Reise ins Fach 7

Auch auf meine Reise durchs Bücherregal hat der auf der gesamten Welt grassierende Virus Einfluss genommen. Normalerweise bin ich Parallelleserin und habe mindestens einen Roman für zu Hause und einen für die Pendelstrecke ins Büro „in Arbeit“. Aber das Pendeln fiel jetzt weg und damit habe ich mich zunächst Stück für Stück durch meine Romane und auch vorwiegend Comics gelesen. Auch fehlte mir ein paar Wochen die Motivation zum Lesen, aber das hat sich gegeben und die Reise kann weitergehen.

Foto von einem Regalfach mit insgesamt 12 Büchern in verschiedenen Farben

Das Los mit der Nummer 7 habe ich schon Ende März gezogen. Ein tolles Fach mit vielen Büchern, die ich bereits gelesen habe und einigen wenigen Unbekannten, darunter auch ein mehrfach angefangenes Werk, das ich bis jetzt nicht bezwingen konnte. Ich bin schon sehr gespannt, welches Buch ich lesen werde!

Bevor diese Wahl aber fällt, möchte ich euch die Bewohner aus Fach 7 vorstellen und ein wenig über sie erzählen. Macht euch gefasst auf Begeisterung, denn es sind Lieblingsbücher darunter!

Die Bewohner (Bücher) aus Fach 7

Anzahl12
Angefangene Reihen2
Einzelbände (inkl. Reihenstarts)3
Gelesene7
Angelesene2
Ungelesene3
Statistik Fach 7 Stand 2020-05-14

Diese drei könnten wohl kaum unterschiedlicher sein. Ein guter Zeitpunkt euch nochmal vorzuwarnen, dass es bei mir bunt im Regal zugeht. Da stecke ich schon mal einen hammerharten Frauenmörder neben einen Drachenclan im Jane Austen-Style und einer Abschweifung wie der Untertitel des ersten Buchs in der abgebildeten Reihe sich selbst benennt.

  • Ich hasse Menschen von Julius Fischer
    • erschienen im Verlag Voland & Quist an dessen Stand ich es auf der Leipziger Buchmesse 2019 auch entdeckt habe. Es war an einem Messesamstag, für mich der dritte Messetag und dementsprechend gut gefiel mir der Titel des Buches. Grund genug, es mir nach der Messe zu kaufen und … ungelesen ins Regal zu stellen. Da wartet es seitdem.
    • Klappentext:
      Julius Fischer hasst Menschen. Das fängt bei Kindern an. Pubertät geht auch gar nicht. Noch ätzender sind eigentlich nur Studenten. Und natürlich Berufstätige. Die sind am schlimmsten. Aber nichts im Vergleich zu Rentnern. In seinem neuen Buch erzählt er davon, wie er versucht, all diesen Leuten aus dem Weg zu gehen. Und wie er darin scheitert.
      Noch jemand hier, der zugibt, dass hier jemand aus eurer Seele spricht? Zumindest manchmal? XD
  • Der Clan der Klauen von Jo Walton
    • Mit dem World Fantasy Award prämierter Fantasy-Roman. Bisher ungelesen.
    • Eine echte SUB-Leiche, denn dieses Buch steht mindestens zehn Jahre in meinem Regal und ist mindestens zweimal mit mir umgezogen.
    • Der Klappentext spricht von feinem Humor und anderswo habe ich darüber gelesen, dass es ein Hybrid zwischen Drachen-Fantasy und Jane Austen sein soll. Klingt schräg und es sieht so schön aus (himmel es ganz oberflächlich an)
  • Hiobs Spiel. Frauenmörder erstes Buch von Tobias O. Meißner
    • Tobias ist ein Lieblingsautor. Tobias ist großartig. Ich liebe seine Texte. Aber an diese Reihe habe ich mich bisher nie gewagt. Sie soll ziemlich krass sein. Irgendwann traue ich mich. Bisher also ungelesen.
    • Ich erinnere mich nicht, wo ich den Roman her habe, glaube aber, ihn vor einigen Jahren ertauscht zu haben.
    • Der Golkonda-Verlag schreibt zur Reihe:
      Das riskanteste und schwärzeste literarische Projekt deutscher Sprache, vergleichbar nur mit »Die 120 Tage von Sodom« des Marquis de Sade. Es ist ein Schrecken ohne Ende. Hiobs Spiel ist die Geschichte eines Mannes, der sich auf eine unglaubliche Geschichte eingelassen hat eine Wette um das Schicksal der Welt. […]
      Quelle: Golkonda
  • Im Zeichen des Mammuts Band 1-6 von Tobias O. Meißner
    • Lieblingsbücheralarm! 2005 habe ich den ersten Band mit dem unwiderstehlichen Mammut auf dem Cover in einem Buchladen entdeckt. Kurz danach hatten wir für eine Leserunde mit dem Autor Kontakt aufgenommen und haben dann mit ihm zusammen in einer kleinen Runde gelesen.
    • Auf der Rückseite betitelt mit „Die neue deutsche Fantasy-Sensation“ hatte ein Werbespruch tatsächlich mal recht (ich traue solchen Aussagen sonst selten).
    • Klappentext:
      In einer phantastischen Welt zieht ein Geheimbund die Fäden: Im Zeichen des Mammuts haben sich der Rathausschreiber Rodraeg, eine Schmetterlingsfrau und andere illustere Gestalten zusammengefunden, um gegen die Umweltzerstörung zu kämpfen. […]
    • Die Serie war auf zwölf Teile angelegt, leider musste Tobias sie mit Band sechs abschließen. Da er aber wusste, dass sie nicht weiter veröffentlicht werden würde, hat er sie zu einem runden Ende gebracht.
    • Dieser Zyklus ist besonders, denn es handelt sich nicht einfach um Fantasy. Zwar beginnt der erste Band relativ unscheinbar und wenig außergewöhnlich, das ändert sich aber schon mit Teil 2. Im Grunde geht es stetig bergab, wird immer düsterer und ist stets ganz hervorragend erzählt. Aus der Leserunde damals sind einige abgesprungen, da es keine wirklichen Happy-Momente gab.
      Eine absolute Empfehlung von mir und wahrlich keine Feel-Good-Serie! Phantastisch!
    • Kommen wir zu meinem persönlichen Fail in Zusammenhang mit dem Mammut – ich habe den sechsten Band, den Abschluss der Reihe, bis heute nicht beendet. Damals hat mich der Roman zu sehr runtergezogen und ich konnte nicht weiterlesen. Heute könnte ich es …
    • Für mich gilt Tobias O. Meißner als einer der besten deutschen Phantastik-Autoren. Sehr zu Unrecht ist er relativ unbekannt. Mit seinem Mammut war er vielleicht einfach zu früh dran? Sehr schade. Aber es ist nicht zu spät, noch heute die Bücher zu lesen. Es gibt digitale Ausgaben und die Prints sollten auch antiquarisch zu bekommen sein.
      Literarische intelligente Phantastik, poetisch, ach – vielleicht komme ich ja bald am Fach mit seiner Dämonen-Reihe vorbei.
  • Der Wüstenplanet . Der Herr des Wüstenplaneten . Der Gottkaiser des Wüstenplaneten
    • Da fehlt doch was? Stimmt. Zwar beginnt Frank Herbert seinen Zyklus mit Dune (Der Wüstenplanet), jedoch fehlt der zweite Band Die Kinder des Wüstenplaneten in meinem Fach 7. Gelesen habe ich die ersten drei Bände bereits, wenn auch damals in anderen Ausgaben.
    • Der Wüstenplanet gehört zu den Büchern, von denen ich sage, man sollte sie gelesen haben. Tolle Science Fiction, die ich mit 13 Jahren erstmals begann, da wohl doch noch zu jung für den Text war, und einige Jahre später dann beim zweiten Anlauf bezwang. Die David Lynch-Verfilmung habe ich damals in der Premiere im Kino gesehen. Mein damaliger Freund fand den Film ziemlich schräg, ich war restlos begeistert!
    • Die Folgebände Kinder und Herr haben mir ebenfalls gut gefallen. Da aber sämtliche Lektüre einige Jahrzehnte zurückliegt, bin ich auch ein wenig neugierig, ob mir die Reihe heute immer noch gefallen würde.
    • Aber … kommen wir zu meiner Nemesis:
      Dem Gottkaiser!
      Diesen Roman habe ich zwei, ich glaube sogar, drei Mal begonnen und immer nach einigen Seiten abgebrochen. Es müssen immer so um die 100 gewesen sein. Der Gottkaiser, dieser furchtbare Wurm mit seinen Gedanken hat mich damals so dermaßen gelangweilt, dass ich es einfach nicht ausgehalten habe.
      Da ich aber diesen Punkt mal überwinden möchte, und ich nach einem Philosophie-Grundkenntnisse-Kurs sogar Lust drauf bekommen habe, ist eine neuere Ausgabe bei mir eingezogen. Seitdem steht sie im Regal. Wie lange? Hm – mindestens schon zwei Jahre.

Und welches Buch lese ich jetzt aus Fach 7

Flowchart mit Snoopy-Motivklebezetteln
Snoopy-Flowchart für meine Reise durchs Bücherregal

Wie geplant, richte ich mich bei der Auswahl nach meinem Snoopy-Flowchart (s. Planung + Projekt: Reise durchs Bücherregal). In Fach 7 greift die Regel, das angefangene Reihen zuerst dran sind.

Das wären Im Zeichen des Mammuts 6: Die Vergangenheit des Regens von Tobias O. Meißner und Der Gottkaiser des Wüstenplaneten von Frank Herbert. Ich lasse mich gerne von euch inspirieren, werde auch eine Umfrage auf twitter starten und mich von den Ergebnissen überraschen lassen.

Diese Reise unternehme ich, weil ich Lust darauf habe, die vielen schönen Bücher in meinem Regal zu entdecken. Daher gilt auch meine Prämisse: Meine Reise – Meine Regeln. Sollte mir also etwas nicht gefallen, breche ich ab. Weitere Details findet ihr im Projektstartbeitrag.

Was sagt ihr?

Welcher der Bewohner in Fach 7 hat euch schon begleitet? Hat euch vielleicht begeistert, welches fandet ihr schrecklich oder auch furchtbar langweilig? Welches war so lala? Welches macht euch neugierig?
Erzählt mir davon, hinterlasst einen Kommentar hier unter dem Beitrag. Ich bin gespannt, was ihr mit den Büchern erlebt habt und was ihr mir empfehlen würdet.
Nach ein paar Tagen werde ich meine Wahl treffen und hier ankündigen. Ich freue mich, wenn ihr mich auf dieser Reise begleitet. Also nehmt Platz und stöbert ruhig in meinem Regal. Nach dem Lesen stelle ich den gewählten Titel dann in einem eigenen Beitrag vor.

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