Den ersten Band, der im Original in 2010 erschienene Science Fiction-Serie „Ferne Welten“, habe ich im Dezember 2016 gelesen. Einen Kurzbericht findet ihr dazu hier im Blog: Ferne Welten – Episode 1.

Ferne Welten – Episode 2

Es zeigt sich immer deutlicher, dass Altair-3 ein sehr gefährliches und geheimnisvolles Pflaster ist. Paul Clauden trennt sich nach kurzer Reise mit dem ihm vertrauten Stepanerk (ein intelligentes humaoides Lebewesen, dass an einen übergroßen hummerähnlichen Zentaur erinnert) und schließt sich Kopfgeldjägern an. Der Stepanerk hat Paul auf der Suche nach seinem Vater einen außergewöhnlich guten Schutz geboten. Ob es da eine gute Wahl war, nun die Begleitung zu wechseln?

Und ein paar Worte zum Inhalt der Episode 3

Nach einigen gefährlichen Reisestationen gerät Paul Clauden an einen allein agierenden Wissenschaftler, der den recht unbeholfenen Jungen in Sicherheit bringt. An Land. Als Paul dort die von ihm angehimmelte Claire aus einem Flieger steigen sieht, versucht er zunächst sich ihr zu nähern. Entdeckt dann aber, dass sie ihm ferner ist als zuvor – als Tochter der Gouverneurskandidatin scheint sie unnahbar für ihn. Anstatt dessen orientiert er sich an einer anderen „Bekanntschaft“, die er auf seiner Reise gemacht hat. Dies bleibt für ihn allerdings nicht ohne erhebliche Folgen!

Icars Arbeit ist … Geschmackssache

In diesen Fortsetzungsbänden der fünfteiligen Reihe schreitet die Story mit großen Schritten voran. Der junge Paul absolviert gleich einige Stationen auf dem unwirtlichen und gefährlichen Planeten. Nach einem dezenten Cliffhanger am Ende von Episode 2 schließt sich Episode 3 mit Geschehnissen unter der Wasseroberfläche von Altair-3 an.

Ausschnitt aus dem Comic zeigt pinguinähnliche Wesen, die vier "Flügel" haben

Jedoch bleibt es dabei, dass die Zeichnungen zu grob sind, selbst die Kolorierung ist gewöhnungsbedürftig. Die Farben sind sehr satt und kraftvoll, etwas mehr Zurückhaltung hätte vielleicht helfen können. Allerdings erwische ich mich gerade dabei händeringend nach Argumenten zu suchen, die die Sache besser machen.

Zugegeben, Leos Zeichenstil ist auch nicht gerade einer, der beim Aufschlagen sofort Lust auf den jeweiligen Comic macht. Irgendwie passte er dann aber doch immer zur Story selbst und so bildeten Zeichnungen, Farben und Geschichte schnell eine Einheit, die mich immer wieder begeistern kann. Icars Zeichenarbeit in „Ferne Welten“ jedoch hat nicht diesen Effekt, Zeichnungen und Story bleiben voneinander separiert was den Spaß beim Lesen leider trübt.

Selbst die Darstellungen der menschlichen Anatomie (in meinen Augen Leos zeichnerische Stärke) wirken bei Icar grob und unbeholfen. Einzig Objekte, die mit geraden Linien ihren künstlichen Ursprung verraten und im Kontrast zu natürlichen Objekten stehen, sehen auch bei Icar richtig gut aus. Schöne außerirdische Würfelkonstruktionen gegenüber ansonsten aber vielen unschönen Bildern von Flora und Fauna ist leider aber ein zu großes Ungleichgewicht zu Ungunsten der gut gelungenen Stellen.

Ausschnitt aus dem Comic, der den hummerähnlichen Zentaur zeigt

Paul bleibt blass. Unterstützung muss her.

Ob es an den Zeichnungen liegt, die in „Ferne Welten“ einfach nicht zum Szenario des Autors Leo passen wollen oder an der Story selbst, bleibt unklar. Aber für eine Leo-Serie scheinen nur wenige skurrile Lebewesen auf Altair-3 unterwegs zu sein. Zwar sind diejenigen, die einem auf den Seiten begegnen meist gefährlich und auch oft feindlich, trotzdem treten sie in den Hintergrund. Das wäre kein Grund zur Beanstandung, solange der Protagonist die Story tragen könnte. Leider ist genau dieser aber blass und irgendwie – uninteressant. Auch wenn die Reihe weiterhin unterhaltsam ist, bleibt sie nur auf diesem Niveau: unterhaltsam zu sein. Es fehlt auch die sonst spürbare reaktionäre Stimmung im Leo-Szenario. Irgendwie ist hier von allem zu „wenig“ da.

Paul als Protagonist hat in Band 2 seine vielversprechende Begleitung – den Stepanerk – verloren. Und damit haben die Autoren auch den interessantesten Charakter aufgegeben, der die Story zumindest als eine Art starker „Sidekick“ an schwächeren Stellen hätte auffangen können. Geblieben ist der etwas schwächliche, humorlose Paul. Zu wenig neben den enttäuschenden Zeichnungen, um wirklich zu begeistern.

Insgesamt daher bis hier eine eher durchschnittliche Reihe, die hoffentlich bald wieder Unterstützung durch mehr intelligente Außerirdische erhält. Mir würde die eines ganz bestimmten Stepanerks sogar reichen. Episode 4 erscheint im Juni 2017 und hat ein vielversprechendes Cover! Ich bleibe dran!

Leo/Icar – Ferne Welten:
Episode 2, erschienen 01.02.2017 im Splitter Verlag, ISBN 978-3-95839-471-1, 48 Seiten, Eur 14,80
Episode 2, erschienen 01.04.2017 im Splitter Verlag, ISBN 978-3-95839-472-8, 48 Seiten, Eur 14,80
Leseproben gibt es auf der Webseite des Splitter Verlags: Episode 2, Episode 3

Cover des Comics- zeigt einen jungen Mann, der von außerirdischen fliegenden Wesen bedroht wird  Cover des Comics zeigt U-Boot, das von einer riesigen außerirdischen "Moräne" bedroht wird

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