Ja! Ich lese gerne Comics und das schon ziemlich lange. Mehrere Jahrzehnte. Wow. So lange schon. Wer sogar nochmal nachlesen möchte, was ich da so mitgemacht habe, kann dies in meinen zwei Beiträgen zur Blogparade „Ich und die Comics“ von Dagmar alias GeschichtenAgentin und mir (Ich habe nichts ausgelassen und Evolution einer Bildersüchtigen). Comics sind eine meiner absoluten Leidenschaften und ich kann und werde es nicht lassen, euch davon zu berichten und über Comics zu schreiben.

Und während ich hier so in meinen Beiträgen immer wieder über meine Comiclektüre berichte, habe ich darüber ganz vergessen, dass es bei der großen Auswahl ja womöglich gar nicht so leicht ist, einen Einstieg zu finden in die Welt der Comics. Überhaupt auch mal in einen „echten“ Comic(buch)laden zu gehen. Inspiriert durch Kommentare und Gespräche in der letzten Zeit, rufe ich daher heute meine neue Beitragsreihe „Universum der Comics“ ins Leben.

Ihr seid noch neu in der Welt der Comics? Ihr sucht nach Orientierung? Ihr wüsstet gerne mehr über Comics und das ganze Drumherum? Oder ihr wollt einfach schauen, was ich mir dazu habe einfallen lassen? In all diesen Fällen seid ihr hier richtig. :-D

Von den Massen erschlagen. Und von Klischees.

So kann man sich fühlen, wenn man in einen Comicladen geht. Oder man könnte denken, dass man sich so fühlt, wenn man dann in einen Comicladen gehen würde. In den Läden mit und auch ohne Antiquariat können schon mal gefühlte Kilometer an weißen Comickisten stehen, in denen wiederum Unmengen von Comics stecken. Dann noch die Regale, Drehständer, Auslagen. Taschenbücher. Alben. Hardcover. Hefte. Dazu kommt dann auch noch ein Comichändler, der hinter seinem Tresen auf seine Besucher lauert. Neben ihm ein lebensgroßer Mr. Spock-Pappaufsteller. Eine Vitrine voller Star Wars Figuren aus den 70er und 80er Jahren auf der anderen Seite. An der Wand hinter ihm gerahmte Originalzeichnungen neben einer Jason-Maske aus „Freitag, der 13.“ und einer riesigen 3D-Karte von Westeros. Natürlich beobachtet er euch, wenn ihr rein kommt. Und natürlich sieht er euch an der Nasenspitze an, dass ihr euch nicht besonders gut auskennt. Er macht sich bereit, sich auf euch zu stürzen … Nicht zu vergessen die blassen Männer und Frauen, Mädchen und Jungen, die wie Zombies mit gekrümmten Rücken über den Comickisten hängen und wie wild durch die Comics blättern, kurz aufsehen, wenn die Tür aufgeht, sich schnell einnehmend über ihre Kiste beugen und mit einem leisen Fauchen oder Knurren anzeigen, dass sie auf GAR keinen Fall ihren Platz aufgeben werden.

Stoppschild

Das ist natürlich alles Quatsch! Ok, nicht alles. Die weißen Pappkisten gibt es sicher in vielen Läden. Das sind die sogenannten Short und Long Boxes, die aus den USA zu uns rübergeschwappt und einfach perfekt geeignet sind, um Comichefte zu beherbergen, zu schützen (vor Staub und Licht), zu stapeln und auch zu transportieren. Besonders schön sind sie nicht, aber wer eine große Comicsammlung hat, weiß sie meist zu schätzen. Und sie können ja auch beklebt und verschönert werden. Aber wir waren ja erstmal beim Comicladen und noch lange nicht beim Comics sammeln.

Drei Comicboxen mit Comics gefüllt

Kommen wir zu Spock, der Jason-Maske, der Westeros-Karte und all den anderen vielen schönen und meist nutzlosen Dingen, die ich aufgezählt habe. Die gehören nicht (nur) zum Klischee, sondern zur wünschenswerten Grundausstattung eines Comicbuchladens! Das könnt ihr sicher alle bestätigen. Was wären wir ohne unseren Nerdstuff und irgendwo müssen die ganzen Funko Pops doch herkommen. Ich sage euch, es macht viel mehr Spaß, das Zeug vor Ort bei lebenden Menschen im Laden zu kaufen, als anonym im Internet. Nun hat nicht jeder einen Comicladen um die Ecke, aber die meisten liefern auch und ich kann nur empfehlen, lieber online bei einem niedergelassenen Comicladen zu bestellen und ihn so zu unterstützen als bei einem großen Versandriesen.

Jetzt aber will ich doch unbedingt noch mit den echten Klischees aufräumen. Sollte euch jemand von bleichen zähnefletschenden Zombiekunden erzählen. Außerdem von ComichändlerInnen, die nur darauf warten, sich auf unbedarfte Comic-Neulinge zu schmeißen und mit Blicken zu durchbohren. Klärt sie auf! Schnappt sie euch und zieht sie mit euch in einen Comicladen. Zeigt ihnen wie es da wirklich aussieht. Gut. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die lasse ich aber jetzt mal außen vor :-)

Was sind das für Leute, die Comics lesen?

Die Antwort ist leicht: Es sind Menschen, die gerne lesen. Menschen jeden Alters, egal welchen Geschlechts sie sind oder sich zugehörig fühlen. Und diese Menschen lesen halt gerne nicht nur Text, sondern sie mögen die Kombi aus Bildern und Text. Oder auch mal Bilder ganz ohne Text. So ist es bei mir und ich vermute auch bei vielen anderen. Manchen ist das Genre egal. Einige lesen vielleicht nur Fantasy. Andere nur Superhelden. Wieder andere belletristische Graphic Novels (was genauso auch Comics sind). Oder Western. Krimis. Horror. Lustiges. Abenteuer. Erotik. Science Fiction. Und dann gibt es ja auch noch die Manga (japanische Comics), die wiederum selbst alle Genre bedienen.

Ok – wo soll ich aufhören? Es ist alles vertreten, ganz so wie es in der Literatur eben ist. Und Comics sind Literatur. Dass das Medium Comic nicht mehr mit Micky Maus und Asterix gleichgesetzt wird ist zum Glück vielerorts erreicht. Was nicht heißen soll, dass diese Serien schlechter als andere sind. Sie sind ganz einfach nur in vielen Köpfen präsent wenn von Comics gesprochen wird.

Comics nebeneinander

Das macht die Auswahl nicht gerade leichter

Wem es schon schwer fällt, sich für ein Genre zu entscheiden, hat bei Comics nun auch noch die Wahl, welche Zeichnungen, welche Illustrationen (zusammengefasst Artwork) ihm/ihr liegen. Ich kann nur dazu raten, sich von ebendiesem Artwork nicht zu sehr beeinflussen zu lassen bei der Auswahl. Zwar greife ich auch schneller zu einem Band, der mich optisch anspricht als zu einem der mich auf den ersten Blick eher wenig beeindruckt, nicht meine Farben beinhaltet oder mich sogar abschreckt. Aber – meiner Erfahrung nach, ergibt sich eine Story immer aus dem Gesamtwerk – der Story in Wort und Bild. Es kann passieren, dass Zeichnungen, die einem vorher nichtssagend vorkamen, plötzlich tiefe Eindrücke hinterlassen. Diese ganz besondere Wirkung von der Kombination aus Text und Bild ist es übrigens, die mich an Comics fasziniert.

Also womit jetzt anfangen, wenn ihr noch wenig Comicerfahrung gesammelt habt oder euch nicht wirklich rantraut? Lasst euch beraten. Von den Comicbuchhändlern, von Bloggern, von comiclesenden Freunden, von den Zombiekunden. Ich habe noch niemanden – wirklich niemanden – hinter einem Tresen in einem der vielen Läden erlebt, der nicht selbst eine Leidenschaft für Comics hegte. Schaut in die online verfügbaren Leseproben, die meisten Verlage bieten welche zu ihren verfügbaren Titeln an. Lest in Comics rein, blättert nicht nur durch die Bilder. Lest den Text und schaut, ob ihr nicht aufhören könnt. Genau wie bei Büchern. Bibliotheken sind dafür ein ebenso guter Platz wie ein gut sortierter Comicladen oder auch eine Buchhandlung mit Comicabteilung.

Mein kleiner Beitrag. Ein neues Label für „Comic-Einsteiger“.

Label für die Aktion "Auch für Comic-Einsteiger". Text in Sprechblase: Auch für Comic-Einsteiger. In einer kleinen Sprechblase innen dann: Eine Initiative von Booknapping.deAls kleine Unterstützung bei der Auswahl von Comics, die sich auch für Comic-Einsteiger eignen, habe ich mir ein kleines Logo ausgedacht, dass ihr bei Eignung unten in meinen Comicrezensionen finden könnt.

Eine Kategorie „Auch für Comic-Einsteiger gibt es auch bereits. Die Einstufung erfolgt subjektiv durch mich. Wenn ihr jetzt alle hier im Blog rezensierten Comics auf einen Blick sehen möchtet, die sich für Comic-Neueinsteiger*innen eignen, schaut in mein neues Special:

Universum der Comics Special – Mit welchem Comic kann ich einsteigen?

Ich hoffe, damit allen, die sich noch nicht so recht rantrauen oder sich ein wenig Orientierung wünschen, ein wenig weiterhelfen zu können. Auch wer einen Comic an Einsteiger*innen verschenken möchte, hat damit ein kleines Hilfsmittel an der Hand. Selbstverständlich gibt es unzählige Comics, die in die Kategorie passen, ich kann die Einstufung allerdings nur für Titel vornehmen, die ich hier im Blog auch vorstelle.

Demnächst dann mehr in meiner neuen Reihe. Die Themen stehen hier schon in einer langen Schlange auf dem Papier an. Und wenn ihr Fragen zum Thema Comics habt, lasst sie hier, ich versuche sie direkt oder in weiteren Beiträgen bestmöglich zu beantworten. Ich freue mich riesig auf eure Kommentare! :-D

Alle, die das Label selbst in ihren Beiträgen verwenden möchten, sollten hier vorbei schauen: Auch für Comic-Einsteiger – ein Label für alle!

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