Buchrezension, Fantasy, Highlight, Phantastik
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Draconis Memoria 1 – „Das Erwachen des Feuers“ von Anthony Ryan

Buchcover vor einer Berglandschaft. Cover zeigt einen feuerspeienden Drachen.

Einzig auf dem arradsianischen Kontinent leben sie – die blauen, grünen, roten und schwarzen Drachen. Aber für die Menschen zählt nur ihr Blut. Denn dieses erlaubt einigen wenigen Auserwählten unter ihnen ganz besondere Kräfte zu nutzen. Wenn diese Blutgesegneten das Blut der Drachen in verdünnter Form zu sich nehmen, können sie unter anderem für einen kurzen Zeitraum Wunden heilen, Feuer entfachen, telepathisch kommunizieren oder mit übermenschlicher Kraft kämpfen. Doch die Drachen werden immer weniger, drohen auszusterben. Der Legende nach soll es jedoch einen bisher noch unentdeckten Drachen geben: einen Weißen Drachen. Eine ehemals ausgesandte Expeditionsgruppe, die im Inneren des arradsianischen Kontinents auf die Suche ging, kehrte nie zurück. Doch nicht alle haben den Gedanken an den Weißen aufgegeben. Im Gegenteil, es soll eine neue Expedition geben. Hinein in das Gebiet der menschenzerfleischenden Drachen. In das Reich des sagenumwobenen Weißen!

Blau für den Geist.
Grün für den Körper.
Rot für das Feuer.
Schwarz für die Kraft.Mantra der Schülerinnen der Eisenboot-Akademie für Frauenbildung, aus Das Erwachen des Feuers, S. 19 von Anthony Ryan

Dragonic Park

Anthony Ryan, der bisher dafür bekannt war phantastische High Fantasy zu schreiben (ich spreche hier auf den guten Ruf seiner Rabenschatten-Trilogie an, die ich selbst noch nicht gelesen habe) legt mit Das Erwachen des Feuers etwas ganz anderes in die Hände von uns LeserInnen. Ich gebe zu, dass ich auf den von so einem wundervoll gestalteten Schutzumschlag umgebenen Seiten genau das erwartet habe: High Fantasy. Und zwar sehr gute. Dann aber wurde ich überrascht und zwar positiv. Denn Ryan erzählt hier eine ganz andere Geschichte. Zuerst schmeckt sie etwas nach Steampunk – es gibt mechanische Spielereien, Handfeuerwaffen, Kanonen und so einiges mehr. Dann wiederum kommt Abenteuerfeeling auf, als die Expedition zusammengestellt wird und sich auf den Weg in gefährliche Regionen macht. Hinzu kommen schnell noch Elemente, die an gute alte Piratenfilme erinnern. Und nicht zu vergessen, grüne Drachen, die in der eigenen Fantasie schnell zu Velociraptoren aus den von mir sehr geschätzten Dino-Büchern von Michael Crichton werden.

Erzählt wird aus den Perspektiven dreier Menschen, die sich zwar auf den gleichen Punkt zubewegen, sonst aber miteinander keine Berührungspunkte haben. Der Wechsel zwischen den drei so unterschiedlichen Charakteren bringt neben viel Abwechslung auch einiges an Spannung in den Roman.

Lizanne, Clay, Hilemore. Alle drei sind sie unterwegs auf ihren Missionen und das an unterschiedlichen Orten. Manchmal habe ich mir gewünscht, ich könnte direkt die Geschehnisse an einem dieser drei Plätze weiter verfolgen und würde nicht durch ein Kapitel eines der zwei anderen, aus den Erlebnissen des oder der einen gerissen.

Das Meer, die Schlachten und die fulminanten Überraschungen

Im Mittelteil des Romans hat mich Anthony Ryan fast verloren. Ich war anfangs so begeistert von den phantastischen Ideen, der immer mal wieder rasanten Erzählweise und der gut gestalteten Welt. Aber dann kamen die Schlachten auf dem Wasser … Hier wurde die Story sehr langatmig und mir dabei langweilig. Ich verlor zeitweise das Interesse. Aber mit dem Glauben an das Können des Autors habe ich durchgehalten und wurde schließlich nicht enttäuscht.

Kaum waren die ermüdenden Seeschlachten überstanden überschlugen sich die guten Ideen Ryans wieder. Er konnte mich noch mehrfach überraschen und dafür bin ich stets jeder AutorIn sehr dankbar.

Damit ist der erste Band der Draconis Memoria-Reihe eine klare Empfehlung, die auch erfahrene PhantastikleserInnen mit Neuem versorgen kann.

Ich würde jetzt gerne SOFORT weiterlesen!

Das Erwachen des Feuers – Anthony Ryan

Genre und Leseprobe

Fantasy, Phantastik
Im Buch blättern bei Klett-Cotta

Übersetzung

Sara Riffel & Birgit Maria Pfaffinger (aus dem Englischen)

Noch ein paar Details

2017 erschienen in der Hobbit Presse beim Klett-Cotta Verlag, ISBN 978-3-608-94974-2, 725 Seiten, gebundenes Hardcover mit Schutzumschlag

Musikempfehlung für das Finale

Soundtrack zum Film „Jane Eyre“ (2011)

Buchcover, das einen feuerspeienden Drachen zeigt

2 Kommentare

  1. Huhu 🙂

    Ich würde am liebsten auch sofort weiterlesen! Mich hat das Buch absolut gefesselt und ich habe die Geschichte quasi verschlungen. Ich drücke uns die Daumen, dass wir nicht allzu lange auf die Fortsetzung warten müssen 😊

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

    • booknapping

      Hallo Lisa,

      gemeinsames Daumendrücken könnte helfen ;-D Ich hatte ja so ein wenig einen Durchhänger, wie ich oben beschrieben habe, aber zum Glück habe ich den schnell hinter mir lassen können.

      Liebe Grüße,
      Sandra

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