Im Feen-Bootcamp – Day/Ledroit: Wika und die schwarzen Feen (Band 2)

Weinglas mit orangefarbener Flüssigkeit im Vordergrund vor Cover des Comics Wika Band 2, das eine Fee zeigt
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Im Januar habe ich euch den ersten Band der Comic-Tetralogie “Wika” vorgestellt (Wika und Oberons Zorn). Jetzt habe ich auch den zweiten Teil der Reihe gelesen und möchte von diesem Leseerlebnis berichten. Für alle, die den ersten Band noch nicht gelesen haben, sei erwähnt, dass dieser Beitrag ein paar Details enthält, die sich aus dem Inhalt von “Wika” Band 1 ergeben. Wer diese nicht vor der Lektüre wissen möchte, kann hier das Lesen unterbrechen, bis er/sie endlich “Wika und Oberons Zorn” gelesen hat, um danach hierher zurückzukommen.

Eifersucht und erwachte Kräfte

Oberons Vater, König Wotan, geht hart mit seinem Sohn ins Gericht. Schließlich hat er das Leben seiner Zwillingsschwester Titania auf dem Gewissen. Aber Oberon ist in seinem Wahn nicht mehr zu stoppen. Ob seine grenzenlose Eifersucht ihn zu diesen Schritten treibt? Mit Titania hat er seine große Liebe getötet. Die Eifersucht zerfraß ihn, nachdem sie ihn verschmähte und sich diesem “Grimm” hingab – ihm sogar eine Tochter schenkte.

Seit fünfzehn Jahren ist König Oberon nach dem Ableben seines Vaters nun an der Macht. Seine Wölfe machen inzwischen Jagd auf Wika Grimm, seine Nichte, die damals als verschollen galt. Aber die junge Fee beginnt ihre immensen magischen Kräfte zu entdecken. Als sie von den schwarzen Feen vor dem sicheren Tod in den Sümpfen gerettet wird, fängt für sie ein neuer Lebensabschnitt an. Von jetzt an wird trainiert …

Träume und ein opulentes Feen-Bootcamp

“Wika und die schwarzen Feen” beginnt mit einer Rückblende auf den Kampf zwischen Oberon und König Wotan. Setzt dann aber nach einigen Seiten am Cliffhanger von Band 1 an und fokussiert sich damit wieder auf Wika, die kaum den Häschern von König Oberon entkommen, nun von den schwarzen Feen aus den Klauen der Sumpfkreaturen befreit wurde.

Ausschnitt einer Comicseite, die mehrere Feen zeigt

Ledroits schwarze Feen sind dabei gar nicht so schwarz wie sie klingen. Jede von ihnen hat ihren ganz eigenen und auch extremen Stil. Die drei unterstützen Wika darin, ihre magischen Fähigkeiten zu stärken und auszubilden. Es gleicht einem magischen Boot-Camp, schließlich bleibt nur wenig Zeit, bis die Gefahr sich wieder nähern wird. Didier Ledroit scheint in seinen Zeichnungen deutlich auch Fantasien auszuleben. So bunt, vielfältig, opulent sind die Bilder in “Wika”, dass es teilweise sogar mir zu viel wurde. Was für ein übersprudelnder kreativer Geist muss dahinter stecken. Wie wohl die Träume eines solchen Künstlers aussehen? Steckt womöglich ein Teil seiner Träume eben hier, in diesen überwältigenden Zeichnungen? Die Fragen wird Ledroit sicher nur selbst beantworten können.

Komplementäres und Skizzenhaftes

Rückseite des Comics, zeigt den Klappentext und ein Portrait der Fee Wika umrahmt von einem goldendenn Kranz aus DetailsWie auch im ersten Band spielen Komplementärfarben wieder eine große Rolle in der Farbgebung Ledroits. Diese haben durch den starken Kontrast und doch hintergründige Zusammengehörigkeit eine immense Wirkung auf den Betrachter. Wer in die Leseprobe auf der Verlagswebseite reinschaut (Link s. u.) wird das auf den ersten Seiten, der den Kampf des alten gegen den neuen König zeigt noch nicht entdecken können. Hier spielt der Künstler mit eisigen Farben, hellblau, viel weiß, manches wirkt eher wie skizziert. Auf den letzten zwei Seiten der Leseprobe aber, eben wenn der Fokus auf Wika und die schwarzen Feen wechselt, zeigt sich die Macht der üppigen Farben. Auch das Backcover, die Rückseite, dieses Hardcoverbands ist hier ein gutes Beispiel und ein Hingucker für alle, die auf diese Art der Farbgebung anspringen. Ich springe :-)

Und die Story?

Neben den detailverliebten und immer wieder neue Überraschungen preisgebenden Bildern verliert sich der Text und die übergeordnete Story etwas. Jedoch nur etwas. Denn durch die Sprünge zwischen verschiedenen Schauplätzen und einem ganz neuen Aspekt auf der “gegnerischen” Seite Wikas – der hier nicht verraten wird und auch die Einleitung zum Cliffhanger von Band 2 birgt – gewinnt die Geschichte an Spannung und bleibt interessant. Das Szenario wurde von Day und Ledroit geschaffen, jedoch drängelt sich Ledroits zeichnerischer Output hier immer wieder vor. Dies hat allerdings auch einige Vorteile, denn “Wika” ist eindeutig ein Comic, der immer wieder Neues bietet, wenn er aufgeblättert wird. Ich bleibe dran!

Day/Ledroit – Wika und die schwarzen Feen (Band 2), erschienen 01.01.2017 im Splitter Verlag, ISBN 978-3-95839-006-5, 72 Seiten, Eur 16,80
Link zur Leseprobe auf der Webseite des Splitter Verlags

Weinglas mit orangefarbener Flüssigkeit im Vordergrund vor Cover des Comics Wika Band 2, das eine Fee zeigt

 

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