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Comicrezension

TER Band 1: Der Fremde – Rodolphe & Dubois

Comic liegt auf einem aufgeschlagenen Atlas, der Planeten zeigt

Grabräuber unter fremden Monden

Pip ist unterwegs auf einem seiner nächtlichen Beutezüge, bei denen er nach alter Technik, alten Schätzen und im Grunde allem sucht, was irgendwie für seine Schwester und ihn interessant sein könnte. Mit den meisten dieser alten Dinge können sie nichts anfangen. Sie sind defekt und das Reparieren fällt ihnen ohne jegliche Kenntnisse der Funktionsweisen der Gegenstände schwer.

In dieser Nacht aber macht Pip einen besonderen Fund: einen nackten Mann! Da er nicht spricht, gibt Pip ihm den Namen Goltan, inspiriert von einem Tattoo, das der Mann auf seinem rechten Oberarm trägt und nimmt ihn kurzerhand mit nach Hause. Der Fremde überrascht damit, dass er in der Lage ist, die “alten Dinge” zu reparieren und in Betrieb zu nehmen. Wo kommt er her? Wieso spricht er ihre Sprache nicht und wieso hat er dieses Wissen? Goltan sorgt für Aufsehen und die Vermutung erhärtet sich, dass er der prophezeite Führer sein könnte.

Leseprobe

TER Band 1: Der Fremde, Seite 6

Beim Namen Rodolphe klingelt es in meinen Ohren und ich MUSS den jeweiligen Comic lesen. Seine Zusammenarbeit mit Leo an der Kenya-Reihe (Kenya, Namibia, Amazonia) gehört zu meinen liebsten Comicserien und dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. TER versprach Sternenkolonie-SF und machte einen mystisch-phantastischen Eindruck auf mich. Jedoch hat Rodolphe hier als alleiniger Szenarist sich sehr viel Zeit gelassen, um mich für seine Story zu gewinnen. Den größten Teil der Seiten beschäftigt er sich mit dem Umgang der kleinen Stadtgemeinschaft mit einem Fremden, konzentriert sich dabei aber eher auf Beziehungsprobleme, Eifersucht und – Manipulation durch Sex. Ich hatte ganz einfach anderes erwartet. Die Textpassagen machen einen naiven Eindruck und wirken teilweise auch gänzlich überflüssig. Weiterhin gibt es Stellen, an denen ich dem Text aufgrund einer nicht optimalen Textführung nicht flüssig folgen konnte. Erst zum Ende hin nähert sich Rodolphe endlich dem Thema der Kolonisierung und macht mich damit doch wieder neugierig auf die Fortsetzung.

Schwer warm geworden bin ich außerdem mit dem Artwork von Christophe Dubois. Am Ende des Buches gibt es ein kleines Artbook, das ganz wundervolle feinfühlige Zeichnungen enthält. Im Comic selbst jedoch wirkt der Strich auf mich oft recht plump, warum konnte er nicht so zart und schön bleiben, wie er auf den letzten Seiten zu bewundern ist? Auch wirken die Zeichnungen auf mich unstet, sie scheinen sich immer wieder zu verändern. Ganz so, als hätten verschiedene Künstler daran gearbeitet, was aber nicht der Fall ist.

TER Band 1: Der Fremde blieb auch mir fremd und erst ganz zum Schluss wurde ich neugierig auf das weitere Geschehen. Ich gebe die Hoffnung in Rodolphe nicht so schnell auf!

Comicleseprobe - ein Panel in blaugrüngrau

TER Band 1: Der Fremde, Ausschnitt Seite 3

TER BAND 1: DER FREMDE

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Story: Rodolphe
Zeichnungen
: Christophe Dubois
Details: erschienen am 18. Juni 2019 im Splitter Verlag (Link zur Leseprobe) • 80 Seiten in Farbe • Hardcover • Euro 18 • ISBN 978-3-96219-292-1
Serie: Band 1 von 3
Übersetzt aus dem Französischen von Tanja Krämling
Originaltitel: TER 1 – L’Etranger

Weitere Rezensionen in Blogs:
Nerd mit Nadel (Link)

Den Comic habe ich als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst.

Cover in blau mit einem Mann, der zu Monden hochschaut

TER Band 1: Der Fremde

2 Comments

  • Avatar
    Silke Antelmann
    29. September 2019 at 18:50

    Einen attraktiven, halbnackten Mann, der wirklich alles reparieren kann, hätte ich wohl auch mitgenommen. Aber schade, dass die Geschichte nicht zündet! Sowas ist immer ein Jammer. Herzliche Grüße und vielen Dank für deine ehrlichen Worte, Silke

    Reply
    • booknapping
      booknapping
      30. September 2019 at 19:34

      Liebe Silke
      Er war ja sogar nackt, wobei beim Reparieren hatte er dann doch schon etwas an :-D
      Wir werden sehen, wie die Story weiter geht. Eigentlich hat Rodolphe es m. E. drauf.
      Ganz liebe Grüße
      Sandra

      Reply

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