe wieder geschlossen hat. Klar, dass ich ausgerechnet jetzt, wo wir eine Stunde lang in den Röhren verweilen sollen, pinkeln muss. Zeit also, endlich mal den blauen Notfallsensor zu drücken.
»Spidey, was gibt …

Die ganze Geschichte könnt ihr hier im epub-Format herunterladen:

Kurzgeschichte “Nebel” hier herunterladen

 

Triggerwarnung: Tod, Hilflosigkeit

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6 Kommentare

  1. Liebe Sandra,
    das klingt echt super spannend! 🙂
    Vor allem diese Perspektivwechsel machen neugierig…
    Danke für die Leseprobe.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • booknapping

      Lieber Karl-Heinz,
      ich bin sehr gerührt von deiner so positiven Resonanz. Das fühlt sich supergut an. Ich danke dir ganz herzlich 😙
      LG,
      Sandra

  2. Hallo Sandra,

    schön, dass du dich getraut hast, die Geschichte nun auch auf deinem Blog zu teilen. Wie gesagt, mir hat sie gefallen und anderen wird es sicher auch so gehen.

    LG Ariane

    • booknapping

      Danke, danke, danke. Das ist so toll 😀 Wenn ich so ein Gefühl häufiger möchte, muss ich wohl häufiger was (fertig) schreiben.

      LG,
      Sandra

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