Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dystopie

Comic auf einem metallischen Hintergrund

Erinnerungen an den globalen Bürgerkrieg 1 von Marazano/Ponzio =Rezension=

Ein Mann möchte die Welt verändern. Er läutet das Ende der Zivilisation ein, die in seiner Realität als “freie Welt” gilt, jedoch aus eingezäunten, abgesicherten und streng bewachten Enklaven besteht. Zwischen diesen “freien” Bereichen hausen die weniger Privilegierten, werden von den S. I. (Spezielle Interventionskräfte) eingefangen (es heißt, sie würden rekrutiert), um schmutzige Arbeiten zu erledigen. Wer das Glück hat in das Corps der S. I. aufgenommen zu werden, wird für seine Arbeit sogar bezahlt und kann nach 10 Dienstjahren auf einen Bürgerstatus hoffen. Erst dann dürfen auch die S. I.-Soldaten gesetzestreu in den Enklaven leben und können so theoretisch sogar leitende Posten einnehmen. Theoretisch. Vivian ist Anführer eines solchen kleinen Trupps der S. I. und … hat Geheimnisse … Unbedingt bis zum Ende lesen Anfangs empfand ich die Story als teilweise oberflächlich, das Geplänkel im Trupp Vivians gab mir nichts – erinnerte mich an austauschbare Military-Storys. Ich fürchtete nach den ersten Seiten dann auch nicht mehr erwarten zu dürfen. Zudem lag mir der recht fotorealistische Zeichenstil nicht besonders, die Charaktere blieben anonym und mir …

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Comiccover S.A.M 1 neben einem Pixelartbild, dass Hochhäuser zeigt

S.A.M 1 – Nach dem Menschen … von Marazano und Shang

Allein in der Großstadt Als ich den Splitter-Katalog fürs Frühjahr-/Sommerprogramm 2017 in die Hände bekam, fiel mir S.A.M auf. Das Cover und die Leseprobe hatten mich sofort, ich wollte wissen, was diese Stadt zu Fall gebracht hat, warum die Kids von einem riesigen Roboter verfolgt wurden und mir gefiel das Artwork auf den ersten Blick. Nur eine kleine Gruppe von Teenagern hat ein vor rund acht Jahren stattgefundenes Massenmorden überlebt. Bis auf dieses Grüppchen von damals noch Kleinkindern scheinen sich keine Menschen mehr in der riesigen City aufzuhalten. Sie sind allein. Wären da nicht noch die Mega-Kampfroboter, die Jagd auf alles machen, das eine Wärmesignatur hinterlässt. In einem Versteck in der Kanalisation überdauern die wenigen Überlebenden standhaft, ernähren sich von Flechten und Pilzen. Zum Überleben aber ist mehr nötig, so geht eine kleine Gruppe immer wieder auf Expedition, um Medikamente und Vitamine ausfindig zu machen. Etwas anderes als Flechten wäre außerdem auch mal eine schöne Abwechslung. Als es bei einer dieser Expeditionen wieder einmal brenzlig wird und ihnen ein patrouillierender Kampfroboter auf die Spur kommt, …

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Ein Denkmal für Widerständler – “kleiner vogel rot” von Veronika Mischitz und Christopher Bünte

Gestern, am 25. März 2017, bin ich von der Leipziger Buchmesse zurückgekehrt und saß abends erschöpft und in trauter Zweisamkeit vor dem TV. In der Tagesschau wurden Bilder über polizeiliche Festnahmen von friedlich demonstrierenden Menschen in Minsk gezeigt. Der 25. März ist “Der Tag der Freiheit” im diktatorisch regierten Weißrussland und, so lautete die Meldung, die Behörden die Demonstrationen nicht genehmigt hatte, schritt die Polizei ein. Menschen wurden mit Schlagstöcken zu Boden geknüppelt. Ältere Menschen wurden in gepanzerte Transporter gezogen. Es war gruselig anzusehen und bereitete uns eine Gänsehaut. Doch die Bilder zeigten auch, dass die Demonstranten sich nicht einschüchtern ließen. Beispielsweise waren Frauen zu sehen, die das Abführen von (womöglich ihren) Männern mit bloßen Händen zu verhindern suchten.

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Verzerrtes Bild, das Geschwindigkeit andeutet zeigt Gibsons Buch Peripherie

Ist unsere Realität bereits die Dystopie? – “Peripherie” von William Gibson

Die nahe Zukunft Ende des 21. Jahrhunderts. Die 70 Jahre vorausliegende Zukunft. Ein Game. Ein Mord im Game. Das Game ist kein Game. Der Jackpot. London. Hefty Mart als Monopolist aller Einzelhändler. 3D-Kopiershops. Cosplay-Zonen. Mentale Reisen zwischen den verschiedenen Zeitpunkten. Übertragung des Geistes in Peripherals. Egal in welcher Zeit. Politik. Kollaps. Das Ende. Der Anfang. Gibson. Stichpunkte, die immer wieder Neues ergeben Dies sind nur Stichpunkte. Wie ein Aufflackern der Handlung beschreiben sie für mich Momente dieses aktuellen Romans von William Gibson.

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