Blogaktionen, Bloggen, Comics
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Start der Blogparade: Ich und die Comics. Wie alles begann.

Logo der Blogparade auf türkisem Grund in einer Sprechblase

Gastbeitrag von Dagmar, alias GeschichtenAgentin

Wie war das eigentlich bei dir? Hast du dir heimlich Comics aus dem Zimmer der älteren Geschwister stibitzt? Ging dein Taschengeld für Donald Duck drauf? Solltest du Asterix lesen, um mehr über die Römer zu erfahren und damit im Latein-Unterricht zu glänzen? Hat dich deine Clique zu den Mangas gebracht? Haben dich Superhelden durch die Pubertät begleitet? Oder bist du erst als Erwachsener über Graphic Novels zu den Comics gekommen?

Wie sieht eure Biographie als Comic-Leserin, als Comic-Leser aus?

Wir, Sandra von booknapping und Dagmar alias GeschichtenAgentin, würden uns gerne mit euch darüber austauschen, wie ihr zum Comiclesen gefunden habt und starten eine Blogparade:

Ich und die Comics. Wie alles begann.

Erzählt uns bis zum 02. Juli 2017 (verlängert vom 18.06. um zwei Wochen) in euren Blogs oder hier in den Kommentaren etwas darüber:

  • wie und wann ihr Comics für euch entdeckt habt
  • mit welchen Comics, mit welchem Genre eure Leidenschaft begann
  • wie sich eure Vorlieben im Laufe der Zeit verändert haben
  • was eure Umwelt von eurer Begeisterung für Comics hielt

Ganz wichtig: Euer Blog muss kein Comic-Blog sein! Jeder darf mitmachen.

Wir freuen uns auf eure Beiträge und bitte vergesst nicht, uns hier in den Kommentaren über euren Beitrag zu benachrichtigen und ihn zu verlinken! Wir erstellen dann zum Abschluss der Blogparade einen Übersichtsartikel mit Auflistung aller Teilnehmer. Das Logo wurde von mir erstellt und ihr könnt es gerne im Rahmen dieser Blogparade für euren Beitrag nutzen.

Wie funktioniert eine Blogparade?

Ein Thema, viele Blogs: Bei einer Blogparade gibt ein Blogger (oder ein Blogger-Team, wie in unserem Fall) ein Thema vor, das in einem festgelegten Zeitraum von vielen Bloggern in einem eigenen Beitrag auf ihrem Blog aufgegriffen wird. Jeder Teilnehmer erwähnt, wer die Blogparade gestartet hat und hinterlässt auf dem Start-Blog einen Kommentar mit Link zu seinem Beitrag. Auf dem Start-Blog erscheint zum Finale der Parade ein Abschlussbeitrag.

Wie sind wir auf diese Idee gekommen?

Wir beide haben uns, nachdem wir den Blogs schon länger folgen, auf der Leipziger Buchmesse am Gemeinschaftsstand der Comic-Verlage in Halle 5 zum ersten Mal live und in Farbe gesehen und gleich fest geschwätzt. Dabei haben wir uns viel darüber ausgetauscht, wie wir zu Comic-Leserinnen wurden. Schwupps, war die Idee da: daraus könnten wir doch eine Blog-Aktion machen? Oder auch mehrere, denn wir haben da noch so eine Idee …

Und nun ran an die Tasten: Wie wurdest du zur Comic-Leserin, zum Comic-Leser?

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Dagmar, die als GeschichtenAgentin im Netz unterwegs ist.

Logo der Blogparade: Ich und die Comics. Wie alles begann.

Die ersten Beiträge von Dagmar und mir findet ihr hier:
Ich und die Comics. Und wie uns die Mangas in die Quere kamen.

Ich habe nichts ausgelassen. Ich und die Comics

41 Kommentare

  1. Eine echt schöne Idee! Und da ich auf fast alle Vermutungen/Unterstellungen, wie man zur Comic-Leserin wurde, aus dem ersten Absatz antworten müsste „Nee, war anders“, lohnt es sich vermutlich, auch etwas darüber zu schreiben. 🙂 Der großzügige Zeitrahmen ist übrigens super, so bleibt genügend Luft, erstmal das ganze ein bisschen im Kopf hin und her zu schaukeln, und zu überlegen, wie das eigentlich so war mit dem Comiclesen. Coole Sache in jedem Fall! Ich melde mich dann mit einem Link zurück! Ist es egal, ob ich den hier oder bei der GeschichtenAgentin hinterlasse oder soll er bei euch beiden gepostet werden oder lieber nur bei einer von euch?

    Viele liebe Grüße, Philly

  2. Ok, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Habe gerade nochmal bei der GeschichtenAgentin im Beitrag ganz deutlich gelesen, dass ich den Link hier posten soll. Hehe, sorry, vergiss die Frage also einfach! 😀

    • booknapping

      Liebe Philly,

      ach, wie schön, dass du gleich direkt angeregt wirst, deinen Weg zu den Comics zu beschreiben. Ich bin schon sehr neugierig auf deinen Beitrag!

      Ja, der großzügige Zeitrahmen kommt dieses Mal auch mir selbst sehr gelegen, da ich auf jeden Fall noch einen zweiten Teil schreiben möchte 🙂

      Liebe Grüße von Sandra

    • booknapping

      Liebe Papiergeflüster,

      du bist irre schnell gewesen mit deinem Beitrag, der mir einen tollen Einblick in dein Werden als Comicleserin bietet. Hattet ihr heute eigentlich Regenwetter in Würzburg? 😀

      Ich freue mich wirklich sehr, dass du mit machst!

      Liebe Grüße,
      Sandra

    • booknapping

      Liebe Dagmar,

      dies ist ja tatsächlich meine erste Blogparade und ich war ganz aufgeregt und unglaublich neugierig, wie sie so anläuft und sich anfühlt. Und dieser Blogparadenstart fühlt sich ganz wunderbar an und macht sehr viel Spaß.

      Klasse, dass wir uns begegnet sind und auch in der analogen Welt getroffen haben! Ich freue mich schon sehr auf unsere nächsten Vorhaben 🙂

      Liebe Grüße,
      Sandra

  3. booknapping

    Vielen Dank für deinen Link, kaisuschreibt! 🙂
    Ich komme gleich bei dir vorbei, um ihn zu lesen.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • booknapping

      Liebe Claudia,

      klasse, dass du dabei bist! Ich freue mich schon sehr aufs Lesen deiner Comic-Leserinnen-Biographie. Herzlichen Dank für deinen Link.

      Liebe Grüße,
      Sandra

  4. Hallo, habe leider keinen eigenen Blog. Deshalb:
    Meine erste Sammlung von Bildergeschichten waren die Petzi Bücher. Ich hatte sie alle. Das muss Anfang der 70er Jahre gewesen sein.
    Den ersten Kontakt zu Superhelden hatte ich durch den zweiten Batman Superband, den meine Mutter mir mitgebracht hatte. Das wird so 1978 gewesen sein. Damals war ich acht Jahre alt und wir wohnten in einem Dorf, das damals noch einen gut laufenden Gemischtwarenhandel hatte. Nach der Schule führte mich mein Weg meist direkt dorthin, um die neue Comiclieferung zu inspizieren. Alle 14 Tage gab es die Superman/Batman Hefte. Dazu die Taschenbücher, Sonderhefte, Superbände und Sonderausgaben. Tolle Geschichten , die ich auch heute noch manchmal gerne zur Hand nehme.
    1982/1983 flachte mein Interesse ab. 1985 hörte dann auch Ehapa mit den DC Comics auf, aber das bekam ich dann gar nicht mehr so mit.
    Mein Interesse galt jetzt John Sinclair, Perry Rhodan und Stephen King.
    Als ich 18 oder 19 Jahre alt war, sah ich in der Bahnhofsbuchhandlung ein Hulk Taschenbuch, das ich mir kaufte. Der Hulk war jetzt grau und kämpfte da gegen die Hulkbusters. Ich war gleich wieder Feuer und Flamme. Kurze Zeit später las ich in der Zeitung von der Storyline „Der Tod von Superman“. Außerdem war da ein Bericht über einen Comicladen in Wiesbaden. An meinem 20.sten Geburtstag nahm ich mir von der Arbeit frei und fuhr nach Wiesbaden. Damals gab es noch keine Navigationsgeräte und ich wusste nur ungefähr, wo der Laden war. Also wanderte ich erst mal durch Wiesbaden. Als ich den Laden nach zwei Stunden Suche gefunden hatte, war das für mich wie im Paradies. So viele Comics hatte ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Ich fragte den Verkäufer nach den Superman Sonderausgaben, die er wirklich da hatte. Außerdem kaufte ich mir das Paperback „Eine Welt ohne Superman“, der Fortsetzung von „Der Tod von Superman“. Hier entdeckte ich auch amerikanische Comics. Ich fuhr dann ein paar Jahre lang jeden Monat mal nach Wiesbaden um mir da mein monatliches Abo an US Heften zu holen. Ich hatte immer so 4 oder 5 Serien von Marvel und DC im Abo und nahm mir noch Hefte mit, die ich interessant fand. Außerdem abonnierte ich das Wizard Comic Magazin, das mich auf dem laufenden hielt.
    Irgendwann , Ende der 90er Jahre, kam dann das Internet und meine erste eigene Wohnung.
    Da hörten dann die Fahrten ins 50km entfernte Wiesbaden auf und ich bestellte mir meine Comiclieferungen bei der Sammlerecke. Damals kamen die Spider-Man Schuber raus und aus Superman wurde Zapp Supie. So endeten die 90er. Ich heiratete und meine beiden Söhne wurden 1999 und 2001 geboren. Inzwischen fährt mein ältester Sohn schon Auto, aber ich lese immer noch mit Begeisterung Marvel und DC Comics. Dieses Hobby hat mich jetzt mein ganzes Leben lang ,mit Ausnahme 1983-1988, als ich glaubte erwachsen zu werden (das hat sich zum Glück dann doch nicht bestätigt) begleitet. Die längste Zeit sammelte ich Comics alleine für mich.
    Seit 2012 habe ich jedoch das Panini Forum entdeckt und herausgefunden, dass es viel mehr Spaß macht Comics zu lesen, wenn man danach in einer Gemeinschaft darüber diskutieren kann.

    • booknapping

      Lieber Crackajack,

      ganz herzlichen Dank für deinen schönen Bericht über deinen Weg zum Comicleser. Ein eigenes Blog ist dafür nicht nötig, und alle Geschichten, die in den Kommentaren erzählt wurden, werden zum Ende der Blogparade noch von mir in einem Beitrag gesammelt. Zusammen mit allen Links zu Blogbeiträgen.

      Deine so ganz eigene Comicleser-Biographie hat an einigen Stellen Ähnlichkeit mit meiner und macht mich ganz rührselig. Irgendwie scheinen einige von uns auch diese „Teenager“-Coming-of-age-Phase durchgemacht zu haben, in denen wir uns von den Comics entfernt haben. Und den Wechsel zu Stephen King habe ich ebenfalls erlebt, wie schön, dass bei all den unterschiedlichen Berichten dann doch auch immer wieder Gemeinsamkeiten festzustellen sind.

      Glücklich schmunzeln musste ich über deine Feststellung, dass du dich freust letztendlich doch nicht erwachsen geworden zu sein. Dem kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen 🙂

      Hast du deine Kinder eigentlich etwas anstecken können mit deiner Liebe zu Comics?

      Ganz liebe Grüße,
      Sandra

  5. Mein jüngster Sohn (15) ist DC Serien Fan. Er kennt alle Folgentitel der Serien Arrow, Flash und Legends of tommorow auswendig und schreibt lange Listen, wie oft z.b. Arrow mit wem gekämpft hat. Ich kann seinen Fanatismus gut nachvollziehen. Comics hat er auch schon öfter mal gelesen, aber er gehört halt zur digitalen Generation.

    • booknapping

      Na, er wäre ja nicht der Erste, den es von den bewegten Bildern schließlich zum geschriebenen Wort zieht. Die Serien sind da eine tolle Möglichkeit. Und du hast auch genug „Stoff“ für ihn im Haus.

      Wenn es diese Serien damals zu unserer Zeit schon gegeben hätte … Meine Güte, ich wäre ja gar nicht mehr aus dem Haus gekommen 🙂

  6. Alexander Meyer sagt

    Als ich 1997 angefangen habe, richtig Superhelden-Comics zu sammeln, bin ich trotz meines fast biblischen Alter von 18 Jahren recht wenig mit Comics in Berührung gekommen.

    An das erste Comic, an das ich mich richtig erinnere war ein „Lustiges Taschenbuch“, damals noch alle zwei Seiten schwarz-weiß. Welche Nummer das genau war, und wie der Inhalt war, kann ich mich leider nicht daran erinnern, aber dafür genau, wie ich dazu kam – ich wurde damals operiert, und mein Papa brachte es mit aus dem Krankenhaus-Zeitschriften Geschäft mit.

    Irgendein Onkel beschenkte mich zur gleichen Zeit mit irgendwelchen Superman – Sonderbänden (da kann ich mich an den Ali-Kampf erinnern, sowie an den Parasiten).
    Irgendwann fiel mir auch ein Sammelbandtaschenbuch von Condor in die Hände, der Inhalt waren die „Fantastischen Vier“ die die von Byrne verfasste Galactus Story mit Frankie Rye zum Inhalt hatte. Dieses Teil habe ich komplett zerlesen, diese Story kam mir richtig besonders vor.

    Da ich aber damals in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin, gab es in den 80ern nicht so viele Superhelden-Comics – zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.
    So habe ich viel Micky Maus, Yps, Asterix, Isnogud und Lucky Luke zum lesen bekommen.
    1989 gab Der Hethke-Verlag zum Filmstart zu Batman Comics heraus, doch nach der dritten Ausgabe hatte unser Kafu diese Hefte nicht mehr bekommen.

    1997 schließlich – ich war gerade mit der Realschule fertig und begann meine Lehre, meinte mein damaliger bester Freund, das da was neues von „Marvel“ herauskommen soll, und ich sollte mal reinschauen, das könnte mich interessieren. Ich bin dann mal losgezogen – doch statt die beiden Comics zu kaufen, die er eigentlich meinte (nämlich X-Men 1 und Spider-Man 1) lag bei uns im Kafu nur „Die Spinne“ 242. Wie lange die da schon rumlag, keine Ahnung; ob sie übrig geblieben ist, ob sie ein Remitent war oder einfach nur ein vereinzeltes Stück des Phasenvertriebes war, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Da ich aber der festen Meinung war, das es das Heft ist, was mein Kumpel mir empfohlen hatte (denn es war ja kein anderes da) nahm ich es mit. So ist „Die Spinne“ 242 das erste Spider-Man Heft, das ich mir kaufte (- die Besonderheit das da die damalige zweite Klonsaga begann, mit dem Herzanfall von Tante May). Und ich war enttäuscht…das Layout des Heftes gefiel mir nicht, die Übersetzungen waren irgendwie krumm…das sollte das Besondere „Neue“ sein, von dem Mein Kumpel so voller Begeisterung geredet hat?

    Allerdings wies mich mein Kumpel bei einem einem Telefonat, indem ich meine Enttäuschung kundtat darauf hin; dass ich das falsche Heft gekauft hätte.

    Wie es der Zufall so wollte; bin ich drei Tage später krank geworden, und ich bin dann auf dem Weg zur Apotheke in den anderen Kaufladen unseres Dorfes-und siehe da-da waren die zwei Hefte. Und nachdem ich die gelesen habe, wollte ich unbedingt wissen; wie es weitergeht.

    Was war das für eine Zeit! Auf einmal waren die Heftchen überall: an der Tankstelle; im Zeitschriftenladen, beim Edeka, beim Kafu: Spider-Man, Batman, JLA, Superman, Superman Special, X-Men, Wolverine; Spawn….und ich sammelte ALLES.

    Irgendwann in der Zeit habe ich drei Ausgaben von Spider-Man verpasst, und ich versuchte die ziemlich verzweifelt wieder zu bekommen. Schließlich bekam ich den Tipp nach Hanover zu fahren; unter dem Bahnhof wäre ein „Comic-Laden“.
    Also nahm ich die zwei Stunden Fahrt mit Bus und Bahn auf mich auf…und wurde schier erschlagen von der Auswahl, die „Comics am Raschplatz“ da für mich bereithielt. Es dauerte keine halbe Stunde, und ich war 100 DM ärmer, gefühlte 10 kg Comics reicher und hätte zudem ein Abo abgeschlossen; dass ich meinen geliebten Spider-Man nicht mehr verpasse. Leider gibt es diesen Laden heute nicht mehr.

    Eine der schönsten Erinnerungen dieser Anfangsphase, wo ich wirklich jedes Superhelden Comic mitnahm, das ich bekommen konnte, war folgendes Ritual:

    Jedes zweite Wochenende im Monat nach Hanover, dort nach Comics am Raschplatz mein Abo holen, unsinnig viel Geld für weitere Comics ausgeben und dann ab nach MC Donalds, wo ich die nächsten Stunden mit Essen, trinken und Lesen verbrachte. Das waren tolle Samstage.
    Was ich 1997/1998 bei den ersten Besuchen im Comicshop so faszinierend fand, war die unglaubliche Auswahl. Ungefähr um die Zeit fiel mir das erste mal „Maus“ von Art Spiegelmann in die Hände.
    Das Comic hatte damals garnicht den guten Ruf, den es heute hatte – ihm haftete etwas „verbotenes“ an, lag es doch daran, das wenige Monate vorher irgendeine Staatsanwaltschaft einen Comicladen durchsuchen ließ, und zig Produkte beschlagnahmen ließ, unter anderem halt „Maus“ wegen des Covers. Mäuse vor einem Hakenkreuz? Das ging nun ganz und garnicht! Jedenfalls nicht in Deutschland.
    Bei unserer kleinen Comic-Clique (mittlerweile waren wir 5-6 Mann) ging sogar das Gerücht rum, das der Comic auf dem Index lag – was natürlich völliger Blödsinn war.
    Aber ich musste es deswegen unbedingt haben!!!

    Weil dem Comic halt etwas verbotenes und rebellisches anhaftete, bin ich schon recht früh in meiner „Sammlerkarriere“ an dieses Meisterwerk geraten- und es gehört heute noch zu meinen Lieblingen.

    1998/1999 bin ich dann zur Bundeswehr; was überhaupt nicht mein Fall war. Gott sei Dank bin ich bei den Sanitätern gelandet. Und so wurden die dunklen 10 Monate mit Comiclesen (unter anderem leistete ich mir mit dem kargen Sold ein paar absolute Klassiker: „Marvels“ von Feest, „Secret Wars“ von Panini, „Der Tag an dem Superman starb“, „Kingdom Come“ und „Batman – Das erste Jahr“ von Carlsen) und „Resident Evil“ zocken auf der Playstation erträglich gemacht.
    Mein Kumpel war als Zivi bei der Lebenshilfe in Bremen, und hatte sogar eine eigene Wohnung. Dort verbrachte ich die meisten Wochenenden. Und was waren das für Wochenenden: Freitags und Samstag wurde gesumpft, meistens hingen wir vor der Konsole (FF 7 wollten wir unbedingt lösen) oder schauten auf Video „Simpsons“ an. Und immer wieder besuche bei der Bremer Comic Mafia.
    Außerdem starb in der Zeit Ben Reilly, und Onslaught suchte das Marvel Universum heim.

    Während meiner Bundeswehrzeit entschied ich mich, das ich lieber etwas im sozialen Bereich machen wollte. Da aber die Ausbildung zum Sanitäter in Niedersachsen selber finanziert werden musste, ging ich zunächst ans Fließband, wo ich das erste mal im Leben richtig viel Geld verdiente: Solo, noch bei den Eltern wohnend, und mehr als genug Kohle auf der Tasche – Fazit: die monatlichen Comic-Laden Ausflüge wurden nun zweimonatlich.
    Ab April 1999 hatte ich also einen Job am Fließband bei einer Aluminiumfabrik, und die Ausflüge nach Hannover wurden häufiger.
    Mittlerweile hatte ich das komplette Dino-Programm sowie das komplette Marvel Deutschland Programm im Abo, zusätzlich Serien wie Gen 13, Witchblade, Darkchylde. Außerdem hatte ich angefangen mir ältere „Spinne“ Ausgaben zu besorgen. Eine der ersten Spinne Ausgaben war ein schwarzweiß Heft von „Hit Comics“ – mit zwei(!) Geiern auf dem Titelbild. Dieses Heft konnte ich Jahreöang nicht zu ordnen.

    Obwohl ich erst zwei Jahre sammelte, war meine kleine Sammlung bereits auf 800 Hefte angewachsen.

    Im Sommer 99 hab es noch eine kleine Anekdote: Während meines Grundwehrdienstes 1998 habe ich einen Kameraden kennengelernt, der auch ein wenig Comics las, aber vielmehr das damals noch neue Spiel „Magic The Gathering“ zockte, und es mit beibrachte. Stundenlang haben wir uns mit den Karten die Zeit vertrieben. Allerdings wurden wir nach drei Monaten getrennt, da wir in verschiedene Einheiten versetzt worden. Adressen oder Telefonnummern hatten wir nie ausgetauscht.

    Im Sommer 99 bin ich aus einer spontanen Laune heraus zur Loveparade gefahren, obwohl das nun absolut nicht meinen Musikgeschmack ist. Allerdings muss man sowas mal gesehen haben! Und unter Einer Million Menschen mitten in einer fremden Stadt traf ich dann den ehemaligen Bundeswehrkameraden wieder – wie klein die Welt doch ist! Heutzutage schreibt man sich hin und wieder über FB. Mittlerweile spielt er aber weder Magic, noch liest er noch Comics.

    Mein Comichighlight aus den Jahren 99/00 war auf jeden Fall „From Hell“. Dieses Comic lese ich heute auch noch gerne – es ist absolut irre, was Alan Moore auf 600 Seiten erzählt.

    1999 war ich dann auch das erste mal beim „Mindener Comicstammtisch“ dabei, den Jo84, der Besitzer des Mindener Comicladens „Sprühende Phantasie“ organisierte. Dort wurde ich Zeuge, wie Klaus Scherwinsky das Comicprojekt „Koppek“ aus der Taufe hob – die drei Ausgaben müsste ich irgendwo noch signiert hier rumliegen- die haben als wenige Comics meinen Sammlungsverkauf 2001 überlebt.

    Irgendwann um die Zeit bemerkte man schon langsam, dass es sich etwas tat am Comicmarkt-die erste Euphorie war vergangen, und Serien verschwanden nach und nach. Als erstes erwischte es den Speed-Verlag, dessen Hefte wie Witchblade und Gen 13 aufeinmal vom Markt verschwanden. Nur der Dino-Verlag schien von den Veränderungen nichts zu bemerken: Kräftig schob der Verlag sein Projekt 2000 an, und Heftchentitel wie „Young Justice“ erschienen, und der Verlag brachte kräftig Jahrgangsschuber heraus, um den Anschluss an den USA nicht zu verlieren.
    Der Comic-Boom flaute ab…und zwar kräftig.(und man muss bedenken, auf dem Höhepunkt des Booms war sogar Stan Lee für die Comic Action 1999 angekündigt….Wahnsinn, eigentlich. Leider kam er nicht, und ich musste noch 15 Jahre warten, bevor ich ihn traf). Dann machte der Dino-Verlag – für mich damals völlig überraschend dicht.

    Ein letztes Highlight gabs noch: Ein Leserbrief von mir wurde in „Der erstaunliche Spider-Man #7 abgedruckt – leider zu einer Zeit, wo ich mich mehr und mehr aus dem Hobby zurückzog.

    Im Jahr 2000 bezog ich meine Comics ausschließlich über „Comics am Raschplatz“. Mittlerweile hatte ich über 1500 Hefte- aber mein Interesse ließ stark nach. Woran es letztendlich lag – Frauen, oder mein Umzug ins Ruhrgebiet…ich hörte langsam auf zu sammeln. Meine letzten Comics waren „Universum X“ und die „Crimson“ Mini.

    Mitte 2001 verkaufte ich fast meine gesamte Sammlung für einen lächerlichen Preis von 500 DM. (Behalten habe ich nur ein paar signierte Hefte, From Hell, Maus und Supermans Tod)
    Und das Thema war für mich abgeschlossen. Dachte ich.

    Den ersten Spider-Man Film sahen meine damalige Lebensgefährtin und ich im Kino. Ich war begeistert, aber irgendwie schlich sich in meiner Begeisterung auch bedauern ein, das ich die Spider-Man Hefte nicht mehr hatte.
    Auf dem Nachhauseweg erzählte ich meiner Freundin, dass ich die Hefte früher gelesen habe. Dieses Gespräch muss sie sich gemerkt haben, denn*c.a. ein Jahr Später, mittlerweile war mein Sohn geboren, schenkte sie mir aus Jux dann „Der ultimative Spider-Man #12“. Und es erwischte mich nach fast vier Jahren Abstinenz wieder voll.

    Als erstes versuchte ich, die ultimativen Spider-Man Hefte vollzumachen, was mir auch relativ schnell, dank zweier Comicläden in Duisburg gelang. Natürlich wollte ich nur diese Serie komplett haben. Klar. Und natürlich kam das alles komplett anders.

    Denn gleichzeitig stellte Panini auch der „Erstaunliche Spider-Man“ und „Peter Parker, Spider-Man“ ein, und brachte zwei frische Spinnenserien aus dem 616er auf dem Markt. Die „musste“ ich dann natürlich auch haben. Auf einmal ging die Sammelleidenschaft wieder richtig los, und ich fing wieder an in Duisburg und Umgebung mit dem Kinderwagen Flohmärkte und DVD/Comicbörsen abzuklappern.

    So ein Kinderwagen hat schon seine Vorteile: eine menge Ablageplatz, wo man das ganze Papier gut transportieren kann. Muss ein Bild für die Götter gewesen sein: das Kind im Wagen, der Vater am stöbern und überall missbilligende Blicke, weil ich soviel Platz vor den Ständen einnahm.

    Im Gegensatz zu früher kaufte ich mir aber ausschliesslich Spider-Man. Zunächst. Mehr hätte ich mir von meinem „Taschengeld“ auch garnicht leisten können, befand ich mich doch mitten in der Ausbildung, und hatte einen Neugeborenen zuhause. So hielt ich es von Anfang meiner zweiten Phase so, dass ich auf Zustände nicht soviel wert lege-ich bin noch heute in allererster Linie Leser.*

    Das erste Ziel meiner neuen Sammelsucht war klar: ich wollte erst einmal die Spider-Man Hefte von früher wieder haben. Dank „Comic Planet“ und „Comics an der Ludgerinstrasse“ gelang mir das ziemlich schnell.
    Während meiner Zeit in Duisburg habe ich im „Comic Planet“ das Kartenspiel „vs“ kennengelernt, und spielte es recht erfolgreich. Und auch „Magic“ spielte ich wieder.

    2005 bekam ich dann das erste mal eine Internetflatrate. Flugs meldete ich mich im Paniniforum an. Auf der suche nach mir fehlenden Panini-Spider-Man Ausgaben stiess ich auf den „Comic-Marktplatz“, wo ich mich dann anmeldete…und wenig später einen Anruf von einer gewissen Ente bekam.

    Durch das Internet gelang es mir dann ziemlich schnell, meine Panini-Spider-Mans vollständig zu bekommen.
    Ende 2005 brachte mir meine Mama meine alten Videocassetten mit, wo sich die RTL Zeichentrickserie „Spider-Man“ drauf befand. Mit viel Mühe und Geduld gelang es mir, diese zu digitalisieren und auf DVD zu ziehen (das es Jahre später mal eine Kauf-DVD Box von dieser Serie geben würde, daran war damals noch nicht zu denken). Im Panini-Forum hatte ich dann Kontakt mit einem Mituser, der sogar die mir fehlenden Folgen auf Video hatte, und so tauschten wir.

    Meine Ausbildung beendete ich im Frühjahr 2006, und bekam schnell eine Anstellung bei meinem heutigen Arbeitgeber.
    Mit meiner Beziehung ging es allerdings den Bach runter. Meine Exfreundin trennte sich von mir Mitte 2006. Und ich zog nach Gelsenkirchen.

    Da wir ja ein gemeinsames Kind hatten, wollte ich jetzt nicht unbedingt die ganzen Möbel mitnehmen. So zog ich in meine Dachgeschosswohnung, die komplett unrenoviert war mit vier Kellerregalen, meiner kleinen Sammlung-mittlerweile war die Menge wieder auf 1000 Hefte angewachsen, einem alterschwachen Fernseher und einer Matratze.
    In Ermangelung von Tapeten war das gesamte Wohnzimmer mit Marvelpostern aus den Heften geschmückt, da die Wohnung so klein war, passte in das Wohnzimmer nicht viel mehr als zwei Regale, eine Kommode und ein Sessel.

    Mit 27 fing ich also wieder komplett neu an. Doch bei dieser Zäsur behielt ich meine Hefte.

    2006 war ein seltsames Jahr. Einerseits die Trennung, andererseits aber die wieder gewonnene Freiheit – teilweise ging es mir richtig schlecht, andererseits genoss ich auch das Alleinesein. Natürlich in Form von Comics. Das war die Zeit, wo ich regelmässig bei E-Bay grosse Pakete aufkaufte, um meine Williams und Condor-Spinnen vollzumachen. Da ich aber immer wider in Gefahr lief, mir aus versehen Doubletten zuzulegen, suchte ich nach einer anständigen Datenbank, und stiess auf die damals neue Plattform „Comichunters“.
    Als ich diese entdeckte, waren nicht einmal 1000 Hefte eingepflegt. Ich begann in meinem Urlaub dann ersteinmal sämtliche Hefte dort einzustellen, die ich hatte. Als das geschehen war, begann ich dann, die Serien zu vervollständigen. So hatte ich rasch einen Überblick, welche Hefte mir noch fehlten, und konnte endlich mit ordentlichen Listen mich auf die Suche nach Spider-Man machen. Die ersten 10000 Hefte auf der Website habe ich eingestellt-eher als Zufall, denn ich wollte eigentlich nur eine Erleichterung für mich schaffen.*
    Mittlerweile hatte ich auch ein bißchen mehr Durchblick, welche Spider-Man Serien es in Deutschland gab, und konzentrierte mich vermehrt auf Gastauftritte dieser Figur in anderen Serien. Seit der Arbeit für Comichunters bin ich in der Lage, sämtliche Auftritte von Figuren, Zeichnern, Autoren im Kopf zeitlich einzuordnen, und flugs das richtige Heft aus der Sammlung zu ziehen.
    Auch im Panini-Forum erarbeitete ich mir den Ruf als Spider-Man Experten. Dieser Ruf sollte dafür sorgen, das mich Jahre später Christian Endres anschrieb….aber das ist eine andere Geschichte, die woanders erzählt werden wird.

    Die Sammlung wuchs und wuchs. Da ich alleine wohnte, und nur sehr wenig Geld für den Unterhalt der Wohnung benötigte, gelang es mir Mitte 2007 alle Spider-Man Hefte seit Williams zu komplettieren. Fehlten nur noch die Taschenbücher und die Alben. Und die Hit Comics.

    .

    Meine kleine Bude platzte aus allen Nähten, und ich musste umziehen. Da ich mittlerweile wieder eine Freundin hatte, die mich in meinem Hobby voll unterstütze, beschlossen wir, zusammen zu ziehen. Über 30 Bananenkartons mit Comics und Büchern zogen ebenfalls mit.

    Da ich immer ein grosser Fan der Spider-Man Klonsaga war, war ich entsetzt, wie viele Ausgaben Panini damals ausgelassen hatte. Mittlerweile deutschsprachig -bis auf wenige Ausgaben-komplett wandte ich mich den US Heften zu. Nahezu gleichzeitig startete ich im Paniniforum den „Spider-Man Klonsaga-Marathon“ den wir nach drei Jahren beendeten.
    Und dann kam die Idee, das zwischen Buchdeckeln zu pressen. Da wir die Arbeiten von Michi Diers kannten, nahm ich Kontakt mit maxithecat auf. Und spätestens seit Oktober 2012 wurde mein „Hobbyleben“ ziemlich intensiv…das bisherige Highlight war der Besuch in London und das Treffen mit Stan Lee.

    • Einen Teil deines Werdegangs kenne ich ja bereits Alex, und an einigen Bereichen war und bin ich ja auch beteiligt. Dennoch ist es auch interessant mal alles in so geballter Form zu lesen. Eine kleine Berichtigung hätte ich aber noch. Zwar ging auch Speed damals bei der Einbruch des Comicmarkts pleite, aber Witchblade und Gen 13 erschienen bei Splitter. WildC.A.T.s, Weapon Zero, Cyberforce (und andere) übrigens auch, wobei gerade der damalige Splitter Verlag an diesem Zusammenbruch nicht ganz unschuldig war. Immerhin gab es zu jedem Heft zwei verschiedene Ausgaben mit unterschiedlichen Covern, einmal Kiosk und einmal Buchhandel.

    • booknapping

      Lieber Alex,

      ein ganz großes und herzliches Danke für deinen so persönlichen Bericht über deinen Werdegang zum Comicleser und -sammler. Und wieder war ich, wie bei so mancher Story im Rahmen dieser Blogparade, an einigen Stellen ganz gerührt. Zu lesen, dass du alles verkauft hast und dann die Geschichten vermisst hast oder auch, wie du ganz versessen wurdest und deine schöne „Comiclesesucht“ immer stärker wurde. Ich kann das aufgrund deines tollen Berichts sehr gut nachempfinden und werde dann ganz emotional.

      Viele ComicleserInnen, die die Dinozeit mitgemacht haben, scheinen damals mit diesem Verlag eine Ausweitung ihrer Interessen mitgemacht zu haben. Mir ging es ja auch so, dass ich begeistert war, dass es plötzlich so viele Comic-Heftserien zu kaufen gab, die auch noch interessant waren!

      Spawn hatte ich ganz verdrängt, aber auch die hatte ich damals natürlich im Abo *lach*. Danke, dass du mich erinnert hast.

      Zum Ende der Blogparade werde ich alle Links zu Beiträgen in dieser Blogparade und auch die Beiträge hier aus den Kommentaren in einem Abschlussartikel sammeln. Falls du zu deinem Teil noch 1-2 Bilder hinzufügen möchtest, kannst du sie mir gerne schicken.

      Liebe Grüße,
      Sandra

  7. Jetzt hab ich doch tatsächlich das Enddatum verpasst. Schade…und dabei habe ich einen passenden Beitrag, zumindest zum Anfang, schon vor Jahren geschrieben…Och menno, dabei rede ich doch so gerne über Comics…

    • booknapping

      Hallo PoiSonPaiNter

      Du darfst dich gerne noch anschließen. Vielleicht hast du Lust noch einen kleinen Beitrag zu schreiben, in dem du auf diese Blogparade Bezug nimmst und auch auf deinen Artikel, wenn er so gut passt?

      Liebe Grüße,
      Sandra

      • Lust schon, da ich gerade aber mit meiner eigenen Challenge (Dem Märchensommer) zu tun habe, weiß ich allerdings nicht, ob ich es schaffe noch in einem angemessenen Zeitrahmen etwas zu machen… 🙁 Wie lange würdest du mir denn noch Zeit geben?

    • booknapping

      Hi Ramona 🙂

      Klasse, dass du dabei bist und dass du so viel Spaß beim Schreiben und Schwelgen in Erinnerungen hattest, freut mich ganz besonders.

      Liebe Grüße,
      Sandra

    • booknapping

      Danke für deinen Beitrag, Tanja! Ich war gerade bei dir und habe nachgelesen. Du hast mich neugierig gemacht! 🙂

    • booknapping

      Super 😀 Danke liebe Lotta und ich war gerade zum Lesen bei dir. Einen interessanten Einstieg hattest du.

      LG,
      Sandra

    • booknapping

      Das freut mich wirklich sehr 🙂 Ich habe auch gleich gelesen, was du zu erzählen hast und bin gleich begeistert gewesen vom aufgeräumten Blog-Design. Sehr schick!

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