Alle Artikel mit dem Schlagwort: frankobelgische Comics

Mehrere Comics nebeneinandergelegt

Comics im Oktober 2017

Vom Indian Summer bis zur Lieblingszecke Meine Güte, es ist tatsächlich schon November! Das kam jetzt wirklich überraschend schnell. So wie Weihnachten. Das ist ja auch immer plötzlich da, egal ob man es nun feiert oder nicht. Aber noch ist es nicht soweit und jetzt ist erst einmal Zeit für den Blick auf meinen Comiclesemonat Oktober. Auch in diesem Monat gab es wieder deutsch- und englischsprachige Comics auf meinem Speisezettel. Dabei waren zwei Hardcover aus dem Splitter Verlag und sieben Hefte von US-Verlagen. Schauen wir also genauer hin:

Cover und einiges Herbstlaub

Irokesen … von Patrick Prugne

Kein Italo-Western Meine erste Begegnung mit Patrick Prugne machte ich mit „Die Herberge am Ende der Welt„. Mit diesem Band begeisterte der Künstler mich so sehr, dass ich keine Bedenken hatte, als ich den ersten Band in die Hand bekam, bei dem er sich mit der Kolonisierung Kanadas durch die Franzosen auseinandersetzte. Und „Pawnee“ war da schon der zweite Ausflug in dieser losen Reihe, die mit „Frenchman“ ihren Anfang nahm. Ich hätte mich an diese Thematik nie herangetraut, wenn ich nicht schon so gute Erfahrungen mit dem Autor und Zeichner gemacht hätte. In „Irokesen“ beschäftigt sich Patrick Prugne erneut mit den französischen Eroberern, die hier im Jahre 1603 die Kolonisierung vorantreiben. Basierend auf historischen Begebenheiten, macht sich Samuel Champlain mit einer kleinen Delegation auf den Weg, neues Land zu entdecken. Unterstützt wird er dabei vom Stamm der Huronen, die auf die Völker der Irokesen nicht gut zu sprechen sind. Ihr Weg führt genau dorthin, ins Irokesenland. Und sie haben wertvolle Fracht – eine junge Irokesin, die sie in Gefangenschaft halten. Ihr Name ist Kleiner Otter …

Verschiedene Comicalben

Femmes en bandes dessinées – Frauen in Comics

Fünf Reihen, sechs Frauen Mit Frankreich hat die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr ein Gastland ausgewählt, das sich geradezu dafür anbietet über Comics zu berichten. Der franko-belgische Raum ist bekannt für seine große Comickultur. Klassiker wie „Asterix“ und „Tim und Struppi“ gehören zur Popkultur wie Disneyfilme und Michael Jackson und sind auch Nicht-ComicleserInnen bekannt. Größen wie Moebius haben Generationen von (Drehbuch-)AutorInnen inspiriert. Widmen möchte ich mich aber nicht den allseits bekannten Figuren. Mein Augenmerk gilt heute den Frauen in französischen Comics. Ich stelle fünf ganz unterschiedliche Charaktere vor – eine davon war allerdings tatsächlich auch gerade auf der großen Leinwand zu sehen. Beginnen möchte ich aber mit

Comiccover S.A.M 1 neben einem Pixelartbild, dass Hochhäuser zeigt

S.A.M 1 – Nach dem Menschen … von Marazano und Shang

Allein in der Großstadt Als ich den Splitter-Katalog fürs Frühjahr-/Sommerprogramm 2017 in die Hände bekam, fiel mir S.A.M auf. Das Cover und die Leseprobe hatten mich sofort, ich wollte wissen, was diese Stadt zu Fall gebracht hat, warum die Kids von einem riesigen Roboter verfolgt wurden und mir gefiel das Artwork auf den ersten Blick. Nur eine kleine Gruppe von Teenagern hat ein vor rund acht Jahren stattgefundenes Massenmorden überlebt. Bis auf dieses Grüppchen von damals noch Kleinkindern scheinen sich keine Menschen mehr in der riesigen City aufzuhalten. Sie sind allein. Wären da nicht noch die Mega-Kampfroboter, die Jagd auf alles machen, das eine Wärmesignatur hinterlässt. In einem Versteck in der Kanalisation überdauern die wenigen Überlebenden standhaft, ernähren sich von Flechten und Pilzen. Zum Überleben aber ist mehr nötig, so geht eine kleine Gruppe immer wieder auf Expedition, um Medikamente und Vitamine ausfindig zu machen. Etwas anderes als Flechten wäre außerdem auch mal eine schöne Abwechslung. Als es bei einer dieser Expeditionen wieder einmal brenzlig wird und ihnen ein patrouillierender Kampfroboter auf die Spur kommt, …

Zwei Comics auf Steinboden, auf den Covern Außerirdische, die wie große Hummer aussehen und einige Menschen

Bye-bye Mr. Step! Leo/Icar – Ferne Welten: Episode 4 + 5

Die Rückkehr von Mr. Step Schmerzlich habe ich in Episode 3 meinen Lieblingscharakter dieser Leo-Serie vermisst: den außerirdischen Hummerzentauren Mr. Step, wie er liebevoll von Paul Clauden genannt wird. Ich war zuversichtlich, dass er in den letzten zwei Bänden der Science Fiction-Comicreihe wieder auftaucht und die Cover haben mich nicht getäuscht! Der coolste aller Stepaneks (ok, ich als Leserin kenne nur diesen einen, die anderen blieben anonym) ist zurück.

Comic inmitten von Pflanzen. Auf dem Cover eine Dschungellandschaft, eine Frau durchquert sie auf einem Boot

Kathy Austin in Südamerika – Amazonia: Episode 1 (Rodolphe/Leo)

1949 Brasilien. Ein toter Mann wird vom Amazonas in einem kleinen Dorf angespült. Er war Fotograf und fremd hier. Um der Todesursache auf den Grund zu gehen, macht sich der im Dorf lebende Reverend mit der Kamera des Toten auf nach Manaus. Eine ganze Tagesreise liegt die Großstadt entfernt, doch ist dies der am schnellsten erreichbare Ort, um den Film des Fotografen entwickeln zu lassen.

Ausschnitt vom Cover zeigt Samurai und Titelschriftzug

Senseï Band 1: Die Schule der einsamen Wölfe (Di Giorgio/Vax )

Eine halbnackte Frauenleiche wird von einem alten Fischer in seinem Schuppen gefunden. Dass sie geschändet wurde, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Sie hieß Mondfisch und war so bildhübsch, wie ihr Name wohlklingend war. Von der Dame Jia Hua wurde sie aus Lingtao geholt, um die Kostüme für das nahende Laternenfest entwerfen. Dazu wird Mondfisch jetzt nicht leider mehr kommen.

Cover des Comics, dass eine vermummte Person mit Kapuze zeigt und daneben ein altes Buch

Der Henker Band 1: Göttliche Gerechtigkeit? von Gabella und Carette

Im mittelalterlichen Paris kommt eine Frau zu Tode. Der wahre Mörder wurde nicht gefunden, doch an einem Ort, an dem der „Henker“ weilt, bleibt kein Mord ungesühnt. Er selbst bleibt im Dunkeln, zeigt niemals sein Gesicht. Seine Identität ist geheim, niemand kennt ihn, seinen Aufenthaltsort oder wo er nächtigt. Aber doch ist er da, die Schuld der Täter scheint ihn geradezu anzuziehen. Und auch die Täter können dem Sog nicht widerstehen. Wie Lämmer bewegen sie sich auf ihr eigene „Schlachtung“ zu. In der „Stunde des Henkers“, wie die Pariser es nennen, übt der „Henker“ dann Gerechtigkeit. Aber kann es denn tatsächlich eine solche göttliche Gerechtigkeit geben? Was ist, wenn die dem Henker verliehene „Gabe“ ihn auf eine falsche Spur führt?